Knock-out: VMware Workstation/Player 14 verfügbar, brauchen neuere CPUs

VMware hat nun die Version 14 der Virtualisierungslösungen VMware Workstation und VMware Player freigegeben. Überraschung: Nutzen lässt sich diese Software teilweise nur noch auf moderneren CPUs.


Anzeige

Mitte August 2017 hatte ich im Artikel VMware Workstation 14 Pro und Workstation 14 Player bereits über die beiden Produkte berichtet. Damals wurden Workstation 14 Pro und Player 14 für Windows und Linux mit Verfügbarkeit wohl im Oktober diesen Jahres angekündigt. Jetzt hat es ein paar Tage früher geklappt. Die VMware  Workstation- und –Player-Lösungen  ermöglichen es, mehrere Betriebssysteme als virtuelle Maschinen auf einem  einzigen Windows- oder Linux-PC laufen zu lassen.

Im Artikel schrieb ich auch, dass Workstation 14 Pro erweiterte Sicherheit durch die Unterstützung für Virtual Based Security (VBS) in Windows 10 und Windows  Server  2016 biete.  Diese  Funktion  fügt  ein  einheitliches  erweitertes  Firmware Interface (UEFI) Secure Boot-Modul und ein virtuelles Trusted Platform-Modul hinzu, um die höchsten Stufen an Betriebssystemsicherheit zu gewährleisten.

Unangenehme Überraschung: Nur neuere Prozessoren

Ich hatte die Verfügbarkeit des VMware Player 14 und der VMware Workstation 14 bereits vor zwei Tagen bei den Kollegen von deskmodder.de gesehen. Dort war mir bereits folgendes ins Auge gesprungen:

  • Intel: Vorher Core 2 Duo-Prozessor oder gleichwertig. Nun ein 64-Bit-Prozessor der Generation „Sandy Bridge“ oder besser.
  • AMD: Vorher 64 FX Dual-Core-Prozessor oder gleichwertig. Nun 64-Bit-Prozessor der Generation „Bulldozer“ oder besser.

Die Anforderungen sind unter Systemvoraussetzungen im Webshop zu finden. Mit anderen Worten: Die Hardwareanforderungen haben sich geändert. Es wird eine 64-Bit-CPU ab der Intel Sandy Bridge oder ab der AMD Bulldozer-Generation erwartet. Ich hatte mir dann das Thema auf ‘musst Du mal nachgehen’ gelegt.

Dann bin ich vor einigen Stunden auf den heise.de-Artikel VMware Workstation 14 braucht jüngere Prozessoren gestoßen, der die Frage detaillierter beantwortet. Die Software läuft nicht mehr auf älteren Core-i-Prozessoren der ersten Generation, die Intel Ende 2008 eingeführt. Das Gleiche gilt für AMD-Systeme mit Prozessoren, die vor 2011 und der Bulldozer-CPU auf den Markt kamen.

Auch VMware Fusion für macOS hat diese Anforderungen, wie man in den technischen Daten hier nachlesen kann. Matthias Eißing hat hier darauf hingewiesen.

Grund für die neuen Anforderungen dürfte die Verwendung von ‘Unrestricted guests’ sein, welches es erlaubt, logische Prozessoren direkt im „Real Mode“ zu starten (siehe diesen WikiPedia-Beitrag und die Infobrocken hier).

Jedes halbe Jahr eine neue Maschine?

Ich selbst nutze hier noch VMware Workstation 10.0.5 zur Virtualisierung von Windows. Da ich aber über neue Versionen blogge, war mir bereits bei den vorherigen Versionen von VMware Workstation und Player aufgefallen, dass die Desktop-Virtualisierung zur Eierlegenden-Wollmilch-Sau mutiert. Und nun dürfte VMware mit den neuesten Hardwareanforderungen einige Leute aus dem Update-Zyklus rausgekickt haben. Bereits ein Kommentar unter dieser VMware-Ankündigung thematisiert fehlende Hardware als Aus für ein Upgrade.

