Software: Unser Grab als PKW-Besitzer der Zukunft?

VW-Käfer[English]Haben Sie ein Auto? Irgendwann steht wohl dessen Ablösung an. Was früher zwar ein teurer, aber oft freudiger Akt war, könnte künftig zum Alptraum mutieren. Den nebenstehend gezeigten Käfer tangiert das nicht – auch wenn es sich schon um ein neueres Modell handelt. Früher (TM) konnte man noch schrauben und reparieren. Bereits heute erfordern moderne Fahrzeuge teure Diagnosestationen, die den privaten Schrauber aussperren. Aber die Zukunft wird noch schlimmer – nach dem Willen der Entwickler sollen künftige Fahrzeuge viel Digitaltechnik und Software enthalten. Und damit stellt sich die Frage nach den Software-Updates sowie Bugs im Code und der Supportdauer.


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Bei Computern haben sich viele Anwender bereits daran gewöhnt, dass ständig Updates zu installieren sind. Und Windows 10-Nutzern ist geläufig, dass alle 18 Monate eine alte Version aus dem Support fällt und keine Updates mehr bekommt. Ein Auto mal eben 10, 20 oder 30 Jahre fahren, halte ich in diesem Szenario für ausgeschlossen. Und ich hatte mal den Joke auf den Lippen: Wir wollten losfahren, als das Auto noch ein Update ziehen und einige Male neustarten musste. Es gab zwar keinen Absturz, aber den Zug haben wir leider verpasst. Leider wurde ich von der Wirklichkeit überholt, als mir im November 2020 dieser Tweet unter die Augen kam.

Car Update

Der Junge wollte losfahren, stellte aber fest, dass sein Tesla eben noch ein Update ziehen musste. Autopilot und die Kamera wurden aktualisiert und das Fahrzeug sollte solange nicht bewegt werden. Inzwischen scheint es sogar möglich zu sein, Updates während der Fahrt zu installieren – wie folgender Tweet suggeriert.

Car Update

Wirft natürlich die Frage auf, wie das künftig mit der Masse der Fahrzeuge geregelt wird – in die Werkstatt für ein Software-Update fahren, ist wohl nicht. Was mir aber wesentlich mehr Bauchschmerzen bereitet, sind die Gefahren, die ich am Horizont heraufziehen sehe. Neben der Sicherheit gegen Hackerangriffe stellen sich so ganz schnöde Fragen: Was kosten diese Updates? Wie gehen die Hersteller mit Bugs um? Und vor allem: Wie lange bekommst Du für dein Auto Updates.

Navi-Update und Keyless Go-Systeme als Negativbeispiele

Die Branche will ja am liebsten alle 2 Jahre die Software komplett über einen Haufen werfen und „Zusatzfunktionen“ sowie Mehrwertdienste scheinen die neue Melkkuh, um den Autofahrer richtig abzuzocken. Die Tage bin ich bei heise auf den Artikel Das Update-Drama gestoßen, wo jemand seine Erfahrungen mit Navigationssystemen ab Werk beschreibt. Ein Alptraum, für manchen Autobesitzer, denn die Navis sind teuer, die Software oft ungepflegt und jedes Update kostet viele hundert Euro. Mein Navi habe ich nie aktualisiert, da neue Karten den Mondpreis von 800 Euro verschlingen würden.

Bei den Schließsystemen für PKWs hat die Branche ja bereits nachhaltig gezeigt, dass sie es nicht kann. Ich hatte das Thema drüben im 50 Plug-Blog im Artikel Risiko Keyless Go-Systeme beim Auto: Kein Schutz bei Diebstahl angesprochen. Und zum Beitrag über das Montagsauto Tesla Modell 3 gab es auch Hinweise auf massive Software-Probleme bei VW und seinem ID3. Die Samstags-Beschäftigung für Software-Frickler dürfte künftig gesichert sein, wie folgender Tweet bereits zeigt.

Car Update


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Also: Gelernt habe ich, man muss bei Mega suchen, ob es die Firmware schon als Download gibt, und die dann für Umme über USB-Stick in die Karre frickeln. Und falls das Update infiziert war, ist man geransomned – losfahren erst, nachdem man Bitcoins im Wert von einigen hundert Euro gezahlt hat.

Die nackte Zukunft

Aktuell steht die Produktion bei einigen Autozulieferern wegen der weltweit herrschenden Chip-Knappheit. Der Trend geht aber dahin, noch mehr Chips und Rechenpower in den Fahrzeuge zu bringen. Letztens ist mir dieser Tweet unter die Augen gekommen, der die Entwicklung aufgreift.

Software eating the car

Unter dem Titel „How Software Is Eating the Car“ macht sich der Autor, ein Professor, der im Bereich Software Engineering arbeitet, so seine Gedanken. Ein einfaches Auto hat bereits heute Software an Bord, für die 100 Millionen Zeilen Quellcode (Lines of Code, LOC) geschrieben wurden. High-End-Fahrzeuge mit Fahrassistenten kommen auf 150 Steuereinheiten mit 150 Millionen Codezeilen. Er stellt die Frage: Kann die Autoindustrie das verkraften? Ich meine: Das kann keiner mehr kontrollieren und Verfallsdaten im Bereich drei bis fünf Jahre dürften bald drohen. Von zahlreichen Bugs möchte ich gar nicht erst reden. Die Autoindustrie schaufelt sich das eigene Grab.

Was war es noch so einfach, als Du früher (TM) einfach nur schauen musstest, dass der Tank voll war – und man vor einer größeren Fahrt noch maximal Luftdruck der Reifen, Kühlwasser- und Motorölstand kontrollieren brauchte. Oder wie seht ihr das so?


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50 Antworten zu Software: Unser Grab als PKW-Besitzer der Zukunft?

