Aller guten Dinge sind Drei: Clubhouse-Datenbank mit 1,3 Millionen Datensätzen zum Kauf angeboten

Beim seit Monaten gehypten Startup Cloubhouse hat es ein Datenleck gegeben. Eine SQL-Datenbank mit 1,3 Millionen Benutzerdaten ist in einem Hacker-Forum aufgetaucht. Hier ein Blick auf das vermeintliche Datenleck, von dem Clubhouse sagt: „Kein Hack, die Profildaten der Nutzer kann jeder per App oder API abrufen“ und einige schmutzige Details zu Clubhouse.


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Clubhouse für Influencer und ’nützliche Idioten‘

Clubhouse ist eine Social-Media-App, zur Zeit nur für iOS verfügbar, des US-Anbieter Alpha Exploration aus Salt Lake City (Utah). Im Gegensatz zu anderen Social Media-Diensten, wo es um Text (Facebook, Twitter), Fotos (Instagram, PInterest) oder Videos (TikTok) geht, fokussiert Clubhouse sich auf Audio. Der Dienst ermöglicht Teilnehmern, virtuellen Gesprächsrunden zuzuhören und ggf. auch an Gesprächen teilzunehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist noch alles in Ordnung, wenn man meint, das zu brauchen. Das No-Go kommt, wenn man sich ein wenig mit der Plattform befasst.

Nützliche Idioten werden gebraucht

Das Besondere an Clubhouse: Die Teilnahme ist nur durch eine Einladung eines aktiven Clubhouse-Nutzers möglich. Die Einladungen gingen an wirkliche und vermeintliche Influencer. Die Macher setzen auf eine virale Verbreitung, bei der das Angebot verknappt wird. Als ‚Zugpferde‘ dienten in Amerika Paris Hilton, Ashton Kutcher oder Oprah Winfrey. In Deutschland ließen sich Joko Winterscheidt, Dunja Hayali und FDP-Chef Christian Lindner (Digital first, Bedenken second), sowie die Digitalministerin im Bundeskanzleramt, Dorothee Bär (CSU) vor den Karren spannen, indem die Personen in Clubhouse-Räumen an Diskussion teilnahmen. Ob es dem Ego schmeichelte oder man sich neue Zuschauer- bzw. Wählerschichten erobern wollte, weiß ich nicht.

Auch ein Ministerpräsident von Thüringen, Herr Ramelow, war sich nicht zu schade, auf Clubhouse über das „Merkelchen“ und die Vorliebe, bei Bund-Länder-Beratungen zu Corona mal gerne Candy-Crush-Saga auf seinem Handy zu spielen, zu plaudern, wie man z.B. hier lesen kann.

Frau Dorothee Bär geriet wegen dieses Clubhouse-Auftritts dann in die Kritik – eine Digitalministerin sollte sich schon bewusst sein, auf welches Pflaster sie sich begibt (siehe unten). Spiegel Online hat in diesem Artikel die Reaktion von Frau Bär thematisiert – die Kurzfassung: Frau Bär warnt davor, Innovation »mit der Datenschutzkeule zu zerschlagen«. Ich gestehe, ich war in diesem Augenblick echt sprachlos (passiert mir selten). Zeigt, welche Knallchargen in Berlin und andernorts Politik machen.

Im Sinne von unfairer Dialektik, die aber sehr gut ins Bild passt, noch ein Verweist auf diesen Artikel in Handelsblatt, Frau Julia Reuss, Lebenspartnerin von Allzweckwaffe und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), war Büroleiterin von Digitalministerin im Bundeskanzleramt, Dorothee Bär (CSU), wechselt aber als Lobbyistin zu Facebook.

