6. Fazit und Erfahrungen (mit Virtualisierungslösungen)

In den vorherigen Beiträgen wurden verschiedene Virtualisierungslösungen für Windows 7 vorgestellt. Nun ist es Zeit, für ein kleines Fazit und eine Zusammenfassung meiner persönlichen Erfahrungen.


Anzeige

In den vorherigen Abschnitten wurde gezeigt, dass es für Windows 7 verschiedene kostenlose Virtualisierungslösungen gibt. Wer mit einem Prozessor ab 2 GHz Geschwindigkeit (ggf. Dual- oder Quad-Core) und mindestens 2 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet ist, kann mir diesen Virtualisierungslösungen ganz gut leben und diverse Gastbetriebssysteme testen.

Persönliche Erfahrungen

VMware Workstation setze ich seit 2001 unter Windows XP, Vista und 7 (und früher teilweise unter SuSE Linux) ein. Seit dem Erscheinen von Windows Vista bin ich allerdings auf VMware Server 1.x gewechselt, da mir die ständigen Upgrades auf die Dauer zu teuer wurden. Seit dem Erscheinen des VMware Player 3.0 setze ich allerdings auf diese Lösung. Mit VirtualBox arbeite ich seit die 1.x-Version verfügbar war.

Microsoft Virtual PC 2007 kam bei mir nie über kurze Testeinsätze hinaus. Diese Lösung weist einfach zu viele Einschränkungen auf. Windows Virtual PC habe ich hier ebenfalls unter einer 32 Bit Windows 7 Home Premium und einer 64 Bit Ultimate-Version installiert. Unter Windows 7 Home Premium kann VPC nicht überzeugen, da die Bedienung in meinen Augen zu kompliziert ist und nicht wirkliche Freiheiten bezüglich des Gastsystems geboten werden. Aero habe ich wegen der emulierten Grafikkarte nicht zum Laufen gebracht und 64 Bit Gast-Betriebssysteme werden ebenfalls nicht unterstützt. Lukrativ erscheint der Rückgängig-Datenträger-Modus, der bei mir aber so langsam war, dass ich den Task abbrechen musste. Richtig nett ist aber unter Windows 7 Ultimate die Möglichkeit, aus dem Download einer .vhd-Datei auf den Windows XP-Mode zuzugreifen. Damit steht sofort ein Windows XP Professional zur Verfügung, auf der sich alte Anwendungen testen lassen. Auch der Wiederherstellungsmodus von VPC kommt Leuten mit Neigung zu Experimenten entgegen.

Im mehrjährigen praktischen Einsatz haben sich bei mir zwischenzeitlich VirtualBox 3.x und der VMware Player 3 als die einzusetzenden Favoriten herauskristallisiert. Beide Produkte benötigen keine CPUs mit Virtualisierungsunterstützung und sind für private Anwender kostenlos einsetzbar. Von VMware gibt es zudem noch den kostenlosen und mehr Funktionen umfassenden VMware Server 1.x zur Virtualisierung. Vorteil ist hier, dass mehrere virtuelle Maschinen nebeneinander laufen können und auch Schnappschüsse von Gast-Betriebssystemen unterstützt werden. Allerdings gibt es keine Aero-Unterstützung.

Vorteil von VirtualBox 3.0 gegenüber dem VMware Player 3 ist dabei der Umfang des Download-Pakets, welches mit ca. 70 Mbyte daherkommt. Beim VMware Player 3 ist das Paket ca. 500 Mbyte groß. Subjektiv hatte ich auch den Eindruck, dass der Ressourcenverbrauch bei VirtualBox geringer ist, so dass für das Gastbetriebssytem u. U. mehr Rechenleistung und Arbeitsspeicher bereitsteht. VirtualBox kann auch Schnappschüsse anfertigen, um Gastbetriebssysteme zurücksetzen zu können. Allerdings unterstützt VirtualBox bisher kein Aero.

