Mobiles Internet für’s iPad: Anbieterübersicht

Wer mit einem 3G iPad ausgestattet ist, kann über geeignete Mobilfunkanbieter über UTMS/HSDPA ins Internet gehen. Neben einem Mobilfunkvertrag mit Datentarif für Vielnutzer kommen dabei vor allem Prepaid Datentarife für Gelegenheitsanwender in Betracht. Der Beitrag skizziert einige Möglichkeiten und geht auch auf mobiles Internet im Ausland ein.


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Eigentlich braucht man ja nur eine MicroSIM-Karte eines Mobilfunkanbieters, um mit einem iPad 3G auch unterwegs (ohne WLAN) ins Internet zu kommen. Damit das Ganze nicht zur Kostenfalle wird, sollte man aber ein paar Sachen beachten.

Hinweis: Mit einem UMTS-Surfstick lässt sich ein Note- oder Netbook auf die gleiche Weise ins Internet bringen. Ähnliches gilt für SmartPhones oder UTMS-Handys. Die Ausführungen gelten daher auch für diese Gerätekategorien.

Für Vielsurfer mit Vertrag

Wer ständig unterwegs ist und einen mobilen Internetzugang benötigt, wird vermutlich mit einem Mobilfunkvertrag, der über einen Datentarif bzw. eine UTMS-Flatrate verfügt, am besten bedient sein. Neben den gängigen Mobilfunkanbietern sind entsprechende Tarife auch bei DSL-Anbietern wie 1&1 zu buchen.

Unter [1] lassen sich vom Anbieter 1&1 verschiedene 1&1 Notebook Flat-Datentarife mit oder ohne 24 Monate Laufzeit buchen. Bei Tarifen ohne Laufzeit fällt allerdings eine einmalige Einrichtungsgebühr an. Je nach gebuchtem Tarif wird die Geschwindigkeit ab einem monatlichen Datenvolumen von 1 oder 5 GByte von 7.200 kBit/s bzw. 14.400 kBit/s auf 64 kBit/s gedrosselt.

Mobilfunkanbieter wie Vodafone, O2 etc. bieten entsprechende Datenverträge (u. a. auch speziell für das iPad) an. Auch diesen Tarifen ist meist gemeinsam, dass zwar eine Mobile-Flat versprochen wird – also rund um die Uhr zum Festpreis ins Internet. Aber nach einem im Tarif inbegriffenen Datenvolumen (bei Vodafone z. B. 200 MB oder 3 GB) erfolgt eine Reduzierung auf 64 kBit/s. Hier empfiehlt sich ggf. die Recherche auf gängigen UTMS-Portalen [4, 5], um geeignete Anbieter herauszufinden.

Prepaid UMTS-Flatrates für Gelegenheitsnutzer

Wer nur gelegentlich mit dem iPad (oder anderen Geräten) ins Internet muss, wird mit Prepaid UMTS-Datentarifen besser bedient sein. Auch hier gibt es verschiedene Anbieter.

Von Vodafone gibt es bei UMTS-Tarife, die für 15 Minuten bis hin zu einer Tagesflat buchbar sind.  Persönlich empfinde ich die Vodafone-Tarife aber als recht hoch, so dass ich diese kaum nutze.

Ein für Gelegenheitssurfer interessantes Angebot kommt von Fonic [2]. Besitzer eines iPad können für 9,95 Euro (Stand Jan. 2011) eine SIM/MicroSIM-Karte mit Prepaid-Datentarif kaufen. Pro Tag (0-24 Uhr) fallen dabei nur 2,50 Euro an, wobei Fonic eine Kostenbegrenzung ab dem 10. Tag eingeführt hat. Damit kostet die UMTS-Internetflat im Monat faktisch nur 25 Euro. Allerdings wird die UMTS-Geschwindigkeit (bis 7,2 MBit/s) nach 500 MByte/Tag bzw. 5 GByte/Monat auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt. Eine Aufladung kann z. B. über Voucher oder per Bankeinzug erfolgen.

