Dinosaurier Fax: Nicht datenschutzkonform und Fax-Spam

Microsoft Fax- und ScanHeute noch ein Sammelbeitrag zu einem Dino der deutschen Büro-Landschaft – das Fax-Gerät. Unter der Rubrik „Hallo Houston, wir haben ein Problem“, ist gerade die Information eingeschlagen, dass die Landesbeauftrage für Datenschutz in Bremen zum Schluss kommt: „Telefax ist nicht Datenschutz konform“. Zudem hat mich ein Blog-Leser mal wieder auf das Problem „Fax-Spam“ hingewiesen, wo die Bundesnetzagentur nach massiven Beschwerden tätig wurde und Anschlüsse gekappt hat.


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Ich brauche ein Fax

Hier bei mir im Büro ist seit ca. 2000 die Fax-lose Zeit angebrochen – damals hat mein Fax-Gerät den Geist aufgegeben und ich habe mir eine Zeit-lang noch mit FRITZ!Fax am Computer beholfen, die Funktion aber in den letzten Jahren praktisch nicht mehr gebraucht. Die Situation änderte sich vor gut 4 Wochen, als ein Anruf aus dem Pflegeheim in 200 km Entfernung kam. Eine Angehörige war gestürzt und musste ins Krankenhaus. Am späten Abend war klar, es muss operiert werden und die Ärzte brauchten unsere Einverständniserklärung dazu. Da in Deutschland aber kein sicherer E-Mail-Versand mit Authentifizierung  und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als „Standard“ existiert, meine der Arzt: Die Dokumente müssen aus Datenschutzgründen per Fax ausgetauscht werden. Ergo habe ich am Sonntag-Abend die Fax-Funktionen an meiner FRITZ!Box eingerichtet und einige Handstände gemacht, um das testen zu können. Montag Vormittag waren alle Klippen überwunden und die vielen Seiten Fax-Nachrichten trudelten ein, konnte gedruckt, unterschrieben und versandt werden. Da der Fax-Versand per FRITZ!Fax viele Restriktionen besitzt, habe ich die Scans der Seiten über Stunden „zurückgefaxt“ – das dauerte, bis eine Grafikseite durch war …

Sicherer wäre es gewesen, die ganzen Dokumente über eine verschlüsselte E-Mail-Verbindung auszutauschen – das ist sogar möglich, mein öffentlicher PGP-Schlüssel ist hier zu finden.

Telefax ist nicht Datenschutz-konform

Aber das schöne Modell, was aktuell im Gesundheitswesen noch heftig in Gebrauch ist, kippt gerade (datenschutzkonform war das noch nie). Ich bin über den nachfolgenden Tweet auf das Thema, welches Golem gerade aufgegriffen hat, aufmerksam geworden.

Fax: Datenschutzkonform

Die Landesbeauftrage für Datenschutz in Bremen hat gerade ein „neues Problem“ aus dem Hut gezaubert und festgestellt, dass keine personenbezogenen Daten per Fax übermittelt werden dürfen. Hier die entsprechende Verlautbarung:

Telefax ist nicht Datenschutz konform

Galt ein Telefax noch vor einigen Jahren als relativ sichere Methode um auch sensible personenbezogene Daten zu übertragen, so hat sich diese Situation grundlegend geändert: Sowohl bei den Endgeräten als auch den Transportwegen gab es weitreichende Änderungen. Bisher wurden beim Versand von Faxen exklusive Ende-zu-Ende-Telefonleitungen genutzt. Technische Änderungen in den Telefonnetzen sorgen jetzt dafür, dass keine exklusiven Leitungen mehr genutzt werden, sondern die Daten paketweise in Netzen transportiert werden, die auf Internet-Technologie beruhen.

Zudem kann nicht mehr davon ausgegangen werden, dass an der Gegenstelle der Faxübertragung auch ein reales Fax-Gerät existiert. Meist werden Systeme genutzt, die ankommende Faxe automatisiert in eine E-Mail umwandeln und diese dann an bestimmte E-Mail-Postfächer weiterleiten.

Aufgrund dieser Umstände hat ein Fax hinsichtlich der Vertraulichkeit das gleiche Sicherheitsniveau wie eine unverschlüsselte E-Mail (welche oftmals mit der offen einsehbaren Postkarte verglichen wird). Fax-Dienste enthalten keinerlei Sicherungsmaßnahmen um die Vertraulichkeit der Daten zu gewährleisten. Sie sind daher in der Regel nicht für die Übertragung personenbezogener Daten geeignet.

