Windows Performance Toolkit – Performancetest – Teil 2

Das Windows Performance Toolkit kann Unterstützung bieten, falls es unter Windows zu Leistungsproblemen kommt. Nachdem ich in Teil 1 den Download, die Installation und die Basics skizziert habe, werfe ich in Teil 2 einen Blick auf die Frage, wie man Performance-Probleme in Windows analysieren kann.


Anzeige

Leistungsanalyse mit Bordmitteln bei Performance-Einbrüchen

Gibt es immer wieder unerklärliche Leistungseinbußen in einem Windows-System, könnten Sie die Registerkarte Leistung des Task-Manager aufrufen und hoffen, dass dort etwas zu sehen ist.

Bei Bedarf lassen sich auch noch die Registerkarten Netzwerk und Prozesse zur Analyse heranziehen. Problem ist aber, dass man ständig dabei sein und schon eine Ahnung haben muss, wo etwas klemmt. Mancher Benutzer wird dann noch die Schaltfläche Ressourenmonitor im Task-Manager anwählen, um noch genauere Informationen zu erhalten. Dieser zeigt auf verschiedenen Registerkarten die laufenden Prozesse sowie deren Ressourcenverbraucht.

In obigem Screenshot ist eine Registerkarte Datenträger mit den Informationen eingeblendet. Und man kann am rechten Rand auch noch den zeitlichen Verlauf bestimmter Parameter als Grafik verfolgen.

Über die Verwaltung der Systemsteuerung lässt sich unter Windows 7 auch noch die Leistungsüberwachung aufrufen. Im nachfolgend gezeigten Fenster kann der Benutzer Leistungsindikatoren über die grüne Plus-Schaltfläche festlegen. Deren Werte werden dann zyklisch erfasst und in einem Diagramm eingeblendet.


Werbung

So weit so gut – aber was ist das Problem mit den obigen Ansätzen? Alle diese Funktionen leiden darunter, dass keine wirkliche Analyse im Nachhinein möglich ist. Man kann lediglich den aktuellen Zustand erfassen und eventuell noch ein Ratespiel in den Diagrammen veranstalten, was wohl die Ursache gewesen sein könnte. Und wie geht es besser?

Leistungsanalyse mittels des Windows Performance Recorder

Gibt es immer wieder unerklärliche Leistungseinbußen in einem Windows-System, lassen sich mit dem Windows Performance Recorder Kenngrößen des Systems (z.B. CPU-Belastung, I/O-Leistung) aufzeichnen. Hierzu startet man den Windows Performance Recorder über das Startmenü (Windows 7) oder die Startseite (Windows 8/8.1) – siehe Teil 1.

Über die im Programmfenster sichtbare Schaltfläche Show options lässt sich die Darstellung aus obigem Screenshot einblenden. Über das Feld Select additional profiles … lassen sich die aufzuzeichnenden Systemparameter wählen. In nachfolgendem Screenshot sind z.B. die Optionen im Zweig Resource Analysis zu sehen. Markieren Sie einfach die Kontrollkästchen der aufzuzeichnenden Parameter wie CPU usage (CPU-Nutzung) etc.

Bei Bedarf lassen sich die Aufzeichnungsoptionen (z.B. Aufzeichnung im Arbeitsspeicher) über die Listenfelder an der rechten Fensterseite anpassen. Das Performance scenario ist auf dem Wert “General” zu belassen, wenn Sie zur Laufzeit eines Systems aufzeichnen möchten. Optional ließen sich der Boot-Vorgang, das Herunterfahren etc. aufzeichnen.

In der Windows Performance Toolkit Technical Reference sind die Optionen des Windows Performance Recorder z.B. detaillierter unter WPR Features erläutert. Sind die gewünschten Einstellungen gewählt, klicken Sie auf die Schaltfläche Start. Dann beginnt der Performance Recorder mit der Aufzeichnung der vorgegebenen Werte in Protokolldateien.

