lizengo seit 31.10.2020 offline, was ist da los?

Kleiner Infosplitter zum Anbieter von Gebrauchtsoftware lizengo. Deren Webseite ist seit dem 31. Oktober 2020 (Halloween) offline, angeblich wegen Server-Wartung.


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Ich hatte es die Tage schon irgendwo mitbekommen: Die Shop-Seite lizengo.de des Anbieters von Gebrauchtsoftware ist seit dem 31. Oktober 2020 nicht mehr funktional. Wer die Seite aufruft, bekommt einen Hinweis auf Server-Wartung. Am Samstag habe ich nur den Hinweis auf Server-Wartung gesehen und mir nichts dabei gedacht.

lizengo Serverwartung (seit 31.10.2020)

Beim Besuch am heutigen 5. November 2020 gab es die in obigem Screenshot gezeigte Meldung. Der Anbieter schreibt, dass es wegen Covid-19 ein erhöhtes Angriffsvolumen durch Hacker gäbe, negiert aber, dass man gehackt wurde. Aus Sicherheitsgründen stelle man intern die Server um.

Wäre normalerweise kein großes Thema – am 31.10.2020 war Samstag – und Sonntag hätte man als Reserve gehabt. Aber die Server-Umstellung dauert nun schon den sechsten Tag. Da schießen schon mal Spekulationen wie auf administrator.de ins Kraut. Würde ich aktuell nicht befeuern wollen, da die Aussagen, dass man nicht gehackt wurde, schon juristisch eindeutig sind – falls es einen Hack gegeben hätte, wäre die obige Meldung ja eine bewusste Verbrauchertäuschung.

Auch die Spekulation, dass der Shop wegen der Durchsuchung der Staatsanwaltschaft Köln (ich hatte im Blog-Beitrag Hausdurchsuchung beim Gebrauchtsoftware-Händler lizengo berichtet) geschlossen wurde, ist wohl eher nicht belastbar. Meines Wissens wurde lizengo nur als Zeuge befragt, da die Geschäftsführer als juristische Person haften. Zudem scheint wohl die Hilfeseite zu funktionieren. Der Chat scheint auch umgestrickt zu werden. Wie schaut es bei Euch denn aus – könnt ihr im Bedarfsfall lizengo wegen Lizenzerneuerung erreichen.

Das Thema Verkauf von Gebrauchtsoftware bzw. deren Lizenzen (was durchaus legal sein kann) beschäftigt uns hier im Blog ja schon eine ganze Weile. Ich verweise an dieser Stelle auf die Link-Liste am Artikelende, wo das Thema breit abgehandelt wird.

Ergänzung: Auf Grund weiterer Hinweise und Kommentare habe ich den Nachfolgebeitrag Exit bei Gebrauchtsoftware-Verkäufern? lizengo, Lizenzfuchs & Co. im Wartungsmodus veröffentlicht. Irgend etwas ist da im Busch.

Artikelreihe:
Edeka, lizengo und die verkauften Microsoft-Lizenzen – Teil 1
Fallen beim Online-Softwarekauf – Teil 2
Fallen beim Online-Softwarekauf: Lizenzhürden – Teil 3
Fallen beim Online-Softwarekauf: Die Lizenzfrage  – Teil 4
Falle: Billige Software-Lizenzen – neue Erkenntnisse – Teil 5
Falle: Inkassoforderung nach Kauf von Gebrauchtsoftware im Amazon Marketplace  – Teil 6
Fallen beim Online-Softwarekauf: Neue Erkenntnisse – Teil 7
Neues zu Fallen bei (Office-)Lizenzen bei Edeka – Teil 8
Microsoft klagt gegen lizengo wegen ‘Billig-Lizenzen’ – Teil 9
Billig-Lizenzen: Neues zu lizengo, Edeka und Microsoft – Teil 10
Falle: Office 365 Business/Microsoft 365-app-Abonnement vom ‘Reseller’ – Teil 11


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18 Antworten zu lizengo seit 31.10.2020 offline, was ist da los?

