Autsch: Chrome und Firefox blocken fastbot.de

Heute mal ein Fall von (wahrscheinlich) "geht gar nicht", der zeigt, wie kaputt das Internet ist. Aktuell sperren Google Chrome und der Firefox die Website fastbot.de als "Malware verseucht".


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Wer ist fastbot.de?

Bei fastbot.de handelt es sich um eine deutsche Meta-Suchmaschine, die als Konkurrenz zu Google auftritt. Laut dieser Webseite analysiert fastbot.de automatisch die Sucheingaben der Nutzer in einem anonymen Profil und optimiert so ständig fortlaufend die eigenen Ergebnisse. Weiterhin lassen sich Webseiten direkt über Fastbot öffnen – der Surfer bleibt für den Seitenbetreiber anonym. Zudem bietet Fastbot Sprachausgabe und ein Wörterbuch Deutsch/Englisch.

Fastbot

Der obige Screenshot zeigt die Webseite von fastbot im Internet Explorer – schnörkellos einfach – und immer mehr Benutzer verwenden fastbot.de. Die Presseschau auf der Site zeigt viel Lob.

Google und Firefox blocken fastbot.de, da angeblich attackierend

Tja, und nun kommen wir zum Problem: Die Site fastbot.de wird (wohl fälschlich) als "infizierend" in einigen Blacklists geführt. So zeigt der Chrome Browser beispielsweise folgendes an:

Fastbot

Laut diesem Google+ Eintrag besteht die Blockade vermutlich seit Sonntag (17.4.2016). Nice, wenn man die Konkurrenz auf diese Weise blockieren kann …

Und auch die Mozilla-Entwickler patzen, denn sie setzen auf die Blacklists anderer Anbieter (was ich schon mal gefordert hatte, um Phishing-Sites schneller zu sperren). Geht aber bei Sites, die unberechtigt gesperrt werden, an die Substanz.


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Ist Fastbot.de wirklich kompromittiert?

Stellt sich natürlich die Frage, ob fastbot.de wirklich gefährlich ist. Die Seite ist recht aufgeräumt und der Quellcode zeigt mir nichts gefährliches. Auch Microsofts Internet Explorer hat wohl kein Problem mit der Site. Eine Analyse von virustotal.com ergab am 18.4.2016 um 23:19, dass fastbot.de bei 2 Anbietern von 67 als "Malicious" gelistet ist.

Virustotal

Über den Registerreiter Zusätzliche Informationen werden Links zu den Detailseiten der Anbieter aufgelistet. Sucuri klassifiziert fastbot.de zum Zeitpunkt, als ich da nachgesehen habe, als clean, gibt aber an, dass man die Site nicht 'sauber scannen' könne. Quttera meldet eine befallene Datei und c-sirt.org verursacht einen TCP connection timeout …

Das stinkt! Aber es geht noch weiter. Im Produktforum von Google findet sich seit gestern Mittag dieser Eintrag, in dem ein Nutzer darauf hinweist, dass es sich bei fastbot.de um eine Suchmaschine handelt. Der Kommentar des Forenmoderators hat es in sich: Weil Fastbot in den Suchergebnissen auch auf verseuchte Webseiten hinweisen könnte, wird die Site blockiert …

Google

Das Ganze lässt sich auf der Google-Seite hier ebenfalls in deutsch nachlesen. Einfach mal auf der Zunge zergehen lassen.

PS: Scheint ein Kampf mit harten Bandagen, Thomas Sasse hat auf Google+ diesen Fall aus dem Microsoft-Kosmos adressiert.


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11 Antworten zu Autsch: Chrome und Firefox blocken fastbot.de

  1. Tim sagt:

    "denn sie (Firefox) setzen auf die Blacklists anderer Anbieter"

    Ja, klar streikt auch Firefox, weil die angesprochene Blacklist original die von Google ist. Ist also die gleiche Soße, wie bei Chrome…
    https://youtu.be/I7KgGQAHRs4?t=4m38s

    Deshalb und weils letztlich Tracking unter dem Deckmantel von "Sicherheit" ist, die praktisch keine Sicherheit bringt, werden Funktionen wie Safebrowsing und auch Windows Smartscreen mal eben direkt abgeschaltet! Braucht kein Mensch.
    Manche Virenscanner sind auch klasse im Filtern von ganzen Seiten, wegen irgendwas, was keiner nachvollziehen kann!

    SafeBrowsing! Nette Idee, aber stört weit häufiger, als es denn nutzt und verunsichert Nutzer, weils unheimlich ungenau und Informationslos ist. Dafür wird aber wirklich jeder Zugriff auf Seiten brav gemeldet.

    • Tim sagt:

      Ists möglich das Fastbot schlicht den Nutzer (aus Geldgeilheit, oder warum?) so heftig zu tracken versucht, das die URL von Fastbot genau aus diesem Grunde auf die Speerliste gekommen ist? Zusammen mit den weiterführenden Verlinkungen von Fastbot wegführend?

