‘Tschüss Windows’ – Korea macht Ernst mit dem zu Wechsel Linux

[English]Kippt in Südkorea die Dominanz Microsofts im Betriebssystembereich? In Südkorea ist die Regierung fest entschlossen, sich von der Windows-Abhängigkeit ein Stück weit zu lösen. Gleich drei große Organisationen habem einen Exodus von Windows beschlossen und planen teilweise auf Linux zu wechseln.


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Ich hatte ja bereits im Mai 2019 im Beitrag Südkoreas Regierung bevorzugt Linux, nicht Windows 10 über die Pläne der Regierung Südkoreas zum Wechsel auf Linux berichtet. Über nachfolgenden Tweet von Bogdan Popa (Softpedia) bin ich auf neue Informationen aufmerksam geworden.

Basis sind wohl neue Artikel in den in Südkorea erscheinenden Medien, dass man nach dem Support-Ende von Windows 7 von Microsoft weg und hin zu Linux migrieren möchte. Ich habe einen Artikel (in koreanisch) mal bestmöglich aufbereitet, weil er interessante Einsichten ermöglicht. Der Artikel hier auf ajunews.com stellt die Frage, ob das Ziel der Regierung Südkoreas, in spätestens sechs Jahren von Windows zu Linux migrieren, funktionieren kann.

Regierung setzt auf Open-OS und hat einen Plan

Geplant ist von Südkoreas Regierung die Verwendung eines offenen Desktop-Betriebssystems mit dem Namen Open-OS. Dieses soll auf Linux aufbauen und von koreanischen Software-Entwicklern auf die Beine gestellt werden. Langfristiges Ziel ist es, Open-OS an allen Arbeitsplätzen der öffentlichen Verwaltung einzusetzen. Aktuell gibt es folgenden Fahrplan.

  • Zunächst wurde im Februar diesen Jahres die Open-OS-Einführungsstrategie festgelegt,
  • im Oktober soll dann vom Ministerium für öffentliche Verwaltung und Sicherheit auf einigen externen Netzwerk-PCs Open-OS eingeführt werden.
  • Danach plant die Regierung, 2026 ein offenes Betriebssystem anstelle von Windows einzuführen.

Der Hauptgrund für die Forderung der Regierung Südkoreas nach dem Einsatz eines offenen Betriebssystems ist die Verringerung der übermäßigen Abhängigkeit von Windows. In Südkorea laufen 92% der Systeme mit Windows und die Regierung ist gezwungen, sich den als einseitig empfundenen Richtlinien von Microsoft zu beugen.

Supportende von Windows 7 und Kostenersparnis

Als ein Grund wird explizit das Supportende von Windows 7 genannt. Die Regierung hat die Kosten geschätzt, die aufgrund der Einstellung der Versorgung von Windows 7 mit Sicherheitsupdates entstehen. Es dürfte 780 Milliarden Won (ca. 602 Millionen Euro)kosten, um die Windows 7 PCs in Behörden durch Windows 10 zu ersetzen.

Die Regierung erwartet, die (Lizenz-) Kosten von 70 Milliarden Won (ca. 54 Millionen Euro) pro Jahr durch die Einführung eines offenen Betriebssystems zu senken. Die Erwartung der Regierung Südkoreas ist auch, dass diese Umstellung dazu führen wird, dass Unternehmen aus Südkorea in den OS-Markt, der aktuell von ausländischen Unternehmen monopolisiert wird, einsteigen und eng mit inländischen Unternehmen zusammenarbeiten, um Sicherheitsprobleme zu lösen.

Umstellung hat bereits begonnen

Weiterhin wird die Post Südkoreas von Windows 7 auf TMaxOS wechseln. Das ist ein Linux-basierendes Betriebssystem, welches von der südkoreanischen Firma TmaxSoft entwickelt wird. Über TMax hatte ich vor einiger Zeit bereits berichtet (siehe Links am Artikelende).