Andere Nutzer beschweren sich über den Upgrade-Preis: Nice, we bought two Pro Licenses on Aug 17th. 5 days too early for a free upgrade. Hard to explain to management why they should pay another 331,89 EUR for an upgrade in such short time.


Anzeige

Das wird lustig: Betriebssystem und Virtualisierung brauchen in jeder Version plötzlich neue Hardware. Windows 10 läuft nicht mehr auf älteren CPUs, wenn Grafiktreiber oder BIOS da nicht mitmachen. Und die Virtualisierungslösung VMware Workstation 14 will plötzlich auch eine neue Maschine. Hat jemand in diesem Kommentar bei heise.de auch bereits aufgegriffen. Ein weiterer Grund, nicht freier Software Tschüss zu sagen. Oder wie seht ihr das?

Nachtrag: Gibt wohl ein Flag in den Optionen

In diesem VMware Forenthread habe ich den Hinweis gefunden, dass mit der Anweisung:

monitor.allowLegacyCPU = “true”

in den VM ini-Dateien (vmx-File) die älteren CPUs wieder unterstützt werden. Soll aber die VMs sehr langsam machen. In diesem Forenthread gibt es noch Hinweise auf Unrestricted Guests, die das Problem darstellen.

Ähnliche Artikel:
VMware Workstation 14 Pro und Workstation 14 Player
VMware Workstation 12.5 und VMware Player freigegeben
VMware Workstation Pro/Player Version 12.5.6
VMware verkauft vCloud Air an OVH
VMware legt Fokus auf profitable Produktlinien
VMware Fusion und Workstation vor dem Aus?


Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Virtualisierung abgelegt und mit Virtualisierung, VMware Player, VMware Workstation verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Knock-out: VMware Workstation/Player 14 verfügbar, brauchen neuere CPUs


  1. Anzeige
  2. Sandy Bridge und die Bulldozer Architektur ist ja auch schon Uralt!

    • Ben sagt:

      Was ist das denn bitte für ein dämliches Argument?
      Die CPUs sind zwar alt, aber für Vieles noch schnell genug.

      Das liegt nicht zuletzt daran, dass Intel die letzten Jahre sämtlichen, nennenswerten Fortschritt bei den CPUs marktbedingt unterbunden hat und erst jetzt (dank AMD Ryzen) aus dem Dornröschenschlaf erwacht…

      • Tim sagt:

        Ich denke, das Uralt bezog sich eher darauf, das man wohl davon ausgehen kann, das diese Klassen als normal zu bezeichnen sind und VMWare daher zwar irgendwo “neuere” CPUs fordert, aber es halt nicht so wild ist, wie es sich im ersten Moment anhört.

        Wer heute noch unterhalb von Sandy artigen CPU Klassen rumwerkelt, hat halt einen Oldtimer und sollte sich dessen auch bewusst sein, selbst wenn die Oldtimer noch immer gut mithalten. Leistung ist hier gar nicht das Problem. Es gibt halt neuere Funktionen und erweiterte Befehlssätze, welche die Oldtimer nicht haben.

        Bei meiner heiß geliebten Grafikkarte, der GTX 275, war das ende vor ein paar Jahren halt auch erreicht, als erste Spiele mehr wie OpenGL 3.1 Unterstützung forderten. An der Leistung lag es nicht.

        Das hat alles einfach weniger mit der Leistung zu tun, als nun damit das Oldtimer eben einfach aufgrund des Alters gewisse Dinge nicht können und für VM Geschichten die Hardware virtualisieren sollen, ist das halt entscheidend.

        Rein Leistungstechnisch kannste mit einer 20 Euro Oldi CPU AAA Spiele spielen und dich fragen, warum Intels neuere CPUs eigentlich so teuer sind… oder wie groß der Leistungssprung denn nun in der Praxis tatsächlich ist. Leistung ist aber nur eine Seite der Münze.