  1. Zocker sagt:

    Neben der geringen Haltbarkeit neuer, moderner Autos (niemand sollte erwarten, dass er 10 Jahre nach Produktionsende noch Sicherheitsupdates bekommt; von Funktionsupdates reden wir erst gar nicht, da kann man froh sein, wenn nach 5 Jahren noch das Navi vollständig geht) scheinen DLCs und Abos der neueste Schrei zu sein. Die ganze Hardware ist schon verbaut, aber wenn man sie nicht nutzen (=bezahlen) mag, zahlt man sie trotzdem. Und wenn man sie doch nutzen will, zahlt man doppelt. Hat sicher seine Vorteile, weil man später einfach nachrüsten kann und nicht schon beim Neukauf final entscheiden muss. Auch Gebrauchtwagen werden dadurch theoretisch attraktiver, da anpassbar. Jedoch ist der heutige Ausstattungsstandard so hoch, dass dieser Vorteil eher gering ausfallen dürfte.
    Macht zusammen mit den ganzen Anfälligkeiten, an denen auch die EU schuld ist (Reifendruckmesser, Notrufsystem und so verpflichtenden Quatsch), Youngtimer attraktiv.

  2. Flint sagt:

    Hallo Kollege Born und alle anderen,

    ich muss sagen mir spricht dieser Artikel aus der Seele.
    Mich beschleicht schon länger das Gefühl, dass in der Welt der Software und Hardware so einiges schief läuft. Das Bsp. mit dem PKW finde ich sehr treffend gewählt, und zeigt eigentlich sehr deutlich in welche Richtung wir uns hier unaufhaltsam bewegen.
    Die genannten Bsp. (Bugs, Support länge, Kosten etc.) lässt sich sehr schön auch auf andere Bereiche übertragen und gibt mir oft sehr zu denken.
    Nicht nur das Systeme immer komplexer werden und damit schwerer zu beherrschen und zu warten sind. Stellt sich auch die Frage wo führt das noch alles hin. Wenn die Qualität offenkundig so unterirdisch ist, dass die Presse leider voll davon ist. Auch wenn Windows hier jetzt eins der bekanntesten Bsp. ist (#no-flame, #i-like-windows) zeigt es mir persönlich doch eine gewisse Tendenz, die ich auch so schon häufiger bei anderen Software und Hardware Produkten erlebt habe. Bugs sind zwar ärgerlich aber behebbar. Support längen sind meiner Meinung nach zu sehr an Wirtschaftliche Interessen geknüpft, da der Entwickler natürlich Geld verdienen muss. Aber auf Teufel komm raus in immer kürzer Zeit möglichst schnell etwas neues raus zu hauen, halte ich schlicht für nicht gut. Natürlich wird hier und da immer wieder alles besser, optimiert usw. aber hier wäre eine „Entschleunigung“ evtl. der ganzen Thematik durchaus angebracht.
    Ich will mir nicht anmaßen es besser zu können, dafür bin ich noch nicht lang genug im Business. Aber dennoch habe ich einfach das Gefühl, dass etwas gehörig schief läuft.
    Bitte mich nicht falsch zu verstehen, weiter Entwicklung ist ein ganz natürlicher Vorgang und gehört zum Leben wie die Luft zum Atmen. Aber dennoch gibt mir das zu denken, denn irgendwann trifft es ein Thema wo es nicht mehr um nervige Bugs oder etwas der gleichen geht sondern schlicht um Menschenleben oder Sicherheit.

    Gruß

    • Ralf S. sagt:

      „Aber dennoch gibt mir das zu denken, denn irgendwann trifft es ein Thema wo es nicht mehr um nervige Bugs oder etwas der gleichen geht sondern schlicht um Menschenleben oder Sicherheit.“

      Eben, genau auch meine Meinung – und zwar schon seit einigen Jahren. Wir legen uns mit dieser „Immer-und-Überall-und-immer-mehr-Digitalisierung“ selbst eine Schlinge um den Hals, die sich so langsam und kontinuierlich zuzieht. Vor allem scheint nur wenigen so recht aufzufallen, dass unter dem Summenstrich nichts, aber auch rein gar nichts wirklich (!) besser wird! Wir verlagern viele Probleme auf eine andere (evtl. noch undurchschaubarere) Ebene und alte Probleme, die durch die Digitalisierung evtl. behoben wurden, werden durch neue (u. U. schlimmere) Probleme ersetzt… Ein wahrhaft beängstigender Teufelskreis, in dem wir uns längst befinden.

  3. Ärgere das Böse! sagt:

    Das tönt vollkrass.

    In der Schweiz sind die Abzocker auch schon ins E-Auto-Geschäft eingestiegen. Die Elektrizitätswerke bieten Hauiseigentümern, die weiter vermieten an, Ladestationen in Mehrfamilienhäusern einzubauen und zu betreuen. So weit so gut, dann geht es aber sehr schlecht weiter: Der Mieter bezahlt dann 50.– Franken pro Monat dafür, dass er tanken darf, weil er seinen Anschluss vom EW mieten muss! Kein Witz! Der Strompreis (ca. 20 Rappen pro kW/h) bleibt normal, aber es gibt pro kW/h eine Verwaltungsgebühr von 5 Rappen :-).

  4. Dat Bundesferkel sagt:

    Mein Fahrzeug ist Bj. 2009 – und zum Glück – nicht aus deutscher Fertigung. Was ich an technischem Schnickschnack benötige, habe ich bereits selber nachgerüstet (Dashcam, Rückfahrkamera, Entertainment).

    Ansonsten erfreue ich mich leichter Wart- und Reparierbarkeit. Die Mär von günstigen Reparaturen neuer (E-)Autos habe ich noch nie geglaubt, da die Fahrzeughersteller grundsätzlich (wie auch alle anderen Branchen) mit Quersubventionen wie regelmäßigen Werkstattbesuchen kalkulieren.
    Es braucht aber nicht mal Softwarekomponenten um Fahrzeuge schnell verschleißen zu lassen. Man denke nur an den TFSI-Schrott des VW/Audi/Seat-Konzerns, bei dem erste Ausfälle (je nach Generation) schon nach 60.000 km auftreten.

