Microsoft Quartals-Umsatz (3. Q. 2019): Der Rubel rollt

Microsoft steht vor dem Bankrott? Mitnichten, denn die Firma hat jetzt den Geschäftsbericht für das 3. Quartal 2019 (Geschäftsjahr startete am 1. Juli 2018) vorgelegt. Recorde über Recorde sag ich nur.


Anzeige

Das Ganze auf ein paar nackte Zahlen heruntergebrochen, falls jemand auf die Schnelle das Wichtigste erfassen möchte.

  • Der Umsatz betrug 30,6 Milliarden US-Dollar und stieg um 14%.
  • Das operative Ergebnis betrug 10,3 Milliarden US-Dollar und stieg um 25%.
  • Der Reingewinn betrug 8,8 Milliarden US-Dollar und stieg um 19%.
  • Der korrigierte Gewinn pro Aktie betrug 1,14 US-Dollar und stieg um 20%.

Also alles in allem eine satte Steigerung, die selbst die Analysten positiv überraschte. Der Börsenwert Microsofts stieg über 1 Billion US $, die Aktie steigerte nachbörslich den Wert um 3,5%. Hier noch ein paar Details:

  • Windows ist weiter ‘Cash Cow’ und trug mit 10,7 Milliarden Dollar als umsatzstärkste Sparte “More Personal Computing“ zum Umsatz bei. Der Umsatz von Windows OEM stieg um 9%. Windows Commercial Produkte und Cloud Services Umsatz um 18% gestiegen (plus 20% währungsbereinigt).
  • Im Bereich “Produktivität und Business”, das ist Microsoft Office, konnte man 10,2 Milliarden Dollar einnehmen. Der Business User-Umsatz bei Office 365 stieg um 30%, der Umsatz der Consumer (Office und Cloud-Dienste) stieg um 8 %.
  • Der Bereich “Intelligent Cloud“ hat dem Unternehmen insgesamt 9,7 Milliarden Dollar eingebracht (+22%).
  • Allerdings sind Azure-Umsätze wohl im Server-Bereich zu finden. Der Umsatz mit Serverprodukten und Cloud-Services stieg um 27% (währungsbereinigt plus 29%), getrieben durch das Umsatzwachstum von Azure von 73% (währungsbereinigt plus 75%).
  • Der Umsatz von Enterprise Services stieg um 4% (währungsbereinigt um 5%).

Bei den Surface-Geräten (stecken in den Personal Computing-Zahlen) konnte Microsoft beim Umsatz um 21 Prozent zulegen. Gaming schwächelt allerdings (Spieleverkäufe legen um 5% zu, Hardware-Verkauf sinkt). Die Zahlen zum Geschäftsbericht sind hier nachzulesen. Martin Geuß hat hier noch ein paar Impressionen zum Thema zusammen getragen.

Unter dem Strich: Wir mögen zwar über ‘dieses schlechte Windows oder Office mit den vielen Bugs’ lästern oder ranten. Dem Geschäftserfolg Microsofts tut das aber keinen Abbruch – als Kleinstaktionär freut es einen. Wie es langfristig ausschaut, wird man sehen müssen.

Mit fällt dazu ein Spruch von Helmut Kohl ein: ‘Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter’. So isses halt, das Leben ;-).


Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Microsoft Quartals-Umsatz (3. Q. 2019): Der Rubel rollt

  1. Ralf Lindemann sagt:

    Also, was die langfristigen Aussichten betrifft, Microsoft-Legende Bill Gates setzt auf Apple und Müllentsorgung. Telepolis berichtet heute: „Betrachtet man zum Beispiel Bill Gates Aktienportfolio, stellt man fest, dass es nur noch zu einem kleinen Bruchteil aus Microsoft-Aktien besteht. Den größten Teil hat er über Warren Buffets Fondsgesellschaft Bershire Hatahway in Coca Cola, Heinz Ketchup und Apple (sic!) umgeschichtet. Sogar seine Anteile an einem Müllentsorger sind höher als an Microsoft.“ :)
    Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Warum-keine-Vermoegensstatistik-stimmt-4405108.html?seite=2

  2. Andreas sagt:

    Tja, wer sollte Microsoft denn auch vom Thron stoßen? Ich sehe niemanden im kommerziellen Bereich, der das Potenzial dazu hätte. Dafür hat MS in den letzten Jahrzehnten durch geschickte und teilweise beinharte Firmenpolitik gesorgt.

    Apple wäre theoretisch ein Kandidat, hat jedoch die Nische für Luxusprodukte besetzt. Es ist schlichtweg der Preis dieser Geräte, der die massenhafte Verbreitung verhindert. Und ich denke Apple ist mit dieser Situation zufrieden.

    Linux hat in technischer Hinsicht auf jeden Fall das Potenzial, mit MS-Produkten zu konkurrieren. Ich habe jedoch Zweifel, dass dies von der Community auch ernsthaft angestrebt wird. Evtl. ist es strategisch klüger, sich NICHT mit einem Riesen wie MS anzulegen. Auf jeden Fall steht dem im Weg, dass die Linux-Gemeinde stark zersplittert ist (hunderte wenn nicht tausende verschiedener Distributionen mit diversen Inkompatibilitäten untereinander) und dass Linux sein Frickeler-Image nicht abschütteln kann.

