Windows 8: Komponentenstore reparieren

Unter Windows 8/8.1/10 gibt es immer wieder die Situation, dass bestimmte Funktionen nicht mehr klappen. Da fehlt der Store oder es gibt mit Updates Probleme und und und. Dann stellt sich die Frage, wie man Windows 8 reparieren kann. Die Ausführungen gelten auch für Windows 8.1 (und höher), auch wenn im Artikel von “Windows 8” gesprochen wird.


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Die profunde Methode besteht natürlich darin, Windows aufzufrischen. Dann verliert man aber die installierten Programme und muss einiges nacharbeiten (auf die Feinheiten des Auffrischens mit Berücksichtigung benutzerdefinierbare Wiederherstellungsabbilder möchte ich hier nicht eingehen). Also müssen alternative Methoden her, denn ein Auffrischen ist ja als letzte Möglichkeit immer noch möglich.

Systemdateiprüfung um beschädigte Dateien zu finden

Die erste Maßnahme besteht darin, das System auf beschädigte Systemdateien zu prüfen. Öffnen Sie das Fenster einer administrativen Eingabeaufforderung (z.B. Windows+X drücken und Eingabeaufforderung (Administrator) wählen) und geben Sie den Befehl:

sfc /scannow

ein. Drücken Sie die Eingabetaste und warten Sie, bis die Prüfung abgeschlossen ist. Werden beschädigte Dateien gefunden, kann die Systemdateiprüfung diese u.U. reparieren. Wie man beschädigte Dateien manuell wiederherstellt, habe ich unter [2] für Windows 7 beschrieben. Gelingt dies nicht, bleibt immer noch ein Auffrischen von Windows.

Tipp: Hinweise zum Reagieren auf beschädigte Systemdateien finden sich im Beitrag System auf beschädigte Systemdateien prüfen (bezieht sich auf Windows 7, gilt aber auch für Windows 8). Bei Dualboot-Systemen mit Windows 8 und älteren Windows-Versionen gibt es übrigens noch eine Falle. Auf der älteren Windows-Installation laufende Virenscanner sind u.U. nicht mehr aktuell und können beim Scan der Windows 8-Systempartition das System eventuell beschädigen. Daher die Virenscanner so konfigurieren, dass die Windows 8-Systempartition niemals gescannt wird!

Windows Pakete überprüfen und reparieren

Gelegentlich sind auch defekte Pakete (ein Manifest fehlt oder ein Security Catalog ist beschädigt) der Grund, warum sich bestimmte Windows-Funktionen (z.B. Updates) nicht mehr aufrufen lassen. Unter Windows 7 kam häufig das System Update Readyness Tool checksur zum Einsatz. Unter Windows 8 ist das Tool mehr oder weniger in Rente geschickt worden, denn Microsoft hat einen viel besseren Ersatz geschaffen. Der Blog-Beitrag unter [4] weist auf den Sachverhalt hin.

Öffnen Sie das Fenster der administrativen Eingabeaufforderung, lässt sich mit dem DISM-Befehl die Integrität des Komponentenspeichers (Component Store) überprüfen. Der Befehl:

Dism /Online /Cleanup-Image /ScanHealth

überprüft den Komponentenspeicher auf Beschädigungen, repariert aber nichts. Der Vorgang kann einige Minuten dauern. Anschließend verwenden Sie den folgenden Befehl:

Dism /Online /Cleanup-Image /CheckHealth


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um zu überprüfen, ob Beschädigungen am Image des Component Store erkannt wurden. Der Befehl prüft nur einen Registrierungseintrag und meldet nicht nur gefundene Beschädigungen, sondern auch, ob die beschädigten Komponenten repariert werden können. Die Anweisung:

Dism /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth

versucht die defekten Pakete mit internen Methoden zu reparieren. Mit dem Befehl:

Dism /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth /Source:c:\test\mount\windows /LimitAccess

reparieren Sie ebenfalls beschädigte Pakete, wobei der Parameter /Source den Pfad zum Windows-Abbild angibt. Sie können z.B. eine Setup-DVD als Quelle verwenden und den Pfad sources angeben (dort findet sich die install.wim). Die Option /LimitAccess ist nur dann erforderlich, wenn ein WSUS-Server zum Verteilen von Updates verwendet wird. Dieser würde unter Umständen die Reparatur der Pakete blockieren. Durch die Option deaktiviert DISM während der Reparatur die Zugriffe auf WSUS. Eine Reparatur des Komponentenspeichers kann gut und gerne 10 bis 15 Minuten dauern. Hinweise zu den Befehlen finden Sie unter [5].

Die Reparaturanweisungen lassen sich auch als PowerShell-Cmdlets ausführen:

Repair-WindowsImage -Online –CheckHealth

Einige Hinweise finden sich unter [4].