Für die Übertragung besonderer Kategorien personenbezogener Daten gemäß Artikel 9, Absatz 1 der Datenschutzgrundverordnung ist die Nutzung von Fax-Diensten unzulässig.

Für den Versand personenbezogener Daten müssen daher alternative, sichere und damit geeignete Verfahren, wie etwa Ende-zu-Ende verschlüsselte E-Mails oder – im Zweifel – auch die herkömmliche Post genutzt werden.

Die Begründung in den ersten Absätzen ist ja noch nachvollziehbar. Der Schluss, dass die Nutzung von Fax-Diensten unzulässig sei, ist auch zu verstehen. Problem wird nun sein, dass dann der Fall „im Zweifel – auch die herkömmliche Post“ genutzt werden muss. Denn ich kann noch nicht erkennen, wie Ärzte, Kliniken, Apotheken etc. sichere und damit geeignete Verfahren, wie etwa Ende-zu-Ende verschlüsselte E-Mails, für die Kommunikation untereinander und mit Endverbrauchern etablieren könnten. Selbst das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA), welches mit großem Aufwand etabliert werden sollte, ist auf der Strecke geblieben. Wenn ich es nicht verpasst habe, ist da bisher keine sichere, Ende-zu-Ende-Kommunikation möglich. DE-Mail ist irgendwie auch tot. Alles ist im Digitalisierungsstau stecken geblieben … und wir haben aktuell Coronavirus-Pandemie – wird noch lustig.

Fax-Spam, das alte Problem

Das andere Thema ist unerlaubte Werbung, speziell, wenn diese auf Fax-Geräten eintrudelt. Wenn es anonym ist, wäre es schwierig, da den Absendern auf die Füße zu treten. Wirbt eine Firma aber per Massenfax für Produkte und sind entsprechende Absenderangaben auf den Fax-Nachrichten zu finden, dachte ich so ganz naiv: Kein Problem, Meldung an die Bundesnetzagentur und die schalten ab. Funktioniert sogar, wie ich von Blog-Leser Lukas G. lernen konnte. Er schrieb mir die Tage per Mail:

Sehr geehrter Herr Born,

ich weiß nicht, ob das Thema für Sie von Interesse ist – Faxwerbung ist neben E-Mail-Spam immer noch ein riesiges Thema und fristet ein großes Schattendasein, da hier das Filtern noch ganz so simpel [un-]möglich ist. Zwar haben wir hier in der Firma auch auf PDF-Empfang von Faxen umgestellt, aber ohne Fax geht es – wenn man viel mit Behörden, öffentlichen Stellen und auch dem Medizinsegment kommuniziert – definitiv nicht. Zumindest nicht, wenn man nicht bereit ist, Unsummen an Porto auszugeben.

Bedingt durch die auch publizierte Faxnummer trudelt hier immer wieder massiv Fax-Spam ein, derzeit v.a. für Corona-Schnelltests und anderlei Pandemiezubehör. In der Familie kommen auch regelmäßig schwarze Seiten mit weißem Text, gottlob ist’s dort auch ein PDF-Empfang. Ich habe Ihnen zwei typische Faxe (Nummer ist immer unterdrückt) beigefügt.

FAX-SPAM Corona-Schnelltests

Ich habe oben mal ein solches SPAM-Fax abgebildet. Hier hätte ich ad-hoc an eine Meldung bei der Bundesnetzagentur gedacht, denn die Firmen wollen ja etwas verkaufen, müssen also die Hosen runter lassen. Blog-Leser Lukas hatte keine große Hoffnung, dass eine Beschwerde bei der BNetzA etwas bringt. Denn die Erfahrung zeigt, dass Spam bei der „Internetbeschwerdestelle“ zu melden, ein eher trostloses und selten zielführendes Unterfangen ist. Lukas wurde in seinem Fall jedoch eines Besseren belehrt: Es gab wohl im Jahr 2020 über 26.000 Beschwerden wegen Faxspam, allein 4000 zwischen Dezember 2020 und März 2021 wegen solcher Medizinprodukte-Werbung. Die BNetzA wurde tätig, und hat Rufnummern abgeschaltet (siehe Pressemitteilung FAX-Spam). Lukas schrieb:


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Nun ging das munter weiter, und jetzt ist der Rundumgriff auch größer geworden: mittlerweile wird wohl den Firmen präventiv jeder Anschluss gekappt. Auf meine letzte Beschwerde kam beiliegendes Schreiben per Mail. Bringt Beschwerden am Ende doch etwas? Ein Trost: seit etwa drei Wochen ist hier Ruhe mit derartigen Werbefaxen.

