Microsoft klagt gegen lizengo wegen ‘Billig-Lizenzen’ – Teil 9

ParagraphMicrosoft reagiert auf die von Edeka vertriebenen lizengo-Gutscheinkarten für Office und Windows, mit denen man beim Anbieter lizengo Lizenzschlüssel bekommt. Konkret hat Microsoft jetzt nach Presseberichten rechtliche Schritte gegen den Kölner Anbieter lizengo eingeleitet (oder bereitet die vor).


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Blog-Leser Frank H. hat mich heute per Mail auf einen Beitrag von CRN hingewiesen, der mit dem Opener ‘Microsoft verklagt Licengo’ beginnt, aber nicht allzu viel Substanz enthält. Auch die Kollegen von deskmodder.de und Dr. Windows haben kurze Artikel auf der Basis des ‘mit viel Text’ daher kommenden CRM-Artikels publiziert. Ich versuche daher das Thema nachfolgend mal etwas gerade zu ziehen.

Worum geht es beim Edeka/lizengo-Geschäft

Ich hatte mich ja in meiner Artikelreihe (Edeka, lizengo und die verkauften Microsoft-Lizenzen – Teil 1) umfangreich am Geschäft mit Gebrauchtlizenzen abgearbeitet. Der Lebensmittelhändler Edeka ist eine Kooperation mit dem Anbieter lizengo eingegangen.

Softwarekauf bei Edeka

Bei Edeka hängen Kärtchen zum Kauf von Microsoft Office oder Microsoft Windows aus. Obige Abbildung zeigt die Werbeseite von lizengo zu diesem Angebot – nachfolgender Tweet zeigt ein Foto eines entsprechenden Regals bei Edeka.

Auf dem gekauften Kärtchen findet sich dann ein Gutscheincode, mit dem man über den Anbieter lizengo einen Lizenzschlüssel für das betreffende Produkt auf elektronischem Weg beziehen kann. Mit dem Lizenzschlüssel und einem Download aus dem Internet kann der Käufer das Produkt anschließend aktivieren.

Ist das Ganze legal?

An dieser Stelle bleibt festzuhalten: Grundsätzlich ist der Verkauf von Gebrauchtlizenzen samt Schlüsseln legal, wenn der Händler die rechtlichen Rahmenbedingungen einhält. Der springende Punkt ist aber, ob dieser Handel bzw. der Ansatz, der im Edeka/licengo-Deal praktiziert wird, legal ist und der Kunde ein Produkt von Microsoft mit Lizenz erwirbt. Und dort scheiden sich die Geister – hier die rechtliche Situation, wie sich sich aus den mir vorliegenden Informationen ergibt, in kurz aufgedröselt:

  • Edeka ist nur Verkäufer eines Gutscheincodes – solange dieser bei der ausgebenden Stelle eingelöst werden kann, ist der Discounter aus der Haftung. Meine Presseanfrage an Edeka, wie man zur rechtlichen Problematik steht, blieb unbeantwortet.
  • Grundsätzlich ist der Verkauf der Microsoft Software durch den Anbieter lizengo auf dem obigen Weg legal – sofern von diesem die rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden. In den am Artikelende verlinkten Beiträgen hatte ich diese samt EuGH- und BGH-Urteilen sowie den Fallstricken thematisiert.
  • Recherchen von heise ergaben, dass lizengo wohl keine Neuware (wie im Angebot behauptet) anbietet, sondern aufgekaufte ‘ungebrauchte’ Lizenzschlüssel aus Volumenlizenzverträgen an die Käufer weiter gibt. Dabei handelt es sich – nach meiner Einschätzung – aber um Gebrauchtsoftware, deren Weitergabe bestimmten Regeln unterliegt, um im Sinne eines Lizenzerwerbs rechtsgültig zu sein.

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Das ist ein Sachverhalt, der durch Microsoft nur schwierig angreifbar zu sein scheint – obwohl das Wettbewerbsrecht möglicherweise eine Handhabe wegen irreführender Angaben böte. Meines Wissens gibt es zudem noch den komplexen Sachverhalt, der sich um die Frage dreht: Ist der Erwerber einer Lizenz an einzelne Bedingungen des Lizenzgebers gebunden – dazu plane ich noch einen weiteren Artikel. Aber im aktuellen Fall Edeka/lizengo braucht es das nicht, denn es kristallisieren sich, wenn die Berichte zutreffen, massive Mängel des Geschäftsmodells heraus.