Protokollierung der Ergebnisse

Automatische Reparaturen sind schön und gut – wenn sie denn funktionieren und alle Fehler beheben können. Manchmal haut das aber nicht so ganz hin. Abschließend daher noch ein paar Bemerkungen zur Protokollierung.

  • /ScanHealth: Führen Sie DISM mit der Option aus, werden der Komponentenspeicher auf Beschädigung überprüft und die Fehler in der Protokolldatei C:\Windows\Logs\CBS\CBS.log gespeichert.
  • /RestoreHealth: Bei diesem Befehl erfolgt eine Reparatur des Komponentenspeicher, wobei ebenfalls alle beschädigten Pakete in der Protokolldatei C:\Windows\Logs\CBS\CBS.log eingetragen werden.

Man kann also im Anschluss an die Prüfung oder Reparatur im Explorer zum Ordner  C:\Windows\Logs\CBS\ navigieren und die Datei CBS.log zum Desktop kopieren. Durch diesen Vorgang werden die Zugriffsberechtigungen so angepasst, dass sich die Protokolldatei von jedem Benutzer im Windows-Editor Notepad öffnen und ansehen lässt.

Finden sich dort nicht reparierbare Pakete? Unter [3] habe ich mal für Windows 7 beschrieben, wie sich diese ggf. ersetzen lassen. Falls das nicht hilft, bleibt nur noch ein Auffrischen von Windows 8 übrig.

Ähnliche Artikel:
1: Windows 8: Administrative Eingabeaufforderung aufrufen
2: System auf beschädigte Systemdateien prüfen
3: Win 7: Defekte Packages-Dateien reparieren
4: Fixing Component Store Corruption in Win 8
5: Reparieren eines Windows-Images Technet-Artikel
6: Windows 8: Store verschwunden
7: Windows 8: App-Update Error 0x80073cf0


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32 Kommentare zu Windows 8: Komponentenstore reparieren

  1. Stephan sagt:

    Guter Beitrag.

    mfg

    sg

  2. Pingback: Samsung Ultrabook serie 9 recovery ??

  3. Günter Born sagt:

    Nachträge: Die obigen Ausführungen gelten natürlich auch für Windows 8.1, Windows 8.1 Update und Windows Server 2012 R2.

    Von Microsoft gibt es noch einen Technet-Blog-Beitrag Fixing component store corruption in Windows 8 and Windows Server 2012, der die Zusammenhänge und die Wirkung der Befehle erklärt. Letztendlich ist nur der Befehl:

    DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth

    für die Reparatur verantwortlich.

  4. Herr Born kennt sich aus!
    Nach diesem tollen Beitrag hat das Windows 8.1 Update endlich geklappt!

  5. Pingback: Installation: Win 8.1 Fehler 1402 bei Programminstallation

  6. Pingback: Probleme mit Windows Updates unter Windows 8.1 - Seite 2

  7. Klaus Pit sagt:

    Guten Tag,
    auf meinem BS hatte ich im Modul – Windows-Features eine interessante Rückmeldung: referenzierte Assembly konnte nicht gefunden werden, Code 0x80073701. Das Problem kann auch beim “Windows Update ” auftreten. Wie
    würden Sie vorgehen, um den DLL-Pool wieder mit der Assembly zu verknüpfen.
    Ich selbst habe aufgefrischt, aber der Fehler als solcher würde mich interessieren.

    Gruß Pit

    • Günter Born sagt:

      @Klaus: Ganz ehrlich – ich würde mein Backup einspielen, oder falls dieses nicht vorliegt, auffrischen. Man kann die CBS.log auswerten, in der Hoffnung, die fehlende Datei zu finden. Es gibt einen Blog-Beitrag, der dann (für Windows 7 SP 1) beschreibt, wie man fehlende Dateien restauriert. Möglicherweise hilft auch mein Blog-Beitrag zur Deinstallation von kaputten Updates mittels DISM – bin aber nicht sicher. Meist ist der Aufwand die Sache nicht wert, da man oft genug doch beim Auffrischen landet (wobei ich von solchen Sachen bei meinen Testsystemen bisher verschont geblieben bin).

  8. Pingback: Benutzeranmeldung gescheitert: Fehlende Verbindung zum Gruppenrichtlinienclient | PC-Hilfe vom PC-Meister mit Support FAQs

  9. Pingback: Anonymous

  10. Pingback: Windows 7 nicht richtig runtergefahren und die Folgen

  11. Florian Ipukaij sagt:

    Grüße,

    Ein sehr toller, und ausführlicher beitrag.

    kompetenz spricht sich bei günther ;> !

    Hat mir gut geholfen

    Ich danke sehr.

    freundlichen gruß

    Florian.

