Eigene Windows 7-ISO schnitzen

In größeren Firmen oder bei OEM, wo sehr viele Rechner mit Windows 7 ausgeliefert werden, erstellt man in den Fachabteilungen häufig speziell angepasste Installationsabbilder und ISO-Medien. Im Privatbereich wird man für eine Windows 7-Installation nicht den Aufwand treiben können und wollen. Trotzdem gibt es vielleicht Situationen, wo das Anfertigen eines “customized” Installationsdatenträgers erwünscht ist. Für interessierte Leser möchte ich kurz die “losen Fäden” zusammenknüpfen.


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Wie man als Privatanwender aus der Bredouillie herauskommt, wenn der Rechnerhersteller kein Windows 7-Installationsmedium bereitstellt, habe ich unter [1] beschrieben. Wer dagegen ein Windows 7 auf eine andere Sprache aktualisieren möchte, findet unter [2] einige Hinweise und der Umstieg auf eine höherwertige Windows 7-Variante ist unter [3] skizziert.

Falls Sie aber Windows 7-Funktionen in der Installation entfernen, spezielle Treiber einbinden oder das Setup-Medium gar mit Anwendungen anreichern möchten, sind Sie auf die Methoden angewiesen, die beim Deployment von Windows 7 zur Anwendung kommen.

Microsoft stellt für diesen Zweck das Windows Automated Installation Kit (WAIK) zum kostenlosen Download zur Verfügung [4]. Die .ISO-Datei muss auf eine DVD gebrannt (oder mit Tools wie Virtual Clone Drive gemountet) und dann installiert werden. Das WAIK enthält die für die Windows 7-Bereitstellung benötigten Werkzeuge (DISM, ImageX, Windows SIM, ACT, MAP, MDT etc.). Zusätzlich kommt eine ausführliche Dokumentation zu den einzelnen Tools mit.

Wer das Ganze allerdings als “Sonntagsspaziergang” begreift, dürfte eine bittere Enttäuschung erleben. Essentiell ist es, die Basics der Windows 7-Bereitstellung und die Mechanismen, wie Windows 7 installiert wird, zu verstehen. Die entsprechenden Informationen finden sich natürlich alle in der Begleitdokumentation. Zudem gehen sowohl Michael Boddenberg [Windows 7 für Administratoren, Galileo Press] als auch Thomas Joos [Windows 7 – Kompendium, Platin Edition, Markt+Technik] auf diese Funktionen ein (wenn es auch die eine oder andere nicht mehr stimmende Info gibt). In meinem Titel “Windows 7 – Handbuch für Fortgeschrittene” [5] befasst sich Kapitel 2 (Installation anpassen und verteilen) ebenfalls mit Fragen zum Umgang mit den Tools und zeigt, wie sich ein Windows PE-System schnitzen oder eine autoattend.xml-Antwortdatei zur Installation erstellen lässt. Auch die Anpassung des Installationsumfangs sowie die Handhabung von Dism, Windows SIM etc. wird kurz angerissen. In allen drei Buchtiteln wird aber ein gewisses Verständnis der Vorgänge beim Deployment sowie viel eigene Recherche vorausgesetzt.

Da ich die Thematik im Home-Bereich als äußerst “schwierig” erachte, gebe ich in [5] Hinweise auf die Verwendung von Tools wie WinIntegrator oder 7Customizer. Beide Programme setzen auf dem Windows AIK auf, stellen aber eine komfortable Benutzeroberfläche zur Anpassung des Installationsumfangs bereit. Ein weiteres Tool ist RT 7 Lite, mit dessen Hilfe sich ein Windows 7-Setup-Medium schnitzen lässt. Allen Tools ist aber auch gemeinsam, dass diese noch als Beta-Versionen vorliegen.

An dieser Stelle erspare ich mir, ein HowTo zum “Schnitzen” einer eigenen Windows 7-Setup DVD zu veröffentlichen. Mit den obigen Literaturhinweisen und der Dokumentation des WAIK liegt eigentlich genügend Lektüre für lange Winterabende vor.

Interessierte Leser aus dem Privatanwenderbereich, die sich für die Thematik interessieren und neben den o. g. Büchern vielleicht einen leichteren Einstieg suchen, möchte ich noch auf ein paar Fundstellen im Web verweisen. Die Zeitschrift PC-Welt hat vor längerer Zeit unter [6] einen Artikel publiziert und auch Online gestellt, der das Erstellen einer angepassten Windows 7-Installations-DVD skizziert. Nachdem ich den Link vor längerem in Microsofts Social Answers Foren publizierte, kam aber die Rückmeldung, dass da viele Links zwischenzeitlich “outdated” bzw. verwaist seien. Hier ist ggf. etwas Kreativität beim Suchen nach Alternativen erforderlich.

Etwas aktueller scheint die Artikelreihe der Zeitschrift com!, die sich in Heft 11/2010 mit dem Thema “Individuelle Setup-DVD für Windows 7” auseinander gesetzt hat. Auch dort kommen teilweise Fremdtools zum Anpassen der Installation mit Hilfe des WAIK zum Einsatz. Interessierte Leser möchte ich auf das Inhaltsverzeichnis [7] verweisen. Zumindest beim Schreiben dieses Blog-Beitrags waren die Artikel “Setup-DVD für 7 erstellen” und “Individuelle Setup-DVD für Windows 7” über das Inhaltsverzeichnis als PDF-Dateien abrufbar (mein Dank geht an Gert, der den Hinweis auf das Heft in Microsofts Social Answers-Foren gab).

Ich habe die Artikel nur überfolgen, so dass ich nicht für jeden Schritt einstehen kann. Im Überblick schaut es aber so aus, als ob sich mit der Anleitung angepasste Windows 7-Installationsmedium erstellen ließen. Also durchaus Futter für Regentage oder lange Winterabende. Ich selbst stelle mich dagegen eher auf Frühling ein, so dass ich wohl weniger Zeit vor dem Computer verbringe und mehr Aktivitäten nach draußen verlagere. Vielleicht hilft dieses Exzerpt aber dem einen oder anderen Leser des Blogs weiter.

Tipp: Im Blog-Beitrag Tipp: MS Windows und Office ISO-Download-Tool wird beschrieben, wie man diverse ISO-Installationsdateien direkt herunterladen kann.


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Links:
1: Windows 7 ISO-Download – wo gibt’s die?
2: Windows 7 Sprachanpassungen
3: Windows 7 Anytime-Upgrade leicht gemacht
4: Windows Automated Installation Kit (WAIK)
5: Windows 7 Handbuch für Fortgeschrittene
6: Windows-7-DVD kinderleicht selber bauen (PC-Welt)
7: Heft-Archiv 2010 com!-Online


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