Telekom schaltet 3G UMTS-Netz ab Juni 2021 ab

Kurze Information zum Thema UMTS-Abschaltung durch die Mobilfunkanbieter. Die deutsche Telekom hat zum 18. September 2020 den Termin zur Abschaltung des 3G (UMTS-) Netzes bekannt gegeben. UTMS-Geräte können dann nur noch langsame Datenverbindungen über 2G (EDGE) verwenden und sind im Telekom-Mobilfunknetz weitgehend nutzlos. Auch andere Anbieter schalten UMTS ab – hier ein Überblick.


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Telekom schaltet ab

In einer Mitteilung an die Medien brüstet sich die Telekom, das ‘beste Mobilfunknetz in Deutschland’ zu haben. Aber man werde jetzt die veraltete 3G-Technik in den ‘wohlverdienten Ruhestand’ schicken. Ab dem 30. Juni 2021 wird das 3G-Netz der Telekom in Deutschland abgeschaltet und macht Platz für neuere Technologien wie 4G (LTE).

“Durch die 3G-Abschaltung nächsten Sommer können wir unser Netz weiter verbessern“, sagt Dirk Wössner, Telekom Deutschland-Chef. “Das freiwerdende 3G-Frequenzspektrum nutzen wir für die modernsten Technologien. Wir wollen LTE für alle und bauen jeden Tag an Deutschlands größtem 5G Netz.“

UMTS wurde vor 20 Jahren als Mobilfunkstandard eingeführt. Den LTE-Standard gibt es seit 10 Jahren, so dass UMTS/HSPA+ durch die Mobilfunkanbieter ausgemustert wird.  Inzwischen ist laut Telekom bereits die fünfte Mobilfunk-Generation (5G) für mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland verfügbar – wobei es aber an Geräten fehlt, die 5G nutzen können.

Den Mobilfunkanbietern brennt nun das fehlende Frequenzspektrum auf den Nägeln. Die Telekom schreibt, dass man die aktuell von 3G blockierten Frequenzen anschließend für die Technologien 4G und 5G einsetzen werde. Die wenigen Bereiche, die bisher über 3G, aber nicht über 4G versorgt sind, bekommen nun eine leistungsstarke 4G-Versorgung. Golem schreibt hier, dass die Telekom bereits jetzt schrittweise die 3G-Kapazität einschränkt (macht Vodafone auch).

Abschaltung bei O2 und Vodafone

O2 will bis bis zum Jahres­ende 2022 auf sein UMTS-Netz verzichten, so dieser Artikel. Bei O2 gibt es aber das Problem, dass UMTS eh in ländlichen Gebieten kaum vorhanden ist. Bis Ende 2022 strebt man eine 99-prozen­tige Bevöl­kerungs­abde­ckung mit LTE an. 

In dieser Ankündigung schreibt Vodafone, dass man bereits 98,6 Prozent der Haushalte in Deutschland per LTE erreiche. Daher schaltet der Anbieter Vodafone sein 3G (UMTS-) Netz zum 30. Juni 2021 ebenfalls ab. Die Antennen für 3G können übrigens auch für neuere Mobilfunkstandards verwendet werden. Altes Equipment wird halt ausgetauscht und dann das 3G-Frequenzspektrum für LTE und 5G umgewidmet.

Bei Smartphones dürften die meisten Geräte inzwischen mit LTE-Unterstützung daherkommen. Nur mein altes Nexus 4 hat ausschließlich UMTS-Unterstützung. Was aber nutzlos wird, sind die hier bei mir herumliegenden UMTS-USB-Sticks – wobei ich gestehen muss, dass ich diese in den letzten Jahren kaum mehr genutzt habe (entweder hatte ich keinen 3G-Empfang, oder die UMTS-Netzwerke waren so überlastet, dass es keinen Sinn machte, die UMTS-Sticks zu nutzen). Wie schaut es bei euch aus? Trifft euch die UMTS-Abschaltung?


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8 Antworten zu Telekom schaltet 3G UMTS-Netz ab Juni 2021 ab


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  2. Anonymous sagt:

    Dann warten wir doch mal gespannt ab und schauen welche IoT-Geräte dann zu “Offline-of-Things” mutieren.

    Bekannt ist ja bereits, dass die in vielen Fahrzeugen verbauten Kommunikationsmodule für die Datenkommunikation kein 2G-Fallback beherrschen und damit allerhöchstens noch ein Notruf möglich ist.
    Konkret betroffen sind davon z.B. BMW-Fahrzeuge bis ca. Baujahr 2016 (erst danach wurden LTE-Module verbaut) – dort wird auch die Telekom als Provider genutzt.
    Ein Schelm wer denkt, dass würde ein Einzelfall werden… ;-)

  3. Info sagt:

    Wer hat Empfehlungen für einen LTE/5G USB-Stick der auch MODEM-Verbindungen herstellen kann, nicht nur NIC(W10 gerecht), (ohne Firewall, DHCP, …)?