Noch was zum Begriff „nützliche Idioten“, weil sich Leute drüber beschwerten. Bei Personen, die weit im öffentlichen Rampenlicht stehen, sollte man erwarten können, dass diese sich etwas über das Geschäftsmodell (siehe folgende Absätze) informieren, bevor sie sich öffentlichkeitswirksam vor den Karren eines Unternehmens spannen lassen. Ich denke, es wäre ausgesprochen klug für die oben genannten Personen gewesen, da eher Abstinenz zu üben. So sieht es für mich so aus, als ob sich die Leute als „nützliche Idioten“ vor einen bestimmten Karren spannen ließen (zumal ich in meinen Social Media-Blasen mitbekam, dass Leute plötzlich ganz heiß auf eine Clubhouse-Einladung waren, weil der und der doch da auch schon mal aktiv war).

Schmutzige Seiten von Clubhouse

Die schmutzige Seite von Clubhouse, wo die vermeintlichen Influencer als „nützliche Idioten“ gebraucht werden: Die App forderte lange Zeit nach der Installation den Zugriff auf die Kontaktdaten des Smartphones und las alle Kontaktdaten. Diese wurden an Server in den USA übertragen. Ergo müsste der App-Nutzer vor der Freigabe die schriftliche Erlaubnis aller Kontakte einholen, andernfalls ist die Nutzung schlicht schon ein dicker Verstoß gegen die DSGVO. Ich hatte das Ganze im Blog-Beitrag Finger weg von der Social-Media-App Clubhouse thematisiert. Und es gibt diesen englischsprachigen Artikel mit dem Titel „die Leute mögen ihre Drogendealer und Therapeuten einladen, damit die App deren Telefonkontakte abgreifen könne“, der eigentlich keinen Zweifel lässt, wessen geistiges Kind die Clubhouse-Macher sind.

Ich erinnere mich aber, Mitte März 2021 gelesen zu haben, dass Clubhouse nach enormem öffentlichen Druck zugesagt habe, nicht mehr auf die Kontakte der Adressbücher zuzugreifen (dieser Artikel greift das auf). Allerdings zeichnet Clubhouse m.W. nach wie vor alle Gespräche in den virtuellen Räumen auf – und der neueste Artikel in Zeit Online berichtet davon, dass Clubhouse-Nutzer nun mit ihren Gesprächen Geld sogar verdienen können. Der datenschutztechnische Alptraum von Clubhouse wird (zum meiner Überraschung) in diesem englischsprachigen Beitrag sehr gut seziert. heise berichtete im Januar 2021, dass die Verbraucherschutzzentralen Clubhouse wegen solcher Mängel sogar abgemahnt habe. Unter diesem Aspekt kann man den oben genannten Teilnehmern, wenn man es sehr wohlwollend sieht, ziemliche Blauäugigkeit vorwerfen. Bei Frau Beer und Herrn Lindner hätten aber alle Alarmglocken schrillen müssen.

Sicherheitslücken, ein Hack und das „Datenleck“

Geht man die obigen Informationssplitter durch, dürfte auch Leuten, die nicht „die hellste Kerze auf der Torte“ sind, irgendwie klar werden, dass Clubhouse ein sicherheits- und datenschutztechnischer Alptraum ist. Dass die Clubhouse-App Hackern zahlreiche Angriffsmöglichkeiten bietet, hatte Spiegel Online bereits Ende Januar 2021 in diesem Beitrag thematisiert. Ein Sicherheitsforscher hatte sich die App vorgenommen und eine Reihe Schwachstellen gefunden, über die sich Nutzer gezielt aussperren, Daten abrufen und Konten übernehmen ließen. Nur Ignoranten konnten ab diesem Zeitpunkt auf Clubhouse fliegen.


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Ein Hack ermöglichte Android

Im Februar 2021 wurde dann bekannt, dass es einen Datenschutzvorfall bei Clubhouse gab. Ich hatte es hier im Blog nicht thematisiert, aber mal die Presseinformation von Sicherheitsanbieter Tenable nochmals angeschaut. Ein Entwickler in China hatte eine Open-Source-App entwickelt, mit der Android-Benutzer auf Clubhouse, was eigentlich nur für iPhone verfügbar ist, zugreifen konnten. Eindringlinge konnten so auch Clubhouse-Audio-Feeds aus mehreren Räumen auf ihre eigene Website streamen. Clubhouse hat den Benutzer inzwischen dauerhaft gesperrt und Schutzmaßnahmen angekündigt, um weitere Verstöße zu verhindern.