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Andere Ministerien haben bereits einen Teil ihrer Arbeitsplätze auf Linux umgestellt und arbeiten an Plänen, die Einführung auf weitere Geräte auszuweiten. Das Ministerium für nationale Verteidigung und die nationale Polizeibehörde zum Beispiel verwenden derzeit Harmonica OS 3.0, das mit einer Reihe von koreanischen Anwendungen angepasst wird, während das Ministerium für öffentliche Verwaltung und Sicherheit das lokal entwickelte Gooroom-Cloud-OS auf der Basis von Debian installiert hat.

Drei Varianten von Open-OS

Interessant finde ich, dass in Südkorea beabsichtigt, drei Arten von offenen Betriebssystemen im Einsatz sind:

  • Inveium ‚Harmonica OS‘,
  • Gooroom ‚Cloud OS‘
  • und Tmax A & C ‚Tmax OS‘.

Alle drei Varianten basieren wohl auf Debian, und wurden entsprechend angepasst. Da der Kernel, der Kern des Betriebssystems, kompatibel ist, können Sie mehr als 90% von Tausenden von Debian Linux-Apps installieren und verwenden.

Diskussionen, Positiv- und Negativ-Beispiele

Das Ganze passiert natürlich nicht mit fliegenden Fahnen, sondern es gibt wohl auch Diskussionen. Einige Leute sind beispielsweise über die Politik der Regierung besorgt, da sie auch Negativbeispiele kennen. Unter anderem, schreibt das koreanische Medium, dass es der Regierung selten gelungen sei, einen Windows Arbeitsplatz-PC durch ein offenes Betriebssystem zu ersetzen.

Interessant ist, dass der koreanische Artikel LiMux als Negativbeispiel aufführt. Im Jahr 2003 entschied die Stadtverwaltung in München sich ja dafür, Linux anstelle von Windows zu verwenden. Inzwischen kehrt München jedoch zu Windows zurück – ich habe ja im Blog berichtet. Zitat aus dem koreanischen Artikel: An Windows gewöhnte deutsche Beamte passten sich nicht an Linux an und mussten für die Verwaltung des Betriebssystems eine Menge Betriebs- und Verwaltungskosten in Höhe von etwa 60 Millionen Euro aufwenden, obwohl Einsparungen von 11 Millionen Euro erwartet wurden.

Aber es wird auch ein Positiv-Beispiel erwähnt: Im vergangenen Jahr beschloss die chinesische Regierung, „Girin OS“, ein offenes Betriebssystem, das auf Linux basiert, an den staatlichen Arbeitsplätzen einzuführen. Es ist jedoch nicht beabsichtigt, Kirin OS auf allen PCs einzuführen, sondern der Plan sei, es in einigen auszuwählenden Institutionen zu testen und dann auf alle öffentlichen Institutionen auszudehnen.

Die Regierung Südkoreas plant, im Ausland die Fälle, wo von Windows auf Linux gewechselt wird, zu analysieren und die Migration ohne deren Fehler durchzuführen. Man hofft, die negativen Auswirkungen bei der Einführung eines offenen Betriebssystems zu minimieren.

Auch nach 2026 wird Windows übrigens nicht in in öffentlichen Einrichtungen Südkoreas verschwinden. Der Plan der Regierung ist es, den aktuellen Windows-Marktanteil von 99% auf 50% zu reduzieren. Und es gibt noch eine interessante Information im Artikel: Derzeit verwenden die Angestellten der Zentralregierung Südkoreas zwei physische PCs am Arbeitsplatz: einen externen Netzwerk-PC (für das Internet) für den Zugriff auf externe Internetdienste und einen internen Netzwerk-PC (für Unternehmen) für interne Aufgaben. Dieses Konzept zur Verwendung getrennter PCs ist die Reaktion auf externe Sicherheitsbedrohungen wie Hacking.

Daher will die Regierung Südkoreas nur die Internet-PCs auf Open-OS (d.h. Linux) umstellen. Interne Netzwerk-PCs, auf denen Regierungsmitarbeiter wichtige Aufgaben ausführen, verwenden weiterhin Windows als Betriebssystem, u.a. um die Produktivität zu steigern. Das ist auch der Grund, nicht auf jedem PC im öffentlichen Dienst ein offenes Betriebssystem einzuführen. Man braucht nur die Hälfte der Desktop-Systeme umzustellen.

