Intel zieht Microcode-Patches zurück, Updates sollen kommen

Intel hat seine Spectre Microcode-Updates zurückgezogen und fordert seine Nutzer auf, diese nicht weiter zu installieren. Es wird neue Updates geben, die die Problem mit den alten Updates beheben.


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Es begann bereits vor ein paar Stunden, als die Kritik von Linus Torvalds an Intels Spectre-Patches bekannt wurde. Torvalds bezeichnet diese Microcode-Updates in einer Antwort in der Linux-Kernel-Liste als ‘kompletter und völliger Müll’ (siehe auch diesen Bleeping Computer-Beitrag).

Intel ruft Microcode-Updates zurück

In einer News an die Presse hat Intel bekannt gegeben, dass die Ursache für die Probleme (Reboots) für die Broadwell- und Haswell-Plattformen identifiziert worden sei. Man sieht sich auf einem guten Weg und habe große Fortschritt gemacht, um baöd revidierte Firmware-Updates anbieten zu können.

Am Wochenende hat Intel damit begonnen, eine frühe Version der aktualisierten Firmware-Updates bei Industriepartnern zum Testen einzuführen. Sobald die Tests abgeschlossen sind, will Intel eine endgültige Version zur Verfügung stellen. Auf dieser Basis hat Intel die Anweisungen (Guidance) für Kunden und Partner aktualisiert. Ab sofort gelten folgende Hinweise:

  • Intel empfiehlt OEMs, Cloud-Service-Providern, Systemherstellern, Softwareanbietern und Endanwendern, die Bereitstellung aktueller Firmware-Updates zu stoppen. Hintergrund ist, dass diese Updates möglicherweise zu häufigen Neustarts und einem anderen, unvorhersehbaren Systemverhalten führen.
  • Intel bittet Industriepartner darum, sich auf den Test der frühen Versionen der aktualisierten Lösung zu konzentrieren. Intel hofft, die Veröffentlichung beschleunigen zu können und geht davon aus, dass im Laufe dieser Woche weitere Details zum Timing bekannt geben werden können.

Die vollständige Liste der betroffenen Plattformen findet sich auf der Website des Intel.com Security Center. Den Rest der Meldung (mit viel Dünnpfiff) erspare ich mir, könnt ihr ggf. hier nachlesen.

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11 Kommentare zu Intel zieht Microcode-Patches zurück, Updates sollen kommen

  1. AlTa sagt:

    Das ist sooo armselig !
    Wie viel Monate hatte Intel jetzt noch mal genau ?!
    Und ich Trottel hab auch noch neu gekauft bei denen…

  2. Thomas sagt:

    Das ist der Plan. Immer wieder das Geschäft ankurbeln.

  3. Geronimo:) sagt:

    Hallo, Intel mag ja zurück gezogen haben.
    Asus aber leider noch nicht!!!
    In der Firma meiner Frau haben wir ein paar verschiedene Bretter der Prime Reihe mit B250 Chipsatz am Start, mit aktuellstem Bios!
    Auf der Supportseite von Asus stehen die Biosupdates immer noch auf 4. bzw. 5. Januar 2018.
    Die Bretter werden mit CPU´s der KabyLake Reihe befeuert. Laut Intel Security Center sind diese CPU´s auch betroffen.
    Und ja, die PC´s machen Stress. Sie frieren mehrmals am Tag ein, und müssen dann neu gestartet werden. Dank SSD´s geht das fix. Aber es gibt jedes mal Datenverlust.
    Warum zieht Asus die Biosupdates nicht auch zurück?
    Und was soll ich tun? Auf eine ältere Biosversion zurücksetzten?
    Oder noch ein wenig warten? Und ja, MS Sicherheitsupdates sind natürlich auch alle eingespielt!
    Wer dann wieder für das einfrieren verantwortlich ist. Na ja…

    Geronimo:)

    • Frank sagt:

      Das ist nicht gut. Zurücksetzen und die in Kürze zu erwartende Vorversion (ohne Spectre 2 mitigation) erst an einen Rechner testen. Wenn die endgültige Version dann schon verfügbar ist, diese dann auch erst an einen Rechner testen.