Tenable meinte, es könnte ja auch kriminelle Personen geben, die Gespräche führen und / oder als Geisterbenutzer (nicht in einem Raum sichtbar, aber in der Lage zu chatten) in öffentlichen und privaten Räumen sprechen und gegen die Auflagen der App in Sachen Datenschutz und Diskretion verstoßen. Es besteht auch die Wahrscheinlichkeit, dass Schwachstellen auf der gesamten Plattform verbleiben, die noch entdeckt und offengelegt werden müssen. Die SIcherheitsexperten von Tenable hofften, dass Clubhouse einen offiziellen Offenlegungsprozess für Schwachstelle einführt, damit Sicherheitsprofis dabei helfen können, die wachsende Plattform und letztendlich seine Benutzer besser zu schützen. Auch Avira warnte, dass die Gespräche nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt übertragen wurden und so von Dritten abgegriffen werden konnten.

1,3 Millionen Datensätze im Darknet

Gestern haben mich Sicherheitsforscher von CyberNews per Mail informiert, dass sie auf eine SQL-Datenbank gestoßen sind, die 1,3 Millionen Datensätze von Clubhouse-Benutzern gestoßen sind, die in einem Hackerforum zum Kauf angeboten wird.

Clubhouse-Datenleck
Clubhouse-Datenleck, Quelle: CyberNews

Die geleakte Datenbank enthält eine Vielzahl von benutzerbezogenen Informationen aus Clubhouse-Profilen, darunter:

  • Benutzer-ID
  • Name des Clubhouse-Benutzers
  • Foto-URL
  • Benutzername
  • Twitter-Handle
  • Instagram-Handle
  • Anzahl der Follower
  • Anzahl der Personen, denen der Benutzer folgt
  • Datum der Kontoerstellung
  • Eingeladen durch den Profilnamen des Benutzers

In diesem CyberNews-Artikel finden sich ein Beispiel für die betreffenden Daten und weitere Details. Solche Datensammlungen sind natürlich ein gefundenes Fressen für Phisher und Cyber-Kriminelle, die Zieladressen benötigen.

Alles halb so wild, sagt Clubhouse

Aber hey, dass ist ja nicht wirklich ein Problem, wie man staunend von Clubhouse in folgendem Tweet erfährt. Denn die Macher schreiben, dass man nicht gehackt worden sei, oder dass es einen Datenschutzvorfall gegeben habe (der obige Fall der Android-App wurde nicht thematisiert).

Vielmehr schreiben die Clubhouse-Macher, dass sich die Daten jederzeit per App oder über die API abrufen ließen, da die Clubhouse-Profile öffentlich seien. Damit reiht sich Clubhouse in die Riege von Facebook (Hacker publiziert 533 Millionen Telefonnummern von Facebook-Nutzern) und LinkedIn (Datenleck: 500 Millionen LinkedIn-Nutzerdaten zum Verkauf in Untergrundforum) ein, wo Nutzerdaten ebenfalls über APIs oder aus angeblich alten Lecks in Datenbanken zusammen geführt wurden. Na denn, wenn’s dem Wohle der Nutzerschaft dient …

Ergänzung: Sicherheitsforscher von CyberNews haben sich nochmals per Mail bei mir gemeldet und sich über die schnelle Reaktion von Clubhouse auf den Vorfall gewundert. Sie fandes es verwirrend, dass Clubhouse erklärte, dass das Unternehmen „keine Datenschutverletzung sieht oder gehackt wurde“ und dass die Daten von 1,3 Millionen Menschen, die in einem Hackerforum gepostet wurden, „alle öffentlichen Profilinformationen aus [der Clubhouse] App sind, auf die jeder über die App oder [ihre] API zugreifen kann“.

Dave Hatter, Cybersecurity-Experte bei der in Cincinnati ansässigen Cybersecurity-Firma IntrustIT, meint dazu, dass der Zugriff auf Benutzerinformationen über eine App-API nichts ist, worüber Social-Media-Unternehmen generell glücklich sein sollten.