    Kein Vergleich zu alten Golf IV-Dauerläufern mit bis zu 1.000.000 km… – die dafür aber üble Rostprobleme an der Karosserie/Bremsleitungen hatten.

    Wie auch immer. Mein „Franzose“ wird gefahren, bis er „richtig“ kaputt ist (also wirtschaftlich nicht mehr reparabel ist). Und dann mal sehen, was der Gebrauchtwagenmarkt her gibt. Gibt noch einige Rentner mit Schmuckstücken in ihren Garagen.
    Von Leasing (egal ob privat oder gewerblich) halte ich gepflegt Abstand, da fällt man nur ein mal drauf rein. Die Masche gab es damals auch bei Elektro- und Hifi-Geräten und entpuppte sich am Ende der Laufzeit immer(!) als sehr, sehr teurer Spaß.

    • Ärgere das Böse! sagt:

      In der Schweiz „darf“ man keine alten Autos mehr fahren. Bei der alle paar Jahre stattfindenden Motor-Fahrzeug-Kontrolle wird man darauf hingewiesen, dass man alte Autos aus dem Verkehr haben will, auch wenn sie technisch 100 % i.O. sind, einen Kat haben und einen geringen Verbrauch haben. Alles gesetzeswidrig natürlich, was besagt, dass die Auto-Importeure wichtiger sind als die Gesetze.
      Mit Deiner Kiste aus dem Jahr 2009 gehörst Du vermutlich schon zu denjenigen, welche das zu hören kriegen würden.

  5. Matschmeer sagt:

    Der Trend zur Gadgetierung des Automobils schreitet fort. Am Ende wird man, solange das sinnvoll und leistbar ist, diese Dinger nur noch mieten und es wird genau der Vermieter ein Geschäft abschließen, der ein gutes Reklamationsverhalten zeigt. Da die Laufzeiten dann entsprechend kurz sein werden und der „Softwareservice“ eingepreist sein dürfte, ist es auch völlig egal. Billiger wird es nicht mehr. Ich finde, dass die heutigen Fahrzeuge sowohl vom Design als auch von der Leistung her weitgehend gleichartig sind. Zur Zeit wachsen halt die modischen Kühlergrills und der benötigte Verkehrsraum.
    Dass die eigentlichen Probleme durch die schiere Menge des Individualverkehrs verursacht werden, kommt dazu.

  6. Luzifer sagt:

    also das mit den teuren Diagnosestationen ist doch ne Mär, mit Einführung der OBD2
    kann doch jeder sein Auto von Vorne bis Hinten genau durchchecken und hat somit alle notwendigen Daten auf der Hand! Das kaum noch einer damit umgehen kann oder in der Lage ist den Motor seines Autos zu zerlegen und wieder zusammen zu schrauben, ist jetzt nicht Schuld der Hersteller. Sicher es ist alles viel kompakter und vollgestopfter als früher, aber wer möchte kann auch an modernen Autos noch alles selber machen und dank der elektronischen Gadgets sogar besser als früher, da sagt mir das Auto genau was er für Wehwehchen hat!
    Wenn man dazu zu „dumb“ ist anstatt smart, tja dann sollte man sich an die eigene Nase fassen.
    Früher must ich den Motor zerlegen um nachzuschauen wo das Problem sitzt, heute häng ich das Testgerät dran und kriege alle Infos die ich brauche und kann gezielt ans Schrauben gehen. Teuer sind die beileibe nicht mehr, den man benötigt nicht wirklich eine „KFZ Werkstatt Version“ Ich hab schließlich nicht mehr als Ein/Zwei Automodelle also brauch ich auch nicht den Universaltester!

    Ist auch nicht anders als am PC: manche schrauben selbst andere müssen es in die Fachwerkstatt bringen!

    • Igor sagt:

      Das mit dem OBD2 stimmt so aber nicht mehr ganz::
      https://www.autel-adas-diagnostic.com/diagnostic-faqs
      Der FCA (Fiat Chrysler) hat in vielen Fahrzeugen ab Modelljahr 2017 ein Sicherheitsgateway (Eine Art Firewall) verbaut das verhindert das du an manche Funktionen ran kommst.
      Das was für die TÜV Prüfung benötigt wird kann ggf. ausgelesen werden.
      Hersteller von OBD Software können sich theoretisch bei FCA registrieren und als „sicherer“ Hersteller anmelden. Aber die Entscheidung ob FCA die freischaltet (warum sollten Sie?) liegt bei FCA.

      Mal ein einfaches Beispiel:
      Bei einer Elektronischen Parkbremse wird die Ansteuerung der Bremsbeläge an der Hinterachse per Software durchgeführt. Willst du die Bremsbeläge tauschen muss das Fahrzeug per Diagnosesoftware die Info bekommen „Bremse hinten freigeben für Tausch“ Ohne passende Software kannst du dir eine FCA Werkstatt deines vertrauens suchen. Du wechselst die Bremse gar nichts mehr selbst.
      Ich will jetzt nicht behaupten das dies bei jedem neuen KFZ so ist. Aber man kann am BSP sehen wo wir uns hinbewegen.

      • Bernd Bachmann sagt:

        Danke für Dein Beispiel. Ich habe bisher schon gesagt, dass ich mir nie einen Wagen mit elektrischer Parkbremse kaufen werde — weil ich einfach keinen Vorteil erkennen kann und mich das Jaulgeräusch furchtbar nervt — nun hast Du mir noch einen weiteren Grund gegeben.

      • Luzifer sagt:

        joa und wie jedes DRM: hält DRM nicht was es verspricht frag mal die Musikindustrie oder die Filmindustrie oder die Gaming Industrie, ebenso wie die Autoindustrie … kein DRM ist bisher „ungeknackt“ Es gibt eben mehr Leute die sich nicht gängeln lassen als Entwickler von DRM!

