Bundestag: Gutachter-Warnung vor "Welt ohne Bargeld"

Interessante Information, die mir zufällig am Wochenende unter die Augen gekommen ist. Wir, also auch die Leserschaft, die in der digitalen Diaspora Deutschlands leben, werden von einer echten Gefahr bedroht: Eine "Welt ohne Bargeld" – wie sie bestimmte Protagonisten aus der Zahlungsdienstleisterbranche sie erträumen. Die Coronavirus-Pandemie hat dem bargeldlosen Zahlen Auftrieb verschafft – dass Desaster vom den Verifone H5000 Kartenterminal-Ausfall seit Mai 2022 verschaffte dem Thema einen Dämpfer. Und jetzt haben Gutachter im Deutschen Bundestag vor einer "Welt ohne Bargeld" gewarnt. Und nein, Schweden ist da ganz und gar nicht Vorbild.


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Die Liebe zum Bargeld

Die Abschaffung des Bargelds, in manchen Köpfen in Brüssel und bei Zahlungsdienstleistern zu finden, stößt bei den deutschen Bundesbürgern auf wenig Gegenliebe. Ich habe das Thema eher drüben im 50Plus-Blog thematisiert, da es nicht so IT-affin ist. Aber es hat schon Wellen geschlagen, als die Europäische Zentralbank den Beschluss fasste, den 500-Euro-Schein nicht mehr zu drucken (siehe meinen Beitrag Sollen Bargeld und EC-Karte 2018 verschwinden? aus 2018). Selbst Politiker wie der damalige Finanzminister Schäuble mussten zum Thema Bargeldverbot Stellung beziehen.

Im Beitrag Die Deutschen und das Bargeld, abnehmende Liebe? hatte ich 2020 darauf hingewiesen, dass im Rahmen der Covid19-Pandemie das bargeldlose Bezahlen zugenommen habe. Wie Vorhaben der Deutsche Bank, die Bargeldausgabe zu reduzieren (siehe Deutsche Bank: Bye, bye Bargeld – tschüss Bank?), wird sich zeigen. Aber man konnte immer wieder Jubelmeldungen – vor allem aus der Zahlungsdienstleister-Ecke – vernehmen, wie groß das Interesse an bargeldlosem Zahlen doch mittlerweile sei. Und wer nicht per Apple-Pay oder Google-Pay am Handy zahlt, ist eh ein ewig Gestriger.

Das Verifone H5000-Kartenterminal-Desaster

Ich schwimme so irgendwo in der Mitte – Google Pay oder Apple Pay habe ich nicht (und auch keine Kreditkarte mehr), nutze aber in geringem Umfang Paypal, und ansonsten gezielt Bargeld für kleine Beträge oder die Girocard. Und nein, ich muss keine US-Monopolisten wie Apple und Google Pay stützen sowie denen meine Zahlungsverläufe offen legen. Mag aber jeder individuell anders sehen.

H5000-Zahlungsterminals im Service

Mit Erstaunen (und klammheimlicher Freude) habe ich dann aber das Desaster um den Deutschland-weiten Ausfall der Verifone H5000-Kartenzahlungsterminals ab dem 24. Mai 2022 verfolgt (siehe Linkliste am Artikelende). Wir haben Juli 2022 und noch immer sind nicht alle Terminals ausgetauscht bzw. wieder funktional. Im Handel hat es eine tüchtigen Schlag gegeben – deren Interessenvertreter ging sogar kürzlich auf die Barrikaden (siehe Ausfall der Verifon H5000-Kartenterminals: Handel fordert Konsequenzen).

Meine Erkenntnis aus diesem Vorfall. Es ist vielleicht nicht so ganz clever, auf eine bargeldlose Welt zuzusteuern. Verwahrentgelte der Banken, die Sperre von Visa & Co. Kreditkarten oder Apple- und Google-Pay für russische Bürger als Folge der Sanktionen wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine zeigen auch, dass die hippen Besitzer dieser Kreditlinien plötzlich blank dastehen.

Bundestagsgutachten warnt

Das Büro für Technikfolgenabschätzung des deutschen Bundestags (TAB) hat wohl 2020 ein Gutachten Datenschutz und Sicherheit bargeldloser Zahlungsmittel ausgeschrieben. Es ging um eine Technikfolgenabschätzung für eine »Welt ohne Bargeld – Veränderungen der klassischen Banken- und Bezahlsysteme«. Die Ausschreibungsinfos lassen sich hier als PDF nachlesen. Ausriss aus der Vergabe:

Auch in Deutschland nimmt die Nutzung von Bargeld tendenziell, aber kontinuierlich ab und zugleich steigt vor allem der Anteil von Debitund Kreditkartenzahlungen an den gesamten Transaktionen. Das mobile Bezahlen (via Smartphone, Tablets oder Smartwatches) steht in Deutschland zwar noch fast am Anfang, aber diese neue Bezahlvariante wird dennoch schon von 25 bis 30 % der Bundesbürger genutzt.

Der Trend zur intensiveren Nutzung bargeldloser Zahlungsmittel macht die Beantwortung der Frage nach deren Sicherheit und der Wahrung des Datenschutzes bei ihrem Einsatz immer relevanter. Vor diesem Hintergrund soll zur fachlichen Fundierung des TA-Projekts ein Gutachten die hier wesentlichen Aspekte bearbeiten.

Es sollte eine aktuelle, kriterienbasierte und systematische Analyse zur Sicherheit und zu datenschutzrechtlichen Aspekten bargeldloser Zahlungsmittel erarbeitet werden. Zum Wochenende bin ich auf nachfolgenden Tweet der Kollegen von heise gestoßen, die das Thema in diesem Beitrag aufgegriffen haben. Offenbar liegt das Expertengutachten irgendwie vor.


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Warnung vor "Welt ohne Bargeld"

Das Fazit aus dem Gutachten: Münzen und Scheine sind etwa beim Datenschutz unschlagbar. Es wirf vor einer "Welt ohne Bargeld" und dem zunehmenden Einfluss von Big-Tech-Konzernen aus den USA sowie China auf das Finanzwesen gewarnt. Es stellt sich die Frage "nach der Erhaltung der Handlungsfähigkeit des europäischen Bankenwesens", so die Forscher vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Wenn das bargeldlose Bezahlen weiter zunimmt, stellt sich die Frage einer Grundversorgung mit Bargeld. Schweden, welches ja gerne als Vorreiter im bargeldlosen Bezahlen angesehen wird, hat ein Gesetz zur Bargeldversorgung erlassen, mit dem der Stand von 2017 wiederhergestellt werden soll.