Mantas Sasnauskas, Senior Information Security Researcher bei CyberNews, sagt, dass der Dump der Nutzerdaten ein potenzielles Datenschutzproblem innerhalb der Social-Media-Plattform selbst offenbart: „Die Art und Weise, wie die Clubhouse-App aufgebaut ist, erlaubt es jedem mit einem Token oder über eine API, den gesamten Bestand an öffentlichen Clubhouse-Benutzerprofilinformationen abzufragen, und es scheint, dass das Token nicht abläuft.“ Mehr Informationen haben die Sicherheitsforscher in diesem Beitrag zusammen getragen. Wenn ich mir dann die obigen Ausführungen zu Clubhous ansehe, kann ich nur Jedem raten, einen weiten Bogen um die App und den Dienst zu machen – egal welche Influencer dort herum turnen.


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21 Antworten zu Aller guten Dinge sind Drei: Clubhouse-Datenbank mit 1,3 Millionen Datensätzen zum Kauf angeboten

  1. Dat Bundesferkel sagt:

    Muahaha, es trifft zumindest die Richtigen. Weder direkt, noch indirekt, würde ich die eingangs genannten Personen zu meinen Kontakten zählen. Sprich: Auch deren „eingeladenen“ Kontakte zählen nicht zu meinem Kontaktekreis… ebenso wenig deren Kontakte.

    Alle in einen Sack und immer feste druff knüppeln.

    Ach stimmt ja, ich vergesse immer wieder: Niemand interessiert sich für die persönlichen Daten von Otto Normal… so zumindest die Aussagen der „Pseudo-Aufgeklärten“ und „Nutznießer von super geilen Angeboten“… :-D

  2. Zocker sagt:

    „Clubhouse für Influencer und Idioten“

    Perfekte Formulierung.

  3. Christian Krause sagt:

    Ich verstehe den Sinn von clubhouse nicht.
    Das muss sowas gewesen sein wie: „man, mit diesem social media kann man ne Menge Kohle verdienen, wenn man nur der erste ist. Es gibt schon profile (facebook), chat (whatsapp), Video (tiktok), live video (Skype), bilder (instagram), news (twitter), … Was fehlt denn noch? Geruch! … Ne, mist fehlen uns die Endgeräte… Audio! Hmm.. Aber das braucht doch keiner… Ach egal, wir müssen das nur spannend vermarkten, bis jemand für 4 Milliarden unsere bude kauft.“

    Ich wette genau so ist es gewesen.

  4. Ralf S. sagt:

    „Frau Bär warnt davor, Innovation »mit der Datenschutzkeule zu zerschlagen«“

    Einfach nur unglaublich, wenn eine Digitalministerin – also eine Ministerin, die die Digitalisierung Deutschlands vorantreiben soll – sich zu solch haarsträubenden, selbstdiskreditierenden Aussagen hinreißen lässt… Na dann… Dann sag ich mal „Gute Nacht um sechs“! Aber wahrscheinlich ist für Frau Bär das Internet auch noch Neuland, das sie erst mal noch etwas besser kennenlernen muss. Alleine Clubhouse als „Innovation“ zu sehen, spricht für mich Bände wessen Geistes Kind diese Dame wohl ist. Und Ministerpräsidenten, die für ein ganzes Bundesland verantwortlich sind, treiben sich dort mit peinlichen Aussagen auf Grundschul-Niveau rum… Und solchen angeblichen „Volksvertretern“ soll man dann noch vertrauen?

  5. Dietmar sagt:

    Erschreckend!

  6. micha45 sagt:

    Es wird niemand gezwungen, derartige Angebote wahrzunehmen. Es ist also freiwillig.
    Oder habe ich etwas verpasst?

    Dass derartige Dienste Datenkraken sind, sollte mittlerweile den Dümmsten der Dummen klar sein. Das ist nämlich deren Geschäftsmodell.