Wer andere Anbieter bevorzugt, findet unter [6, 9] eine Übersicht mit aktuellen Tarifen. Darüber hinaus gibt es immer wieder Sonderaktionen [8], wie z. B. der ProSieben Datentarif [7].

Netzclub.de: Kostenlos, aber werbefinanziert

Wer nur wenig Daten überträgt und ggf. nur im Notfall Online sein will (z. B. E-Mails checken), wird die obigen Datentarife kaum ausnutzen können. Durch Zufall bin ich auf ein ganz witziges Angebot gestoßen, welches der O2-Ableger Netzclub.de [12] bereitstellt. Wer bei Microsoft Windowslive.de [11] ein Konto besitzt, kann eine werbefinanzierte SIM-Karte beantragen.

Bei der Registrierung muss ein Hotmail- oder Windows Live-E-Mail-Konto angegeben werden. Netzclub.de stellt dabei eine SIM-Karte bereit, die durch geeignete Ausstanzungen auch in das MicroSIM-Format gebracht werden kann [13].

Das Geschäftsmodell das Anbieters O2 beruht darauf, dass der Kunde monatlich bis zu 30 Werbeinfos per SMS oder E-Mail erhält, auf die er reagieren kann. Dabei lassen sich die Werbethemen vom Kunden nach entsprechenden Interessen auswählen. Die Freischaltung der Karte erfolgt immer für 30 Tage. Reagiert der Kunde nicht auf die zusandte Werbung, deaktiviert O2 die SIM-Karte mit der betreffenden Mobilfunknummer. Auf Antrag bzw. nach Reagieren auf Werbe-SMS wird die SIM-Karte wieder für 30 Tage frei gegeben.

Im Vertrag sind 200 MByte Datenvolumen mit UMTS-Geschwindigkeit frei, danach wird die Übertragungsrate auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt. Um lediglich ein paar E-Mails zu checken oder mal kurz etwas im Internet zu recherchieren, sollte dies allemal ausreichen. Zudem lässt sich die SIM-Karte auch mit Guthaben über Voucher oder Bankeinzug aufladen, um dann zum Telefonieren genutzt zu werden. Details lassen sich auf der Anbieterseite [12] nachlesen.

Hinweis: Die AGBs des Anbieters sehen den Tarif für Smartphones und Handys, nicht aber für Note- und Netbooks vor. Allerdings frage ich mich, wie O2 dies kontrollieren möchte. Wer die SIM-Karte gelegentlich in ein Handy oder SmartPhone einlegt und die SMS mit Werbung kontrolliert, kann das Konto ja jederzeit für weitere 30 Tage freischalten.  Meine Presseanfrage an den Netzclub.de ergab da keine Klärung (man schlug mir vor, die SIM-Karte für’s iPad zu bestellen, da ein entsprechendes Angebot für iPad-Nutzer nicht geplant sei). Ich habe mir daher zum Testen eine solche SIM-Karte zugelegt und werde ggf. bei Gelegenheit mal über die entsprechenden Erfahrungen bloggen. Zumindest hat das iPad die MicroSIM sofort erkannt und eingerichtet – und der Internetzugang funktioniert.

Auslands-Tarife, Roaming Prepaid

Wer ins Ausland reist (Urlaub, Geschäftsreise) sieht sich häufig mit extrem teuren Roaming-Tarifen lokaler Mobilfunkanbieter konfrontiert. Unter [16] findet sich eine kurze Abhandlung mit Hinweisen auf Auslandstarife deutscher Mobilfunkanbieter.

Bei längeren Auslandaufenthalten kann allerdings der Kauf einer Prepaid-SIM-Karte mit entsprechendem Datentarif eine bessere Wahl sein. Unter [17, 18] finden sich zwei Portalseiten der Boersenreport.de AG, die sich mit der Thematik befassen. Unter [18] können entsprechende Prepaid-Karten bestellt werden. Interessant finde ich, dass dort auch Kundenmeinungen zu den einzelnen Angeboten abgerufen werden können.

[Nachtrag: Unter [22] findet sich ein schöner Bericht bei heise.de, der sich mit Roaming im Ausland befasst. Vielleicht hilft dieser bei der Entscheidungsfindung.]