Ich erspare mir die Details, die bei den Kollegen von heise nachzulesen sind. Ich finde es eine interessante Entwicklung, sollte wirklich noch Weitsicht in die Finanzszene Einzug halten? Jedenfalls fände ich es nicht schlecht, wenn hier gesetzgeberische Regeln eingezogen würden. Oder wie seht ihr das so? Die teilweise dumpfbackigen Kommentare, dass man gefälligst Apple- oder Google-Pay zu verwenden habe, die hier im Blog unter den Artikeln zum H5000-Desaster einschlugen, deuten für mich jedenfalls auf eine Welt, die Edmund Stoiber mal mit "Nur die dümmsten Kälber, wählen ihre Schlächter selber" umschrieben hat. Nicht Monokultur, sondern Vielfalt ist angesagt.

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57 Antworten zu Bundestag: Gutachter-Warnung vor "Welt ohne Bargeld"

  1. Zacho sagt:

    So weit, so richtig, der Blog. Zu beachten ist aber auch, dass es erst letztens zu einem Versorgungsengpass an den Geldautomaten durch den Geldboten-Streik kam. War noch einmal glimpflich, war aber auch nur ein Warnstreik.

    • Ralf S. sagt:

      Und eben genau deshalb, sollten auch die (noch vorhandenen) Bankfilialen nach wie vor etwas Bargeld vorhalten … Wenn Banken wegen diverser Kosten anfangen zu "jammern", dann weiß man, dass alles gut ist … ;-) Eine Bank ist noch niemals "untergegangen" – außer, sie haben vor lauter Gier so viele faul-dreckige Kredite vergeben, dass sie dann eben doch untergegangen sind. Aber das ist dann eine unentschuldbare und hausgemachte Schieflage, die natürlich nicht die Regel sein sollte. Schon deshalb nicht, weil sonst wieder der Staat und somit der Steuerzahler – also wir alle – diese "sauberen" Unternehmen "retten" dürfen (müssen) …

  2. Wandel der Zeit sagt:

    Kein Mensch jünger als 50 in meinem Umfeld zahlt noch mit Bargeld. Die virtuelle Kreditkarte befindet sich auf dem Handy oder der Smartwatch. Wer heutzutage noch Bargeld hermträgt geht einem entsprechendem Fetisch nach oder betreibt Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Taschendiebe.

    • mvo sagt:

      Das Umfeld scheint dann sehr begrenzt zu sein. Eben kam die Kollegin rein um für einen Mitarbeiter Geld zu sammeln, da er gerade Vater wurde. Wie soll man so tewas ohne Bargeld realisieren? Oder beteiligen sich die Menschen jünger 50 an so etwas nicht?
      PS: Einem Taschendieb bin ich noch nie zum Opfer gefallen.

      • Daniel sagt:

        Die letzten Male, als in der Firma für jemanden gesammelt wurde, lief das über PayPal – problemlos. Kann mich tatsächlich nicht erinnern, wann das letzte Mal jemand Bargeld eingesammelt hat.

        • Steter Tropfen sagt:

          Klar, bei PayPal hat man dann auch genau dokumentiert, wer wie viel gegeben hat und wer knausert: Sozialer Druck, technisch perfektioniert.

    • Modern sagt:

      Erzähl das mal den abgehängten Ewiggestrigen. Die werden dir alle Vorteile relativieren.
      Bargeld gehört in der heutigen Zeit abgeschafft. Jeder mit Bankkonto hat die Möglichkeit kontaktlos zu bezahlen. Man könnte für Bargeldzahlungen auch eine saftige Sondersteuer einführen. Dann regelt sich das von ganz alleine und alle sehen endlich die Vorteile.
      Bargeld ist dreckig. Es ist die größte Bakterien und Virenschleuder. Deswegen gehört das besonders jetzt endlich unterbunden.
      Sind wir ehrlich. EC Karte oder Handy kurz dranzuhalten ist viel bequemer als Kleingeld zusammensuchen und immer darauf zu achten genug dabei zu haben.
      Und nebenbei gäbe es ohne Bargeld keine Banküberfälle mehr.
      Ich bin auch für Vielfalt. Für vielfältige kontaktlose Bezahlmöglichkeiten. Und davon sind genug verfügbar.

      • Ralf S. sagt:

        Falls du dir nicht gerade selbst, als "Wandel der Zeit", nur mit einem anderen Namen antwortest, scheinst du generell die angesprochene Problematik nicht verstanden zu haben. Kann man alles ausdiskutieren und sachlich drüber reden (mal von den angeblich "abgehängten Ewiggestrigen" abgesehen). Aber trotzdem kommt in deinem Kommentar die eigentliche Problematik der Zahlungen über analog (= bar = immer als Alternative bei evtl. digitalen Ausfällen verfügbar) versus digital (= eben unbar = beim kompletten Ausfall einer IT-Struktur u. U. überhaupt nicht mehr verfügbar >> Gründe: siehe u. a. Original-Blog-Artikel!) nicht zur Sprache!

        • Modern sagt:

          Und wessen alter Ego bist du denn so?
          Von welcher Problematik redest du so? Wann sind alle kontaktlosen Zahlungsmöglichkeiten ausgefallen? Und das noch in allen Geschäften? Gar nicht? Also ein konstruiertes Problem? Na dann konstruiere ich den Weltuntergang für morgen. Schmeißt als Vorbereitung euer Geld zum Fenster raus weil Übermorgen braucht ihr es nicht mehr!

          • Günter Born sagt:

            Was ist das denn für ein seltsamer Kommentar? Es ist bekannt, dass es in Deutschland die Probleme mit den Verifone H5000 Kartenterminals gab, in Schweden waren voriges Jahr 800 CooP-Filialen dicht, weil Ransomware deren Zahlungssystem befallen hatte und dort niemand Bargeld hatte (Bargeldbesitzer konnten noch kaufen). Und nach dem Einmarsch in die Ukraine wurden Apple-Pay, Google-Pay sowie Kreditkarten für russische Bürger – als Folge der Sanktionen gesperrt. Der kluge Mensch vermag dies zu berücksichtigen und fährt mehrgleisig – statt dumpfbackig "Bargeld gehört abgeschafft" zu tröten. Aber jeder, wie er glaubt. Jeder kann für sich selbst die Entscheidung treffen "ich halte das so" – aber eine Fordernung "ich will das so, und alle anderen haben das auch zu wollen", geht ja mal gar nicht – egal wie sie verbrämt wird.

            Außerdem geht die Kommentierung jetzt arg von dem originären Inhalt des Blog-Beitrag weg! Aufhänger war eine Technikfolgenabschätzung, beauftragt vom Bundestag, ausgeführt von Gutachtern, die da eine Basisversorgung empfehlen.