Interessante Lösung bis 2026

Bis zum Jahr 2026 werden die meisten Angestellten an einem einzigen Laptop mit Windows anstelle von zwei Desktop-PCs arbeiten. Der Laptop kann nur interne Aufgaben erledigen. Open OS for External Business wird als virtueller Desktop (VDI) über einen Cloud-Server bereitgestellt.

Um auf externe Dienste zugreifen zu können, müssen die Beschäftigten ein Terminalprogramm auf ihrem Laptop ausführen und dann auf das offenes Betriebssystem zugreifen, das auf einem Cloud-Server installiert ist. Diese Umgebung, die in der Cloud ohne Installation eines Betriebssystems ausgeführt wird, wird als Desktop-Service (DaaS) bereitgestellt.

Der Grund, warum die Regierung die Einführung offener Betriebssysteme mit solchem ​​Vertrauen vorantreibt, ist, dass es bereits erfolgreiche Fälle gibt. Im Dezember letzten Jahres führte Korea Post (Ubon) ein offenes Betriebssystem als VDI-Lösung für externe Netzwerk-PCs ein.

Die Korea Post Ubon sicherte sich dazu 11.000 Lizenzen für Windows 10, Tmax OS und Cloud OS. Mitarbeiter können nun per VDI über ein offenes Betriebssystem (Tmax OS9 auf ein externes Internet-Netzwerk zugreifen. Es gibt einige Dienste, auf die nicht zugegriffen werden kann, z. B. einige Homepages, die noch nicht ausgeführt werden können. Die Bewertung innerhalb von Ubon ergab jedoch, dass die Abwicklung der meisten externen Aufgaben kein großes Hindernis darstellt.

Die Regierung plant, die Dienste, die auf einem offenen Betriebssystem nicht ausgeführt werden können, in Zusammenarbeit mit den Unternehmen zu ändern. Wenn ein offenes Betriebssystem für externe Netzwerk-PCs der Regierung eingeführt ist, wird auch erwartet, dass häufig verwendete Website-Plugins verschwinden. Solche Plugins sind Windows-abhängig und stehen unter offenen Betriebssystemen nicht zur Verfügung.

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16 Antworten zu ‘Tschüss Windows’ – Korea macht Ernst mit dem zu Wechsel Linux

  1. Schubert sagt:

    Hallo Günter, Besten Dank für die ausführlich recherchierten Sachverhalte, eine Freude, das zu lesen!

    Für mich persönlich nicht uninteressant die „interessante Information im Artikel“: Die Vorgehensweise mit zwei unabhängigen Netzwerken, Hardwaren und Betriebssystemen ist unter den derzeit (und vermutlich noch sehr lange) gegebenen Umständen schlicht der einzig logisch gangbare Weg. Und das spraktisch seit mindestens einer Dekade. Insofern musste ich schmunzeln, als ich das gelesen habe, denn ich hatte diesen Ausweg aus der Misere, den ich auch privat seit zwei, drei Jahren beschreite, schon ein paar Mal hier im Blog erwähnt (vielleicht hat es auch der Eine oder Andere verstanden und sich nur gesagt: „eh klar …“)

    Wenn es gut läuft in Südkorea (und davon gehe ich aus: dort planen und entscheiden intelligente Köpfe und kein unfähiges Regierungspersonal aus und für die unteren Reihen – wie in München), springt am Ende ein universelles Betriebssystem heraus, auf das die ganze Welt praktisch kostenlos zugreifen könnte. Paralell zu der schwindenden Vormachtsstellung der USA und deren Konzerne.

  2. Nobody sagt:

    Ich wünsche ihnen Erfolg.
    Schon blamabel, wie das in München mit LiMux gelaufen ist.

    • Dat Bundesferkel sagt:

      Die Geldkoffer müssen halt nur groß genug sein. Die Anwender waren letztlich von LiMux überwiegend begeistert, anfangs gab’s verständlicherweise viel Umstiegsfrust.

      Naja, kennt man ja von der Automobilindustrie auch nicht anders. Da wird Müll der VW Gruppe gestützt, bis zum geht nicht mehr.

      In der IT sind’s halt Microsoft und Cisco.