Lassen Sie die Aufzeichnung nun solange laufen, bis die Leistungseinbrüche stattgefunden haben und durch den Recorder ggf. erfasst wurden. Dann wählen Sie die Schaltfläche Save im betreffenden Recorderfenster an (obiger Screenshot). Der Recorder gibt Ihnen dann in folgendem Dialogfeld die Möglichkeit, den Speicherort der .etl-Protokolldatei mit den Ereigniseinträgen anzupassen.

Bestätigen Sie die Auswahl über die Save-Schaltfläche, um die .etl-Datei sichern zu lassen. In einem weiteren Schritt ist dann die Auswertung möglich.


Werbung – meine Windows 8.0/8.1 Titel –


Ereignisse mit dem Windows Performance Analyzer auswerten

Sobald die Ereignisse in .etl-Protokolldateien aufgezeichnet wurden, lassen sich diese mittels des Windows Performance Analyzer auswerten. Wenn Sie im Recorder auf die Schaltfläche Save klicken, wird Ihnen das folgende Dialogfeld angezeigt.

Es besteht die Möglichkeit, die Protokolldatei direkt im Windows Performance Analyzer (WPA) zu öffnen. Alternativ können Sie den WPA auch per Startmenü oder Startseite aufrufen (siehe Teil 1) und dann jede beliebige, aufgezeichnete .etl-Protokolldatei öffnen.

Nachfolgend ist das Fenster des Windows Performance Analyzer zu sehen, in dem über Open in WPA oder über das Menü File –> Open bereits eine .etl-Protokolldatei geladen wurde. In der linken Spalte zeigt der WPA dann den grafischen Verlauf der aufgezeichneten Parameter.

Wählen Sie ein solches Diagramm per Mausklick an, blendet WPA die Details in der rechten Spalte ein. Und hier kommt nun der Pfiff an der ganzen Sache zum Tragen. Sie erhalten die Daten in Tabellenform und als Grafik in der Anzeige aufbereitet. Der WPA zieht hierzu die vom WPR aufgezeichneten Daten heran. Sie können dann in einer Grafik per Maus z.B. auf eine CPU-Leistungsspitze gehen, um die Details zu untersuchen. In der Tabelle werden dann die aufgezeichneten Werte zu diesem Zeitpunkt eingeblendet – und Sie können schauen, ob sich ein Prozess ermitteln lässt, der diese Leistungsspitze verursacht hat.

Im Gegensatz zu den am Artikelanfang erwähnten Windows-Bordtools lässt sich mit Hilfe des Windows Performance Recorder also ein Verlauf verschiedener Parameter aufzeichnen. Und diese Aufzeichnung können Sie anschließend in Ruhe mittels des Windows Performance Analyzers ansehen und untersuchen. Was in diesem Beitrag am Beispiel einer Leistungsmessung im Windows-Betrieb skizziert wurde, lässt sich natürlich auch verwenden, um den Startvorgang oder das Herunterfahren, Neustarten oder Eintreten in bzw. Aufwachen aus dem Ruhezustand zu analysieren. Auf diesen Sachverhalt möchte ich in Teil 3 kurz eingehen.

Artikelreihe:
i: Windows Performance Toolkit – Installation – Teil 1
ii: Windows Performance Toolkit – Leistungsanalyse – Teil 2
iii: Windows Performance Toolkit – Starten/Herunterfahren analysieren – Teil 3

Ähnliche Artikel:
a1: Ständige “Freezes” in Windows 7
a2: Windows 8 Freezes beim WeTab und anderen Rechnern
a3: Windows 8 Freeze-Analyse beim WeTab Teil 2
a4: Keine Freezes in Windows 8 mehr?
a5: Problemdiagnose mit msconfig
a5: Google Chrome laggt und friert kurz beim Seitenaufruf ein
a6: Performanceprobleme bei der Virtualisierung
a7: Performanceprobleme bei VMware Workstation 7
a8: Dell Notebook trotz deinstalliertem Mc Afee extrem langsam …

Link:
1: Windows Performance Toolkit Technical Reference
2: Windows Performance Recorder (Beschreibung der Optionen)
3: Windows Performance Analyzer (Beschreibung der Optionen)


Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Tipps, Windows 7, Windows 8, Windows 8.1 abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.