    Wenn dann solche Datenpannen bekannt werden, dann wird immer so getan, als sei das ein nicht zu erwartender Skandal. Der Anlass wird dann auch gleich dafür genutzt, um pauschal auf Politiker einzudreschen.
    Kennt man ja mittlerweile.
    Etwas mehr Gelassenheit, vor allem, wenn man solche Angebote selbst gar nicht nutzt, ist angesagt.

    Wen interessiert es denn wirklich, ob solche C-Promis wie Paris Hilton, Dunja Hayali, oder Joko Winterscheidt diesen Dienst nutzen? Die müssen halt, um Aufmerksamkeit zu bekommen, jede Gelegenheit nutzen.
    Sollen sie doch.

    • Dat Bundesferkel sagt:

      „Etwas mehr Gelassenheit, vor allem, wenn man solche Angebote selbst gar nicht nutzt, ist angesagt.“
      Das ist halt diese eine, böse, gemeine Fehlannahme. Die direkt Betroffenen gehen einem doch sonst wo vorbei. Egal ob Fratzenbuch, WhatsF*ck, TikTok (für Hängengebliebene), Snapchat, Insta…

      Aber diese „direkt Betroffenen“ haben halt auch Bekannte und Kontakte in ihren Adreßbüchern, die sie munter und fleißig in der iCloud, Google Cloud, OneDrive und gefühlt 5 mio anderen Dienstleistern hochladen, teilen und speichern.
      Vermutlich hat keiner dieser Kontakte jemals einer derartigen Datenverarbeitung zugestimmt. Und genau *das* ist das Problem,

      Was hilft es, wenn ich als staatlich anerkannter Aluhut-Träger Angebote dieser Art meide, aber mein Umfeld – oftmals gegen ausdrücklichen Wunsch – irgendwo speichert und teilt? Genau *das* ist das Problem. Nicht die direkt Betroffenen. Die können an ihrer eigenen Dummheit meinetwegen zu Grunde gehen.

      • micha45 sagt:

        „Was hilft es, wenn ich als staatlich anerkannter Aluhut-Träger Angebote dieser Art meide, aber mein Umfeld – oftmals gegen ausdrücklichen Wunsch – irgendwo speichert und teilt? Genau *das* ist das Problem. Nicht die direkt Betroffenen.“

        Selbstverständlich ist das ein Problem. Aber was soll man selbst dagegen unternehmen?
        WhatsApp lädt die Daten auf die Server, sobald diese auf dem Smartphone in der Kontaktliste eingestellt worden sind. Also auch die Daten derjenigen, die Angebote wie WhatsApp, Facebook usw. gar nicht nutzen.

        Um das zu unterbinden, müssten seitens der Gesetzgeber entsprechende gesetzliche Vorgaben auf den Weg gebracht und bei Verstößen drastische Strafen verhängt werden. Als letzte Konsequenz dann auch die Zerschlagung des Unternehmens.

        Hartes und konsequentes Vorgehen wäre also hier angesagt, es muss so richtig weh tun.
        Ich bezweifle allerdings stark, dass das jemals so effektiv in die Tat umgesetzt werden wird.

        • Zocker sagt:

          „Selbstverständlich ist das ein Problem. Aber was soll man selbst dagegen unternehmen?“

          Wie wäre es mit keine Daten weitergeben? Darauf kommt mancher gar nicht erst.

          • micha45 sagt:

            Du hast den Bezug zu dieser Aussage nicht geschnallt. Der Bezug steht als Zitat gleich am Anfang meines Kommentars.
            Aber was will man von dir auch anderes erwarten.

          • Zocker sagt:

            DU hast nicht geschnallt, dass dein Datenschutz bei DIR anfängt und nicht bei anderen. Aber was erwarte ich da von dir…

          • Dat Bundesferkel sagt:

            Naja, im Falle von WhatsApp ist das tatsächlich ein Ding der Unmöglichkeit.

            Es schreit nach Zugriff auf Kontakte (ohne Zugriff ist WA nicht sinnvoll nutzbar, außer Du erkennst Deine 50+ Kontakte rein an der Rufnummer). Einmal kurz schwach geworden und *schwupps* sind die Kontakte bei WA und FB.

