Wenn die Hölle zufriert: Microsoft macht in Linux

Nix ist heutzutage noch beständig. Steve Jobs hat mal das Apple Mac-Betriebssystem beerdigt und auf einen BSD-Kern gesetzt, um daraus Next Step und später Mac OS X zu brauen. Und Microsoft entwickelt ein eigenes Linux-Betriebssystem!


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Aber bevor ihr jetzt euer Windows 10 dumpt, ist noch etwas zu früh. Insider wissen längst, dass sich Microsoft in vielen Linux-Projekten aktiv einbringt. Und noch wird Windows nicht durch MS Linux abgelöst, keine Sorge bzw. unberechtigte Hoffnung. Aber ich halte die Microsoftler durchaus für so clever, dass die Linux da einsetzen, wo es Sinn macht.

Hat bisher noch keine Wellen geschlagen, da es den meisten Leuten unbekannt ist. Aber die Miracast-Empfänger laufen eigentlich alle mit einem Linux-Kern als Betriebssystem – also bietet Microsoft seit vorherigen Herbst Geräte mit Linux an.

Und jetzt geht man einfach einen Schritt weiter: Ein selbst gepflegter Linux-Kern für den Azure Cloud Switch (ACS) – bin hier drauf gestoßen. Man muss diesen Artikel von Microsoft zum ACS aber genau durchlesen, um Linux (der Begriff kommt 21 Mal vor) zu finden und auf diesen Absatz zu stoßen:

The Azure Cloud Switch (ACS) is our foray into building our own software for running network devices like switches. It is a cross-platform modular operating system for data center networking built on Linux. ACS allows us to debug, fix, and test software bugs much faster. It also allows us the flexibility to scale down the software and develop features that are required for our datacenter and our networking needs.

Ich leiste an dieser Stelle wirklich Abbitte, schreibe ich doch – in meinem jugendlichen Leichtsinn – wenn ich mich mal wieder über etwas grandios geärgert habe, so Sätze wie “Herr, wirf Hirn vom Himmel”. Aber zumindest in Redmond gibt es einige Leute mit viel Hirn, die nüchtern analysieren, wo was Vorteile bringt. Und in ACS hat Linux wohl viele Vorteile gegenüber eigenen Lösungen. Also: Microsoft und Linux ist nix wie “Teufel und Weihwasser”, sondern eine gute Kombination. Und für Apples OS X entwickelt man in Redmond genau so wie für Android (mit seinem Linux-Kernel). Die Welt ist klein und gutes setzt sich irgendwo immer durch. Schönes Wochenende.


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4 Kommentare zu Wenn die Hölle zufriert: Microsoft macht in Linux

  1. Tim sagt:

    *hüstel* das sich gutes durchsetzt, ist aber auch relativ…

    Linux auf Routern ist auch normal und was hatten wir da schon für Spaß?
    Was Programmierer mit ihrem Werkzeug anstellen ist interessant, aber nicht welches Werkzeug benutzt wird!
    Manchmal gibt es auch direkt zusammenhänge mit Terminplänen und den anstehenden Golfclub-Beitragszahlungen der Aktionäre…

  2. Nils sagt:

    Wow, die Überschrift hat ja schon fast BILD Niveau.

    Wenn man die Überschrift ließt, könnte man wer weiß was vermuten. Schlussendlich geht es um ein paar hundert intern genutzter Netzwerk-Switches. Und was bitte sollten die Microsoft Jungs sonst auf den Switches einsetzen? Windows ist dafür wohl eher nicht geeignet und auch nicht dafür gedacht. Es ist schon eher traurig, dass Microsoft gezwungen ist, hier selbst etwas zu entwickeln, weil es offensichtlich nichts auf dem Linux/Unix Markt gibt, was den Anforderungen entspricht.

    Und wer mit offenen Augen durch das Leben geht, der weiß, dass Microsoft schon seit geraumer Zeit im Linux Segment durchaus sehr aktiv ist. Eben weil die Jungs dort nicht mit Scheuklappen durchs Leben gehen.

    Zum Thema Scheuklappen siehe auch Nadellas Präsentation eines iPhone Pro :-) http://www.mobilegeeks.de/video/microsoft-ceo-nadella-praesentiert-das-apple-iphone-pro/

    • Günter Born sagt:

      Nils, Titelei ist alles – würde sonst einer Bild lesen. Und die Blog-Beiträge mache ich ja nicht nur für Insider, Samba-Kenner und so, sondern auch und vor allem für einige Gelegenheitsleser/innen ;-).

      PS: Hat immerhin 512 Leser/innen interessiert, warum die Hölle zufriert … ist aber nix zu diversen anderen Blog-Zugriffszahlen (obwohl die Beiträge stehen schon länger online).

  3. MaxMaxel sagt:

    Ich glaube doch dass das ein Armutszeugnis für Microsoft ist. Wenn sie doch im IoT Bereich Fus Fassen wollen. Z.B mit Windows für RP2, aber dann doch selbst auf Linux zurückgreifen.

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