            Das Thema Technikfolgenabschätzung war bereits bei meinem Studium bis 1979 auf der Agenda, scheint aber (zusammen mit dem Thema Risikoabwägung und -diversifizierung) in den letzten 20 Jahren irgendwie im Mainstream der Leute, die noch denken können müssten, ziemlich aus der Mode gekommen zu sein. Die Ergebnisse sieht man allenthalben und der deutsche Michel reibt sich aktuell verwundert die Augen "wie konnte das passieren".

          • Modern sagt:

            Was ist daran seltsam? Wann sind denn alle anderen Zahlungsmethoden in allen Geschäften ausgefallen und Menschen hatten kein Essen mehr? Das gab es nicht! Was du hier mit einzelnen Geschäften beklagst war weit weg von einem ernsthaften Problem und selbst dafür kannst du keine regelmäßigen Beispiele nennen.

            Werden bei uns jetzt Kreditkarten gesperrt?

            Das ist wie das Teufelszeug Navi. Direkt aus der Hölle. Damit schauen die Autofahrer gar nicht mehr auf die Straße sondern verlassen sich alle auf das Navi und fahren gegen die nächste Mauer. Oh wait.

          • Andreas sagt:

            Die Kassensystem von DM sind demletzt auch ausgefallen, da ging auch mit Bargeld nichts mehr. Die Filialen haben dann kurzzeitig geschlossen.
            In vielen Fällen kommt man heute auch bei einem IT Ausfall nicht mehr mit Bargeld weiter.
            Wird man sanktioniert, kann ich auch kein Bargeld am Automaten mehr abheben. Hat der Bargeldautomat technische Problem oder die dahinterliegende Bank, dann kommt man auch da nicht mehr an Bargeld. Und die Bargeldreservern daheim unterm Kopfkissen sind auch irgendwann aufgebraucht.

            Wir sind schon viel zu weit technologisiert um sagen zu können, dass Bargeld uns retten könnte.

          • Bernd B. sagt:

            "Wann sind alle kontaktlosen Zahlungsmöglichkeiten ausgefallen?"

            Ich empfehle dazu eine andere Studie des o.g. Büros für Technikfolgenabschätzung: "Folgen eines Blackouts"
            https://publikationen.bibliothek.kit.edu/140085927/120049880

            Spätestens seit die Bundesbehörden letztens Firmen zur Anschaffung von Notstromaggregaten aufforderten kann auch kein Technikgläubiger mehr von "Verschwörungstheorie!!!" faseln.

          • Ralf S. sagt:

            Ist leider eine wohl so gut wie zwecklose Grundsatzdiskussion … Verhält sich wie bei so vielen Dingen in einer mehr oder weniger übersättigten Wohlstandsgesellschaft – die dazu auch noch immer mehr will: Wer Massen an Alternativen zur Auswahl hat und für sich dann "seine" Alternative gefunden hat, wird diese mit Zähnen und Klauen verteidigen und dann in der Folge auch als absolut einzige für gut befinden. Frage mich nur immer warum eigentlich? Ich habe persönlich absolut nichts gegen bargeldloses Bezahlen und nutze es auch selbst regelmäßig. Aber halt nicht immer und überall. Was spricht eigentlich so wirklich grundsätzlich dagegen, dass Bargeld einfach weiter existiert? Eben für die, die es nutzen wollen und auch für die, die es einfach nur hin und wieder nutzen wollen. Und für die, die von jeder Möglichkeit z. B. einfach nur die positiven Merkmale nutzen wollen … Man nennt es auch Vielfalt und Diversität (ist doch gerade in so gut wie allen Bereichen in aller Munde …) Es gibt doch auch Fußgänger, Radfahrer, Inline-Skater, Skater ohne "Inline" ;-) Motorradfahrer, Autofahrer, Mofafahrer, Sportflieger, Segelflieger, Gleitschirmflieger, Ballonfahrer, Bootfahrer und ganz gut betuchte haben sogar einen Privatjet … Sind alles Fortbewegungsmittel, die nebeneinander her betrieben werden und die alle ihre Vor- und natürlich auch diverse Nachteile haben. Ein überzeugter Radfahrer wird wohl nicht aufs Mofa umsteigen … Aber muss er ja auch nicht. Deshalb darf der Radfahrer weiter mit dem Rad fahren und der Mofafahrer bleibt beim Mofa. So einfach ist das eigentlich und auch irgendwie überhaupt kein Grund, sich deswegen gegenseitig zu diskreditieren und sich das Leben unnötig schwer zu machen … Leben und leben lassen, finde ich immer einen ganz vernünftigen Ansatz in den meisten Bereichen und Dingen des Lebens … 😉

          • Modern sagt:

            –Was spricht eigentlich so wirklich grundsätzlich dagegen, dass Bargeld einfach weiter existiert?

            Hygiene, Falschgeld, Zeitverlust beim Bezahlen, Schwarzgeld, unnötig dicker Geldbeutel, Umweltverschmutzung. Es gibt so viele Gründe. In der eigenen Blase will man die leider nicht sehen.

          • Bernd B. sagt:

            –Was spricht eigentlich so wirklich grundsätzlich dagegen, dass Crypto einfach weiter existiert?

            Scams, 'anonyme' Bezahlung / grosser krimineller Sektor, Zeitverlust beim Bezahlen, Schwarzgeld, massiver Beitrag zur Klimakatastrophe (Energieverschwendung!), Umweltverschmutzung+Rassismus (insb. Rohstoffgewinnung für die Hardware).
            Es gibt so viele Gründe. In der eigenen Blase will man die leider nicht sehen.

          • Bernd B. sagt:

            Vielleicht noch das wichtigste Argument für Bargeld: Es schützt vor staatlicher Willkür!
            Konnte man sehr schön in Kanada sehen, als der Vorzeigedemokrat Trudeau den Protestierenden die Konten sperren liess.

            "Zu Recht!!! Das waren ja auch Feinde der Demokratie!!!" – das ist Ihre Meinung. Wie schnell ein Trump an der Macht ist haben wir erlebt, ebenso, wie schnell demokratische Grundsätze und grundlegende Menschenrechte in dazu erklärten "Notsituationen" ausser Kraft gesetzt werden können.
            Wer in guten Zeiten solche Machtinstrumente aufbaut wird erleben, wie sie in schlechten Zeiten gegen ihn angewandt werden.

          • Ralf S. sagt:

            „Modern" schrieb:
            „–Was spricht eigentlich so wirklich grundsätzlich dagegen, dass Bargeld einfach weiter existiert?