Schreiben Bundesnetzagentur FAX-Spam

Es lohnt sich also, da bei solchem Fax-Spam aktiv zu werden. Mein Dank an Lukas für den Hinweis … und wir werden die Entwicklung in Sachen FAX weiter verfolgen. Wenn es mich in 10 Jahren noch als Blogger gibt, könnt ihr ja nachschauen, was aus dem Thema geworden ist …


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19 Antworten zu Dinosaurier Fax: Nicht datenschutzkonform und Fax-Spam

  1. Sebastian sagt:

    Diese Freund GmbH ist am 02.06.2020 mit 600€ Eigenkapital gegründet worden und am 10.12.2020 wurde das Stammkaptial auf 25.000€ erhöht.

    Dieser Spam scheint sich also leider zu lohnen.

  2. Matschmeer sagt:

    Fax ist wie E-Mail ein wunderbar dezentrales und unkompliziertes und standardisiertes Verfahren.
    Natürlich sind diese nicht Datenschutzkonform, denn man möchte ja etwas zentral gesteuertes einführen – etwa so wie DE-Mail oder gar das Rechtsanwaltspostfach einschl. kurzem entschlüsseln zwecks Virencheck, gehostet bei einem vertrauenswürdigen (vermutlich dem billigsten) Anbieter. Das ist dann gelebter Datenschutz.

  3. bon-go sagt:

    Wir richten selbst heute noch neue Faxserver ein. Die Leute faxen auch wirklich noch. Ich denke da nur an Apotheken, Ärzte, Versicherungen, Anwälte usw., gibt sicher noch mehr Berufszweige. Intern ist das zwar meist Fax2Mail und Mail2Fax aber ab und an gehen auch Benutzer wirklich noch an Geräte und verschicken was von dort direkt (und nicht vom MFG per Mail2Fax). Wir haben gar Kunden die mit 3 Leitungen rein nur für Fax nicht hinkommen, dann halt mit 4, geht doch.

    So ein Telekomiker hat vor rd. 7 Jahren mal vor meiner Nase eine neue Telefonanlage eingerichtet (konnte ich damals nicht abwenden :( ) und auf meine Frage nach dem Fax Anschluss meinte der damals nur ‚Wer faxt denn heute noch. Gibts doch gar nicht mehr.‘ Klar doch.

    Nach der DE Mail Pleite und so lange es keine funktionierende massentaugliche Alternative gibt (beA und beN ist es nicht) wird daran festgehalten.

  4. Michael B. sagt:

    „Denn ich kann noch nicht erkennen, wie Ärzte, Kliniken, Apotheken etc. sichere und damit geeignete Verfahren, wie etwa Ende-zu-Ende verschlüsselte E-Mails, für die Kommunikation untereinander und mit Endverbrauchern etablieren könnten.“

    Das Zauberwort heißt „KIM“ – der Fachdienst für Kommunikation im Medizinwesen. Dieser Fachdienst kann in der Telematik-Infrastruktur (TI) für Ärzte eingebunden werden. Nutzer sind Praxen, Krankenhäuser, Apotheken etc.

    • Günter Born sagt:

      Bitte den gesamten Satz lesen. Kommunikation im Medizinwesen (KIM) klappt irgendwann zwischen den Medizineinrichtungen. Aber welcher Endverbraucher hat KIM-Konnectoren? Oder gibt es dort eine Anbindung für Patienten und Angehörige, wo ich Einverständniserklärung für OPs von Angehõrigen einfach, foolproof, sicher herunterladen und wieder einstellen kann? Das ist die Baustelle, die ich bei diesem Satz im Kopf hatte.