  • Bei Testkäufen der oben erwähnten CRN kam bei der PID-Prüfung durch Microsoft angeblich heraus, dass einige Lizenzen ursprünglich im Rahmen eines OEM-Programms für China freigegeben wurden.
  • Andere Schlüssel wurden für Universitäten im Ausland ausgegeben. Laut CRN-Bericht stellte Microsoft bei Nachforschungen fest, dass die Universitäten nichts von ‘den auf ihren Namen laufenden Verträgen’ wussten (was immer das heißt).
  • CRN führt zudem aus, das Windows 10 Pro-Lizenzschlüssel aus Testkäufen ursprünglich für Bildungseinrichtungen in den USA ausgegeben wurden.

Die im außereuropäischen Ausland erstmals in Verkehr gebrachten Lizenzschlüssel können daher innerhalb der EU niemals zu einer gültigen Lizenz werden (siehe auch meine Blog-Beiträge am Artikelende, wo ich auf den Erschöpfungsgrundsatz gemäß EU-Rechtsprechung eingehe).

Wohl Kardinalfehler durch lizengo

Wie ich es momentan einschätze, hat die Firma lizengo wohl schlicht einige Kardinalfehler begangen. Das ist für mich aktuell unverständlich (ohne aus dem Nähkästchen zu plaudern): Auch lizengo sind die vom EuGH und dem BGH sowie weiteren deutschen Gerichten ergangenen Urteile bestens bekannt. Ich hatte hier im Blog ja einiges zu lizengo und deren Angeboten als sponsored Posts (bezahlte Artikel) veröffentlicht – wobei ich diese Kooperation inzwischen habe auslaufen lassen. Basis war dort das Business-to-Business-Angebot des Händlers – und ich musste davon ausgehen, dass lizengo sich bei Kunden wie Deutscher Bundestag oder Polizei Oberbayern an diese rechtlichen Rahmenbedingungen hält. Die Muttergesellschaft, die Abato GmbH existiert zudem bereits seit 2014.

Ich kann es nicht endgültig werten. Aber seit ich die ersten Artikel zum lizengo-Angebot veröffentlichte, haben Geschäftsführer gewechselt. Zudem wurden die lizengo-Webseiten nach meinen Beobachtungen gravierend überarbeitet – Aussagen, die ich als Basis für meinen früheren Entscheidungen verwendet habe, gibt es in dieser Form wohl nicht mehr.

Mein Eindruck: Inzwischen scheint bei lizengo, zumindest bei der Edeka-Geschichte, einiges falsch zu laufen. Denn entgegen den Behauptungen auf deren Webseite und in den an Kunden geschickten Verlautbarungen, hat lizengo (mutmaßlich) wohl massive Fehler begangen. Der Verkauf der Gutscheinkarten über Edeka, der den Anschein von Neuware erweckt, die Verwendung von Lizenzkeys, die außerhalb der EU ausgegeben wurden, das sind alles Punkte, die juristisch angreif- und überprüfbar sind.

Meiner Einschätzung nach haben die Hausjuristen von Microsoft genau diese Punkte aufgegriffen und damit eine weitere juristische Aufbereitung des Geschäftsgebahrens mit Gebraucht-Keys angestoßen. Wie das Verfahren (so es denn ein solches gibt), welches sicherlich längere Zeit läuft, am Ende des Tages ausgeht, wird man abwarten müssen. Ob das Geschäftsmodell diverser Online-Händler damit stirbt oder weiteren Kriterien unterworfen wird, bleibt abzuwarten. Also nichts neues im Westen – und die bisherigen Einschätzungen meinerseits, die Finger von diesem Ansatz zu lassen, wenn man keine Freistellung des Händlers bekommt und das Geschäft mit Gebrauchtlizenzen nicht wirklich überblickt, gilt nach wie vor.