            Hygiene, Falschgeld, Zeitverlust beim Bezahlen, Schwarzgeld, unnötig dicker Geldbeutel, Umweltverschmutzung. Es gibt so viele Gründe. In der eigenen Blase will man die leider nicht sehen."

            @Modern:
            Habe mir beim Schreiben meines letzten Kommentars schon fast gedacht, dass du „natürlich" auf diesen Punkt anspringen wirst. ;-) Deshalb habe ich auch versucht, den Kommentarthread zur gegenseitigen Güte auslaufen zu lassen. Wollte eigentlich auch nicht mehr antworten und dies ist auch nun wirklich der letzte Kommentar, denn es macht einfach keinen Sinn mit Menschen zu diskutieren, die einfach ihren Willen und Glauben durchsetzen wollen. Und übler noch: Diesen auch noch anderen mehr oder weniger aufzwingen wollen. Hatte „oben" was von „Leben und leben lassen", sowie „Vielfalt und Diversität" geschrieben. Ich hätte auch schreiben können: Mit Bargeld wird die Welt nicht untergehen und ohne wahrscheinlich (denn wir wissen es halt (noch) nicht …) wohl auch nicht. Man kann so gut wie fast alles bis zum absoluten Exzess mit Argumenten befürworten, oder eben auch widerlegen. Man kann z. B. bei einer ausgepressten Zitrone dann auch noch die Schale auspressen. Geht natürlich – die Frage ist nur, ob es Sinn macht und der ganzen Sache dann noch dienlich ist … Und weiterhin schrieb ich: „Ich habe persönlich absolut nichts gegen bargeldloses Bezahlen und nutze es auch selbst regelmäßig." Das noch zu deiner Unterstellung, dass ich (und wohl auch alle anderen, die Bargeld einfach nur als weitere Bezahlmöglichkeit nicht abschaffen wollen) „in der eigenen Blase leben würden" Und zum guten (oder von mir aus auch schlechtem) Schluss, verweise ich auf die beiden (vor allem auf den zweiten) sehr guten Kommentare zum Thema von „Bernd B" – die du aber natürlich auch sofort wieder „widerlegen" wirst … ;-) Trotz allem, einen schönen Sommertag und noch eine gute Zeit. Egal ob mit oder ohne Bargeld … :-)

          • Günter Born sagt:

            Ihr solltest die Diskussion auslaufen lassen – ich habe inzwischen auch Kommentare gelöscht, weil:

            – die grundsätzlichen Positionen sind ja dargelegt – es gibt Leute die Bargeld wollen, und andere, die bargeldlos bezahlen – beide Positionen sind für mich in Ordnung, persönlich segele ich zwischen beiden Welten.
            – Für grotesk halte ich Forderungen, Barzahlung oder Bargeld zu verbieten oder zu erschweren – genauso wie das für eine Einschränkung oder ein Verbot bargeldlose Zahlungen gelten würde.

            Was mich aber bewogen hat, hier moderierend einzugreifen: Der weitere Erkenntnisgewinn geht inzwischen in den Folgekommentaren gegen Null. Und das originäre Thema im Blog-Beitrag lautetet "Gutachten zur Technikfolgenabschätzung bei einer Welt ohne Bargeld", wo die Gutachter zum Schluss kamen "wäre nicht wünschenswert" und das auch begründet haben. Damit ist das Thema eigentlich vom Tisch und ich werde Kommentare, die nichts neues an Erkenntnissen bringen, hier schlicht löschen. Danke für euer Verständnis.

    • Ralf S. sagt:

      So sei es – und wird es sein …

      Und einen "Fetisch" auszuleben, dient ja in erster Linie dem Lustgewinn und der Luststeigerung. Also eigentlich etwas grundlegend sehr Schönes …

      Ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass ich mir mein allmorgendliches Bad in meinem Geldspeicher nicht (mehr) nehmen lassen will … Der Lustgewinn ist einfach zu schön!

      (Er hier:
      https://www.youtube.com/watch?v=d2d32rWoGRk
      hat's mir schon in meiner Jugend vorgemacht – und heute darf ich es selbst genießen … :-) – Was würde ich nur ohne Bargeld tun …???)

  3. janil sagt:

    Viele in meinem Bekanntenkreis haben ihre Bargeldbestände wieder aufgestockt, um bei eventuellen Ausfällen nicht mittellos dazustehen.
    Stimme der "sondern Vielfalt ist angesagt" auch zu, wenn ich persönlich auch nur online bargeldlos zahle, hüstel…

  4. Bernd Bachmann sagt:

    Bin (allerdings nicht-dogmatischer) Bargeldzahler. Weder geht es meine Bank etwas an, wofür ich mein Geld ausgebe, noch den Verkäufer, wer da bei ihm eingekauft hat. Und, was meiner Erfahrung nach vielen nicht klar ist: Fleissige Karten- oder Handy-Zahler hinterlassen nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein Bewegungsprofil.

    Ich werde auch nie eine Zeitung (oder einen Blog…) elektronisch abonnieren, wo die Profilierungsmöglichkeiten ja noch viel weitreichender sind. Hier hat es die Content-Industrie, mit der Abwehr dieses neumodischen Internet-Dingens beschäftigt, klar versäumt, anonyme Zahlungsalternativen zu schaffen.

  5. Andreas sagt:

    > Nicht Monokultur, sondern Vielfalt ist angesagt.

    Genau meine Meinung. Wer bargeldlos oder elektronisch zahlen will kann das von mir aus gerne tun, ich möchte weiterhin Bargeld nutzen können.

    Einer Bargeldabschaffung durch die Hintertür (z.B. Verweigerung der Annahme von Bargeld durch Händler oder Verkaufsautomaten, die nur noch irgendwelche Karten annehmen – gibt es m.W. noch nicht, sind nur Beispiele) sollte dringend durch den Gesetzgeber vorgebeugt werden. Preisaufschläge oder andere Nachteile für Barzahler müssen genauso verhindert werden.

    Auch die glühenden Verfechter von bargeldlosem Bezahlen (unter den Verbrauchern) sollten Bargeld als eine Fall-Back-Lösung für Notfälle ansehen, anstatt die bereits im Artikel angesprochenen "dumpfbackigen" Kommentare abzulassen – die Bargeldabschaffung liegt eigentlich nicht in Eurem Interesse, nur Banken, Zahlungsdienstleister und andere Akteure des Finanzsektors haben einen Vorteil davon.

    • Ralf S. sagt:

      "(z.B. Verweigerung der Annahme von Bargeld durch Händler oder Verkaufsautomaten, die nur noch irgendwelche Karten annehmen – gibt es m.W. noch nicht, sind nur Beispiele) sollte dringend durch den Gesetzgeber vorgebeugt werden. Preisaufschläge oder andere Nachteile für Barzahler müssen genauso verhindert werden."