  1. Nobody sagt:

    Die Befragung nur als Zeuge kann ein Trick sein.
    Man hat als Zeuge wesentlich weniger Rechte als ein Beschuldigter.
    https://strafrecht-info.de/befragung-als-zeuge-oder-schon-als-beschuldigter/

  2. Lizenzstinktier sagt:

    Lizengo, Lizenzfuchs und Tornadosoft (alles der selbe Mist / MAK Key Mehrfachverkauf) sind schonmal weg vom Fenster. Aufeinmal alle entweder in Wartung oder keine MS Lizenzen mehr im Shop. Mal sehen welcher Fake MS Lizenzhändler der nächste ist. Ich tippe auf blitzhandel24.de oder best-software.de. Es kommen aber gefühlt täglich 5 neue Händler dazu. Scheint sich sehr zu lohnen. :)

    • Mich@ sagt:

      confirmed! AABER Lizengo hat es derbe übertrieben mit dem Verkauf von Lizenzen bei Edeka/Marktkauf!
      Das ist ein wesentlicher Unterschied ob man einen Onlineshop eröffnet und dort sein Unwesen treibt oder ob man im Einzelhandel Kärtchen vertickt und somit die breite Masse an der Kasse als Kunden für sich gewinnt.
      Keine Ahnung ob das dumm ist oder genial..

  3. arch|IT|ekt sagt:

    Bei lizenzfuchs.de sieht es ähnlich aus.
    Dort begrüßt mich ein Banner:
    „Aufgrund von Wartungsarbeiten können wir kurzfristig keine Microsoft-Produkte anbieten“
    https://www.lizenzfuchs.de/media/image/69/75/4f/wartung-desktop-1160×390.jpg

  4. Matschmeer sagt:

    Vielleicht haben beide ein Angebot bekommen, das sie nicht ablehnen können ;-)?

  5. Sven Fischer sagt:

    Tja, das wars dann wohl.

    • 1ST1 sagt:

      Gibt in eBay noch genug Angebote. Der Sumpf ist noch lange nicht trocken gelegt. Manche der Anbieter in eBay sitzen in Asien, denen ist auch nicht so einfach bei zu kommen.

      • colnas sagt:

        was denn fürn „Sumpf“?! Sorry, das ist Unsinn, das ist von der Fa. MS durchaus genau so beabsichtigt, nennt sich auch ‚Geschäftsmodell‘. Wenn die wirklich wollen würden, gäbs solche „Geschichten“ doch überhaupt nicht!

        • Günter Born sagt:

          Das ist schlicht Unsinn! Es gibt im Internet Verkäufer, die werben mit ‚Original-Software‘ inklusive Datenträger des Herstellers. Kauft man dieses Produkt, stellt sich heraus, dass ein MAK aus einem Volumenlizenzpaket mit einer gefälschten DVD gebündelt und verkauft wurde.

          Da ist das Geschäftsmodell der Händler eindeutig auf Betrug ausgelegt – ähnlich wie gefälschte Markenprodukte, bei denen die Käufer gelinkt und die Marken geschädigt werden. Dann den Marken noch vorwerfen, wenn sie gegen die Plagiate vorgehen, weil man kein günstiges Lacoste-Shirt mehr bekommt, halte ich für arg schräg. Und genau so sehe ich die obige Argumentation.

          Lies dir schlicht die von mir verlinkten Artikel am Beitragsende durch. Es gibt legale Wege des Vertriebs von Gebrauchtsoftware, wo der Käufer anschließend eine legale Lizenz erhält. Nur das ist nicht für 10 Euro machbar, und lohnt nur für größere Abnahmemengen (nutzen Behörden und Firmen).

          Und ja, es ist ein ‚Sumpf‘ auf den Verkaufsplattformen im Internet, wo eine Grauzone bis in Richtung Betrug ausgenutzt/ausgelotet wird (der Key funktioniert ja eine Zeit, und der Käufer merkt es erst später).