            Auch wenn es mich unendlich aufregt, ich kann da dem (unbedarften) Nutzer nicht böse sein. Einigen ist es egal, das stimmt. Andere nehmen es einfach nicht wahr und verstehen die Zusammenhänge nicht – sie wollen einfach nur das Produkt nutzen.

            micha45 hat hier tatsächlich recht mit der Aussage, daß auf alle Fälle der Gesetzgeber hier gefragt ist einen Riegel vorzuschieben. Nicht durch neue Gesetze, sondern einfach mal die vorhandenen Werkzeuge einsetzen.
            Kein Abkommen mit den USA, kein Privacy Shield, eklatante Verstöße gegen die DSGVO (WA macht es sich zu einfach, die Verantwortung auf die Einzelnutzer abzuschieben und vorauszusetzen, daß sie alle Einverständniserklärungen hätten – so funktioniert die DSGVO auch nicht…).

            Also bitte nicht zoffen, ihr zwei, micha45 meint das in diesem Fall echt nicht böse.

          • Zocker sagt:

            Natürlich ist hier auch der Gesetzgeber gefragt. Die Betonung liegt auf „auch“. Denn auch du selbst bist in der Pflicht deine Daten zu schützen. Wenn du sie wild in der Gegend verteilst in dem Wissen, dass sie wahrscheinlich weiter verstreut werden, dann bist du selbst Schuld, wenn Konzerne wie FB an deine Daten kommen.

            Ich halte das schon immer konsequent so, dass Freunde, die bei WA sind, meine Telefonnummer entweder nicht bekommen oder diese nur handschriftlich notieren. Klappt prima. Alternativen zu WA gibt es auch genug. Ich konnte schon viele Bekannte von Threema überzeugen, womit ein Austausch der Telefonnummer gar nicht mehr nötig ist (über Threema kann man auch telefonieren).
            Bei mir funktioniert das auch deshalb so gut, weil ich wert auf reale anstatt virtuelle Kontakte lege und das Telefon eher selten zur Kommunikation nutze.
            Als Alternative kann man sich eine zweite SIM-Karte zulegen (anonym, auch wenn das inzwischen erschwert wird), ein Telefon mit 2 SIM-Slots nutzen und dann immer nur die alternative Nummer weiter geben. In einem alten Zweittelefon habe ich für solche Kontakte auch eine anonyme SIM-Karte. Da bin ich dann nicht so gut zu erreichen, aber das passt schon. Und wem das nicht so nicht passt und damit ein großes Problem hat, der gehört offenbar doch nicht zu meinem Freundeskreis. Dann erledigt sich das Thema automatisch.

            Also, es gibt mehr als genug Möglichkeiten. Man muss nur wollen und nicht nur jammern.
            Und nochmal: natürlich muss die EU hier einen Riegel vorschieben. Bringen wird das aber wenig. Denn wer kontrolliert denn, ob FB und WA sich daran halten? Man ist als Bürger auch selbst in der Pflicht sich um Datenschutz zu kümmern und darf nicht alles auf andere abschieben und sich auf die verlassen.

    • Ralf S. sagt:

      Ja, und dann noch die vielen D- und E- bis Z-Promis wie aktuell Digital-Ministerin D. Bär, Ministerpräsident B. Ramelow und Parteivorsitzender C. Lindner… Und wohl noch so einige andere „unbedeutende“ Politik-Promis, die dort (u. a. mit ihnen wohlgesonnenen Journalisten) so alles mögliche be- und wohl auch ausplaudern und nebenher vielleicht noch ein paar „Geheimnisse“ verraten und sich zu guter Letzt dann noch selbst der Lächerlichkeit (>> Stichwort „Politikverdrossenheit“ der Bevölkerung) preisgeben… Aber alles gut! „Gelassenheit“ (und übrigens auch bewusstes „Wegschauen“) hat ja meistens zum Ziel und vor allem fast immer zu einem guten Ende geführt… Gibt es ja in der Geschichte unendlich viele Beispiele dafür; natürlich nicht nur in der deutschen. Warner und diverse Aufklärer/Daraufhinweiser hat es ja immer gegeben. Nur leider wurden diese oft gar nicht, oder erst viel zu spät gehört (hier gelesen – Hr. Born sei dafür mal an dieser Stelle gedankt) und vor allem dann auch wirklich ernst genommen!