In einem weiteren Teil plane ich die Tage auf weitere Aspekte zum Thema einzugehen. Denn inzwischen liegen mir weitere Unterlagen vor, wie das Thema ‘Erwerb von Gebrauchtlizenzen’ für Business-Kunden juristisch sauberer abgedeckt werden kann – aber mit Sicherheit nicht auf Basis von Edeka-Gutscheinkarten oder billigsten eBay-Lizenzkeys.

Ergänzung: Diversen Medienberichten nach (siehe auch nachfolgende Kommentare) stellt Edeka den Verkauf der Gutscheinkarten von lizengo im Oktober 2019 ein.

In den Kommentaren und in der Presse tauchen die Tage regelmäßig Artikel mit dem Tenor ‘lizengo weiß nichts von einer Klage’ auf. An den Spekulationen beteilige ich mich nicht – sofern eine Klage Seitens Microsoft eingereicht wird, kann das Monate dauern, bis diese vom zuständigen Gericht an den Beklagten weitergeleitet wird. Wenn etwas Handfestes seitens Microsoft vorliegt, welches ich veröffentlichen darf, werde ich das hier thematisieren.

Artikelreihe:
Edeka, lizengo und die verkauften Microsoft-Lizenzen – Teil 1
Fallen beim Online-Softwarekauf – Teil 2
Fallen beim Online-Softwarekauf: Lizenzhürden – Teil 3
Fallen beim Online-Softwarekauf: Die Lizenzfrage  – Teil 4
Falle: Billige Software-Lizenzen – neue Erkenntnisse – Teil 5
Falle: Inkassoforderung nach Kauf von Gebrauchtsoftware im Amazon Marketplace  – Teil 6
Fallen beim Online-Softwarekauf: Neue Erkenntnisse – Teil 7
Neues zu Fallen bei (Office-)Lizenzen bei Edeka – Teil 8
Microsoft klagt gegen lizengo wegen ‘Billig-Lizenzen’ – Teil 9

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35 Antworten zu Microsoft klagt gegen lizengo wegen ‘Billig-Lizenzen’ – Teil 9


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  2. Joe_Gerhard sagt:

    Das wurde auch Zeit! Danke nochmal für die korrekt formulierte Aufarbeitung. Es läuft etwas schief, interessant und zu beurteilen ist dabei, ob das fahrlässig oder mit Vorsatz schief läuft!

  3. 1ST1 sagt:

    “Denn inzwischen liegen mir weitere Unterlagen vor, wie das Thema ‘Erwerb von Gebrauchtlizenzen’ für Business-Kunden juristisch sauberer abgedeckt werden kann”

    Sauberer, oder sauber? Gute Frage, nicht?

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  5. lopi sagt:

    “Aber im aktuelle Fall Edeka/lizengo braucht es das nicht, ” n fehlt.

    statt ms-offi-Programme mit unklarer Llizenz besser die kostenfreie und sehr kompatible Lösung von softmaker wählen, ‘freeoffice2018’. = kein Ärger o.ä., für privat völlig ausreichend.

  6. Stephan sagt:

    Danke für die Superdarstellung. Ich habe bei lizengo eine Microsoft Office 2019 Home and Business Lizenz für 180€ gekauft. Wenn MS die jetzt verklagt, müssen die dann nicht zusperren und stehe ich dann ohne Office Lizenz dar?

    Habe auch gerade von Mysoftware folgendes Angebot erhalten. Was sagst du den dazu?
    https://www.mysoftware.de/microsoft-windows-10-pro-oem-key-32-64-bit-windows

    Sind ja OEM Keys. Ich habe schon vor zwei Jahren zwei Windows 10 OEM Keys gekauft bei mysoftware und bisher funktionieren sie einwandfrei. Ist das seriös?

    • Werner Hermann sagt:

      Aus didaktischen Gründen sei dir aufgegeben, die Artikelreihe komplett zu lesen und dir dir Antwort dann selbst zu geben :)

      Die Kontrollfrage nach dem Lesen der Artikelserie wäre dann:
      Was ist der Unterschied zwischen einem “funktionierenden Lizenzkey” und einer legalen Lizenz ?

