OneNote 2016 in Office 365/2019 zurück

[English]Microsoft scheint in Sachen OneNote-Integration in Microsoft Office eine 180-Grad-Kehrtwende zu machen. War OneNote 2016 vor einiem Jahr noch aus Office 365/2019 rausgeflogen, ist diese Anwendung jetzt wieder in Microsoft Office 365 und Microsoft Office 2019 integriert worden.


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OneNote 2016 in einigen Worten

Microsoft OneNote ist eine Notizbuchanwendung, die als 32-Bit-Win32-Anwendung seit 2003 entwickelt wird. Ich müsste nachsehen, ab wann OneNote als Win32-Anwendung Bestandteil von Microsoft Office war. Aber in meinen Büchern zu Microsoft Office 2007 wird OneNote bereits thematisiert.

Startmenü mit zwei OneNote-Apps
(Startmenü mit zwei OneNote-Apps, Quelle: Microsoft)

OneNote steht auch auf macOS, Android und iOS zur Verfügung. Seit Mitte 2014 kann OneNote kostenlos auf allen Plattformen eingesetzt werden. Von der Anwendung gibt es dabei zwei Varianten (siehe auch obiger Screenshot des Startmenüs):

  • Die klassische Desktop-Win32-Anwendung OneNote 2016, die im September 2015 freigegeben wurde und einen großen Funktionsumfang aufweist.
  • Und es gibt die Windows 10 OneNote-App aus dem Microsoft-Store, die nach dem Willen Microsofts künftig den Ton angeben sollte.

Die OneNote-App für Windows 10 war mal als eierlegende Wollmilchsau geplant (siehe Microsoft: 'OneNote-App wird besser als Win32-Anwendung'). Aber die App wurde  mit ernüchternd kastriertem Funktionsumfang ausgeliefert (zumindest von mir gefühlt) und kam niemals in die Pushen. Es war nur ein magerer Ersatz für die OneNote 2016 Win32-Anwendung.

OneNote 2016: Für tot erklärt und beerdigt

Im Blog-Beitrag Microsoft Office 2019 kommt ohne OneNote hatte ich im April 2018 über die neuesten Pläne von Microsoft bezüglich OneNote berichtet. Basis war diese Meldung von Microsoft, wo man schrieb:

Beginnend mit der Einführung von Office 2019 im Laufe dieses Jahres wird OneNote für Windows 10 die Anwendung OneNote 2016 als Standard für Office 365 und Office 2019 ersetzen.

Als Grund warum man auf OneNote für Windows 10 setzt, gab Microsoft an, dass die App eine verbesserte Leistung und Zuverlässigkeit habe und von einer brandneuen Sync-Engine unterstützt werde (die man auch für Web, Mac, iOS und Android anbieten wird). Weiterhin wurde der Auto-Update-Mechanismus des Microsoft Store in den Himmel gelobt. Diese Träume haben sich inzwischen ja aufgelöst.

OneNote-App
(OneNote)

Immerhin sollte die Desktop-Win32-Variante von OneNote 2016 noch zwei Jahre für interessierte Nutzer gratis zur Verfügung stehen. Aber weiter entwickeln wollte Microsoft OneNote 2016 meines Wissens nach nicht mehr.


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OneNote-Desktop-Anwendung in Office 365 zurück

Jetzt kommt die große Kehrtwende. Ich bin die Tage bei Martin Geuß auf diesen Sachverhalt aufmerksam geworden. Martin schreibt in diesem Artikel, dass OneNote 2016 aus dem Installationspaket von Office 365 entfernt wurde. Nutzer mussten sich dann die OneNote-App für Windows 10 aus dem Store installieren, um mit Notizen zu arbeiten.

Im November 2019 kam dann von Microsoft die Information, dass man OneNote 2016 weiter entwickeln werde. Beim Aufsetzen eines neuen PCs mit Windows 10 und Microsoft Office 365 (Stichwort Microsoft 365) ist Martin dann aufgefallen, dass OneNote 2016 plötzlich dabei war. Martin schreibt, dass dies 'vor 3 Wochen' bei einer Office 365-Neuinstallation noch nicht gesehen habe.

Beim Schreiben dieses Beitrags habe ich einen Blick in die Wikipedia zu OneNote geworfen. Dort findet sich der Hinweis, dass OneNote 2016 'seit März 2020' wieder Bestandteil von Office 365/Microsoft 365 sei. Die Quelle ist diese Microsoft-Seite, die folgendes angibt:

Ab März 2020 wird bei der Installation von Office 365 oder Office 2019 die OneNote-Desktop-App zusammen mit den Word-, PowerPoint- und Excel-Desktop-Apps installiert.

Das ist zwar eine neue Volte von Microsoft. Aber ich denke, dass das von vielen Nutzern begrüßt wird. Oder wie seht ihr das?

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9 Antworten zu OneNote 2016 in Office 365/2019 zurück

  1. noname sagt:

    richtige Entscheidung, auch wenn MS lange gebraucht hat, das einzusehen. Office wird wohl eher in Firmen und Behörden eingesetzt – und dort ist oft die Onlinespeicherung ein NoGo. Jetzt mit der Möglichkeit lokal zu speichern, ist OneNote wieder auf dem richtigen Weg. Und synchronisieren kann man ja trotzdem, wenn man möchte.

    btw, wenn man das Officeupdate danach startet, verschwindet der Zusatz "2016" und bei der Kachel steht nur noch OneNote.

