Windows 8 To Go-Probleme bei USB-Sticks – I

Windows 8 wird in der Enterprise-Variante das Feature Windows To Go unterstützen. Damit ließe sich Windows 8 quasi zum Mitnehmen auf einem USB-Stick installieren – so die Vorstellung. Momentan schießen daher auch die Webartikel mit Bastelanleitungen für Windows To Go wie Pilze aus dem Boden. Da es immer wieder Probleme und Missverständnisse beim Thema Windows 8 auf USB-Stick gibt, möchte ich in diesem Blog-Beitrag einen Blick auf die Hintergründe werfen. In Teil 1 wird nochmals kurz skizziert, wie man Windows To Go erzeugt. In Teil 2 dreht es sich um die Frage: Welcher USB-Stick wird gebraucht, damit das Ganze überhaupt funktionieren kann?


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Hier im Blog habe ich mich ja bereits häufiger mit dem Thema Windows To Go befasst und gezeigt, wie man sich eine solche Installation “stricken” kann (siehe unter “Ähnliche Artikel” [a, b]). Zwischenzeitlich habe ich aber einige neue Erkenntnisse gewonnen und möchte nachfolgend skizzieren, wie man sich ein Windows To Go der Consumer Preview schnitzt.

Portable Workspace Creator in der CP nachrüsten

In der Final der Enterprise-Edition von Windows 8 wird Microsoft ein Tool (vermutlich) mit dem Namen “Portable Workspace Creator” mitliefern. Wer Zugriff auf die M2 (Build 7989) oder andere Interims-Builds von Microsoft hatte, konnte das betreffende Tool ausprobieren. In der Consumer Preview ist aber der Portable Workspace Creator nicht enthalten.

Ich habe daher die Installation einer alten M2-Build gebootet, den Portable Workspace Creator gestartet und dann mittels der Windows 8 Consumer Preview ISO eine Windows To Go-Installation gestartet. Komfortabler wäre es natürlich, wenn der Portable Workspace Creator direkt unter der Consumer Preview liefe …

Lange Zeit glaubte ich aber, dass sich das Tool nicht in der Consumer Preview verwenden lässt. Ich hatte die Dateien pwcreator.exe und pwlauncher.dll bei einem Kurztest aus einer M2-Installation nach Windows 8 CP kopiert und konnte die .exe-Datei auch aufrufen. Aber dann tat sich nichts mehr. Auch der Versuch, die virtuelle Disk mit der M2-Installation in eine virtuelle Maschine mit der Windows 8 CP als zweites Laufwerk einzubinden und dann die pwcreator.exe per Doppelklick zu starten, endete mit dem gleichen Ergebnis.

Dank eines kleinen Tipps habe ich aber doch einen Weg gefunden, den Portable Workspace Creator in der Consumer Preview von Windows 8 nachzurüsten.

  • Man muss in den Windows-Ordner system32 in eine Build gehen, die den Portable Workspace Creator enthält (z. B. M2). Dort sind die beiden Dateien pwcreator.exe und pwlauncher.dll in einen beliebigen Ordner der Windows 8 Consumer Preview zu kopieren (ich habe im Ordner Downloads einen Unterordner PWCreator angelegt).
  • Dann legt man einen Unterordner en-US im Zielverzeichnis zur Aufnahme der MUI-Dateien an. Anschließend startet man im Windows-Ordner des Quellmediums (Systemlaufwerk der M2-Build) eine Suche nach “pwcr*.*”. Die gefundene Datei pwcreator.exe.mui ist dann in den Zielordner in das Unterverzeichnis en-US zu kopieren.
  • Danach suchen Sie im Windows-Verzeichnis nach der Datei pwlauncher.dll.mui und kopieren die gefundene Datei pwlauncher.dll.mui in das Unterverzeichnis en-US des Zielordners.

Sobald diese vier Dateien vorliegen, sollte sich die pwcreator.exe per Doppelklick starten lassen. Nach Bestätigung der Benutzerkontensteuerung müsste das hier gezeigte Dialogfeld des Assistenten erscheinen.

Der Assistent führt den Benutzer dann durch die Schritte zum Erzeugen einer Windows To Go-Installation.

Tipps: Wichtig ist natürlich, dass die Windows 8 CP-Version zur Windows-Version passt, aus der der PWcreator herauskopiert wird. Also: Wurde eine 64 Bit M2 benutzt, muss der PWcreator auch auf einer 64-Bit-Windows 8 Consumer Preview eingesetzt werden.