      Dies ist im Moment noch (! – und bleibt auch hoffentlich so) gesetzlich geregelt:
      https://www.rechnungswesen-verstehen.de/lexikon/gesetzliches-zahlungsmittel.php

      Das einzige (!) gesetzliche Zahlungsmittel in der BRD IST Bargeld – und MUSS folglich auch als einziges Zahlungsmittel angenommen werden! Alle weiteren Optionen sind "Kann-Optionen" und auf beiden Seiten (also Käufer und Verkäufer) lediglich freiwillige Alternativen.

      • Paul sagt:

        Es gab eine Zeit, in der man ein paar Prozent Rabatt raus handeln konnte, wenn man dem Händler mit einer Karte drohte.
        Früher ™ hatten sie noch nicht die heftigen Kosten für Kreditkarten Zahlung noch nicht im Preis drin, legten also bei einigen Produkten drauf.

  6. Mance sagt:

    Im unteren verlinkten Artikel vor 4 Jahren

    "Glaubt unter diesen Vorzeichen irgend jemand, dass Google Pay bald den Markt erobert? Wie seht ihr das Thema so? Unbedingt notwendig, dieses Google Pay auf dem Handy, oder eher überflüssig wie ein Pickel am Hintern? Eure Meinung ist gefragt."

    Und heute?

    Ich gebe zu es zu verwenden und fühle mich nicht als Dumpfbacke. Und ehrlich gesagt seit ich damit angefangen habe möchte ich es nicht mehr missen. Zur Sicherheit wenn es mit dem Handy mal nicht funktioniert (selten) habe ich dann meine Bankkarte mit abgeschaltenem NFC dabei und immer ca. 150 € in bar. Man muß eben flexibel sein.

    Weiter möchte ich mich garnicht auf das Für und Wider einlassen. Die Diskussion darüber ist m. E. zu emotionsgeladen. Selber würde ich das Bargeld auch nicht gänzlich abschaffen wollen sondern bis auf Weiteres einen gewissen Grundstock beibehalten. In einigen Jahren wird man dann sehen wie sich das Ganze entwickelt.

    • Ralf S. sagt:

      Somit verhältst du dich ja auch genau richtig!
      >> Diversifikation und Flexibilität – darin liegt ja genau die richtige Richtung. Ist nix grundsätzlich gegen diese ganzen digitalen Bezahlmöglichkeiten zu sagen, aber es sollten/müssen Alternativen bestehen bleiben. So, dass möglichst jeder glücklich ist und ein gutes Gefühl dabei hat. Wie die Lemminge, alle in eine Richtung zu rennen und dann über die Klippe zu springen, ist selten gut gegangen … Gibt genügend Beispiele aus der Geschichte!

  7. Cornelia sagt:

    Während vielen Jahren habe ich in Läden und Restaurants immer mit Bargeld bezahlt. Nur bei gelegentlichen Käufen im Internet – v.a. Computer Hard- und Software – sowie Ausgaben für und in den Ferien nutzte ich die Kreditkarte. Nach grossem Zögern legte ich mir irgendwann ein Papal-Konto an.

    Heute nutze ich häufiger die Maestro-Karte (der Girocard entsprechend) für Einkäufe in Läden; dies wegen der Contactless-Schnittstelle, wodurch das Zahlen sehr schnell geht. Im Internet wähle ich inzwischen häufig TWINT, weil damit der Betrag direkter und schneller meinem Konto belastet wird, anstatt via Kreditkartenrechnung.

    Google oder Apple-Pay will ich hingegen weiterhin aus Prinzip nicht nutzen. Insbesondere Google weiss aufgrund von Android-Smartphones ohnehin schon zuviel über mich. Dieser Firma will ich nicht auch noch meine Finanztransaktionen als Buch mit offenem Siegel hinlegen.

    • Mance sagt:

      Zum letzten Absatz:

      Ich meine es nicht persönlich. Das ist exemplarisch für viele. Konsequenz sieht anders aus. Man braucht diesen ganzen Mist (noch) nicht unbedingt und kann darauf gänzlich verzichten. Leben geht auch so weiter ;-)

      Bei mir ist es so gelaufen. Bis vor ca. einem Jahr hatte ich konsequenter Weise kein Smartphone. Aber um nicht abgehängt zu werden habe ich mich dann doch entschlossen eines anzuschaffen. Und um es kurz zu machen, ich bin vom Paulus zum Saulus geworden. Nicht, daß ich jetzt jeden Scheiß damit anstelle. Aber ich wurde überrollt von den Vorteilen die auch damit verbunden sind. Ein wahrer Tausendsassa und man hat immer alles dabei (Foto, Musik, GPS-Map usw.).

      Natürlich ist das alles auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Aber nennt mir einen Punkt in der analogen Welt wo das nicht der Fall ist. Dort werden bspw. auch Risiken für Leib und Leben in Kauf genommen weil es selbstverständlich geworden ist und man es garnicht so genau wissen möchte. Das soll aber keine Entschuldigung sein; muß eben jeder selber abwägen.

      Ich selber kann jetzt nach einem Jahr sagen, daß ich immer noch froh bin diese Entscheidung getroffen zu haben und auch viel Freude damit habe. Und abschließend noch; soziale Medien werde ich nach wie vor nicht nutzen (wenn man mal von hier absieht ;-) ).

      • Luzifer sagt:

        naja man kann Technik nutzen und die Vorteile geniessen oder man ist abhängig von der Technik. da liegen Meilen dazwischen.
        Sinnvoller Umgang oder totale Abhängigkeit ohne Verstand macht eben den Unterschied.

  8. Erebenus sagt:

    Es schadet nicht ein wenig Bargeld unterm Kopfkissen zuhaben. Ja ich zahle gern mit ApplePay beim Discounter, ist bequem. Dennoch will ich auf Bargeld nicht verzichten wollen. Dem Staat die Kontrolle über mein Konto geben? Heute lieber Bürger darfst du nur über 30% deines Geldes verfügen, solche Gedanken machen mir Angst.

    Wie sieht es denn mit der kleinen Imbissbude an der Ecke aus? LTE,Glasfaser,DSL Leitung legen lassen nur damit der Kunde seine Fritten bezahlen kann? Der Schritt in eine Bargeldlose Gesellschaft mag sicherlich was gutes haben, für mich überwiegen die Nachteile.