        Mann begibt sich damit halt in ne Grauzone … but wayne! Wo kein Kläger da kein Richter!

        • Dat Bundesferkel sagt:

          … aber nicht mittels OBD2… und das nötige Equipment um die Programmierungen selber vornehmen zu können ist schon etwas teurer, als die 29,95 bei ebay…

      • Paul sagt:

        „Mal ein einfaches Beispiel:
        Bei einer Elektronischen Parkbremse wird die Ansteuerung der Bremsbeläge an der Hinterachse per Software durchgeführt. Willst du die Bremsbeläge tauschen muss das Fahrzeug per Diagnosesoftware die Info bekommen „Bremse hinten freigeben für Tausch“ Ohne passende Software kannst du dir eine FCA Werkstatt deines vertrauens suchen. Du wechselst die Bremse gar nichts mehr selbst.
        Ich will jetzt nicht behaupten das dies bei jedem neuen KFZ so ist. Aber man kann am BSP sehen wo wir uns hinbewegen.

        Ich hörte neulich, dass das so bis vor ein paar Jahren überall so war und auch Ersatzteile „in erstausrüster qualität“ nicht mal mehr an Freie Fachwerkstätten abgeben werden durften. Diese mußten sich in China/Schrottplatz/Ebay versorgen. Ging natürlich nicht immer gut, verzerrte den Wettbewerb erheblich.

        Dieser feuchte Traum der Hersteller und deren Werkstätten ist doch vor ein paar Jahren von der EU kaputt gemacht worden?
        „Innere“ Ersatzzteile müssen/dürfen seit dem auch an freie Werkstätten abgegeben werden so das es Wettbewerb geben kann. („Sichtbare Teile“ wie Kotflügel etc. unterliegen Copyright…)
        Denn manche Vertragswekrstätten meinten(und manchen meinen die wohl bis heute), das es ja egal ist was sie leisten, der Kunde muß ja zu ihnen kommen….

        Und nun sagst das genaue Gegenteil von FCA?
        Bei der Autodoktoren (eine Freie Werstatt) wird das thematisiert und auch gezeigt wie die die Feststellbremse auffahren.
        Naja, das nicht jeder 10%-Halb-Laie die Belege tauschen sollte führen sie auch vor: „Bremssattel verdreht eingebaut“ scheint nicht sooo selten vorzukommen. Eine Software hätte davor aber nicht schützen können…

    • Dat Bundesferkel sagt:

      Dein OBD2 bringt Dich bei aktuellen Fahrzeugen nicht weit. Mit Glück und der passenden Software kannst Du hier ’ne Schraube stellen, da ’ne Einstellung vornehmen.

      Aber schon beim programmieren von Injektoren hast Du die Arschkarte. Das ist mit den modernen Fahrzeugen nicht einfacher geworden, da gilt dann auch das Prinzip: „Austauschen, statt reparieren“ – und selbst dann mußt Du mit speziellem Equipment eine Freischaltung vornehmen. Die Hersteller nennen es „Diebstahlschutz“ – tatsächlich ist das nichts weiter als DRM zur Gängelung. Da hilft OBD2 leider gar nichts.

  7. 1ST1 sagt:

    Stimmt, Autos fahren 10 Jahre und länger. Smartphones leben 2-4 Jahre. Durch Softwareupdates und Veränderungen der Standards passt das nicht zusammen. Ein Beispiel ist da mein VW Touran, Baujahr 2019, kaum habe ich den vom Hof des Händlers gefahren, kündigt Google an, künftig Android Auto über Bluetooth zu unterstützen. Mein Touran kann das nur über USB-Kabel und wird es über Bluetooth wohl nie können, obwohl das Smartphone sich mit dem selben Media-Connect-Autoradio für die Freisprech-Funktion bereits per Bluetooth verbindet. Außerdem, neben Bluetooth und USB verbindet sich das Media-Connect auch per WLAN mit dem Smartphone, wegen dem Online-Zugang des Autos, was ein Irrsinn!

    Ich befürchte, dass irgendwann ein neues Smartphone Android-Auto oder Apple-CarPlay nicht mehr per USB unterstützt, sondern nur noch über Bluetooth, womöglich auch noch eine neue Variante, welches das Media-Connect nicht mehr kann, und dann stehe ich da und kann die Funktionen nicht mehr nutzen, weil das aktuelle Smartphone es nicht mehr kann. Oder ich muss das jetztige Smartphone (kann kein 5G) fest ins Auto reinmachen und es mit dem dann aktuellen 5/6G-Smartphone koppeln, um zwischen der modernen Welt und dem „alten Auto“ zu vermitteln (weils dann kein 4G mehr gibt), wie das dann sicherheitstechnisch aussieht, und ob es dann noch App-Updates gibt, sei mal eine spannende Frage.

    Aber immerhin kann das Media-Connect mit 128 GB großen SD-Karten voll mit MP3 umgehen, auch wenn die Musik-Auswahl-Funktion über Ordner nicht ganz optimal ist, immerhin. Der vier Jahre ältere Opel Astra (Bj. 2015) ist hier weniger gut, der kommt schon bei einem 32 GB USB-Stick ins Straucheln, braucht bei jeder Fahrt erstmal 15-20 Minuten Zeit, um die Ordnerstruktur einzulesen und kommt dann gelegentlich auch in der Ordnernavigation durcheinander, und das (seit 2015) über 20 Jahre nach Einführung des MP3-Formats und über 30 Jahre nach Einführung des FAT-Dateisystems (auch wenn man hier auch nur 20 Jahre rechnen kann, wenn man FAT32 berücksichtigt).

    Kartenupdates für das Mediaconnect im VW gehen übrigens immerhin kostenlos, ZIP bei VW runterladen, auf die SD-Karte entpacken, fertig. Es gibt sicher aber auch Leute, die sowas nicht machen können, denen knöpft dann der „Freundliche“ ein paar Scheine für diese Tätigkeit ab. Das Mediaconnect hat auch eine Online-Update-Funktion, soll über WLAN gehen, aber da kam in den letzten 2 Jahren noch nie was.

