Windows 10: Falsche IP blockt Miracast-Verbindungen

Heute noch ein Artikel zu Windows 10. Wer sich wundert, dass in Windows 10 (entweder Insider Preview Build 14295 oder Build 10586.164) Miracast-Adapter nicht mehr gefunden werden, sollte einen Fix probieren. Update: Es trifft aber wohl nicht alle Miracast-Adapter, wie ich in einem Test feststellen durfte.


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Ich gestehe, ich teste schon länger kein Miracast mehr regelmäßig unter Windows 10 – und aus den Tests der Insider Preview bin ich auch temporär ausgestiegen – es gibt zu viele Probleme, um das Zeugs produktiv zu nutzen. Dabei sollte das unter Windows 10 doch eigentlich alles mit Miracast besser werden (wie mir Miracast-Entwickler unter der Hand steckten – war aber vor dem Erscheinen der Windows 10 RTM).

Problem: Miracast-Geräte werden (möglicherweise) nicht mehr gefunden

Es scheint nun so zu sein, dass einige Miracast-Nutzer vor dem Problem stehen, dass die Miracast-Kopplung unter Windows 10 nicht mehr funktioniert (siehe den Hinweis auf die Insider Preview sowie auf die Erfahrungen von Damian Dandik unten im Text). Es wird einfach kein Miracast-Adapter mehr gefunden. Aber das Problem tritt nicht generell auf!

Ein Zahlendreher in der Insider Build Build 14295?

Im Artikel Windows 10: Build 14295 für Insider veröffentlicht hatte ich auf einen Bug in der Insider Preview Build 14295 hingewiesen. In dieser Build kann keine Miracast-Verbindung hergestellt werden, weil eine fehlerhafte DHCP-Adresse in der Registrierung eingetragen wurde (Microsoft weist selbst darauf hin). Zur Korrektur sind folgende Schritte erforderlich:

1. Den Registrierungs-Editor regedit.exe über das Suchfeld der Taskleiste und den Kontextmenübefehl Als Administrator ausführen starten.

Win10MiracastBug

2. Dann zu folgendem Registrierungseintrag navigieren:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\SharedAccess\Parameters

3. Dann ist der Wert StandaloneDhcpAddress zu korrigieren, da dort eine falsche IP4-Adresse eingetragen ist.

Der Reg_SZ-Wert StandaloneDhcpAddress weist einen Zahlendreher auf. Dort ist “192.168.173.1” eingetragen, während die Scope-IP-Adresse “192.168.137.1” lautet. Das verhindert, dass der Adapter gefunden wird. Also muss man im Wert StandaloneDhcpAddress auch “192.168.137.1” eintragen. Danach sollte ein Miracast-Empfänger gefunden und eine Verbindung aufgebaut werden können.

Gut, das ist eine Preview – und was da genau dahinter steckt, weiß wohl nur Microsoft. Wenn ich mich über Bugs in der Insider Preview aufrege, haut man mir “was willst Du, bei der Preview lässt Du dich darauf ein” um die Ohren.


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Ernüchterung bezüglich Miracast …

Normalerweise hätte ich die Geschichte ad acta gelegt, war ja im Artikel Windows 10: Build 14295 für Insider veröffentlicht dokumentiert und ich nutze aktuell die Insider Preview nicht.

Im Beitrag Microsoft Wireless Display Adapter V2 erhältlich hatte ich zwar über den neuen Miracast-Adapter von Microsoft berichtet. Aber ich teste keine Miracast-Adapter mehr (und speziell keine von Microsoft). Hintergrund: Die Microsoftler schicken einem die Testsamples für 14 Tage zu und dann darfst Du das Zeugs pronto wieder zurück senden. Wenn es ja Wow wäre, hätte ich mir das ja noch angetan oder vielleicht mal zum Test gekauft. Aber bereits der erste Nutzertest (hier im Blog veröffentlicht), war etwas ernüchternd. Und 14 Tage sind für einen ausgiebigeren Test nix – schon gar nicht, um mal nach Betriebssystem-Updates die Miracast-Kompatibilität zu testen.

Auch bei den Miracast-Adaptern anderer Anbieter bin ich arg frustrierternüchtert. Ich habe hier mindestens eine Hand voll (teilweise gekaufter) Adapter herumliegen, von denen die meisten irgendwelche Einschränkungen aufweisen oder generell nicht mehr funktionieren (und auch keine Firmware-Updates mehr bekommen). Wer sich über die Irrungen und Wirrungen zu Miracast informieren möchte, findet im Artikel Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co. Lesefutter.

Bezüglich Miracast hat sich unter Windows 10 die Situation (von mir gefühlt) nochmals verschlechtert. Jede neue Windows 10-Build (ist bei neuen Android-Versionen teilweise auch so) bringt unangenehme Überraschungen. Das macht alles keinen wirklichen Spaß mehr.

“Falsche” IP auch in Windows 10 Version 1511 (Build 10586.164) vorhanden

Doch zurück zum Beef: MVP-Kollege Damian Dandik ist beim Test des neuen Microsoft Miracast-Adapters V2 ziemlich auf den Bauch gefallen. Auf vier Maschinen ließ sich keine Verbindung zum Microsoft Miracast-Adapter aufbauen. In der Diskussion mit ihm hatte ich darauf hingewiesen, dass der fehlerhafte IP4-Eintrag in der Registrierung in der Preview Build bekannt ist (siehe oben). Er meldet aber zurück, dass der Wert auch in der aktuellen Windows 10 Build 10586.164 vorhanden sei.