  7. Micha45 sagt:

    Immer wenn der Mensch gierig ist, den Hals nicht voll kriegt und zum Größenwahn mutiert, dann hat das früher oder später fatale Folgen. :-)
    Lizengo musste ja unbedingt Edeka mit ins Boot nehmen, was eine größere, öffentliche Aufmerksamkeit zur Folge hatte und genau das könnte den Machern von Lizengo eventuell zum Verhängnis werden. Mein Mitleid hält sich allerdings in Grenzen.

    Den größten Teil der Schuld an dieser undurchsichtigen Situation trägt Microsoft allerdings selbst. Kein Mensch hat sie dazu gezwungen, dieses chaotische Windows 10-Lizenzierungsprozedere zu veranstalten.
    Einen Teil der Schuld tragen aber auch die Käufer dieser fragwürdigen Keys. Gäbe es diesbezüglich keine Nachfrage, gäbe es auch keinen Markt.

    Bleibt aber im Grunde nur abzuwarten, wie dieser Klageweg verlaufen wird und diese rechtlich undurchsichtige Geschichte von einem Gericht gesehen wird. Falls es überhaupt vor Gericht gehen wird.

    Weder Microsoft, noch Lizengo hat sich bisher öffentlich zu dieser Sache geäußert. Ist aber klar, denn es handelt sich ja um ein schwebendes Verfahren und da wird sich niemand aus dem Fenster lehnen.

    • Mance sagt:

      @ Einen Teil der Schuld tragen aber auch die Käufer dieser fragwürdigen Keys. Gäbe es diesbezüglich keine Nachfrage, gäbe es auch keinen Markt.

      Mal abgesehen davon wer od. was diesen Zweitmarkt letztendlich ausgelöst hat, gilt dies natürlich immer und wäre die einfachste und sauberste Lösung. Jedoch die Erfahrung zeigt, daß gerade dieses Glied der Kette in der Praxis das schwächste ist. Alles was billiger ist, aber angeblich trotzdem problemlos und vollumfänglich funktioniert, findet todsicher einen Markt.
      Die Motivation der Leute ist die sich trotz der Risiken darauf einlassen ist sicher vielfältig. Schnäppchenjäger um jeden Preis, für diesen Sch… zahl’ ich doch nicht den vollen Preis, Zweit od. Drittinstallationen bspw. für Familienmitglieder für die man nicht mehr löhnen will, od. einfach weil keine Kohle da ist.
      Aber das würde jetzt zu weit führen. Für mich kann ich nur sagen, daß ich mich auf sowas nicht mehr einlassen muß (weil die Kohle da ist) :-) Daß das aber auch sch0n mal anders war, will ich auch nicht verschweigen.

    • Roland Moser sagt:

      “…Einen Teil der Schuld tragen aber auch die Käufer dieser fragwürdigen Keys. Gäbe es diesbezüglich keine Nachfrage, gäbe es auch keinen Markt…”
      MS Office ist gute Software, aber viel zu teuer. Du kannst ja mal rechnen, wieviel MS einnimmt, wenn sie nur vom einfachen Office Home 500 Millionen Stück verkaufen. Der Einfachheit halber die Abo-Lizenen für die ersten Berechnungen nicht berücksichtigen.
      Wieso läuft mein Office XP small Business auf Win 10 nicht, bzw. es bleibt in einer Update-Schlaufe hängen? Damit ich ein neues kaufe, obwohl ich kein neues brauche, aber Microsoft abzocken und seinen Kader-Affen noch mehr Geld in den Allerwertesten schieben kann.

      • Micha45 sagt:

        Wem MS-Office zu teuer ist, der kann ja auf alternative, kostengünstigere Produkte zugreifen. Es gibt sogar Produkte wie z.B. LibreOffice, für die man gar nichts zahlen muss.

        Die Wenigsten machen sich aber Gedanken darüber, dass hinter der Entwicklung oder der Herstellung von Produkten viel Entwicklungsarbeit und Entwicklungszeit steckt, was eben auch mit (hohen) Kosten verbunden ist. Da entstehen nun mal Fixkosten, wie die Löhne für die Mitarbeiter, aber natürlich entstehen auch weitere Kosten für die Wartung und Weiterentwicklung der Produkte.
        Diese Kosten müssen wieder reingeholt werden und natürlich möchte man auch Gewinn machen.
        Dass sich das dann im Verkaufspreis bemerkbar macht, liegt in der Natur der Sache.