    • Paul sagt:

      „Stimmt, Autos fahren 10 Jahre “
      Fuhren fuhren. :-)

      Vgl. TDSI Kolbenring „optimierung“:
      1. Version viel zu schmal, verbrannt nach 60tkm
      2. Version etwas besser, halten immerhin 80tkm
      3. Version wie seit 100 Jahren dimensionert, halten wie früher.
      Aber: Leider „mußte“ VW den Kolben Durchmesser erhöhen so das kein Umrüsten möglich ist… Ein Schlem der, denn:
      Mahle passende Kolben mit den altbewährten Ringaufbau an…es geht also
      (Gibt es nicht bei VW sondern nur in Freien Werkstätten…klar…)

      Angebliche Begründung von VW, dass das keine gewollte Obsoleszenz sei:
      Nur mit den schmale Kolbenringen liessen sich die EU-Umwelt-Vorgaben einhalten….

      Übrigends wurde ein Tesla schon über 1 Mil Meilen bewegt..und fährt noch…

      Und wer irgenwie keine Zweifel an Ethik und Moral bei Autoherstellern hat, möge sich die Story vom VT1 von GM durchlesen, dem ersten serien E-Auto, das sehr beliebt war, aber komplett eingestampft wurde…warum wohl?

      Und diesen Konzeren wird jatz die Software überlassen?

  8. Stefan Seibt sagt:

    Vor einigen Jahren habe ich mal einen Artikel über BMW Stossdämpfer gelesen, die irgendeine Form vom Java auf einem Chip eingebaut haben.

    Geht nun nach einigen Jahren einer dieser Stossdämpfer kaputt (soll ja schonmal passiert sein), hat das Ersatzteil dann eine andere Java Version, die u. U. nicht mehr zu Steuergerät passt. Mit Pech muss man dann Steuergerät und alle anderen Stossdämpfer ebenfalls austauschen! obwohl diese Teile komplett in Ordnung sind…

    • Paul sagt:

      Selbe Firma. Auto Monate nicht benutzt, Wegfahrsperre schaltet nicht frei,
      auch mit dem 2. Schlüssel. Service angerufen. Ja, kennen wir. Sie brauchen einen neuen Schlüssel. Wir kommen zum einlernen vorbei. 120 Euro. Anfahrt, 120Euro für Rückfahrt, 360 Euro für 2 Schlüssel. .. (IIRC)
      Ursache:
      Die Funk-Schlüssel haben einen festverbauten Akku, der induktiv geladen wird…der Ersatz schlüssel war wohl schon ewig „platt“.

      Der „echte Bastler“^W^WMaker ist ins Bad gegangen und hat seine Schlüssel auf die induktive Ladestation seiner Zahnbürste gepackt. 12h später funktionierten die Schlüssel wieder…
      Ein Schelm der…

      Vermutlich geht das heute nicht mehr so einfach die gewollte Obsoleszenz zu umgehen, da die induktiven Lader heute erstmal mit der Last sabbeln…

  9. Karel sagt:

    Einige Gedanken dazu:
    1) E-Call 1: kaum ein Hersteller bietet den reinen E-Call an, bei dem eine Einwahl ins Mobilfunknetz und Meldung wirklich nur beim Unfall/Auslösen erfolgt. Die meisten bündeln es mit eigenen Diensten, die dauerhaft online sind, und ein „downgrade“ ist auch auf Wunsch nicht möglich.
    2) E-Call 2: Viele Fahrzeuge im Bekanntenkreis haben E-Call über UMTS. Ein Rückfall auf 2G/GPRS ist zwar wohl vorgesehen, aber führt lt. Herstellern zu Bandbreitenproblemen mit deren Diensten. Das wird spannend in einigen Wochen.
    3) Navis: Ich habe mich schon immer gefragt, warum bei den teuren Einbaulösungen für Updates gesondert gezahlt werden muss, während mein kleiner Garmin-Navi anstandslos Software- und Kartenupdates lebenslang inkludiert hat und auch wirklich bekommt.
    3) Updates: Rein aus den Erfahrungen mit Softwareupdates für Smartphones, EDV, … im Bekanntenkreis, wo Updates z.T. bewusst ignoriert und Updatefunktionen bewusst deaktiviert werden, sehe ich das ziemlich kritisch. Ich habe meine Zweifel, ob es gelingt eine langlebige und robusten Updatestruktur zu schaffen, oder ob demnächst häufiger Post vom KBA mit Rückrufen und Stilllegungsandrohungen kommt.
    4) Sicherheitsverständnis der Hersteller: Es gab/gibt doch vor/seit Jahren eine recht grundlegende Lücke im Bluetooth-Stack. Weder die sog. Hersteller-Fachwerkstatt, noch der Hersteller selbst konnten mir sagen, ob mein Wagen betroffen ist, und ob es Updates gibt.
    5) Datenschutz: Das Rücksetzen von Fahrzeugen beim Verkauf ist wohl nicht wirklich trivial und allgemein gebräuchlich, und Informationen zu aufgezeichneten Daten zu bekommen erweist sich auch als steiniger Weg…
    6) Werkstätten: Ich bringe meinen Wagen meistens in eine freie Werkstatt. Ob es stimmt, kann ich nicht sagen, aber die stehen auf dem Standpunkt, dass die Herstellerwerkstätten noch deutlich mehr Telemetriedaten per Diagnosestecker bekommen könnten, und das sie als „Freie“ auch über Updates nicht informiert würden, was sich auch nach den letzten EU-Regelungen zu Ersatzteilen etc. nicht gebessert hätte. Informationen zu aktuelle Versionsstände oder gar Releasenotes habe ich auch noch nie gesehen.
    7) Autoteile: die immer engere Verbindung von (Ersatz-) teilen, Sensoren und Software wird zunehmend problematisch. Ein Bekannter kaufte letzten Oktober bei einem großen herstellerunabhängigen Reifenhändler Winterkompletträder. Klappte trotz genauer Typkennung des Wagens und eigentlich gegebener Kompatibilität erst mit dem dritten Felgensatz. Warum kann niemand sagen.
    8) Abos: Das ist jetzt meine persönliche Meinung, aber für die allermeisten Software-Produkte finde ich Abos schon schwer nachvollziehbar, außer zur Gewinnoptimierung des Herstellers. Für Autos sehe ich das genauso.
    Fazit: Ja, wir haben mehr Technik in Autos, wir brauchen sie vermutlich auch und sie wird noch mehr werden. Aber wir haben wenig bis nichts aus den letzten 30 Jahren EDV-Geschichte gelernt und drohen auch noch weitere kunden-unfreundliche Entwicklungen nach zu vollziehen.
    Ist aber bei anderen Geräten auch so. Neulich habe ich eine neue Waschmaschine gekauft. Der Techniker fragte beim Aufbau, ob er gleich das neuste Update einspielen solle. Künftige wären dann kostenpflichtig und könnten nur durch Serviceeinsätze eingespielt werden.