      • micha45 sagt:

        Ich bin ja durchaus ebenfalls der Meinung, dass (bedeutende) Politiker solche Dienste nicht nutzen sollten.
        Es ist aber leider nicht verboten. Vor allem deshalb nicht, weil die sich auf diesen Plattformen mit ihrem Privat-Account registriert haben. Aufgrund dieser Tatsache bringt es nichts, sich deswegen die Nerven zu ruinieren.
        Das meinte ich mit mehr Gelassenheit.

        • Günter Born sagt:

          Gelassenheit? Ob sich ein Herr Lindner oder Frau Bär da auf diesen Plattformen entblößen, ist mir persönlich egal. Aber die Damen und Herren treten an, die Bundesrepublik bzw. die deutsche Bevölkerung künftig im Bundestag – und (bei einigen möglicherweise) in der Bundesregierung zu vertreten. Da wäre doch das Mindeste, zu erwarten, dass diese Personen die aktuelle Datenschutzgesetzgebung kennen, vertreten und einhalten. Aber Frau Bär ist mir leider durch Statements, dass das Datenschutzniveau zu hoch sei, aufgefallen – und zur FDP-Kampagne „Digitalisierung first, Bedenken second“ brauche ich – angesichts der täglich aufpoppenden Datenschutzvorfälle nichts mehr zu verlieren. Das ist das, wo jeder für sich nachdenken sollte.

          Man kann es auch anders formulieren: Die Piratenpartei war einfach einige Jahre zu früh da.

          • micha45 sagt:

            Wie erwähnt, auch ich halte das für kritisch.
            Dass diese Politiker für ihre Statements derartige Plattformen nutzen, halte auch ich für sehr bedenklich.

            Das Problem ist halt: Wie soll man das, in Anbetracht der vorliegenden Umstände, unterbinden oder verhindern?
            Die sind dort mit ihren Privat-Accounts unterwegs und außerdem gilt auch für diese öffentlichen Personen das Recht auf freie Meinungsäußerung.

            Kritisieren kann und sollte man dieses Verhalten. Aber im Grunde juckt das doch keinen und spielt für die Mehrheit der potentiellen Wähler bei anstehenden Wahlen auch keine großartige Rolle. Sei der Schwachsinn, den sie über diese Plattformen verzapft haben, auch noch so groß.

          • Mance sagt:

            @micha45

            @Aber im Grunde juckt das doch keinen…

            Daran sieht man wie kaputt unsere Gesellschaft schon ist.
            Ich bin ja altersbedingt in der glücklichen Lage die ganze IT-Entwicklung von Anfang an miterlebt zu haben und auch noch die Zeit kenne, als es noch gar keine Computer gab.
            Ich möchte mich nicht weiter auslassen über das Thema (bringt eh‘ nichts). Aber trotzdem freue ich mich darauf, noch möglichst lange die weitere Entwicklung, amüsiert und mit Schrecken zugleich, zu verfolgen. Mir schwant Böses.

          • Zocker sagt:

            Die Piratenpartei war nicht zu früh da. Sie war zum richtigen Zeitpunkt da, nur hat deren Wichtigkeit niemand erkannt. Solche Dinge müssen schon länger im Voraus geplant werden und nicht erst 5 vor 12 oder nach 12, wie das derzeit in der Bildung der Fall ist. Bei unseren Politikern könnte man da auch noch mal 10 Jahre warten und dann würde es heißen, dass man jetzt auch nichts mehr machen könne.
            Leider hat sich die Piratenpartei selbst zerfleischt. Das war das Problem, nicht der Zeitpunkt ihres Erscheinens.

  7. ATh sagt:

    Aus mitgeschnittenen Audiodaten kann man wunderbare neue Sätze bauen und den Influencern (und Politikern) in den Mund legen. Man braucht nur genug Material. Wird schon noch lustig ….

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