        Heutzutage soll immer alles und möglichst kostengünstig zur Verfügung stehen und nur die Wenigsten sind sich darüber im Klaren, dass “Geiz-Ist-Geil” im Endeffekt mehr Nachteile als Vorteile hat.

        • Roland Moser sagt:

          Rechne es uns vor!

          Und wieso kann ich mein Office XP Small Business nicht mehr brauchen? Damit etwas neues von Microsoft kaufe.

          • Micha45 sagt:

            Ich kann da nichts vorrechnen, da ich keinen Einblick in die Bilanzen des Konzerns habe.
            Aber so ist der Ablauf in jedem Konzern, der etwas herstellt und verkauft.

            Warum OfficeXP unter Windows 10 nicht läuft, kann ich nicht beantworten. Warum laufen Anwendungen, die mit Windows 3.1 entwickelt wurden, nicht mit Windows 7? Ich würde jetzt mal, ohne großartig darüber nachzudenken, auf Inkompatibilität tippen.

            Im Detail kann das aber wahrscheinlich nur der Entwickler selbst erläutern. Oder jemand anderes, der auch Softwareentwickler ist.
            Ich verwende Office 2016 und das läuft ohne Probleme mit Windows 10.

          • Roland Moser sagt:

            Dann rechne uns mit mit geschätzten Zahlen vor!

            Wieso Office XP Small Business unter Win 10 nicht läuft, bzw. in einer Update-Schleife hängenbleibt: Damit man neue Software von Microsoft kauft.

  8. Martin Feuerstein sagt:

    Ein neuer Fall von “Die unendliche Geschichte”. Danke, dass du dran bleibst und berichtest.

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  10. Chris sagt:

    Leider wird mit diesem Urteil dann nur bestätigt was wir schon wussten, der Weiterverkauf von Gebrauchtsoftware ist rechtlich nur sicher wenn diese auch in der EU zuerst im Umlauf gebracht wurde.

    Viel Interessanter wäre es wenn die die Software aus der EU kommr und MS dagegen vorgehen würde. Das wäre ein Prozess mit viel höhere Signalwirkung (in welche Richtung dann auch immer das Ergebnis pendeln würde).

    Da kann Lizengo ja nur verlieren, wird ein klarer Sieg für MS wenn ich das mal nüchtern aus der Ferne betrachte. Alles andere wär eine Riesenüberraschung wenn die Fakten so wie beschrieben stimmen.

    • noitrum sagt:

      durchaus.
      Vor allem würde mal interessieren, wo denn die keys so einfach herkommen. Bzw. wieso es so einfach scheint, da dran zu kommen. Wenn Fa. MS tatsächlich ein Interesse daran hätte, was sie offensichtlich NICHT haben, derlei erst gar nicht entstehen zu lassen, dann gäbs sowas auch nicht.
      Das ist doch nur ein bizarr verheuchelter Mummenschanz, wo jetzt ein Sündenbock herausgepult wird. Motto, wir machen was.
      ein klarer Sieg für die Fa. aus Redmond kann/wird das nicht also werden, absolut nicht. Dazu sind die viel zu verstrickt.

  11. Heiko sagt:

    Ich persönlich kann beide Seiten verstehen. Einerseits Microsoft, die am Verkauf ihrer Softwarekopien Geld verdienen wollen, andererseits Unternehmen wie “lizengo”, die dem Quasi-Monopol mit günstigeren Preisen etwas entgegensetzen wollen, sich aber im Graubereich bewegen müssen.