      • Bekannter sagt:

        > … Die Anwender waren letztlich von LiMux überwiegend begeistert…
        Haha, selten so gelacht. Das ist _so_ schlicht falsch, dazu gab es genügend Berichte von Anwendern. Zudem – begeistert von einem Libre Office 4.x? Wohl kaum. Zudem die Umstellung über einen sehr langen Zeitraum von mehr als 5 Jahren lief…

        Auch die Mär vom günstigen Linux / Limux ist mehrfach widerlegt, sei es für eine Horde an externen Bearatern und Entwicklern, sei es für Schulungen und spezielle Anpassungen.

        Und letztlich war man doch ein Einzelkämpfer und in einer absoluten Nische unterwegs… Fachverfahren der öffentlichen Verwaltung oder Standard-Software direkt ohne Anpassung -> nicht vorhanden. Also Customizing Aufwand ohne Ende oder zum Teil auch keine wirtschaftlich sinnvolle Lösung unter Linux, so dass auch weiterhin Windows zum Einsatz kam…

        • Dat Bundesferkel sagt:

          https://www.golem.de/news/muenchen-it-manager-weist-kritik-an-limux-zurueck-1703-126554.html

          Gibt sogar im weh weh weh Interviews von ANWENDERN des LiMux, die NICHT zensiert wurden. Da Du Dich allerdings darauf festgelegt hast, das böse, schlechte, Friemel-Linux zu verteufeln, verkneife ich mir entsprechende Verweise.

          Und jeder der mit „Haha, Linux ist eben nicht günstig / kostenfrei“ argumentiert, kann nicht für voll genommen werden.

          Kein seriöses Unternehmen hat dies jemals behauptet, bzw. wurde es einem Unternehmen so verkauft.

          Jeder kennt das kostenlose Fedora. Oder das kostenlose CentOS. Aber RedHat ist mitnichten kostenfrei.

          Ebenso ist jedem bekannt, daß ein Windows-Turnschuhadmin mit bei ebay erstandenen Zertifikaten nicht in der Lage ist, Linux-Systeme adäquat zu administrieren. Und ja, auch diese Administratoren kosten Geld. Anwendungen, gibt es viele kostenfrei, aber wenn man etwas Spezielles benötigt, muß es eben programmiert werden: Ja, auch das kostet Geld.

          Bei LiMux flossen Gelder, um eine Rückmigration auf Windows zu forcieren, das ist nicht nur eine Behauptung von ach so diabolischen Linux-Fanatikern…

          Tatsächlich halte ich es für hochgradig kritisch, wenn nicht sogar verantwortungslos, wenn in Behörden Microsoft (Closed Source) Produkte zum Einsatz kommen, wo niemand wirklich zu 100 % genau weiß, was an Daten übertragen wird.
          Die neueste Bewertung des BSI ist diesbezüglich auch nur ein schlechter Scherz: „Ist jetzt DSGVO konform, wenn(…) – aber Datenaustausch findet immer noch statt, aber Microsoft hat gesagt (…) das muß so sein.“

          Finde ich bedenklich. Wirklich. Ja, privat nutze ich auf meinen Desktops auch Windows. Aber ich verwalte auch nicht persönliche Daten zu unzähligen Mitmenschen, sondern surfe (zumeist) interessante Seiten auf, konsumiere Unnötiges oder daddel / schreibe da ein wenig herum.

          • anthropos sagt:

            Viele Behauptungen und Anschuldigungen und eine angedeutete Verschwörung, dass Berichte manipuliert wurden.
            Ein genehmer Artikel wird herangezogen, erklärt für unzensiert und fertig.

            Ich sehe hier keinen Fortschritt in eine Richtung, aber Abfälliges in die Gegenrichtung. Und natürlich, Dat Bundesferkel, könnte ich es so ausdrücken: ich sehe aber Formulierungen eines Sozialleben-Noobs, doch wie Turnschuh-Admin wäre es eine überflüssige Formulierung ohne Nutzen)

          • 1ST1 sagt:

            Ich habe auch so meine Informationskanäle, und die bestätigen im Wesentlichen, was „Bekannter“ da schreibt.

