Geplante Obsoleszenz die 2. – FujiFilm-Kameras

In meinem Beitrag Kaufen für die Müllhalde: Stoppt endlich Apple! hatte ich ja das Thema nicht wechselbare Akkus in Mobilgeräten oder nicht mehr reparierbare Geräte thematisiert. Das Ganze segelt unter dem Begriff geplante Obsoleszenz – also Geräte möglichst schnell zum Müll werden zu lassen. Ich versuche ja möglichst, solche offensichtlichen Ansätze durch bewusste Kaufentscheidungen zu unterlaufen. Aber jetzt hat es mich doch mal wieder durch die Hintertür kalt erwischt. Dachte daher, ich dokumentiere den Fall hier im Blog.


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Stein des Anstoßes ist eine FujiFilm FinePix S9500 Bridge-Kamera, die ich mir vor Jahren zugelegt habe. Kostete bei der Markteinführung richtig Geld – auch wenn ich die etwas später deutlich unter 1.000 Euro online erwerben konnte. Ich hatte einiges recherchiert und eines von verschiedenen Argumenten für die Kamera waren die vier Mignon AA-Zellen zur Stromversorgung. Einen Satz Akkus gibt es günstig zu kaufen.

Eigentlich bin ich mit der Kamera zufrieden – doof ist zwar, dass firmwaremäßig nix mehr passiert und es gibt auch kein CHDK-Pendant. Aber egal, wenn da nicht eine störende Sache gewesen wäre: Die Kamera vergisst seit einiger Zeit beim Akku-Wechsel das eingestellte Datum. Irgendwie hatte ich im Hinterkopf: Kein Problem, da ist irgendwo eine kleine Klappe, wo Du die Knopfzelle wechseln kannst und gut ist. Meine Uralt Olympus Spiegelreflex und auch die allerneueste Canon PowerShot SX130 haben das. Der Wechsel ist in einer Minute passiert.

Aber im Handbuch der FinePix S9500 fand sich nix und ich konnte da auch keine Klappe, die ich noch nicht benutzt hatte, erkennen. Also habe ich mal eine Suchmaschine meines Vertrauens nach “Fuji FinePix vergisst Datum” befragt. Und ich wurde prompt fündig (siehe [1, 2, 3, 4]). Ergebnis meiner kurzen Recherche:

  • Es betrifft nicht nur mein Modell und mein Exemplar, sondern zieht sich durch diverse Fuji FinePix-Modelle.
  • In der Kamera ist eine Stützbatterie (oder ein Kondensator, wobei ich auf ein Akku tippe) eingebaut, welches aber auf der Hauptplatine sitzt und vom Kunden nicht getauscht werden kann.
  • Der Fuji-Service kann diese Batterie zwar wechseln, aber das kostet satt und scheint bei einigen Nutzern wohl zur Dauereinrichtung geworden zu sein.
  • Es gab Hinweise auf ein Servicemanual – ich wäre ja willig gewesen, da ggf. selbst Hand anzulegen. Aber alle Webverweise auf dieses Manual erwiesen sich zwischenzeitlich als tot. Offenbar dringt Fuji mit Verweis auf das Urheberrecht darauf, dass die Kopien verschwinden.

Mein Fazit: Noch tut die Kamera und bei schnellem Akkuwechsel hält das Datum. Ich habe keine Chance, den internen  Puffer (Stützakku oder –kondensator) zu wechseln und Einschicken zum Service lohnt (bei geschätzten 150 Euro Servicekosten) nicht mehr. FujiFilm hat sein Ziel – geplante Obsoleszenz erreicht. Aber mein zweites Fazit ist auch glasklar: Keine FujiFilm-Kamera mehr in diesem Leben – und bei anderen Digicams werde ich darauf achten, dass die Stützbatterie wechselbar ist.