  6. Teletom sagt:

    Zur Frage, wie lange die Serverwartung noch dauert, antwortete Frau A. Schneider vom „lizengo Live Chat“ heute: „Guten Tag, leider liegt uns kein Termin der IT vor, wann diese arbeiten beendet sind.“

  7. Lukoschek sagt:

    Man sollte beim Schwarz/Weiß-Kommentieren mal auf dem Teppich bleiben.
    Natürlich gibt es in unserer bösen Welt Bettnässer, die MS Office Home & Student 2019 für 20 Euro anbieten und die man trocken legen muß.
    Aber warum sollte jemand in den Mediamärkten ein billiges Kärtchen für 149 Euro für die Home & Student Version zahlen und sich an der Kasse den Lizenzschlüssel auf Klopapier aushändigen lassen, wenn er für diese 149 Euro auch direkt bei Microsoft bestellen kann.
    Da mache ich mich doch lieber dort beliebt, schließlich gibt Microsoft doch auch sein VS-2019 kostenlos ab.
    Man erhält neuerdings im Laden ja noch nicht einmal eine schöne Box für die Ordnung daheim.
    Und was Lizengo betrifft, da kostet der Schlüssel für die Home & Student 2019 nicht 20 Euro wie beim Bettnässer, sondern auch schon an die hundert Euro, also nur etwas günstiger, aber das reicht wohl schon bei allen anderen Geschäftsleuten aus um in kapitalistische Panik zu geraten.

    • Günter Born sagt:

      Und was hat deine Preisdiskussion mit dem originären Thema zu tun? Es geht schlicht um die Frage: Wickelt ein Shop-Betreiber sein Geschäft für den Erwerber rechtssicher ab oder nicht. Das kann man am Preis schlicht nicht erkennen. Zum genannten Anbieter gibt es dagegen Vorgänge, die zumindest juristisch strittig sind und gerade geklärt werden.

      Auf die anderen Fälle gehe ich nicht ein – ich bekomme fast täglich Meldungen auf den Tisch, wo mal wieder jemand als Händler tricksen wollte.

  8. Lukoschek sagt:

    Da bin ich noch einmal um zu erleuchten.
    Laut Microsoft hat Lizengo also die Keys teilweise aus dubiosen Quellen bezogen und gemäß den Lizenzbedingungen unrechtmäßig verkauft,
    stellt die Zeitschrift c’t also fest.
    Also, wenn (fast) jeder, der etwas feststellt einmal seine Schuhe oder Hose auszieht, kommen auch überall Socken und Unterwäsche aus dubiose Quellen, gemeint sind andere Kontinente wie z.B. Asien,
    (wo vom neuen Weltarbeiter für Europa in die Hände gespuckt wird),
    zum Vorschein.
    Und wer hat’s erfunden?
    Nicht die Schweizer, sondern der Weltkirchenrat in den 70zigern um seine Neue Weltordnung anzukurbeln, was nur durch eine Verlagerung von Millionen niedrig qualifizierter Arbeitsplätze aus Ländern mit hoher Industrie in Länder mit niedriger Industrie funktioniert.
    Und natürlich kann Microsoft in solche Arbeitsparadiese nicht die gleichen Preise für seine Lizenzen verlangen wie in der hochpreisigen BRD,
    das ‚B‘ kommt wohl von Banane die eigentlich auch viel zu billig ist.
    Und schließlich heißt es doch Lizen(go), die Lizenz geht (go) quasi ihren Weg, den ihr in unserer verbesserte Welt eigen ist.

  9. Christian La sagt:

    Ich bin zu 100% überzeugt, dass auch Wiresoft zu Lizengo gehört, siehe:
    https://www.wiresoft.com/

    Bevor Lizengo „offline“ gegangen ist, waren hier die Preise noch bei 10€ für eine Office Professional Plus 2019 „Lizenz“, jetzt haben sie ähnliche Preise wie zuvor Lizengo, nur das jetzt nicht mehr mit neuen Lizenzen geworben wird, sondern es werden die Gerichtsurteile von gebrauchter Software publiziert. Dieser Laden sollte unbedingt auch gemeldet werden.

  10. Fabian P. sagt:

    Christian La, schick doch einfach mal eine Liste von allen Softwarehändlern der Welt und kehre sie alle unter einen Kamm. Den Shop du da genannt hast kommt ursprünglich aus Kanada laut Google, wo die Rechtslage noch transparenter ist als hier in der EU.

  11. ich sagt:

    DNS der Seite ist jetzt tot ;)

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