    • Lu G. sagt:

      KIM ist die notdürftig geschaffene Lösung für die Kommunikation der Ärzte und Mediziner aller Art (auch Apotheker, etc.) untereinander. Technisch allen bisher bekannten Details nach im Prinzip POP3/IMAP, SMTP und LDAP, aber im Telematik-VPN-Netz. Somit also quasi der per Gesetz datenschutzkonforme Weg, eine E-Mail an eine andere Praxis zu senden. Durch die Zentralisierung und die Probleme der letzten Wochen und Monate in Sachen TI, besonders im sicherheitsrelevanten Bereich, eine Sache mit fadem Beigeschmack.

  5. Anonymous sagt:

    Das es keine Alternative gibt ist aber nunmal nicht das Problem des Datenschützers :) Der Datenschützer bemerkt hier ganz klar und vorallem auch richtig das die Technik sich geändert hat und das Ganze dadurch nicht mehr datenschutzkonform ist. Er hat damit im Gegensatz zu denen die die Technik aus kostengründen einfach Mal geändert haben seinen Job richtig gemacht. Es wäre der Job der Provider und Gerätehersteller gewesen die Technik so anzupassen das sie weiterhin datenschutzkonform bleibt.

    Der Schutz der persönlichen Daten ist ein Grundrecht in der EU und ich für meinen Teil finde es gut das es Leute gibt die sich dafür einsetzen. Das gehört für mich in die gleiche Kategorie wie die Meinungsfreiheit!

    Außerdem dachte ich das die Elektronische Gesundheitskarte die Lösung für diese Problem sein soll.

  6. Lu G. sagt:

    Der Autor der Mail hier, beruflich in dem Segment unterwegs.

    Ich finde die Argumentation aus Bremen aberwitzig. Völlig daneben. Es gibt in der GOÄ eine Gebührenziffer für „eingehende Beratung, auch telefonisch“. Und das ist, gerade jetzt, gelebter Standard: zum Arzt muss man nicht gehen, um einen Arztbrief erklären zu lassen, sondern man kann einfach anrufen. Da hat sich noch kein LDSB beschwert.

    Jetzt erkläre man mir, wo der Unterschied zum Fax ist. Auf technischer Ebene, nicht auf organisatorischer. Man kann ein Faxgerät ins Büro des Arztes stellen, und das zuschließen. In den meisten Arztpraxen ist das Usus, dass der Arzt einen Raum hat, wo die Schwestern nichtmal rein dürfen. Wenn das Faxgerät/Mufu da steht, dann kommt nur der Arzt an die Faxe ran. Was ist daran in VoIP-Zeiten technisch anders, als wenn man telefonisch über eine Diagnose spricht? Bemängelt wird ja die fehlende Leitungsexklusivität – die beim Telefon auch gegeben ist. Also müsste, konsequenterweise, doch das Telefon auch als datenschutzrechtlich bedenklich abgeschafft werden?

    • SvenS sagt:

      .. und Windows gleich hinterher! ;-)
      Aber da gibts wenigstens noch Updates…

      Technisch könnte VoIP komplett verschlüsselt (Ende zu Ende) übertragen werden – lässt aber der Staat nicht zu, denn beim nächsten Provider ist Schluß oder man hat Glück und die Gegenseite ist beim gleichen Provider (SIP-Anbieter).
      Fax läßt sich gar nicht verschlüsseln mit dem alten Protokoll – so meine Kenntnis.

  7. Blupp sagt:

    Das gute alte Fax, hier als Bestandteil im Laserdrucker, ist immernoch da und zumindest hier unverzichtbar. Muss man viele Dokumente mit Anwälten und Gerichten austauschen kommt man am Fax auch heute noch nicht vorbei.
    Klar es gibt ein paar schöne Lösungen die sicher sein sollen, etwas wirklich praktikables hab ich nicht gefunden. Sicherheit, Erreichbarkeit und ganz wichtig der rechtssichere Nachweis zum Emfang eines Dokumentes ist beim Fax noch immer ungeschlagen.
    Die Alternativen wie DE-Mail, betrieben von wem? Und welche Kosten entstehen? Da nutze ich lieber weiterhin das Fax. Das Anwaltspostfach hat auch so seine Probleme, das ist auch nur sicher weil beschlossen wurde, dass es sicher zu sein hat. Die Technik weiß nur nichts von diesem Beschluss. Und welche Firma, erst Recht welcher Privatmann kann schon etwas rechtssicher nachweisbar zu diesem Anwaltspostfach schicken?
    Das Fax lebt und ist aktuell nicht tot zu kriegen.