    • Mance sagt:

      @während mein kleiner Garmin-Navi anstandslos Software- und Kartenupdates lebenslang inkludiert hat und auch wirklich bekommt.

      Ja, so mach ich’s auch. Meins hat sogar noch eine DashCam integriert.

  10. Bernd Bachmann sagt:

    Wie immer gilt: Der Kunde hat‘s in der Hand. Würde er konsequent darauf verzichten, solche Autos zu kaufen, wären sie 3 Wochen später vom Markt verschwunden. Aber die große Mehrheit scheint es nicht zu stören oder sogar gut zu finden.

    • Mance sagt:

      Frommer Wunsch. Ich fahre meinen Golf seit 02.09.2008 und habe gerade mal knappe 116.000 km drauf. Und der kommt mir immer noch wie neu vor. Der Komfort den der mir bietet im Vergleich zu meinem alten von damals, el. Fensterheber, el. Außenspiegelverstellung, Klimatik, das schöne Radio u. ESP bspw., reicht mir vollkommen. Und wie oben geschrieben mein Navi ist separat mit allen Vorteilen dessen.
      Dabei habe ich mich damals lange gegen eine Neuanschaffung gesträubt weil ich ums verr… keine sch… Funkschlüssel wollte. Denen habe ich schon damals nicht getraut und ich prüfe heute noch ob die Türen auch wirklich zu sind bevor ich weg gehe. Das einzige größere Malheur, und eine Vorwarnung auf das kommenden Elektronik-Zeitalter, hatte ich als der Wagen eimal unvermittelt nur noch im Notbetrieb lief und ich nur noch im Schrittempo vorwärts kam. Nach kurzer Pause und erneutem Starten gings aber wieder. Naürlich habe ich daraufhin bei meinem Autohändler die Sau raus gelassen und gesagt sie könnten sich den Elektronikschrott sonst wo hin stecken wenn sie das nicht umgehend und kostenlos in Ordnung bringen. Die waren damals ziemlich kleinlaut und nachdem sie angeblich einen Kabelbaum ausgewechselt hatten läuft er bis heute problemlos.
      Also ich bin raus aus der Verantwortung des kommenden Desasters.

    • 1ST1 sagt:

      Klingt gut, aber man hat bei einem Neuwagen eigentlich keine Chance mehr, etwas anderes zu bekommen. Und das sind normalerweise Dinge, die man bei der Fahrzeugwahl noch nicht betrachtet, da spielen andere Parameter die entscheidende Rolle. Das merkt man meistens erst hinterher.

      • Bernd Bschmann sagt:

        Ich schon, aber die Mehrheit halt nicht. Und mit dem „bei Neuwagen kaum eine Chance“ hast Du recht. Fahre ich meinen knapp 20 Jahre alten Mondeo also weiter, so lange es geht. Und dann? Mal sehen. Gebrauchtwagen? Youngtimer? Dacia? Motorrad? Jedenfalls gsnz sicher keine mich bevormundende Datenschleuder.

        • 1ST1 sagt:

          Dacia ist Renault, Zweitverwertung von Teilen aus Renault-Fahrzeugen. Diese Teile, auch Steuergeräte nochmal abspecken würde sie teurer machen. Auch so ein Billigheimer wie Dacia lässt sich die Butter nicht von freien Werkstätten vom Brot runterziehen.

          • Ja, ja... sagt:

            Schon, aber Dacia hinken dadurch ein paar Jahre hinter der aktuellen (Software-)Entwicklung her. ;-)

        • Zocker sagt:

          Der Dacia ist keinen Deut besser, denn auch er muss sich an die unsinnigen EU-Vorgaben halten. Vielleicht sind vereinzelte Punkte nicht ganz so schlimm, weil sie eine Generation hinterherhinken, aber im Vergleich mit einem Youngtimer kann er dessen Rücklichter nicht sehen.

  11. Anonymous sagt:

    Man beginnt das sogar bei den Pedelecs zu beobachten: Ein (kostenpflichtiger!) Posten bei der letzten Inspektion (Lastenbike): „Softwareupdate für Intuvia“.
    Die nächste „Inspektion“ mache ich wieder selbst…

    Und ich hoffe und arbeite daran, dass mein nächstes Auto kein eigenes mehr ist, sondern nur noch „der Leihwagen, der gerade zur Verfügung steht“.