    • Frank sagt:

      Um den Microcode weiter nutzen zu können, kann Spectre Variant 2 (CVE 2017-5715) jetzt auch mit Registrierungseinstellungen abgeschaltet werden:
      KB4073119: IT Pro Guidance
      KB4072698: Server Guidance

  4. Dekre sagt:

    Ich stelle mir die Frage, ob bei den bisher von HP (OEM bei Intel dann) ausgerollten BIOS-Updates hierzu diese wieder rückgesetzt werden müssen. Bisher macht das neue BIOS-Update noch keine Probleme. Auf der Security-Bulletin-Seite von HP steht bei allen Geräten jetzt “TBD”. Keine Ahnung was “TBD” ist. Dok-nummer bei HP ist c05869091, 6. Rev. vom 23.01.2018. Geht man zum direkten Gerät auf der Support-Seite, so ist dann das BIOS nach wie vor abrufbar (für mein Gerät mit Stand 09.01.2018).

    Weiß Jemand was “TBD” dort bedeutet?

    • TorstenJ sagt:

      aus https://de.wiktionary.org/wiki/TBD

      Zitat: “Bedeutungen:
      [1] to be done: noch fertigzustellen
      [2] to be discussed: steht zur Diskussion
      [3] to be decided: noch zu entscheiden
      [4] Softwareentwicklung: to be defined ‚noch zu definieren‘
      [5] to be determined: noch festzulegen”
      Zitat Ende

      • Dekre sagt:

        oh, herzlichen Dank TorstenJ!

        Das ist der Abküfi. Der Abküfi ist ein eigenes Lebewesen und wurde süffisant in “Die Weltbühne” in den 80er Jahren einer satirisch-kritischen Betrachtung gewidmet. Ich muss mal das Exemplar heraussuchen und dann einscannen. Vielleicht kann dann Günter dem Abküfi einen eigenen Betrag widmen.
        Abküfi = Abkürzungsfimmel.
        Das in verschiedenen Sprachen – damit hat man eine Waffe um alle Besserwisser zu schlagen.

  5. Cmd.Data sagt:

    Warum ist denn laut der Meinung der Kernel-Entwickler die Skylake-CPU besonders SCHLECHT???

  6. Hans Brender sagt:

    Intel hatte ja nur x Monate Zeit, aber nur 3 Entwickler und 2 Tester, davon war einer krank. Und begonnen haben Sie wahrscheinlich kurz vor Weihnachten.

    Schlimm, schlimmer, und keiner muss gehen.

    • Günter Born sagt:

      Hans, das ist bei denen wie bei mir. Hier gibt es auch nur einen Entwickler, einen Tester und einen der dokumentiert. Und wenn ich einen von denen feuere, geht hier das Licht aus – denn das alles erfolgt in Personalunion.

      Intel ist eine große Firma. Habe da auch mal in so einer großen Firma gearbeitet. Als Jungingenieure hatten wir immer einen Witz in Petto: Unsere Firma musste mit zwei anderen zum Wettrudern antreten. Doch die anderen haben immer gewonnen. Der Vorstand berief einen Arbeitskreis, der zu folgender Erkenntnis kam.

      Firma 1: Der Achter war mit einem Steuermann und 7 Ruderern besetzt – gewann fast immer.

      Firma 2: Die hatten 6 Ruderer und zwei Steuermänner, wovon aber einer meist über Bord ging. Manchmal gewannen die, wurden aber disqualifiziert, weil sich nur mit 7 Leuten ins Ziel einliefen.

      Eigene Firma: Alles top besetzt, der Achter kam immer mit acht Leuten ans Ziel, wurde niemals disqualifiziert, aber das Boot war auch immer letzter.

      Dann wurde eine Kommission gegründet, die herausfinden sollte, was falsch lief und auch Empfehlungen wurden erwartet.

      Nach langer Zeit kam die Kommission mit einem Ergebnis: Das eigene Boot hatte einen Ruderer und 7 Steuermänner. Die Empfehlung lautete dann, man müsse den Ruderer vielleicht mehr motivieren, um auch mal gewinnen zu können.

      Und jetzt kommst Du und willst den Ruderer raus werfen ;-).

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