    Ich sehe in dieser Thematik aber in erster Linie Microsoft in der Verantwortung. Der Rechtsstreit um den Weiterverkauf von Lizenzen bekommt der Konzern einfach nicht in den Griff, indem er seine Versions- und Lizenzpolitik überdenkt und darauf aufbauend eine neue Produktstrategie entwickelt, die meiner Meinung nach folgende wäre:

    Windows als Systemunterbau und dann bucht man sich für kleines Geld das eine oder andere Feature dazu, meinetwegen Cortana, Desktop Analytics, LTSC und weiß der Geier. Da wäre es am Ende auch einfacher für Microsoft Windows auf den neuesten Stand zu halten. Es muss natürlich sichergestellt sein, dass, wer keine Features mehr benutzt, die Kopie des Windows-Systems trotzdem weiternutzen kann, indem er dann Alternativen von Mitbewerbern nutzt, denn auf absehbare Zeit sehe ich für ein “Windows aus der Cloud” keine Chance (aus verschiedenen Gründen).

    Aber warten wir ab, was die Juristen entscheiden.

    • Ulf sagt:

      Meine Vermutung ist, dass auch das nicht funktionieren würde. Sieht man ja bei Office. Office 365 kann man als Privatuser ja für kleines Geld quasi “hinzubuchen” und komplett kostenlose Programmpakete mit vergleichbarer Funktion, aber abweichender Bedienung gibt es auch mehrere.

      Trotzdem laufen da draußen offensichtlich jede Menge oberschlaue Sparbrötchen rum, die lieber bei eBay oder sonstwo einen MS-Office Key kaufen, der ganz offensichtlich genauso seriös ist wie ein aktuelles Audi Navi für 150€ mit Standort Litauen.

      [insert ironie tag here]
      Da muss man ja auch Verständnis für haben, dass keine 3,50€ im Monat mehr für Office samt 1TB Cloudspeicher übrig ist, wo man doch schon jeden Monat Netflix, Spotify, Amazon Prime, Playstation Plus und demnächst noch Disney+ und Google Stadia bezahlen “muss” und obendrein sind da auch noch die zwei bis drei Mobilfunkverträge, über die das jährlich neueste Oberklasse-Smartphone abgestottert wird.

      • Heiko sagt:

        Über mehrere Jahre hinweg ist ein Einmalkauf günstiger als ein Abonnement, wo man monatlich blecht. Dazu kommt noch, dass man nicht alle “neuen Features” braucht, mit denen Microsoft und Co. für ihre Cloud-Lösungen werben. Die ersten Kunden meines Arbeitgebers kehren inzwischen wieder zu On-Premises-Lösungen in puncto Office zurück, nachdem sie feststellen, dass sie für nicht benötigte “Features” zahlen und auch sonst mehr blechen müssen, sie aber nicht mehr arbeiten. Wobei: Wir haben keine Großkunden, sondern insgesamt KMUs. Sie investieren meistens im Zeitraum von 5 Jahren, somit auch bei Office und anderen Anwendungen. Du kannst mal durchkalkulieren, wo du preislich bei 5 Jahre Abonnement landest und, ob sich das rentiert.

  12. Alexander Fuchs sagt:

    Moin Zusammen,

    stand jetzt halte ich den Post der CRN für eine übertriebene Finte.
    Habe heute Morgen den Original Beitrag mit den folgenden Worten kommentiert.


    Sehr geehrter Herr Lars Bube,

    ich habe mich am Anfang sehr über das Erscheinen Ihres Artikels gefreut, da dieser bei oberflächlicher Betrachtung eine Klärung des Themas versprach.

    Je mehr ich mich mit dem Text befasse umso mehr bekomme ich das Gefühl, dass dieser unfundiert und absolut übertrieben ist.

    1. Sie schreiben provokant „Microsoft verklagt Lizengo“
    Können Sie mir bitte auch die Staatsanwaltschaft nennen, bei der die Klage eingegangen sein soll, vielleicht auch das Aktenzeichen? Köln/München ???

    2. Sie nennen zahlreiche Informationen über bereits vorliegende Ermittlungsergebnisse seitens Microsoft, jedoch gibt es ausser Ihrem Artikel absolut nichts weiter dazu zu finden. Woher haben sie diese Informationen?

    Habe soeben mehrfach bei Microsoft selbst angerufen um hier etwas Klarheit zu bekommen. Kein Mensch konnte mir zu diesem Thema etwas sagen.?!?

    Bitte um etwas mehr Details!!!