  2. Ulrich Heise sagt:

    Microsoft hat sich dazu hier
    https://support.office.com/de-de/article/h%C3%A4ufig-gestellte-fragen-zu-onenote-6582c7ae-2ec6-408d-8b7a-3ed71a3c2103
    ausführlich geäußert, u. a.
    Microsoft setzt den Mainstreamsupport für OneNote 2016 über Oktober 2020 hinaus fort. Dies bedeutet, dass Sie die Anwendung weiterhin nutzen können und neue Featureupdates erwarten dürfen. Die OneNote 2016-Supporttermine werden an die Office 2019-Supporttermine (10. Oktober 2023 für Mainstreamsupport und 14. Oktober 2025 für erweiterten Support) angepasst.
    Ab März 2020 wird bei der Installation von Microsoft 365 oder Office 2019 die OneNote-Desktop-App zusammen mit den Word-, PowerPoint- und Excel-Desktop-Apps installiert.

  3. Ulrich Heise sagt:

    Mein Verhältnis zu OneNote: nach Outlook das am meisten von mir verwendete Programm in Office 2016. Dann folgt Excel, danach Word und der Rest wird von mir weitgehend ignoriert.
    OneNote ist eine eierlegende Wollmilchsau. Schluckt alles (Webseiten, Bilder, Text, Tabellen), ist instinktiv bedienbar und schafft Ordnung in Notizen beliebiger Menge.
    Die Einstellung von Outlook 2016 hat mich sehr geärgert, aber anscheinend haben genug Geschäftskunden protestiert und die hohen Herren bei Microsoft hatten ein Einsehen.
    Die OneNote-App wie auch Alternativ-Apps können OneNote 2016 nicht das Wasser reichen. Und ich möchte meine Dateien auf meiner Festplatte haben, nicht in Wolkenkuckucksheim.

    • Günter Born sagt:

      Frag mich mal in Bezug auf 'ärgern'. Nutzer konnten ja auf OneNote 2016 ausweichen. In meinen Office Bild-für-Bild-Büchern kommt OneNote aber vor. Im Office 2019 BfB-Titel musste ich den Schlenker berücksichtigen – ist jedes Mal ein riesen Aufwand (diese Titel folgen einem festen Schema und müssen seitengenau enden). Das ist jetzt quasi alles für die Katz. Aber ich ziehe jetzt für meine Computerbücher langsam den Stecker – wird voraussichtlich nur noch kleinere Aktualisierungen für die Senioren-Titel zu W10 und Android geben und fertig.

      • Ulrich Heise sagt:

        Das ist schade. Die Windows 10 Power-Tipps haben mir schon des öfteren aus der Patsche geholfen. Microsoft-Produkte darf man nicht sich selbst überlassen, sonst ist man verlassen.
        Ich gönne Dir den "Ruhestand".

        • Günter Born sagt:

          Hat eher weniger mit dem Ruhestand zu tun – ich habe zumindest vor, die Blogs noch weiter laufen zu lassen. Wie intensiv, muss man sehen.

          Aber zu den Power-Tipps: Ich habe 2 Jahre da dran gesessen (ok, die lange Zeit ist etwas dem Umstand geschuldet, dass ich nach meinem Sportunfall mit Rückenmarksverletzung ziemlich Scheiße drauf war). Aber da sind mindestens 2 -3 volle Monate drauf gegangen – und ich konnte auf bestehende Win 8.1-Manuskripte zurückgreifen. Unter dem Strich hat mir der Titel in der 1. Auflage 2.500 Euro gebracht (1 Euro pro Exemplar). Die überarbeitete Auflage hat ca. 2-4 Wochen Aufwand gekostet – Sinn hat es nicht gemacht, ich hätte das Buch neu schreiben müssen (bei der Überarbeitung war die Motivation -200%, wenn Du zig Screenshots neu machen darfst, weil ein beschickerter Designer mal eben eine Farbe ändert oder ein Icon verrückt, macht das keine Laune). Einnahmen bis jetzt < 2.000 Euro. Das mag ich mir schlicht nicht mehr leisten - bedankt euch bei Microsoft und seinem 'as a service'. Zudem: Der Büchermarkt ist tot - alles hat seine Zeit. Unter diesen Gesichtspunkten kann ich mir heute nicht wirklich vorstellen, mir nochmals das Hamsterrad einer weiteren Überarbeitung anzutun.

          • Ulrich Heise sagt:

            Die Zeiten, als es noch eigene EDV-Buchhandlungen gab, sind leider schon lange vorbei. Ich blättere lieber in Papier als im Browser, aber das ist heute "altmodisch".
            Danke für die leider schlechtgelohnte Arbeit. Lasse bitte den Blog weiterlaufen, denn auch der hat mir schon manches Mal einen Tipp gegeben.

  4. fre4kyC0de sagt:

    OneNote gab es mindestens seit Office 2003, ältere Versionen besitze ich nicht, sodass ich Office 2000 oder XP/2002 nicht prüfen kann.

    Viele Grüße

    • Anonymous sagt:

      Korrekt, OneNote war ab Office 2003 (afaik ab Professional) dabei.

      Randnotitz:
      "[…] und kam niemals in die Pushen […]" -> damit sind doch sicher die "Puschen" gemeint…?

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