    • schattenlaeufer sagt:

      Nun, es gibt in den (dystopischen) Pen & Paper Rollenspielen und Romanen aus Ende der 80er/Anfang 90er da schon Methoden, wie man da bargeldlos bezahlt, den "Credstick" von Shadowrun (vgl

      Es handelt sich darum um kleines USB-Stick ähnliches Gerät, das man mit Geld "aufladen" kann und dann zahlt man, indem man diesen "Credstick" entweder einen anderen "Credstick" oder es auf eine Bezahlfläche legt bzw hinhält. Diese Dinger können auch nur einen bestimmten vorgegebenen Maximalbetrag enthalten, deswegen kommt es da auch vor, daß dann in einem Safe mehrere davon gefunden werden.

      Bargeld im eigentlichen Sinne gibt es dann in diesem Szenario nicht mehr (2030-2070er in derer Realität).

      Es ist durchaus bereits so etwas mit den heutigen Technologien technisch realisierbar.

    • schattenlaeufer sagt:

      ( hatte vergessen, da jetzt auch auf das Imbussbudenbeispiel einzugehen bzw es herauszustreichen).
      Das Geld, daß auf dem Credstick aufgeladen ist, daß existiert nur dort und du kannst es da auch direkt ohne Internet von Credstick zu Credstick transferieren.

      Es ist da in dieser Spielwelt von Shadowrun (durch die Romane etc) durchaus üblich, an einer solchen Imbissbude direkt mit diesem Ding zu bezahlen und Kleinbeträge so zu überweisen.

  9. mvo sagt:

    Es gibt so viele Fälle, wo es ohne Bargeld einfach nicht geht. Wenn ich über Ebay Kleinanzeigen etwas kaufe oder verkaufe, wenn ich privat mein Auto verkaufe, wenn ich meinem Neffen zu Weihnachten einen 50er in die Hand drücke, wenn ich dem Obdachlosen Kleingeld in den Becher werfe usw. Alles schwer bis unmöglich ohne Bargeld. Zudem kostet jeder digitale Geldtransfer entweder Geld oder die Preisgabe von Daten. In vielen Fällen ist bargeldloses zahlen bequem und sinnvoll und dann nutze ich das auch in Form von Kartenzahlung oder PayPal. Kleinere Summen an der Supermarktkasse zahle ich aber i.d.R. immer bar. Eine Abschaffung von Bargeld befürworte ich überhaupt nicht.

  10. Luzifer sagt:

    Ich benutze beides … warum auch nicht. Im Internet kann man nun mal nicht bar zahlen.
    Es geht aber auch den Verkäufer im Supermarkt nix an wer ich bin, woher ich komme und wohin ich gehe.
    Meine Privatsphäre ist mir wichtig sowohl im RL wie auch Online.
    Bargeld fällt eben auch nicht aus und geht immer.

  11. Steter Tropfen sagt:

    Ein Bekannter, eigentlich ein erfahrener GB-Reisender, nur eben mit Corona-Zwangspause, ist bei seinem letzten London-Urlaub aus allen Wolken gefallen:
    Mit Karte zahlen wäre für ihn kein Thema gewesen, aber durch den Brexit fallen da für Europäer plötzlich schweinisch hohe Gebühren an. Für jeden einzelnen Zahlungsvorgang. Wie gern hätte er da einfach Bargeld abgehoben – aber das wollten sie in der Großstadt nirgends haben. Nach zähem Bitten und Hinzuholen des Geschäftsführers durfte er einmal sein Fish&Chips noch bar zahlen, aber genau passend, denn Wechselgeld war natürlich nicht verfügbar.

    Danke, mit so was will ich gar nicht anfangen. Bisher habe ich meistens größere Einkäufe mit EC-Karte gezahlt, aber seit von allen Seiten selbst für Kleinstbeträge das bargeldlose Zahlen so aufdringlich gehyped wird wie vegan gegenderter Käse, ist es mein Ehrgeiz geworden, möglichst überall in der realen Welt mit realem Geld zu bezahlen. Karte kommt nur im Notfall zum Einsatz oder im Internet.

    Wenn man nicht dagegen hält, kriegt man nämlich bald nichts mehr, ohne dabei von mehreren Datensammelstellen haarklein registriert und mit Provisionen abgezockt zu werden.

  12. Paul sagt:

    Wer hat, gerade in Deutschland, was vom Bargeld?
    Doch vor allem Kriminelle, die systematisch von Staat zur Geldwäsche eingeladen werden. Das Haus mit 10 Millionen in kleinen Schein(Rauschgift kostet erstmal nur einen Zehnerl) war früher kaum möglich, denn das Geld musste über das Notaranderkonto laufen.
    Der Notar hat sich das vergoldeten lassen: 10Mio rein und 10 Mio raus = 20 Mio Honorar Basis.
    Das wurde *im Verbraucher Interesse" vor etlichen Jahren still und leise abgeschafft..Nachtigall… .
    So steht der Geldwäsche per Immobilienverschieberrei in Deutschland nichts im Wege. Der Notar? Der prüft nur den Ausweis und als Laie ob beide a
    Klar im Kopf sind und hat Null Interesse seine Kunden zu verjagen.

    Natürlich muss man wegen dieser – staatlivh gewollten – Geldwäsche nicht das Bargeld abschaffen.
    Aber eine Grenze von max 5000 Euro, wie in allen anderen EU Ländern seit Jahren üblich würde das kriminelle Gesox aber nicht mehr nach Deutschland locken.
    (Und damit nicht deren dreckiges Geld, was unser Staat aber gerne nimmt.. Das die Mieten so unbezahlbar werden, we
    n interessiert das, da Oben? )

    Also ist klar, warum Bargeld weiter erwünscht ist:
    Schwarzgeld und Geldwäsche benötigen das.
    Bitcoin sind kein anonymes Zahlungsmittel, auch wenn unsere Polizei das behauptet…

    Das zu kommt noch :
    Wenn man, wie bei Ikea jetzt schon, nur unbar-Kassen hat, werden die Banken garantiert auch bei Endkunden jede einzelne Buchung mit 20ct in Rechnung stellen…
    Remember:
    Früher wurden die Firmen von der Bank mit Lohntuten versorgt. Die Bank hat die Arbeit genervt (Scheine bestellen, bezahlen und verteilen und das sie nicht mehr über das Geld verfügen kann.
    Tja, da wurde das Girokonto eingeführt.
    Auch günstig für den Arbeitgeber. Lohnraub gab es nicht. Die Bank konnte vom AG Zinsen kassieren, für Geld das sie immer noch besaß.
    Also zahlte der AG gerne 5 Mark Kontführungsebühren an den Mitarbeiter, die die Banken zunächst für due *viele" Mehrarbeit kassierte…
    Dann kam Wettbewerb suf, die Kontogebuen fielen auf Null, der Arbeitgeber-Zuschuß musste nun versteuert und sozialversichert werden und fiel weg…
    Ja Kinners, so war das früher…

    Naja, den Rest kennen auch die Jüngeren.
    DILBank hat Geld und der Kunde zahlt dafür, dass er jetzt die Arbeit macht…

    Gar kein Bargeld wäre richtig, aber wie sollen dann mit Schwarzarbeit und Geldwäsche Milliarden nach Deutschland angelockt werden?