    Einer unserer Kunden stand kurz davor, bei Lizengo für ~35K Lizenzen zu kaufen.
    Aufgrund Ihres Artikels wird er nun wahrscheinlich > 70K ausgeben um 100% sicher zu sein.
    Nur mal so der Neugierde halber, übernehmen Sie die Differenz, falls sich zu der oberen Geschichte keine belegbaren Details finden lassen?

    Grüsse aus BaWü

    Alex

    Der Kommentar wurde nicht veröffentlicht !!!

    Kann sich jetzt jeder seinen Reim selber machen.

    Gruss Alex

    • Günter Born sagt:

      Hallo Alex,

      danke für die Rückmeldung. Zu den CRN-Kommentaren kann ich wenig sagen – außer dass meine Vorschläge (vor über einer Woche zu einem anderen Artikel vom 26.9.2019, zum gleichen Thema eingestellt) da ebenfalls nie auftauchten. Aber es ist das Hausrecht des Mediums (dahinter steht die WEKA FACHMEDIEN GmbH) – muss ich so akzeptieren. Ergänzung: Wundersamerweise ist der Kommentar aufgetaucht – aber die Site scheint Probleme zu haben.

      Zum Inhaltlichen des CRN-Artikels hatte ich in obigem Text etwas angedeutet, möchte das aber nicht weiter präzisieren. Hier möge jeder den Text lesen und selbst urteilen – der vermeintlich moralische Zeigefinger ist wenig hilfreich – was zählt sind die juristischen Fakten.

      Ob eine Staatsanwaltschaft involviert ist? Nicht zwingend, wenn es um zivilrechtliche oder wettbewerbsrechtliche Sachverhalte geht, ist imho kein Staatsanwalt involviert. Bezüglich Microsoft: Auch das ist ein großes Haus und man müsste die genaue Stelle kennen, die eine Klageschrift initiiert – schwieriges Pflaster. Zudem kann es lange dauern, bis so was als Schriftsatz zu allen Prozessbeteiligten durchgedrungen ist.

      Ergänzung: Ich kann nicht alles offen legen – aber eine Ente scheint die CNR-Aussage zu rechtlichen Schritten nicht zu sein.

      Zu den ~35 K Euro Differenz: Mein Vorschlag – noch ein paar Tage zu warten. Ich habe einen weiteren Artikel im Hinterkopf. Es gibt legitime Wege, Gebrauchtsoftware zu kaufen (sonst hätte es die Artikelreihe und die anderen Blog-Beiträge nie gegeben) – aber nicht frei fliegend per Edeka-Gutschein. Ob diese Wege sauber mit den von euch kontaktierten Anbietern gangbar sind, kann und will nicht nicht beurteilen. Aber als Dienstleister, der zwischen Kunde und Lizenz-Wiederverkäufer angesiedelt ist, würde ich alleine aus Haftungsgründen für eine doppelte und dreifache Absicherung plädieren.

    • Micha45 sagt:

      Dieser besagte Artikel von CRN enthält keinerlei Quellenangaben, auf die man sich berufen könnte. Alleine das sagt schon sehr viel über die “Seriösität” dieser Autoren und über die Glaubwürdigkeit des Inhalts aus.

      Bei computerbase hat ein User gepostet, dass er bei Lizengo angerufen und nachgefragt habe. Als Antowort soll er sinngemäß “alles heiße Luft und nichts Wahres daran” erhalten haben.

      Solange keine offiziellen Statements der vermeintlich Beteiligten vorliegen, sollten alle mal den Ball flach halten und geschmeidig bleiben.

      • Alexander Fuchs sagt:

        Moin Micha,

        “Bei computerbase hat ein User gepostet, dass er bei Lizengo angerufen und nachgefragt habe. Als Antowort soll er sinngemäß “alles heiße Luft und nichts Wahres daran” erhalten haben.”

        der besagte User war ich. 😉

        und ich stimme dir bei “den Ball flach halten und geschmeidig bleiben” zu 100% zu.