  8. Patrick sagt:

    Auch DE-Mail bietet nur verifizierte Kommunikationsteilnehmeradressen, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung muss zusätzlich über die üblichen Verfahren gewählt werden. Damit sind wir schon wieder bei OpenPGP, das grundsätzlich für alle Teilnehmer eigentlich implementierbar wäre. Das Gerede von „viel zu kompliziert“ ist eher als Problem der Bürokratie zu sehen, denn die deutschen E-Mail-Anbieter haben es schon längst in ihre Apps für die Smartphones integriert und für die Verwendung im Browser gibt es eine entsprechende Erweiterung.

    Und noch etwas: Telefonie und Fax laufen mittlerweile via IP-Verbindungen und können genauso wie E-Mail ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von den Providern ausgelesen werden.

    Mein Fazit: Kommunikation sollte 2021 endlich durchgehend Ende zu Ende verschlüsselt werden müssen. Alles andere ist eine Datenschutz-Farce.

  9. chw9999 sagt:

    Bisserl OT: Meine Frau hat zum Monatswechsel den Job gewechselt. Auslandsfirma mit mehreren Filialen rund in Europa. Verträge und Dokumente werden im firmeninternen Netzwerkverkehr verschlüsselt versandt. Vertragsunterzeichnung fand online ebenso mit zugesandtem Schlüssel statt. Jetzt wollte man noch Kontodaten und sonstiges Kleinzeugs austauschen, aber da noch nicht offiziell in der Firma, auch noch kein verschlüsselter Zugang zum Netz… Früher konnte man per Fax im Inland Daten recht sicher austauschen (zumindest dachte ich das bisher). FAX im Ausland?
    „The GP contract states that GP Practices will no longer use facsimile (fax) machines for either NHS or patient communications by April. 2020. This best practice …“ Google „facimile fax great britain“.
    Gilt auch anderswo!
    Also Daten mit Passwort gezippt, in eine Mail gesteckt, und den Empfänger das Passwort auf einem zweiten Kanal (Telefon) mitgeteilt. So was geht aber natürlich nur, wenn man den Empfänger direkt benennen kann. Immerhin eine Alternative.

  10. Michael K. sagt:

    Ich halten das Ganze an den Haaren herbeigezogen. Nach der Argumentation der Landesdatenschutzbeauftragten kann bei einem klassischen Brief auch nicht automatisch davon ausgegangen werden, das nicht unterwegs die Vertraulichkeit im Rahmen eines Medienbruchs leidet. Gerade große Organisationen lassen ihre Briefe zentral öffnen, einscannen und via E-Mail-Anhang unverschlüsselt zustellen, oft bedient man sich dabei Drittanbietern. Auch gibt es zig Büroserviceanbieter, die Post einscannen und elektronisch weiterleiten, z. B. https://www.lipkow-bueroservice-berlin.de/sonderangebot.php oder http://www.a-bis-z-buero.de/domiziladresse/domiziladresse.php.

    • Henry Barson sagt:

      Das wäre dann Auftragsdatenverarbeitung für den Papiertiger Verfahrensverzeichnis.
      Solange es nur das BDSG gab und noch echte POTS war Fax komischerweise konform.
      Man will es nur noch weghaben, aber solange die meisten Branchen für die zwingende Schriftformerfordernis als einziges erlaubtes Medium nur das Fax erlauben, wird sich daran nicht viel ändern.
      Und nein E-Mail ist ebenso ein Dinosaurier und zudem asynchron, bspw. bei einer Bauverzugsmeldung durch eines der beteiligten Gewerke an den GU spielt das eine große finanzielle Rolle.

  11. Volker sagt:

    Die Ansprüche und Vorstellungen vieler Datenschutzbeauftragten, hier aus Bremen, sind einfach – wie soll man es ausdrücken – viel zu idealistisch, unverhältnismäßig und einfach insgesamt zu übertrieben. Also damit auch viel zu unpraktikabel.