UMTS-Abdeckung: Große weiße Flecken

An dieser Stelle noch ein paar Hinweise zum Thema UMTS-Abdeckung. Internet per GPRS macht wenig Spass – das von den meisten Anbietern beworbene EDGE mit bis zu 200 kBit/s hört sich zwar gut an. Aber in der Praxis erweist sich die Steigerung der Datengeschwindigkeit bei EDGE gegenüber den ca. 54 kBit/s bei GPRS doch nicht als sonderlich berauschend (jedenfalls nicht, wenn man UMTS/HSDPA als Vergleich anlegt). Was bei reinem HTML-Code von Webseiten Geschwindigkeitsvorteile bringt, artet bei komprimiertem Datenmaterial (JPEG-Bilder in Webseiten, MP3-Musikdateien, Videodateien etc.) zum “World Wide Wait”-Erlebnis aus.

Für den praktischen Einsatz interessiert daher, ob und wo UMTS/HSDPA-Geschwindigkeit mit iPad (und/oder UMTS-Surfstick) verfügbar ist. Interessierte Nutzer können für die verschiedenen Mobilfunknetze (D1, D2 etc.) die UMTS-Abdeckung abfragen [14, 15]. Allerdings muss ich feststellen, dass Gebiete mit guter Breitband-DSL-Abdeckung (also Ballungszentren) auch vernünftig mit UMTS/HSDPA versorgt sind. In ländlichen Regionen sieht es dagegen dünner aus (die digitalen “Breitband-Habenichtse” gehen leider auch Ende 2010 leer aus).

Anmerkung: Mit dem iPad kann ich noch über wenig praktische Erfahrungen berichten. An meinem Wohnort ist eine gute UMTS-Abdeckung gegeben. Anders sehen aber meine mit einem UMTS-Stick und einem Netbook gemachten Erfahrungen  aus. Urlaub 2008 in Immenstaad am Bodensee – gerade mal GPRS-Geschwindigkeit und extrem hohe Latenzeiten im Fonic-Netz. Urlaub 2009 in Born auf dem Darß – gerade mal GPRS-Abdeckung, wenn ein USB-Verlängerungskabel für den UMTS-Stick verwendet wurde (Test mit Vodafone- und O2-Netz). Besuch bei Verwandten in der Eifel (2010) – gerade mal GPRS-/EDGE-Abdeckung im Netz von O2 und Vodafone sowie D1. Daher gehörte in meinen bisherigen Urlauben die Suche nach einem Hotspot mit WLAN dazu. Nicht selten endete dies dann bei irgend einer Mc Donald-Filiale, um dort das Angebot zum kostenlosen Surfen für eine Stunde per WLAN als Notnagel zu nutzen und größere Datenmengen herunterzuladen.

Bei diesen Gelegenheiten ist mir so richtig klar geworden, dass Breitband-Internet (UMTS, DSL) zwischenzeitlich ein Wettbewerbsfaktor ist und die ländlichen Gebiete da ziemlich alt aussehen. Ich bin jetzt mal gespannt, wie die “vollmundigen Versprechen” der Telekom zur Versorgung der “weißen Flecken” hinsichtlich der Breitband-Internetabdeckung in 2011 umgesetzt werden.

Kein G3-iPhone vorhanden?

Wer die gut 100 Euro Aufpreis für das G3-Modul beim iPad gescheut hat, muss für eine mobile Internetanbindung zu einigen technischen Tricks greifen. Glücklich sind die Nutzer, die ein UTMS-Handy mit WLAN-Bereitstellung (Tethering) ihr eigen nennen. Über den WLAN-Anschluss kann das iPad den Internetzugang des Handys mit verwenden.

Die Alternative stellen sogenannte UTMS-WLAN-Router dar, die von diversen Anbietern wie O2, Vodafone etc. verfügbar sind [19, 20]. Mit einer eingelegten SIM-Karte können diese über UMTS Verbindung zum Internet aufnehmen und anderen Geräten den Internetzugang per WLAN bereitstellen.