    (auf dem Handy ist leider keine Bearbeitung möglich)

  13. Andy sagt:

    Ein Haufen dogmatische Diskussionen.
    Ich halte gerne meine Karte an das Zahlterminal, piep, fertig. Einige Dinge zahle ich lieber bar.
    Und grundsätzlich habe ich genug Bargeld bei, um alles Wichtige bar bestreiten zu können. Wenn man einmal an der Autobahn -Tankstelle festsaß, weil keine Kartenzahlung ging und nicht genug Bargeld dabei, dann ist man vom Kartenzahlvertrauen geheilt.
    Wenn es einem wieder passiert, man aber genug Bargeld bei hatte, dann kann man die dogmatischen Kartenzahlhyper nur noch schwer ertragen.
    Und ich stand schon dreimal ohne Vorwarnung vor einer nicht funktionierenden Kartenzahlinfrastruktur…
    Google Pay habe ich eingerichtet, einmal erfolgreich benutzt und beim zweiten Mal wurde eine fehlende Zahlungsquelle bemängelt, die man aber auch nicht wieder hinzufügen konnte, weil sie schon da war.
    Wenn man nicht so alt ist wie ich, dann hält man wochenlanges Textbaustein-Pingpong mit dem Google-Support bestimmt für einen Lösungsweg oder sucht sich im Internet einen Wolf, bis man wieder angemessen digital zahlen kann. Die Zeit verbinge ich lieber mit meiner Famile und lege im Zweifel halt Bargeld auf den Tisch. Oder halte die Karte hin. Oder mache irgendwas, was mein Leben leichter gestaltet.
    Nicht, was andere mir als universelle Lösung für alles schönschwatzen wollen, so dass man sich fragt, ob die schon irgendwie rumgekommen sind und wissen, wie ein bewegtes Leben außerhalb der üblichen Wanderkeise aussieht.

    • Takeo Otori sagt:

      Hatte am Anfang das selbe Problem, PayPal mag auch mein Nintendo-Account nicht. Irgendwann geht's dann plötzlich einfach.
      Bei Apple Pay kann man seine Sparkassen-Karte hinzufügen – bei Google Pay muss der Umweg über PayPal, warum auch immer.
      In ein paar Jahren ist das alles kein gefummel mehr.

  14. JG sagt:

    Also Jan Marsalek (Wirecard) hat immer alles bar bezahlt. Von Bargeld in Tüten war da die Rede.

  15. Peter sagt:

    Auch ich ich befürworte die Vielfalt von Zahlungsmitteln. Wie einige oben schon schrieben, es muss ja auch lebensnah bleiben. Wir leben halt auch in einer Zeit des Überflusses, in der man sich solche Diskussionen leisten kann. In ärmeren Ländern ist Bargeld überhaupt nicht wegzudenken, einfach weil nicht jeder ein Konto irgendwo hat (mal abgesehen davon, was das für die Kriminalität bedeutet). Was glaubt Ihr wie das ein Bauer in Afrika macht, der sein Gemüse zum Markt trägt? Wenn du dem ein Handy zum Bezahlen hin halten würdest, dann würde der aber staunen. Er würde vielleicht denken, wow, der will mir sein Smartphone als Bezahlung geben, super, nehme ich gerne. Ich möchte auch einmal an die Schwarzmärkte bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts erinnern. Die Geschichte leert es uns doch eigentlich. Wer kein Zahlungsmittel hat, behilft sich anders.

  16. Timmendorf sagt:

    Bargeld nützt vor allem Steuerhinterziehern im kleinen und großen Stil.
    Die Putzfrau bar bezahlen… oder eben als Mitglied eines Araber Clans eine Luxusvila für 10 Mio in Bar bezahlen.
    Ich zähle mich nicht zu den Profitören dieser "Freiheit" und finde somit dass es endlich abgeschafft gehört.

  17. icke sagt:

    Typo

    =>

    muss nicht als Kommentar veröffentlicht werden

  18. icke sagt:

    "Nur Bares ist Wahres" :)
    Ich versuche, weitestgehend bar zu bezahlen. Einerseits ist es eine Frage der Privatsphäre, andererseits ist es für mich so einfacher, meine Ausgaben im Blick zu behalten. Allerdings bezahle ich natürlich hin und wieder durchaus mit Karte, besonders dann, wenn ich mit einer größeren Ausgabe nicht gerechnet habe.
    Neben den oben angeführten Dingen (Schutz vor Bewegungs- und Konsumprofilbildung, Obdachlosen was in den Hut werfen, Kindern/Jugendlichen ein Scheinchen in die Hand zu drücken usw.) sehe ich vor allem auch als wichtig an, dass Kinder und Jugendliche mit Bargeld viel eher den Umgang mit Geld lernen.
    Für mich ist aber auch relevant, dass ich als durchaus IT-(Security-)affiner Mensch Smartphones und Tablets als unsichere Endgeräte betrachte. Entsprechend landen keine Zahlungsinformationen auf dem Telefon. Wenn überhaupt (außerordentlich selten), wird aus dem Handy-Guthaben bezahlt.
    Allerdings bin ich ohnehin nicht der große Handynutzer. Hin und wieder vergesse ich es zu Hause oder es ist leer. Dann wäre es natürlich blöd, wenn man damit das Mittagessen oder den Einkauf auf dem Heimweg bezahlen möchte.
    Andere Leute können natürlich gern tun, was sie wollen. Falls in der Kassenschlange mal wieder jemand vor mir steht, der 1,49 € unbar bezahlen möchte und es nicht funktioniert, denke ich aber durchaus "hättest Du das nicht einfach bar bezahlen können, dann wärst Du schon wieder weg".

  19. Rene sagt:

    Bargeld wird immer wieder mal benötigt. Wie geben denn die "nur-Apple-Pay-Bezahler" im Restaurant ein Trinkgeld? Vermutlich gar nicht. Aber die Leute die dort arbeiten brauchen das Trinkgeld. Das ist ein Teil ihres Einkommens, dafür, dass sie die "nur-Apple-Pay-Bezahler" bedienen dürfen. Das ist nur ein Beispiel was mir gerade einfällt. Wenn ich was bei Kleinanzeigen kaufe und vor Ort bezahle, dann will ich Bar bezahlen. Ich will nicht dass irgendwer erfährt was ich ich wo kaufe. Das kann man ewig weiterdenken.