    Das Fax steht (wie o.g.) in extra gesicherten Arbeitsbereichen oder bei den Mitarbeitern. Diese Bereiche sind im Allgemeinen gegen Fremdzugriff im normalen Rahmen gesichert. (Man lässt normalerweise ja die Kunden nicht überall rumlaufen) Email ist heute regulär transportverschlüsselt, selbst intern im Firmennetz und auch sogar beim Hausarzt. Selbst die Post wurde schon früher durch die Poststelle/Sekretariat (oder heute die DMS-Systeme wie o.g.) geöffnet. Die Mitarbeiter:innen sind und müssen grundsätzlich als vertrauenswürdig und verantwortungsvoll (genug) angesehen werden (insbesondere die den Postverkehr in der Organisation bearbeiten)
    Das ist und muss völlig ausreichend für die Sicherheit und Datenschutz auf dem Level des normalen Schriftverkehrs sein.
    Wo kämen wir hin, wenn wir jegliche Kommunikation, die vielleicht personenbezogene Inhalte hat, behandeln wie der z.B. PIN-Brief für die EC-(Maestro-)Karte.

  12. kg sagt:

    @Günter:
    Vielleicht etwas „off-topic“, aber zu
    „Ergo habe ich am Sonntag-Abend die Fax-Funktionen an meiner FRITZ!Box eingerichtet und einige Handstände gemacht, um das testen zu können. Montag Vormittag waren alle Klippen überwunden und die vielen Seiten Fax-Nachrichten trudelten ein…“
    hätte ich die Frage an Dich, was Du konkret gemacht bzw. wie Du Deine Fritz!Box letztlich konfiguriert hast, dass die FAX-Funktion nun bei Dir funktioniert.

    Ich hab das nämlich an meinem IP-basierten DSL-Anschluss bei der Telekom leider noch nicht hinbekommen. Faxe kommen nach dem Anklingeln bei mir weder an, noch gehen nach dem Anwählen einer externen FAX-Nummer durch mich welche raus. Egal, ob T.38 aktiviert ist oder nicht…

  13. Anonymous sagt:

    Ich finde es einfach wieder geil wie hier so oft in den Kommentaren die Datenschützer wieder platt gemacht werden. Die machen einfach nur ihren Job. Es gibt nun mal Vorgaben auf EU Ebene und die sind dann halt auch einzuhalten. Das sind Grundrechte die jede lebende sich in der EU aufhaltende Person hat. Wenn ihr der Meinung seid ihr braucht das nicht, ist das aber nicht relevant. Denn es gibt Leute die finden das relevant und die haben auch ein Recht darauf. Beschwert euch doch bitte bei eurer Regierung, der Datenschützer ist effektiv nur die Exekutive! Davon abgesehen wer möchte schon das seine Diagnosen abhanden kommen und beim zukünftigen Arbeitgeber auftauchen. So etwas kann ganz schnell Existenten vernichten. Je sensibler die Daten umso höher die Anforderungen an die Übermittlung und Speicherung der Daten. Uran darf man auch nicht in der Kühlbox transportieren.

    Mein Lieblingsargument ist auch: Der Datenschützer hat keine Alternative genannt. Mal Hand aufs Herz, wenn ich am Rad ohne ausreichende Beleuchtung habe, geht der Polizist auch nicht mir die Amazon Angebote durch.

    Insgesamt zeigen mir auch hier die Kommentare das der Datenschutz weder in der Gesellschaft noch in der IT angekommen ist. Immer heißt es das geht nicht, das ist übertriebn, das ist nicht umsetzbar. Dabei ist das alles Möglich man muss dann halt mal etwas mehr für die Ausstattung ausgeben!

  14. Fax sagt:

    Hallo von der Alster und Elbe,

    auch ein Grund gegen Fax, Zitat: …Der Versand von Arztbriefen mittels KIM
    (eArztbrief) wird deutlich besser vergütet als etwa der Briefversand per Fax.

    https://nord.medatixx.de/fileadmin/niederlassungen/nord/Kloenschnack/Kloenschnack_Niederlassung_Nord_Dez_2020.pdf

  15. Anonymous sagt:

    Find ich gut. Hoffentlich tu sich mal da ma was.
    Bei uns in der Firma bräuchten wir seit vielen Jahren kein Fax mehr.
    Manche Versicherung akzeptieren aber nur Fax, wegen der Unterschrift und so.
    Daher haben wir immer noch eins als Backup.

    Diese Versicherungen und andere die unbedingt ein Fax haben wollen, haben auch
    immer noch nicht kapiert das ein Fax nicht „echter“ ist als eine email mit einem eingescannen Dokument, zumal das Fax oft eh nix anderes ist (mail2fax).
    Und vermutlich landet das „Fax“ dann bei denen als fax2mail, LOL.

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