Als ich nun auf diesen Eintrag (der sich auf die Insider Preview von Windows 10 bezog) von Damian stieß, habe ich auf meiner Testmaschine nachgesehen. Der obige Screenshot mit dem Registrierungseintrag stammt von der aktuellen Windows 10 Build 10586.164. Falls ihr also bezüglich Miracast und dem Microsoft Wireless Display Adapter auf Probleme stoßt, setzt einfach mal den Registrierungswert um.

Eigener Test: Es ist kein allgemeines Problem

Ich habe es im Rahmen dieses Artikels mal getestet – hier ist es so, dass der oben beschriebene Zahlendreher auf diverse Miracast-Adapter (zumindest in der Build 10586.164) keinen Einfluss hat.

  • Mit einer Medion Zoombox 915 war eine Kopplung möglich, aber ich erhielt schlicht kein Bild auf dem Monitor (da hat ein Miracast-Treiber unter Windows 10 wohl die Übertragung zerschossen).
  • Dann habe ich den Andoer Airplay, DLNA, Miracast HDMI-Empfänger zum Testen verwendet. Mit dem Adapter konnte ich eine Miracast-Kopplung aufbauen, egal, welche IP-Adresse eingetragen ist.

Allerdings bekam ich, nachdem ich die Windows 10-Werkseinstellungen (IP-Adresse “192.168.173.1”) im Registrierungseditor testweise wiederherstellte, beim Andoer-Adapter kurz den Hinweis, dass der Adapter einen falschen IP-Adresskreis benutzen würde. Aber das System hat gekoppelt. Ihr kommt also bezüglich der nachfolgenden Problematik nicht um einen Test herum. Falls die Kopplung nicht klappt, versucht den Registrierungs-Hack.

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6 Kommentare zu Windows 10: Falsche IP blockt Miracast-Verbindungen

  1. Thomas sagt:

    “In der Konservation mit ihm hatte ich darauf hingewiesen, dass das in der Preview Build bekannt ist (siehe oben).”
    Um welche Konserven ging’s denn genau? 🙂

  2. Tobias sagt:

    Ich hatte von meinem Surface Book aus einmalig erfolgreich sauber auf einen neu in Betriebgenommenen Sony-Fernseher (KD-55SD8505) per Miracast gestreamt. Später hatte ich mal versucht, ob das auch von den anderen im Haushalt vorhandenen Geräten aus geht (1 MacBook, 1 iPhone, 1 Android 5.1 Catphone S40 ), hab ich aber nicht hinbekommen (WiFi direct Verbindung ja, Erscheinen der Geräte in der Geräteliste auf dem Fernseher ja, Stream/Mirror nein). Das wäre zwar nicht weiter schlimm, aber als ich nächsten Tag Fernseher und Surface Book angeschaltet habe, ging da das Streaming auch nicht mehr, ich bekomme beim Versuch zu streamen nur “Unerwarteter Gerätefehler”. Da kann ich löschen und neu einstellen wie ich will, keine Änderungen. Den hier genannten Registry-Key gibt es bei mir nicht, und die Kompetenz vom Sony-Support endet bei Werksreset. Ne Idee eines Miracast-Kundigen, wo man da noch ansetzen kann?

    • Günter Born sagt:

      Apple kann imho kein Miracast – definitiv nicht bis iOS 9 und imho auch nicht aus Mac OS.

      Ob das Android 5.1 Catphone S40 Miracast kann, weiß ich nicht.

      Zum Schlüssel: Den hat MS irgendwann weg optimiert – in den Finals, die der normale Benutzer erhalten hat, gibt es den Eintrag nicht mehr.

      Zum Generellen: Miracast ist kaputt – vom Standard selbst – und speziell von der Implementierung, die Microsoft vorgenommen hat.

      Besorge dir einen Chromecast-Stick, verbinde den mit der HDMI-Buchse deines Sony TV und verwende die Cast-App von Google (gibt es wohl für Android und iOS). Da sollte das Streaming klappen.

      • Tobias sagt:

        Günter: Danke schonmal für die Info. Grundsätzlich hätte ich ja kein Problem damit zu akzeptieren, daß ich mir wegen Inkompatibilität externes Zubehör kaufen muß. Das Ärgerliche ist aber ja, daß es erstmal einwandfrei mit gutem Bild funktioniert hat. Irgendwie muß es doch möglich sein, da wieder hinzukommen. Wenn jemand eine Idee hat, wie man zumindest die Fehlerursache technisch etwas genauer eingrenzen kann (außer dem generell schlechten Ruf von Miracast), würde ich mich von daher sehr freuen (Läppi und Fernseher haben die Kriegskasse erstmal geleert, eine vorhandene, lange Liste mit diversen Zubehörwunschen muß erstmal warten, und bis dahin wäre eine softwareseitige Reparatur als Übergangslösung sehr wünschenswert).

        • Günter Born sagt:

          Versuche dich mit einer VHD-Installation a) mit Windows 10 und b) mit Windows 8.1. Ist vom Aufwand gering und sollte zeigen, ob der Kram läuft oder nicht. Der andere Ansatz: Alle Treiber (auch ausgeblendete) im Geräte-Manager entfernen und hoffen, dass es hilft.

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