    • Shadena sagt:

      Ach, das geht auch digital. Man kann ja einen größeren Betrag abbuchen/überweisen/anweisen. Frage ist nur, ob der kleine Kellner das dann auch erhält. Oder ob der Chef das einbehält.

      • Rene sagt:

        Genau sds ist ein Problem. Der Kellner der uns bedienen darf kommt so nicht an sein Trinkgeld.
        Außerdem "dürfen" nur die korrekten Summen überwiesen werden, sonst stimmt "die Kasse" nicht oder es gibt ordentlich Stress bei einer Betriebsprüfung. Das ist leider nicht immer alles so locker und easy wie sich das der gemeine Großstädter vorstellt.

        • Ralf S. sagt:

          Vor einiger Zeit beim Friseur auch hierzu "meine" Friseurin:

          Aussage von ihr:
          "Seitdem viele Kunden – und es werden immer mehr und auch die kleineren Beträge werden nun oft mit Karte bezahlt – bargeldlos bezahlen, geht unser Trinkgeld in fast der gleichen Geschwindigkeit und im Verhältnis kontinuierlich zurück … Früher wurde mehr oder weniger großzügig aufgerundet und heute haben die Leute beim Bezahlen mit Karte dann oft nur z. B. einen 5 €-Schein (oder auch nur mal 30 Cent …) im Geldbeutel, den sie natürlich nicht komplett hergeben wollen, aber gleichzeitig ist es ihnen dann wohl peinlich, sich dann z. B. 3 € zurückzahlen zu lassen. Somit wird dann immer öfter das Trinkgeld einfach so nebenbei auch mal ganz "vergessen" … Viele würden dann auch sagen: "Das nächste Mal gibt's dann dafür mehr …" Aber das wird dann meist natürlich auch wieder vergessen und nicht umgesetzt …"

          Und das Trinkgeld ist in der Friseurbranche (wie eben auch in der Gastronomie) nun mal ein fest eingeplanter Teil des Verdienstes. Ist traurig, aber wahr und für die Bediensteten ein echtes Problem, das wohl auch schon mit dem dortigen Chef erörtert wurde …

          Und natürlich ist (wie ja von dir auch geschrieben) beim mit der Karte zahlen, oder ähnliches, es i. d. R. nicht einfach so möglich dort den Betrag digital aufzurunden!

          • Anonymous sagt:

            Hier im Bekanntenkreis haben (früher) viele regelmässig auf grossen Musikfestivals im Ausschank gearbeitet, ein durchaus harter Job, dafür aber auch mit ordentlich Trinkgeld, das die vergleichsweise kleinen Stundenlöhne bei weitem überstieg, aber ein guter Anreiz trotz all dem ganzen Stress war.

            Seit Einführung von ausschliesslich bargeldloser Chipzahlung bei vielen dieser Festivals fällt der Trinkgeldanteil jetzt fast völlig weg und die Gastrobetreiber wundern sich, warum sie keine Mitarbeiter mehr finden… sowas aber auch.

    • Mance sagt:

      @Trinkgeld

      Es soll also tatsächlich welche geben die ums verr… kein Bargeld mehr einstecken? Ist doch beim derzeitigen Entwicklungsstand und den Gepflogenheiten der versch. Läden praktisch noch garnicht möglich. Ja, es gibt tatsächlich noch Läden die nicht oder nur eingeschränkt auf bargeldlose Zahlung eingestellt sind. Kürzlich in einem Bastelgeschäft hat es mit meinem Smartphone nicht funktioniert weil die nur Bankkarten zuließen und bspw. auch keine VISA Karten. Und meine Landbäckerei nimmt noch immer nur Bares. Seh' ich denen auch gerne nach weil sie mir für € 4,40 ein hervorragendes Brot verkaufen und auch immer ein nettes Schwätzchen möglich ist. Also, man muß auch mal auf dem Boden bleiben. Wer in heutigen Zeiten nicht flexibel ist der macht sich das Leben unnötig schwer ;-))

  20. Takeo Otori sagt:

    Puuh, ganz ehrlich?
    Bei Stromausfall nützen auch die Scheine von unter der Matratze nichts bzw. kaum was.
    Ich kann dieses rote Kupfergeld und ständig aufplatzende Münzfächer einfach nicht mehr ertragen. Ich zahle per Uhr – und zwar alles!
    Die Pandemie hat gezeigt, dass es doch überall geht – auch ohne den 10€ Mindestbetrag.
    Warum sollte ich nochmal mit dreckigem Geld rumhantieren? Was für ein Vorteil habe ich, wenn ich dann doch wegen einem Artikel mehr nochmal extra zur Bank in die Stadt fahren muss um Geld abzuheben?
    Außerdem habe ich gerne live im Blick, für was ich wann und wo wie viel gezahlt habe.

    • Anonymous sagt:

      Und neben Dir haben auch die vielen an der Zahlungskette beteiligten Unternehmen gerne live im Blick, für was Du wann und wo wie viel gezahlt hast.

  21. Shadena sagt:

    Ahhh, es gibt für alles ein Pro und Contra. Deshalb möchte ich keine Bezahlart infrage stellen. Und verwende auch viele Möglichkeiten. Und gerade, wenn ich nicht möchte, dass jemand weiß, was ich gekauft habe (Helga… Was kosten die Kodome? ;-) ), bezahle ich gerne mit Bargeld.
    Außerdem möchtge ich die jungen Digitalzahler mal fragen, wie sie ihren Kindern den Umgang mit Geld beibringen wollen?! Mit 5 oder 6 ein Handy mit Bezahlguthaben? Ich bezweifele, dass das funktioniert. Vermutlich haben sie einfach keine Kinder…
    Und wie hier schon erwähnt, im Internet oder bei großen Beträgen ist Barzahlung nicht möglich oder schwierig. Da wählt man sicher etwas anderes.
    Ich finde beides bedenklich. Wenn es plötzlich nur Bargeld gäbe oder eben auch keins. Vielfalt ist stets wichtig. Eben auch im Finanzsektor. Aber ein Finanzexperte meinte mal zu mir, wer echte Geldwerte hat, der setzt auf eine breite Basis. Dazu gehören auch echte Sachwerte. Dann kann einem eben nichts erschüttern, egal was zusammenbricht…

  22. Marco sagt:

    @Modern

    Bornierte Leute wie Sie gehen mir einfach nur auf die Nerven…

    Marco

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