    • Paul sagt:

      Der Bosch Motor überwacht nicht nur nur das sich das Hinterrad nicht schneller dreht als 27,5km/h wenn der Motor hilft, falls wer das Ritzel umgebaut hat,
      er überwacht neuerdings auch noch das nicht zu lange zuviel Drehmoment gefordert worden ist, du also mit dem Rad auf Trail warst.
      Und wenn Du den Motor voll nutzen willst, must Du für spezial Software löhnen…

      Achso:
      Warte noch bis Du z.B. 4500km auf dem Tacho hast:
      Bosch hat da ein neues Feature eingebaut:
      Einen Service Intervall hinweis, den Dir Dein freundlicher Händeler
      kostenlos einprogrammiert hat.
      Ein Händler sagte mal, er würde 500km als angemessenes Intervall ansehen, und 70 Euro sei ja auch billig für eine Inspektion…(ohne Material und Arbeit)

      • Zocker sagt:

        Ich habe mir das mal vor einiger Zeit ausgerechnet. Je nach Modell sind die Unterhaltskosten eines Elektrofahrrades höher als die Spritkosten eines Autos. Die Ersatzzeile von Elektrofahrrädern sind nämlich wesentlich teurer als von einem normalen Fahrrad und müssen zudem wesentlich häufiger gewechselt werden.
        Auch wenn man Steuer, Versicherung und (seltene) Reparaturen beim Auto einkalkuliert, wird es nicht so viel teurer sein als ein (gutes) Elektrofahrrad. Die Händler freut es, denn die machen nun das Geschäft ihres Lebens…

  12. NoOne sagt:

    Viel besser: mit Hänger leichte Steigung im 6 Gang auf der Autobahn gefahren; nach kurzer Zeit regelt die SW den Motor runter, nur noch max 60 km möglich. Rechts ran, 5 Minuten Pause und weiter gehts wieder normal. Keine Info ob irgend etwas überhitzt war. Das Spiel wiederholt sich an der nächsten Steigung, …. Zur Werkstatt gefahren, die hängt das Hersteller spezifische Diagnosegerät dran: alles in Ordnung, keine Fehlermeldung, kein Logeintrag, rein garnix. Die SW ist angeblich aktuell.
    Das Verhalten an der Steigung ist wie gehabt, im 5 Gang keine Probleme.
    Das Volksauto ist knapp ein Jahr alt.

  13. Snoere sagt:

    Ich sehe dieses „der Kunde hat die Wahl“ schon kritisch. Oft hat er eben nicht die Wahl. Oder willst du sagen, dass es für eine Familie ok ist einen Kleinwagen zu kaufen, nur weil in der Mittelklasse keine Fahrzeuge ohne Software-Schnickschnack mehr zu kaufen sind? Beim Kauf ist gibt es ja mehr als ein Kriterium.

  14. Andy sagt:

    Das mit der Lebensdauer bei den fahrenden Rechenzentren wird bestimmt interessant, ja.
    Selbst bei bester Ersatzteillage und sicherste Programmierung kann ein fehlender Updatesupport nach einigen Jahren zum Desaster werden.
    Wenn dann die Sicherheit nicht mehr gefixt wird und am besten noch Autonomie-Funktionen ansprechbar werden, ist ja auch die Frage, ob es Zwangsstilllegungen geben muss.
    Mal sie einfachen Probleme weggelassen, dass Steuergeräte o.ä. nicht mehr verfügbar sind und die nötigen Chips gar nicht mehr gebaut werden. Ist ja ein Klassiker bei Fahrstühlen, für die dann neue Platinen entwickelt und zugelassen werden müssen – was ein Heidengeld kostet…

  15. Snoere sagt:

    Was noch nicht erwähnt wurde: Die Entwicklungszyklen in der IT- und Halbleiter-Industrie passen nicht zur Nutzungsdauer eines Autos. Komplexe Chips werden nicht in 10-20 Jahres-Zeiträumen produziert. Im Zeitalter von schlanker Lagerhaltung ist noch nicht klar, wie dieses Problem gelöst werden soll. Man kennt es schon von Motorsteuergeräten von Youngtimern die nicht mehr (oder nur als Nachbauten) verfügbar sind, aber in Zukunft betrifft es noch viel mehr Komponenten.
    Außerdem sehen wir bereits an Smartphones und Co, dass der Entwicklungssupport für alte Plattformen nicht ewig geht. Und zum Teil wird das (wie bei Android) noch nicht einmal in der Hand der Hersteller liegen. Wenn der Zulieferer keinen Software (Treiber) Support mehr liefert, dann kann der Autohersteller nix machen.
    Gleichzeitig macht die ganze Elektronik ein Auto nicht billiger, wir müssten also auf eine längere Nutzung setzen, um wirtschaftlich zu bleiben. Manchmal hat man das Gefühl, die Autoindustrie sorgt selbst dafür, dass das Auto für viel ein nicht mehr bezahlbares Luxusgut wird.
    Wir werden sehen, dass Autos aus IT-Sicherheitsgründen nicht mehr

    • Snoere sagt:

      Ups, da hat es mir den Text abgeschnitten…

      Wir werden sehen, dass Autos aus IT-Sicherheitsgründen nicht mehr fahrbereit sein werden, selbst wenn der Rest des Fahrzeugs noch völlig in Ordnung ist.
      Die technologische Entwickler ist an vielen Punkten schneller, als die Industrie sich verändern kann.

  16. Herr IngoW sagt:

    Wozu braucht man den ganzen Unsinn (außer vielleicht das NAVI), NAVI ist zum auf dem Armaturenbrett festmachen, Radio reicht.
    Ich will doch nur von A nach B fahren.
    Den ganzen Internet-Unsinn braucht kein Mensch.

  17. Micha sagt:

    Mein VW (BJ Anfang 2017) Composition Media hat noch keine Internetverbindung. In der Head Unit läuft noch die Auslieferungssoftwareversion. Sie läuft zufriedenstellend.

    Es können CDs, MP3 CDs abgespielt werden. Auch Speicherkarten und USB Sticks mit MP3 Dateien, und FLAC Audio Dateien können wiedergegeben werden. Das einzige was stört ist das die Head Unit unten im Handschuhfach verbaut ist. Vor einem Speicherakten oder CD Wechsel muss man erst verschiedenes ausräumen was im Handschuhfach liegt.