  12. Dennis sagt:

    Hallo,
    ich habe vor längerer Zeit das Anmelden in Windows mit dem vierstelligen PIN Code Aktiviert, was auch bis gestern hervorragend funktionierte.
    Nachdem ich gestern den PIN Code ändern wollte, hat sich dies PIN Funktion sofort deaktiviert und ich kann mich wieder nur mit dem herkömmlichen Passwort anmelden.
    Beim versuch die PIN Eingabefunktion in den PC Einstellungen wieder zu aktivieren, kommt nach dem Klick auf die PIN Schaltfläche nur der pulsierende Kreis (Sanduhr), der PC geht dabei teilweise auf 100% Systemauslastung.
    Ich muss ihn dann neu Starten, damit dann wieder ein normales Arbeiten möglich ist.
    Ich möchte eine Systemwiederherstellung vermeiden.

    Gibt es eine Lösung für dieses Problem?

    mfG Dennis

    • Günter Born sagt:

      Keine Ahnung – aber wenn ich mich richtig erinnere, ging es im obigen Beitrag weniger um die Reparatur der PIN-Funktion, sondern um sfc und DISM zur Prüfung auf beschädigte Dateien und Reparatur des Komponentenstore. Ich kann da nicht erkennen, wie deine Frage mit diesem Artikel zusammen hängt. Informationen über die Ergebnisse von sfc und DISM lese ich auch keine. Fehlanzeige auch bei Informationen über die verwendete Windows-Version, Fremd-Internet-Security Suites und so weiter. Da wäre die Frage imho besser in einem Forum aufgehoben.

  13. EinGeupdateterUser sagt:

    Vielen Dank für den informativen und gut verständlichen Artikel. Nach DISM konnte ich endlich das grooooße Update (und weitere) installieren.

  14. Pingback: Fehler 0x80070643

  15. Pingback: Klicken funktioniert teilweise nicht

  16. Nathalie sagt:

    Beim Udpaten von Win 10:
    Update für Windows 10 für x64-Systeme (KB3081449) schlug fehl mit
    Fehlercode: 0x80073712
    Die oben genannten Lösungen mit sfc bzw DISM haben leider nicht funktioniert.
    DISM meldet dabei: Fehler:14098 Der Komponentenspeicher wurde beschädigt.

    Was kann ich tun?

  17. Pingback: Frage: Windows Hostprozess (Rundll32) funktioniert nicht mehr

  18. Pingback: Ereignis 69, AppModel-Runtime

  19. Pingback: Pc Problem nach Neustart

  20. Sehr schöner Beitrag, den ich sogar als nicht gerade Experte in Sachen Windows verstehen konnte. Leider stimmen die DISM Befehle für Windows 10 nicht alle, die für Windows 8 noch gelten. Wenn ich diese nämlich wie beschrieben eingebe, so bekomme ich den Fehler 87 und eine Meldung, dass der Befehl nicht exisitiert. Bei dem Aufruf der Hilfefunktion, währenddessen eine Liste der gültigen Syntaxbefehle ausgegeben wird, sind der “Cleanup-Image” und “RestoreHealth” Befehl auch gar nicht aufgeführt.
    Gibt es dazu Alternativen, was das Überprüfen und wiederherstellen entsprechender Daten betrifft?

  21. Pingback: Windows Update Probleme

  22. Pingback: Anonymous

  23. Bennet sagt:

    Mein Windows-Store-Apps aus Win10 funktionieren nicht mehr wegen der Meldung “Remoteprozeduraufruf fehlgeschlagen”. Als ich letztens ein Video abspielen wollte, kam diese Meldung. Auch das Store selbst ist defekt. Funktioniert die Problembehandlung hier auch? Ich hatte die Remotedesktopfunktion aktiviert, sie letztens, als der Fehler auftritt, wieder deaktiviert.

  24. Olaf Garmatz sagt:

    Schade Schade. DISM und sfc haben bei meinem Rechner (W10 64bit) leider nichts gebracht. Was könnte ich noch tun?

    • Hm, so einfach die Frage “Was könnte ich noch tun?” hier rein gekippt, ohne Hinweis, was denn klemmt, dürfte nicht sonderlich zielführend sein. Die einzige Antwort, die ich dann geben kann: Windows 8 zurücksetzen – sollte helfen.

  25. Espana sagt:

    Hallo,
    leider hat das alles nichts gebracht Medienwiedergabe freigabe- Heimnetz geht nicht.
    Habe alle abgearbeitet vom 1. Post, findet keine Fehler

    Gruß
    Espana

  26. Gert Lieblein sagt:

    Danke für die gute Information, der Rechner findet wieder Updates.Vor der Reparatur die Anzeige ,Rechner ist auf dem neusten Stand, keine Updates. Nach Reparatur gleich 2 gefunden.

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