            Auch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Libre Office nicht so das gelbe im Ei ist, insbesondere, wenn es um Interaktion mit dem weit verbreiteten Wettbewerbsprodukt geht. Einfache Aufgabe: Erstelle in Writer ein Dokument mit Textrahmen, gib dem Rahmen eine bestimmte Struktur (Linienform, Farbe, Schatten,etc.) und dem Textrahmen einen bestimmten Hintergrund (Verlauf, flächig, Farbe) und schreibe einen Text rein. Dann speichere das als odt, doc und docx. Dann öffne das in Word (getestet mit 2007-365) und vergleiche, ob der Textrahmen so aussieht, wie in Libreoffice. Wenn nicht, passe ihn in Word an, dass er wieder so aussieht, speichere das in odt, doc und docx. Öffne das wieder in Writer und vergleiche…

            Libre Writer ist nicht schlecht, aber es ist schlicht nicht 100% kompatibel. Und das gillt nicht nur für Textrahmen, sondern auch für Tabellen- und Grafikformatierung, Seitenumbrüche, usw.

            Ähnliche Effekte sind auch in Excel/Calc usw. zu beobachten. Und hier ist eben das „Original“ (MS-Office) eben der Standard.

            Das ist ein Krampf, sofern du mit anderen Abteilungen oder Liefernaden/Kunden/… Dokumente auf der Ebene austauschen musst, und hier wird Libre und da MS-Office eingesetzt.

            Für einen Heimuser Ok, wenn der damit nur seinem Finanzamt einen Brief schreiben muss, aber im Firmenumfeld oder in einer Behörde ungeeignet.

            Von einer dem Active-Directory vergleichbaren Management-Ebene des Linux-Betriebssystems wollen wir erst garnicht anfangen, zu reden. Da fängt nämlich bei Linux richtig die Turnschuhadministration an, oder du schlägst dich erstmal Monate/Jahrelang mit Ansible, Satellite und Co rum, bis das annähernd funktioniert, bei tausenden PCs auf einmal… In einem AD geht das outofthebox.

            Lizenzkosten sind nicht alles. TCO zählt.

  3. Tom sagt:

    Einige haben es bereits erkannt, es rechnet sich nicht. Man muss zum einen die Engineers ausgebildet halten und das kostet was. Und man muss die eigenen Lösungen ebenso in der Entwicklung ausgebildet halten, dass sie diese Plattform unterstützen. Bisher sind fast alle an den Kosten und dem Engineering gescheitet, weil es dafür erforderlich ist, eine IT Infrastruktur auf jedwelcher Linux Distribution zu betreiben. Ich glaube die einzigen, die dies für einen Teil ihrer IT erfolgreich betreiben, sind SIXT.
    Man meint man spart an Lizenzkosten, aber dafür kostet es ohne Ende an Know-how und Fluktuation der Experten und deren Ausbildung.
    Es geht, wie woanders auch im großen Stil, in die Hose und schwächt nur die Global IT.

    • Tim sagt:

      Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. In dem Artikel hier von Günter Born geht es darum, dass verschiedene Koreanische Institutionen Linux auf Endgeräten der Anwender einsetzen wollen. In der „Erfolgsgeschichte von Microsoft“ geht es nicht um Linux auf Endgeräten.

  4. Uwe sagt:

    Die werden es schaffen! Schafft es Land 1, wird Land 2 folgen, der Damm bricht. Mit W10 gibt es ständig Probleme, nur die teuren LTSC Versionen sind halbwegs brauchbar. Es geht auch eher nicht darum, Geld zu sparen, W10 ist untragbar. Vom Datenschutz mag erst keiner reden! Viel Glück!

    • 1ST1 sagt:

      Wieviele Jahre muss man diese Kommentare schon lesen? Was ist seit dem passiert? Nichts! Microsoft bringt jetzt Linux auf den Desktop, als WSL.

  5. Tim sagt:

    Ich kann es ja versehen, wenn eine Behörde, eine Firma oder was auch immer von Windows zu Linux wechseln möchte. Dafür mag es sicher den ein oder anderen Grund geben. Ob so ein Wechsel dann erfolgreich ist, steht auf einem anderen Blatt und muss man abwarten.