        Allein von der Leistung her, könnte auch mein schöner alter Grafik-Stromfresser GTX 275 mit moderneren Karten mithalten, oder die sogar noch immer ausspielen. Die Flagschiffe nicht, schon klar, aber doch in gewissen Bereichen bestimmt bis in die Mittelklasse hinein.

        https://www.youtube.com/watch?v=ARxCX-FZ1Fo

  3. Harald L. sagt:

    Tja, da bin ich mit meinem i7-920 (Bloomfield) jetzt also raus aus dem Spiel. Dabei läuft der ansonsten, und auch mit der letzten VMware Workstation problemlos. Und nur wegen VMware werde ich da nicht extra aufrüsten.

  4. Anzeige

  5. haidencraut sagt:

    Der zum heise-Komment zugehörige Artikel erwähnt allerdings auch, dass vmware player nicht betroffen ist:
    “VMware Workstation 14 Player läuft weiterhin auf älteren Systemen ab Intel Core.”

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/VMware-Workstation-14-braucht-juengere-Prozessoren-3847372.html

    • Günter Born sagt:

      Du hast Recht – den Hinweis habe ich sogar gelesen. Dann habe ich jedoch schlicht die VMware Shop-Seiten aufgerufen und dort verglichen, was für Workstation und Player 14 an Voraussetzungen genannt wurden. Wenn ich nichts übersehen habe, stand dort das Gleiche.

      Eine Suche im Web brachte mich zur VMware-Seite hier, die intern verlinkte und dann behauptete, ‘da findest Du Details’ – war aber nicht der Fall (oder ich war zu müde, um das zu sehen). Und in diesem Beitrag gab es auch nichts belastbares.

      Da es beim Schreiben des Artikels so irgendwann 23:50 Uhr war, habe ich es an dieser Stelle dabei belassen.

  6. Robert Richter sagt:

    Ich habe meist immer die neueste VMware Workstation kurz nach dem Erscheinen.

    Auf meinem Notebook mit Intel i7-6700HQ (2.60 GHz) läuft die 14er gefühlt langsamer als die Vorgänger 12.5. Wie gesagt gefühlt, habe die 14er ja auch erst seit 2 Tagen im Einsatz. Aber egal, was ich starte, Gentoo Linux (3.10er Kernel), Windows XP, Windows 10 Pro, Windows 10 Home, Windows Server 2016. ALLE kommen mir irgendwie langsamer vor, als zuvor unter 12.5. Seltsam…

  7. Roman Berger sagt:

    Was ich ja von VMWare besonders nett finde: Ich kann die Version 14 auf meinem alten i7 problemlos installieren. Nur startet keine einzige meiner virtuellen Maschinen mehr. Auch nicht mit dem Eintrag “allowLegacyCPU” (der nur für ältere XEON wirkt).

    Wieso klemmt das Setup nicht gleich schon im ersten Screen die Ausführung ab und meldet unmissverständlich “Sie verwenden eine zu alte Maschine, lassen Sie sich das Geld für diese Version 14 zurückzahlen und bleiben Sie bei Version 12.x”?

    • Jim sagt:

      Ab Version 14.1 wird im Setup geprüft ob die CPU supported wird. VMware bietet aber eine “Ignorieren”-Funktion an, um das Setup trotzdem zu starten.

  8. Frank4vm sagt:

    Die Frage “nicht freier Software Tschüss zu sagen” ist zwar schön und gut, aber ich brauche demnächst Nested virtualization und mein VirtualBox kann und wird das nie können.

    Für mich stellt sich eher die Frage ob ich für mein Vorhaben (Nested virtualization) 12.x oder älter einsetzen sollte?!

  9. Anzeige

  10. konver sagt:

    Das tönt ja schön, aber seit Win 10-1903 läuft ja auch VM Workstation 12.5 nicht mehr wegen Windows. meine alte i7-9600 mit 12 GB Ram hält ja noch für meine Ansprüche da gut mit. Ärgerlich ist da schon, dass meine vituellen Ur PCs alle mit VMWARE konserviert wurden. Irgendwie fühle ich mich da von VMWare , das ich schon seit Version 5 immer als Workstation brav bezahlt habe nun doch mächtig verschaukelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.