    Faktisch hat MS also ein Monopol. Da stellt sich nicht mehr die Frage, ob deren Produkte diese oder jene Unzulänglichkeiten bzw. Fehler haben. Man (Endverbraucher, Firmen, öffentliche Verwaltungen) muss ganz einfach das kaufen, womit man den Betrieb am einfachsten und kostengünstigsten aufrechterhalten kann. Dabei spielt die Anschaffung (Lizenzkosten für MS-Produkte) nicht die Hauptrolle, sondern die Kosten/der Aufwand für die Integration in bestehende Strukturen und Abläufe (die meist auf MS-Technik basieren) bzw. deren Modernisierung.

    Alles in allem jedenfalls keine gute Entwicklung. Mal sehen, ob MS irgendwann von den US-Kartellbehörden zerschlagen wird. Ob das wirklich etwas ändert, wird sich erst dann zeigen. Ohne eine solche Zerschlagung wird sich auf jeden Fall NICHTS ändern und MS kann im Prinzip weiter machen was sie wollen.

  3. Werbung

  4. Buchhalter sagt:

    Mehr Schein als sein? Wenn man sich MS etwas genauer ansieht, dann ergibt sich für mich folgendes Bild:

    Die kurzfristigen Zahlen mögen ja beeindruckend aussehen. Mittel- und langfristig sitzt MS meiner Meinung nach aber auf einem Pulverfaß.

    MS hat nur vier wirkliche Umsatzbringer. Der Rest ist Kleinkram oder wurde bereits erfolgreich an die Wand gefahren. Die vier Bereiche sind:
    1. Gaming
    2. Windows
    3. Office und
    4. Cloud

    ad 1. Spiele haben mich noch nie interessiert und sind für mich Zeitverschwendung. Mangels dem nötigen Interesse und Wissen kann und will ich daher zum Bereich Gaming nichts sagen. Vielleicht sichert diese Sparte ja einmal MS das Überleben. (kein Smiley; das meine ich ernst!)

    ad 2. Microsoft Windows 10 ist offensichtlich ein Produkt, das die Menschen nicht einmal geschenkt wollen. Die Administratoren ‘schimpfen wie die Rohrspatzen’ und die Kollateralschäden bei den Updates sind schon Routine. Ein Produkt, welches eine so miserable Performance hat, ist mMn hochgradig gefährdet. Wenn sich nur eine halbwegs brauchbare Alternative auftut, dann ist so ein Produkt weg vom Fenster. Und das geht dann so schnell, daß bei MS keiner mehr gegensteuern kann.

    ad 3. MS Office ist derzeit in den Büros der Standart. Persönlich verwende ich allerdings nur mehr die Version 2003. Die Ribbon – Steuerung ist ineffizient und einfach nur mühsam. Für die ‘Digital Illiterates’ ist dieser Schrott jedoch offensichtlich angebracht. MS Office bedingt Windows als Betriebsystem und fördert es daher. Umgekehrt ist MS Office von Windows abhängig. Stirbt Windows, dann ist MS Office aber ebenfalls weg vom Fenster. Bedenkt man, wie schrottig MS Windows 10 ist, dann sehe ich durchaus auch Gefahren für MS Office. Außerdem gibt es zu MS Office bereits Alternativen.

    ad 4. Das ganze Cloud – Gedöns ist derzeit die wirkliche Cash Cow für Microsoft und stütz die Bereiche Windows und Office. Unter dem Titel Cloud Services und Cloud-Dienste wird bereits jetzt Geld zu diesen Sparten umverteilt und deren Zahlen geschönt. Damit werden aber die Probleme insbesondere von Microsoft Windows 10 nur verschleiert. Die Umsätze mit der Cloud sind tatsächlich nur ein Hype. Sollte dieser Hype wegbrechen oder sich auch nur etwas normalisieren, dann werden die wirklichen Probleme gnadenlos ans Tageslicht befördert werden.
    Weiters sollte man bedenken, daß es in der Cloud eine Reihe von Mitbewerbern gibt. Und wo MS kein Monopol hatte, sind die bisher immer noch ‘baden gegangen’.

    Konklusion:
    Unter diesen Voraussetzungen ist die MS – Aktie eigentlich nur mehr etwas für Zocker. Die langfristigen Anleger haben sich von dieser Firma schon längst getrennt. Selbst Bill Gates weiß das. Er hat mittlerweile mehr Apple als MS – Aktien in seinem Portfolio. Was soll man davon halten, wenn sich schon der Firmengründer von seinen Anteilen trennt. Denkt einmal darüber nach.

    Hätte ich noch MS – Aktien würde ich spätestens jetzt Kassa machen;
    und tschüß …

  5. Shadena sagt:

    Also, wenn man bedenkt, mit welchem strickten Überprüfen der Lizenzen Microsoft im letzten Jahr Firmen genervt hat (nicht nur wir hatten ein Auditoring), und wenn man dann die unüberschaubare Lizenzpolitik gegenüberstellt, dann finden die _immer_ etwas, was nachlizensiert werden muss. Und das kostet!
    Alleine die Lizenzen machen bei uns einen großen Kostenfaktor aus.
    Ich denke, das ist nicht beliebig erweiterbar. Ergo sind die Gewinne damit kurzfristig gestiegen. Und MS wird sich weiter auf hohem Niveau bewegen, aber Zuwachs? Der sollte vorbei sein. Außer, die drehen weiter an der Lizenzschraube…
    Leider können wir nicht das OS wechseln. Im Gesundheitssektor gibt es noch viel zu wenig Auswahl bzgl. benötigter Software.
    Also Softwareentwickler, ihr wisst, was ihr zu tun habt! ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.