        Grüsse aus dem mittlerweile trockenen Murrhardt

        Alex

  13. Gerold sagt:

    Das Thema macht die Runde, CHIP und Heise berichten, CHIP hat sich direkt an EDEKA, Lizengo und Microsoft gewandt, konkrete Antworten noch ausstehend.

    https://www.chip.de/news/Windows-Keys-guenstig-bei-Edeka-Microsoft-verklagt-Anbieter-Lizengo_175195103.html
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Office-Lizenzen-bei-Edeka-Microsoft-verklagt-Lizengo-4560495.html

  14. Gerold sagt:

    Noch einer:
    https://t3n.de/news/billige-windows-office-lizenzen-1210329/

    Aber auch hier keine eindeutige Bestätigung dass Microsoft rechtliche Schritte gegen Lizengo eingeleitet hat, mal abwarten wies am Montag weitergeht.

    • Günter Born sagt:

      Imho wird man auch Montag nichts neues hören. Der potentielle Kläger hat keine Veranlassung, an die Öffentlichkeit zu gehen. Die potentiell Beklagte muss nicht notwendigerweise was wissen – die Mühlen der Justiz. Im Übrigen hatte ich in obigem Kommentar was verlauten lassen.

  15. Svenj. sagt:

    Deswegen gab es auch sofort den Gastkommentar von dem Herren von Usedsoft, ne!? Sauber geplant… Leute macht mal die Lampen an. Der Verlag hinter CRN ist seit Jahren Sprachrohr von Bechtle etc. Lizengo gibts ja seit 2014 oder so, da wird sich jetzt auch nichts dran ändern. Aber die sollten sich mal äußern, aber wenn ich Lizengo wäre, würde ich es auch glaube ich nicht tun.

    • Günter Born sagt:

      Dann sollte man das auch aufdröseln, was gemeint ist, sonst versteht es kein Außenstehender. Zum CRN-Artikel hat man diesen Gastkommentar von UsedSoft veröffentlicht. Das ist ausgewiesen, transparent und in meinen Augen legitim. Es gibt einen Weg, um Gebrauchtlizenzen rechtlich bindend zu übertragen. Keinem Anbieter ist verboten, sich da dran zu halten. Was im Gastkommentar kritisiert wird – so meine Lesart – dass es da im Geschäft Wildwuchs und unsaubere Machenschaften gibt. Das habe ich in den Artikeln ja belegt. Daraus einen Vorwurf zu konstruieren, halte ich für absurd.

      Lizengo kann sich imho z. Z. zur Klage nicht äußern, sofern diese keine Klageschrift vom Gericht haben. Ob sie es danach tun, werden deren Juristen entscheiden. Microsoft hat keine Veranlassung für Äußerungen. Also auch hier kein Grund für irgend einen Vorwurf.

      Das CRN ein Channel-Medium ist, kann man an der Seite erkennen. Also da lässt sich imho auch keine Milch für einen Vorwurf saugen. Von daher verstehe ich den Kommentar nicht wirklich.

      Fakt ist: Das aktuelle Geschäftsmodell der Edeka/lizengo Guthabenkarten für den Software-Verkauf wirft Fragen auf. Blog-Leser sind hinsichtlich des Themas sensibilisiert. Der Rest wird ggf. rechtlich geklärt. So what?

      • ThBock sagt:

        Mein erster Gedanke war:
        “Na, dann wird das ja mal abschließend geklärt.
        Wurde ja mal Zeit!”

        Möglicherweise wird aber erstmal nur ein Gerichtsverfahren angestrebt, um es dann so lange wie möglich hin zu ziehen.
        In der Zwischenzeit dürfte der Umsatz bei Lizengo ziemlich schmal ausfallen.
        Vllt. sollen die einfach nur ausgetrocknet werden.

  16. Alexander Fuchs sagt:

    Moin,

    habe ein kleines Update …

    https://www.computerbase.de/forum/threads/microsoft-verklagt-lizengo.1900149/post-23257964

    Ich garantiere euch, da werden dem einen oder anderen die Glubscher rausfallen. 😉

    Grüsse aus BaWü

    Alex

  17. Jorge sagt:

    https://www.lizengo.de/legal

    …und heute Morgen @ n-tv.de – Werbung
    Die geben jetzt aber Gas…

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