Links:
1: Fuji Finepix S9600 vergisst Einstellungen
2: Fuji S9500 vergisst Uhrzeit und alles…
3: S5500-Haltbarkeit
4: S5000: Kamera vergisst Einstellungen
5: F10: Vergisst Einstellungen beim Akkuwechsel
6: Menue vergißt Einstellungen
7: Alle Einstellungen beim Batteriewechsel gelöscht!
8: Endlose Google-Trefferliste
9: FixYa-Diskussion (Englisch)


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4 Kommentare zu Geplante Obsoleszenz die 2. – FujiFilm-Kameras

  1. Arno.Nym sagt:

    Heutzutage verbaut man normalerweise entweder Lithiumbatterien (halten ca. 10 Jahre Lagerdauer aus) oder halt Supercaps. Letztere sind immer fest eingelötet und können nie ohne Löten gewechselt werden. So wird’s wohl auch hier sein. Beides dient nur dazu, die (kurze!) Zeit des Akkuwechsels zu überbrücken. Also keine geplante Obsoleszenz!

    Entweder liegt hier ein Qualitätsproblem der Batterien/Supercaps vor, oder aber bei denjenigen Usern, die besagte Probleme haben, lag die Kamera längere Zeit ohne Akku rum, wodurch sich die Batterie oder der Supercap entlädt. Aufgrund des Fehlerbilds tippe ich übrigens auf Batterie.

  2. Marc P. sagt:

    Meine FinePix S6500fd zeigt genau die gleiche Problematik. Obwohl immer geladene Akkus im Gerät belassen wurden ist die Ende 2010 von Fujifilm damals noch auf Kulanz gewechselte Stütz-Batterie / Akku / Supercap (oder was auch immer) nach nur knapp 3 Jahren bereits wieder hinüber. Bei meiner alten Olympus Digicam aus dem Jahr 2001 hatte ich diesbezüglich inner 9 Jahren keinen Ausfall.

    In Anbetracht der ansonsten tollen Kameras ist es wirklich schade, dass Fuji solche Konsumenten-Fallen in ihre Geräte einbaut, die einem davor abschrecken, je wieder zu dieser Marke zu greifen.

  3. Otto Zorro sagt:

    Nie wieder Fuji! Ich habe auch diesen gewollten Schrott herumstehen. Ohne dieses Problem würde ich in den nächsten Jahren keinesfall eine neue Kamera kaufen. Dank Fuji wird die nächste auf keinen Fall eine F…
    Sowas hat man früher per Norm unterbunden, heute gibt es keinen DIN – Schutz für den Verbraucher. siehe Netzteilsteckerchaos.
    … wütend auf Fuji!

  4. Karl sagt:

    Auch ich habe ein ähnliches Problem mit 2 Fujifilm-Kompakt-Kameras erlebt.

    Die erste Kamera war die Fujifilm Finepix F50
    Nach genau 26 Monate gab es Verpixelungen (sahen aus wie Kratzer) in der Mitte des Fotos – Kamera war also nicht mehr zu gebrauchen

    Als Ersatz wurde eine Fujifilm Finepix 770EXR im Juli 2014 gekauft.
    Diese hat bis Vorgestern wunderbar funktioniert. Liegt gut in der Hand, ist schnell, macht gute Fotos.
    Gestern (also wieder 26 Monate nach dem Kauf) erschien nach dem Einschalten plötzlich der Text “Objektiv Fehler” im Display. Die Kamera reagiert nicht mehr auf Zoom / Auslöser – Betätigung. Ist also ein Total-Ausfall.
    Die Kamera wurde ausschließlich in einer Fototasche gelagert / transportiert !

    Nachdem ich mich auf der homepage durch das Reparatur – Forumlar gequält hatte, bekam ich eine Mail, dass die Reparatur mit 150 € zu Buche schlage würde. Der Restwert der Kamera wird mit 55 € angesetzt. Beim Kauf einer neuen Fujifilm-Kamera könnte ich die defekte Kamera in Zahlung geben.

    Für mich sieht das eindeutig nach “Geplanter Obsoleszenz” aus !
    An Zufall glaube ich da nicht mehr.

    Ich werde mich hüten, nochmals über 200 € für einen Fujifilm-Schrott auszugeben, der nach 26 Monaten offensichtlich gewollt den Geist aufgibt.

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