    Aber wer kann denn bitte auf so eine Idee kommen und dem Anwender 2 Rechner hinzustellen. Einen mit Linux für externe Verbindungen und einen zweiten Rechner mit Windows für interne Verbindungen. Das verdoppelt zum einen die Hardwarekosten und damit auch die Supportkosten für den weiteren Betrieb. Schließlich musst dann Supportpersonal und Support Infrastruktur für beide Welten bereitgehalten werden. Mir fällt da spontan Softwareverteilung ein. Mir ist keine Lösung bekannt, welche sowohl Linux als auch Windows mit dem gleichen Funktionsumfang zu 100% unterstützt. Da gibt es immer irgendwelche Abstriche oder man muss eben zwei verschiedene Tools verwenden. Auch das Thema zentrale Verwaltung von Richtlinien wird aufwendig, wenn zwei Welten Verwaltet werden müssen.

    Und für den Endanwender ist es sicher auch keine gute Idee, wenn er ständig je nach Aufgabe den Rechner wechseln muss oder Daten vom einen zum anderen Rechner austauschen muss weil die Rechner sich aus Sicherheitsgründen in unterschiedlichen Netzwerken befinden.

    • Max sagt:

      Ein Server sollte über mehrere Netzwerke hinweg arbeiten können. Wenn die Daten also nicht wie mancherorts üblich lokal, sondern auf dem Server mit entsprechendem Backup gespeichert werden, ist der Wechsel zwischen Linux und Windows keine Hürde. Außerdem kann man auch Multiboot-Systeme installieren und zwei Betriebssysteme auf einer Maschine einsetzen, wenn man denn möchte.

      Im ERP-Bereich hat in den letzten Jahren die Fragmentierung stark zugenommen, begründet unter anderem darin, dass ERPs in der Cloud schlicht zu teuer, die gängigen ERP-Plattformen (SAP, Sage, Microsoft Dynamics, Infor, Oracle NetSuite, IFS und Co.) oft benutzerunfreundlich oder auch etwaige Schnittstellen inkompatibel sind.

      Oder man macht es wie Microsoft: Man schränkt den Umfang einer Software ein, bohrt dafür den Umfang einer anderen Software auf und versucht die Kunden in die teuren Pakete zu drängen, egal, ob die Kunden die zu vielen Features nutzen können oder nicht. Gemeint sind Windows 10 Pro und Windows 10 Enterprise.

      Wir leben schließlich im Zeitalter der Plattformökonomie, in der sich Konzerne voneinander abschotten wollen. Ob Apple, Amazon oder zeitnah auch Microsoft (Windows 10X lässt grüßen), die Marschrichtung der milliardenschweren Giganten ist bekannt. Für den Wettbewerb ist das mehr als problematisch und so wird das passieren, was passieren muss: Die Fragmentierung nimmt noch weiter zu, bis Politik und Wirtschaft begreifen, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

    • 1ST1 sagt:

      „Aber wer kann denn bitte auf so eine Idee kommen und dem Anwender 2 Rechner hinzustellen. “

      Das kenne ich aus der Praxis aus vielen Unternehmen. Sei es, dass Entwicklernetze abgetrennt werden, sei es dass über das zweite Netzwerk PCs eines Tochter/Mutterunternehmens genutzt werden können, sei es dass es um das Thema „Admin Workstation-Hardening“ geht, usw.

  6. Leser sagt:

    „Der Plan der Regierung ist es, den aktuellen Windows-Marktanteil von 99% auf 50% zu reduzieren.“

    Mein Plan ist es, bei mir den aktuellen Windows-Marktanteil von 100% auf 0% zu reduzieren… :-)

  7. ulliperk sagt:

    Ich habe aufgrund dieses Artikels Tmax OS heruntergeladen und kurz getestet.
    Leider fand ich keine Möglichkeit, IOS-Apps zu installieren und zu nutzen. Hat das mal jemand ausprobiert? Auf der Homepage von Tmax wird diese Fähigkeit des Systems auch nicht erwähnt.
    Dabei wäre es doch der Renner.

    Das Darling-Project (OSX Ausführungslayer für Linux) ist da m. W. noch nicht so weit.

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