Huawei E5 UMTS-Modem
(Amazon)

Wie sich ein Netbook mit UMTS-Stick und Windows 7 ggf. zum WLAN-Hotspot mit Thethering ausbauen lässt, werde ich ggf. in einem separaten Blog-Beitrag beschreiben.

Weiterführende Links:
1: Notebook-Flat
2: Fonic-Angebot
3: www.umtsdatentarife.de
4: http://www.hsdpa-hsupa.de/gesamtuebersicht
5: http://www.hsdpa-hsupa.de/umts-flatrate-hsdpa-umts-vergleich
6: http://www.hsdpa-hsupa.de/prepaid-datentarif-umts-ohne-vertrag
7: http://www.prosieben.de/stick/tarife-preise/
8: http://www.prepaid-umts-flatrates.de/
9: http://mobil-surfen.eu/datentarife/prepaid-umts-flatrate
10: Blau-Prepaid
11: www.windowslive.de/
12: Netzclub.de
13: MicroSIM-Karte für’s iPad 3G
14: www.umts-netzabdeckung.de
15: —
16: www.umtsdatentarife.de/internet-stick/ausland.html
17: www.internet-ausland.de
18: www.prepaid-global.de
19: O2 Huawei E5-UMTS-Hotspot
20: Vodafone UTMS-Router
21: UMTS-Anbieter Spanien
22: heise.de-Artikel zum Roaming im Ausland

Ähnliche Artikel:
a: MicroSIM-Karte für’s iPad 3G
b: Pleite durch Prepaid-Karten?
c: Neuer Fonic Tarif für Smartphones


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5 Kommentare zu Mobiles Internet für’s iPad: Anbieterübersicht

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  3. Ulrich sagt:

    Falls nur ein WiFi iPad hat und noch eine (neuere) FritzBox im Regal liegen hat kann man auch diese zu einem WLAN-Hotspot machen.
    Ich wollte mit iPad und Notebook im Urlaub online gehen und habe an eine 7270 den Surtstick von Fonic gesteckt, Guthaben aufgeladen und schon waren wir auch in der Ferienwohnung online.

  4. et sagt:

    Guten Abend, vielen Dank erstmal für die Beantwortung meiner 1. Frage in einer anderen Rubrik… Habe nun mal die Internetseite von „netzclub“ durchgelesen… Am Ende muss man nochfolgendes anhaken (Zitat): “ Ich willige ein, dass meine Verkehrsdaten (Nummer der beteiligten Anschlüsse, genutzte Telekommunikations-dienste, Datenvolumen, Standorte) gemäß den gesetzlichen Bestimmungen zum Zweck der Vermarktung und zur bedarfsgerechten Gestaltung von Telekommunikations- und Telemediendiensten von Telefónica Germany für einen Zeitraum von max. 6 Monaten verwendet werden.“
    Heißt dies, dass die Firma alle Daten – walso mit wem ich telefoniere, welche web-seiten ich besuche und wo ich gerade bin speichern und für Werbezwecke individuell auswerten und nutzen darf? Freundlichste Grüße, et!

    • Günter Born sagt:

      @et: Keine Ahnung, wie weit das geht. Inhalte von Telefonaten wird man aus Datenschutzgründen wohl nicht aufzeichen – SMS und Telefonnummern der Angerufenen sind alleine aus Abrechnungs- und Datenvoratshaltungsgründen zu speichern. Besuchte Webseiten werden sicherlich getrackt, um ggf. Werbung zusenden zu können. Allerdings kann ich mich mit dem Testaccount nicht erinnern, da zielgerichtete Werbung bekommen zu haben. Und unter diesem Gesichtspunkt dürftest Du niemals Google nutzen, in irgend einem sozialen Netzwerk unterwegs sein, kein Smartphone und auch kein Telefon nutzen (denn die letztgenannten speichern ebenfalls zahlreiche Verkehrsdaten). Die Entscheidung liegt bei dir – aber schau dir die Klauseln bei anderen Mobilfunkanbietern auch mal an (Telefonica is Fonic, Netzclub, O2 …).

      Nachtrag: Bei MobiFlip.de gibt es momentan diese Übersicht zu Gratis-SIM-Karten (Prepaid). Einfach mal die Konditionen vergleichen.

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