Der VMware Player 3.0 kann aber neben der Aero-Unterstützung auch mit einer besseren Einbindung von Netzwerk und USB-Geräten aufwarten. Während ich bei VirtualBox immer wieder Probleme mit dem Netzwerk oder USB-Geräten hatte, klappt dies beim VMware Player 3.0 auf Anhieb. Wichtig ist, dass für den Netzwerkbetrieb der Bridged-Modus eingestellt wird. Die fehlende Möglichkeit zum Anfertigen von Schnappschüssen kompensiere ich beim Player, indem ich einfach eine Kopie der virtuellen Disk anlege und diese notfalls als Masterkopie verwende. Aber einem "geschenkten Gaul" sollte man auch nicht ins Maul fassen oder so …

Anmerkung: Wo ich noch nicht ganz durchblicke, ist die Möglichkeit VMware Workstation mit mehreren Instanzen auszuführen und dann in jeder Instanz einen separaten Gast auszuführen. Bei einem Kurztest ließ sich das zweite Gast-Betriebssystem nicht mehr hochfahren – und im Taskmanager liefen mehrere Kernprozesse des VMware-Player. Ich muss diese Thema noch weiter evaluieren. Ist halt ziemlich blöde, da sich VMware Player und VMware Server (der so etwas beherrscht) nicht im "side-by"-Modus installieren lassen.


Anzeige

Unter dem Strich habe ich auch die Erfahrung machen dürfen, dass manche Gastsysteme BlueScreens und Abstürze in den Virtualisierern verursachen. Während der nachfolgend besprochene Windows XP-Modus oder eine geclonte Version eines Gastbetriebssystems im VMware Player 3.0.0 sofort zu einem Absturz mit BlueScreen führte, konnte das gleiche Gastbetriebssystem in VirtualBox 3.0 einwandfrei gebootet werden. Bei anderen Installationen war das Fehlerbild genau anders herum, so dass das Gastbetriebssystem nicht unter VirtualBox lief, aber unter VMware Player 3 ausgeführt werden konnte. Zum Testen verwende ich daher beide Virtualisierungslösungen.

Abschließende Tipps

Wie bereits in den vorherigen Abschnitten skizziert, lässt sich unter Windows 7 eine virtuelle Festplatte einrichten. Wenn Sie die .vhd-Datei in der Datenträgerverwaltung der Computerverwaltung angelegt haben, sollten Sie die virtuelle Festplatte vom Windows 7-Dateisystem trennen. Dann kann die .vhd-Datei sowohl in VirtualBox als auch im VMware Player einer virtuellen Maschine zugewiesen werden. Vergessen Sie das Aushängen der angelegten virtuellen Festplatte, kommt es beim Einbinden der .vhd-Datei in der virtuellen Maschine zu einem Laufzeitfehler und es wird gemeldet, dass die .vhd in Betrieb sei.

Falls Sie anschließend ein Windows-Gastbetriebssystem auf dieser virtuellen Festplatte installieren, sollten Sie nicht vergessen, die Gasterweiterungen zu installieren. Andernfalls kann es passieren, dass der Windows-Bootlader die benötigten SCSI-Treiber nicht findet und das Betriebssystem nicht bootet. Persönlich verwende ich daher für die Betriebssystemlaufwerke überwiegend die von der jeweiligen Virtualisierungslösung bereitgestellten virtuellen Festplatten und binde .vhd-Dateien nur als Datenpartitionen ein.

Meldet der VMware Player 3.0.0 beim Start einer virtuellen Maschine, dass die USB-Unterstützung fehlt? In diesem Fall tippen Sie im Suchfeld des Startmenüs den Befehl "Dienste" ein, drücken die Tastenkombination (Strg)+(Shift)+(Enter) und bestätigen die Sicherheitsabfrage der Benutzerkontensteuerung. Anschließend müssen Sie im Fenster Dienste den VMware USB Arbitration Service als Dienst manuell starten. Wenn danach eine virtuelle Maschine gebootet wird, ist auch die USB-Unterstützung vorhanden.

Inhalt
1. Virtualisierungslösungen für Windows 7 im Überblick (Teil 1)
2. Microsoft Virtual PC 2007 und Windows Virtual PC (Teil 2)
3. Sun VirtualBox 3.1 (Teil 3)
4. VMware Player und VMware Workstation/VMware Server (Teil 4)
5. Windows XP-Mode für Windows 7 (Teil 5)
6. Fazit und Erfahrungen (Teil 6)

Weitere Links:
Tim-Bormanns Blog zu VM-Ware Player


Weitere Infos zu Windows 7 finden sich in meinen Windows 7-Tricks-Titeln.

(c) by Günter Born www.borncity.de
The source of smart computer books


Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Virtualisierung, Windows 7 abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (SEO-Posts/SPAM lösche ich). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.