    3 Beobachtungen gibt es allerdings:

    1. „Welcome to VW“ Titelbild wird manchmal lange angezeigt. (Solange wie wenn man durch langes halten der Einschalttaste einen Reset durchführt.) Beim nächsten Start startet das Gerät mit der zuletzt offenen Inhalt nach wenigen Sekunden.

    2. Ungefähr 3x im Jahr wird nicht das Sensorbild der Einparkhilfe angezeigt.

    3. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um +2°C löst der Touchscreen selbst Funktionen aus ohne das jemand drückt.

    Das sind 3 Bugs die ich nie beim VW Service gemeldet habe da sie mich nicht wirklich stören.

    Ich selbst vermisse keine zusätzlichen Dienste im Auto.

    Was ich allerdings schon vermissen würde sind Drehregler und Tasten für die Climatronic, Drehregler für die Lautstärke, Tasten für die Sitzheizung und den Drehschalter für die Fahrzeugbeleuchtung. Der Helligkeitssensor kann noch keinen Nebel erkennen. Einfaches Licht einschalten sollte auch noch in Zukunft möglich sein.

  18. enrgy sagt:

    ich hab jetzt noch nicht alle kommentare durchgelesen, vielleicht wurde es ja schon erwähnt.
    ich denke, die hersteller zielen in dieselbe richtugn wie zb. microsoft mit ihren abos für ihre software.
    man soll eine auto nur noch eine bestimmte zeit „mieten“ und dann zurückgeben. klar, leasing haben wir schon lange, aber da hat der hersteller keinen einfluß mehr auf die hardware.
    auch dieses mieten gibts ja schon, porsche fällt mir da grad ein.
    aber ein auto besitzen so lange nutzen wie man will, das könnte in zukunft schwierig werden.
    schade, daß die schöne quasi wartungsfrei e-antriebstechnik uns mit dieser abzusehenden gängelung durch die hersteller vermiest wird.
    dann heißt es nicht mehr „handy rooten“ sondern „auto rooten“, um den fängen der hersteller zu entfliehen. mit etwas pech ist das dann aber auch vom gesetzgeber untersagt wie unangemeldetes tuning heutzutage.
    ok, bis dahin fahre ich rollator, und der ist garantiert softwarefrei!

  19. Norman sagt:

    Hallo Günter,

    danke für den Gedankenanstoß, ich habe mal spaßeshalber für meinen 2019er Insignia B nach Kartenupdates geschaut und die Meldung ist das Ergebnis:

    „Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass dieses Produkt aus technischen Gründen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen, nicht mehr verfügbar ist. Wir können Ihnen keine zusätzlichen Informationen zu diesem Produkt bereitstellen.“

    In div. Foren wird berichtet, dass das letzte Update (welches normalerweise 1x im Quartal kommt) im Juli 2020 kam. Danach nicht mehr. Dieser Tage habe ich Inspektion beim Freundlichen und werde mal Nachfragen…

    Kommt gut in die Woche

    • 1ST1 sagt:

      Das hängt sicher mit dem Wechsel von GM zu PSA zusammen, was es aber auch nicht besser macht. Irgend eine Lizenz-Sache oder sowas… Viel Glück beim „Freundlichen“!

  20. Der T sagt:

    Irgendwann werdet Ihr feststellen, dass bei Euren rollenden Computern wegen abgelaufener / selbstausgestellter Zertifikate keine Funktion von irgendwelchen (kostenpflichtigen Abo-) Services mehr gegeben ist. Schlimm wird es, wenn das beim Bürgerkäfig an den Austausch von ganz normalen Verschleißteilen gekoppelt sein wird, z.B. in der Elektromobilität, wenn man eine Austauschbatterie anmelden muss.

    Ausweg: Kostenpflichtige Updates um Versäumnisse bei der Entwicklung zu beheben?

    Bloß: wie lange gibt’s Unterstützung für die EDV-basierten Komponenten? Um’s mal auf die Spitze zu treiben: 18 Monate nach Markteinführung muss ein neues OS eingespielt werden – gibt’s aber nur in Verbindung mit dem Kauf einer neuen Blechbüchse. Lässt Euch der Hersteller dann im Regen stehen? Wie kulant Hersteller sich zeigen, beweist ja par Excellence das Verhalten der Hersteller gegenüber Ihren EU-Kunden im Vergleich zum US-Automarkt.

    Die Karren werden immer mehr zum IoT-Schrott: heute gekauft, morgen veraltet.

    Jedem seinen Hobel, wie er will: Vorsprung durch Technik. :-)

    • Max sagt:

      Ja der Gedanke mit den Zertifikaten ist mir auch so gekommen. Gab es da nicht unlängst eine Zwangsbestattung tausender Geräte weil ein Root Zertifikat ausgelaufen war?
      Ja die Gelddruckmaschinen werden doch immer weiter perfektioniert …

  21. Paul sagt:

    Bei Moderenen Kameras gibt es schon lange keine Updates zu einer neuen Version meher. Willst Du neue Software-Features musst du das neue Modell kaufen.
    Extrem war die Canon : Bei dieser ist der Schlüssel entfleucht, mit der man erl. einfach neue Funktionen implementieren konnte. So gab es -zum Nulltarif- z.B. HDR-Video. (Magic Latern)
    Das gab es erst beim 2. oder 3 Nachfolger…
    Das ganze war extrem genial gemacht:
    Die neue Firmware war einfach auf einer spezielle Formatierte SD Karte.#
    war diese Karte nicht drin, war die Kamera beim nöchsten Booten wieder ganz normal.
    Vermutlich hat Canon den Schlüssel mit Absicht entfleucht.
    So waren die „billigen“ Canon allen anderen Kameras zu der Zeit überlegen
    Wie gesagt: HDR zum Nulltarif, das gab es sonst noch garnicht

  22. Paul sagt:

    War es nicht Sono die einfach mit einem Update die alten -völlig intakten- Geräte ihre Kunden unbrauchbar machten?

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