Natürlich werden die meisten Leser dieses Blogs keinen Zugriff auf die M2 von Windows 8 haben. Eine Anfrage in einer Suchmaschine fördert aber Seiten mit Anleitungen wie unter [2] zu Tage, die die Schritte zum Erzeugen der Win To Go-Variante mit dem PWcreator skizzieren. Mit ein wenig Glück findet man dort auch einen Link zum Download der benötigten Dateien.

Windows To Go manuell mit Bordmitteln erstellen

Wer den Portable Workspace Creator nicht verwenden möchte oder diesen nicht verfügbar hat, kann sich eine To Go-Installation auch selbst stricken. Unter [b] hatte ich dazu noch das Tool imagex aus dem WAIK verwendet. Eigentlich zu viel Aufwand, das fette WAIK herunterzuladen, nur um dann imagex herauszulösen und anzuwenden. Aber es gibt eine einfachere Lösung mittels des Kommandozeilentools dism.exe. Sie können die folgende Anweisung:

dism /apply-image /imagefile:I:\sources\install.wim /index:1 /applydir:H:\

im Fenster einer administrativen Eingabeaufforderung eingeben.

Diese bewirkt, dass die unter I:\ geladene Windows 8-Setup-DVD als Quelle verwendet und die Installationsdateien aus der install.wim auf das Zielmedium (hier H:\) geschrieben werden.

Anschließend lässt sich das Medium mit dem folgenden, in der administrativen Eingabeaufforderung eingegebenen, Befehl bootfähig machen:

H:\Windows\System32\bcdboot H:\Windows /f ALL /s H:

Der Parameter /f ALL signalisiert, dass die Boot-Komponenten sowohl für UEFI als auch für BIOS zu übertragen sind. Im aktuellen Beispiel habe ich ausschließlich das Laufwerk H:\ als Zielmedium angegeben. Es kann aber sein, dass das Ergebnis kein funktionsfähiges System ergibt. Soll der USB-Stick mit dem Portable Workspace Creator-Ergebnis kompatibel sein, müssen zwei Partitionen, eine 350 MByte System-reserviert, und eine zweite Systempartition von mind. 16 GByte vorhanden sein. Dann wird mit dism.exe die install.wim auf die 16 GByte Systempartition geschrieben, während bcdboot die Bootdateien auf die erste Partition System-reserviert schreibt. Weiterhin kann auf dem Datenträger noch eine unattend.xml sowie eine san_policy.xml im Hauptverzeichnis abgelegt werden. Diese Dateien werden beim ersten Start der Windows 8 To Go-Version zur Konfigurierung benutzt.

Während der Portable Workspace Creator die notwendigen Vorkehrungen durchführt, müssen Sie die Dateien bei der “zu Fuß-Methode” selbst erstellen und kopieren. Zwischenzeitlich ist im Microsoft Technet Wiki der unter [1] verlinkte Artikel online. Dieser beschreibt dediziert die erforderlichen Schritte und gibt auch Hinweise zur Auswahl und Partitionierung des USB-Sticks sowie zum Aufbau der XML-Dateien. Denn der richtigen Auswahl des Mediums kommt eine große Bedeutung zu – aber darauf gehe ich in Teil 2 ein.

Windows 8 To Go-Probleme bei USB-Sticks – Teil I
Windows 8 To Go-Probleme bei USB-Sticks – Teil II

Ähnliche Artikel:
a: Windows 8 CP To Go im Eigenbau
b: Windows 8 To Go auf 16 GByte USB-Stick erstellen
c: Dual-Boot für Windows 8 To Go
d: Windows 8 To Go und USB 3.0-Sticks – Teil I
e: Windows 8 To Go und USB 3.0-Sticks – Teil II
f: Windows 8 to go “Developer Preview” selbst gemacht

Links:
1: Windows To Go Step by Step (Technet Artikel)
2: How to create a Windows To Go bootable usb with Windows8 CP
3: Diskussion im MyDigitalLife-Forum
4: SanPolicy (Technet)


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Weitere Infos zu Windows 7:

(c) by Günter Born www.borncity.de
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Ein Kommentar zu Windows 8 To Go-Probleme bei USB-Sticks – I

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