    —————–

    O2 hält sich sowieso nicht an zeitliche Angaben, die schalten ab wenn es ihnen recht ist – Vorort. Derzeit in der Stadt gute Verfügbarkeit von 3G+ – deswegen kein Grund für neues Gerät , neuer Tarif…

    • Martin Feuerstein sagt:

      Hatte Anfang des Jahres für ein RasPi-Projekt nach LTE-Sticks mit Modem-Funktion gesucht (sollte mit einer 1nce-IoT-Karte mit VPN-Remotezugriff genutzt werden – also auch Provider-IP-Adresse).

      Bin dann bei einem Samsung GT-B3740 (Vodafone-Branding) gelandet – der ist aber auch schon zehn Jahre alt und kostet bei ebay aktuell ca. 20 €. APN musste ich für die Karte von Hand einstellen. Aus dem Gedächtnis/Test unter Windows: erkannt als LAN oder RNDIS mit Provider-IP-Adresse, Verbindungsherstellung per Software (vom Stick), aber keine klassische Modem-Einwahl.
      Vorsicht beim Huawei E3372 – es gibt Modell “H” (LAN-Emulation) und das Modell “S” (Modem-Betrieb). Hab in Online-Shops immer nur das “H” gefunden. Mit Anleitungen zum Umflashen von “H” auf “S” aus Ö- und RU-Foren hatte ich keinen Erfolg. Der “H” stellte aber zumindest keinen WLAN-Hotspot bereit wenn ich mich richtig erinnere.

      Für welchen Einsatzzweck soll das dienen? Notebook im Zug? Firmenkundenkarte ohne Provider-NAT mit eingehenden Ports?

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  5. Schwarzes_Einhorn sagt:

    Was heißt das eigentlich für den normalen doofen Nutzer? Der kann seine Geräte, so er nicht das neuste Smartphone, Navi, Wasweißich hat, mal eben in die Tonne werfen? Ist ja ungemein ressourcenschonend… Aber wir habens ja.
    Wobei meine Mutter ja schon verkündete, daß sie, wenn das alte Handy nicht mehr funktionieren sollte, überhaupt kein neues Gerät will. Meine Überlegungen gehen inwischen in die selbe Richtung (beide Geräte mit Vodafone-Karten und weit über 10 Jahre alt). Ich habe es nämlich inzwischen sowas von satt, daß ich einwandfrei funktionierende Geräte wegen (unnötigem) neuem technischem Firlefanz wegwerfen muß.

    • Günter Born sagt:

      Man muss unterscheiden. Ein altes Handy muss nicht weggeworfen werden – man kann ja immer noch damit telefonieren. Nur für den Datentransfer (Surfen, Mailen etc.) steht halt kein UMTS-Empfang mehr zur Verfügung – alles wird über das langsame 2G (EDGE) abgewickelt. Wenn ich so in mich hinein horche, ändert sich für O2 in ländlichen Gegenden nichts – da habe ich meist nur 2G/EDGE.

      Werden die Geräte in einem WLAN eingebucht, kann man weiterhin flott surfen oder mailen.

  6. Schwarzes_Einhorn sagt:

    Danke für die Klärung. Meine Mutter bekam vor kurzem eine SMS von Vodafone, daß sie ihre SIM-Karte tauschen lassen sollte, weil zu alt und nicht 5G-fähig, blabla… Beim Anruf bei Vodafone stellte ich die Frage, ob das bald volljährige Sony-Handy weiter funktioniert bzw. mit der neuen Karte kompatibel ist. Tja, wußten sie nicht – worauf meine Mutter explodierte, dann will sie gar kein Handy mehr – der geht das Technik-Brimborium nur noch auf den Nerv. Also hab ich erstmal nichts gemacht. Für mein Handy kam diese Nachricht nicht, die SIM-Karte wurde aber vor ein paar Jahren wegen eines technischen Defekts getauscht, ist also neuer. Wir telefonieren, simsen und schicken MMS mit den alten Geräten, wenn das weiter funktioniert, ok.

  7. Micha sagt:

    Nutze schon seit Jahren ein Huawei E173 (bis 7.2Mbit/s) das ich einmal umgeflasht habe. Nutze seitdem die Huawei Mobile Partner Software als Einwahlmanager. Nachdem ich Änderungen an der Konfigurationsdatei von der Huawei Mobile Partner Software vorgenommen habe kann ich mit dem Surfstick auch Telefonieren. Voraussetzung ist das ein Headset an den PC angeschlossen ist.

    Der Surfstick funktioniert von Windows XP bis 8.1 ohne Probleme. Ob es auch noch mit Windows 10 geht habe ich noch nicht ausprobiert.

    Da eine O2 Karte drin steckt würde die Investition in ein neues Gerät nicht lohnen. Ein Freund von mir erreicht mit meiner O2 Karte im 4G Netz um die 12-15 Mbit/s. Dazu nutzt er eine Trägerfrequenz. Theoretisch sollen laut Vertrag bis zu 225Mbit/s möglich sein. Bei 2x Carrier Aggregation. In der Realität wären mit einem modernen Modem bei 2x Carrier Aggregation so ungefähr 30Mbit/s möglich wenn das Netz passend ausgebaut ist. 15Mbit/s pro Trägerfrequenz.

    Werde also erst ein neues Gerät kaufen wenn O2 das 3G Netz wirklich abschaltet.

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