      Anders erklärt sich ja nicht das im Bericht von Google Hinweise auf andere Webseiten zu finden sind. Da hat wohl wer gesucht und die Ergebnisse waren Verseucht… und Fastbot zu blöd, das selbst zu erkennen! Geile Suchmaschine, dies Fastbot!

      • Tim sagt:

        Ja, grad ausprobiert. Fastbot meldet beim klicken auf einen Link brav mit das dieser Nutzer von Fastbot kommt.

        Aus reiner Geldgeilheit auf die Nase gefallen. So kanns gehen und man landet auf Sperrlisten. Vollkommen gerechtfertigt.

        Fastbot macht Sperrlistenbetreibern also die arbeit schwer, weil diese per Hand den Müll aussortieren müssen, den Anbieter wie Fastbot produzieren.
        Warum muss eine Suchmaschine einem Link seine eigene URL mitgeben und die Herkunft des Nutzers erklären? Um Kohle zu verdienen…

        Tracking pur… aber Google ist mal wieder böse, wa?

        • Tim sagt:

          So sieht eine Weiterleitung von Fastbot aus:

          https://www.fastbot.de/red.php?red=3360416658588268383+http://www.spiegel.de

          Wäre der Spiegel nun kompromitiert, wäre Fastbot direkt wieder MIT auf den Sperrlisten.

        • Na ja, das "geldgeil" hast Du wohl von Helmut Moll im verlinkten Google-Thread. Zum Thema an sich einfach mal zwei Links aus anderen Quellen:

          Meta-Ger-Forendiskussion

          Bypass fastbot redirection

          Da muss sich jeder seine eigene Meinung bilden – finde ich jedenfalls …

          • Tim sagt:

            ;) Neckisch diese Links… aber unterstreicht ja direkt meine Meinung in diese Richtung, oder?

            Schwierig, fast undenkbar heutzutage und auch noch in dieser offensichtlichen Form, einen derzeit 19 Stelligen Wert, der sich mit jeder Anfrage ändert, nicht als
            finanziell verwertbares Ding anzusehen.

            Jedenfalls ist damit klar, warum jemand auf eine Sperrliste kommen kann. Nämlich in dem man eine unglückliche Form der Weiterleitungs-URL vewendet. Der Sturm findet eher in einem Wasserglas statt und Google, Chrome und Firefox wurden hier, wegen dieser unglücklichen Form, negativ ins Licht gestellt.

            Wenn Fastbot nun kein Geld mit derartigen Links verdienen sollte, hätte ich mich an dieser Stelle geirrt, was mich aber stark wundern würde. Wozu wertet man sowas denn aus und schafft diese Möglichkeit der eindeutigen Auswertung überhaupt?

            Ich würde es auswerten und so mein Geld verdienen ;). Vollkommen logisch!

  2. Tim sagt:

    So sieht eine Weiterleitung von der Fastbot Suchmaschinen aus.

    https://www.fastbot.de/red.php?red=3360416658588268383+http://www.spiegel.de

    Weihnachtsmannfrage: Wie sind die armen bloß auf die Sperrliste geraten?

  3. Nobody sagt:

    Schon befremdlich, mit welch fadenscheiniger Begründung Google versucht eine kaum bekannte Suchmaschine zu diskreditieren. Ansonsten schließe ich mich weitgehend dem ersten Kommentar von Tim an. Die Safebrowsing-Funktionen des Firefox sind bei mir schon lange deaktiviert.
    Grüße

  4. Michael Uhlenbruck sagt:

    Komischerweise wird die Seite von Opera (setzt auf Chrome auf) nicht geblockt.

    Auch der Defender von MS hat trotz eingeschaltetem Zusatzschutz unter Win10 nichts gegen den Aufruf der Seite. Rechner mit anderer Virenschutzsoftware (Kaspersky, Bitdefender und Avira) machen auch keine Probleme.

  5. Senfschuh sagt:

    Mit Palemoon (Firefox-Ableger) geht die Seite auch ohne Probleme auf.

  6. Matthias Berke sagt:

    Hallo,

    ich häng mich mal an auch wenn es schon ewig her ist.

    Aktuell ist es so das sich "https://www.fastbot.de/" und "https://www.google.com" in Firefox aufrufen lassen – aber als Suchmaschinen kann man Beide nicht einstellen/hinzufügen.

    Kennt jemand die Ursache oder eine Lösung?

    Die FF-FAQ führt nicht weiter
    https://support.mozilla.org/de/kb/suchmaschinen-in-firefox-hinzufuegen-oder-entfernen

    OS = WIN 10 Pro 64bit
    FF = 32bit – Version 78.9.0esr

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