Screenshots unter Android – Teil I

Wie fertigt man eigentlich bei Android einen Screenshot an? Es gibt zwar einige Anleitungen im Netz. Aber jetzt wollte ich es genauer wissen und habe mal ein wenig mit dem von Pearl vertriebenen Simvalley SP-60 experimentiert (ich habe ein Gerät aus einer Teststellung ein paar Tage hier). In zwei Artikeln beschreibe ich Möglichkeiten, um Screenshots mit dem SP-60 anzufertigen. Die Ansätze lassen sich auch mit anderen Android-Geräten verwenden.


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Eigentlich ist es ja schon ein alter Hut: Android bietet standardmäßig keine interne Screenshot-Funktion. Man ist auf den Android Debugger oder spezielle Screenshot-Apps und ein gerootetes Gerät angewiesen. Wer sich das Rooten nicht zutraut, hat nur die Möglichkeit, Screenshots mit dem Android Debugger anzufertigen.

Android-Debugger, das wird unter Windows gebraucht

Um auch ohne ein gerootetes Android-Gerät mal einen Screenshot für Dokumentationszwecke erstellen zu können, wird das Android SDK benötigt. Dieses lässt sich kostenlos von dieser Adresse beziehen. Am einfachsten ist es, das komplette zip-Archiv herunterzuladen und unter Windows in einen lokalen Ordner zu entpacken.

Damit die Tools des SDK überhaupt funktionieren, muss zudem Java unter Windows installiert sein. Das komplette JAVA-Paket lässt sich auf dieser Oracle-Seite kostenlos herunterladen.

Zudem muss das Android-Gerät zwingend Per USB-Kabel mit dem Windows-Rechner verbunden werden. Auf dem Windows-Rechner wird dabei der ADB-Treiber benötigt, um auf die Debug-Funktionen von Android zugreifen können. Der Treiber sollte eigentlich automatisch installiert werden.

USB-Debugging unter Android freigeben

Auf dem Android-Gerät muss das USB-Debugging freigegeben werden, damit der ADB-Treiber auf das Betriebssystem zugreifen kann.

  1. Wählen Sie unter Android in der App-Seite das Symbol der App Einstellungen und klicken Sie im Einstellungen-Menü auf den Befehl Anwendungen.
  2. Im Menü Anwendungen wählen Sie den Befehl Entwicklung am unteren Rand mit einem Fingertipp an.
  3. In der Folgeseite tippen Sie auf den Menübefehl USB-Debugging, um das betreffende Kontrollkästchen zu markieren.
  4. Anschließend bestätigen Sie die Freigabe des Debuggens in der Folgeseite über die OK-Schaltfläche.

Mit diesen Schritten ist das Android-Gerät für das Debuggen freigeschaltet und Sie können die Home-Taste drücken.

Debugger unter Windows 7 starten

Nach den Vorbereitungen gilt es, den den Debugger unter Windows zu starten. In Windows 7 reicht es, zum Ordner tools im Verzeichnis des Android SDK zu navigieren. Dort ist die Datei ddms.bat auszuführen.


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Im einfachsten Fall reicht ein Doppelklick auf die betreffende .bat-Datei, um den Dalvik Debug Monitor zu starten. Klappt dies nicht? Halten Sie die Shift-Taste gedrückt und klicken Sie den Ordner mit der rechten Maustaste an, lässt sich der Kontextmenübefehl Eingabeaufforderung hier öffnen wählen. Dann erscheint das Fenster der Eingabeaufforderung und Sie können den Befehl ddms.bat eingeben.

Jetzt sollte sich das Fenster des Dalvik Debug Monitor öffnen. Ist das Android-Gerät per USB-Kabel mit Windows verbunden und das USB-Debugging freigegeben, müsste das Gerät im Monitor erkannt und angezeigt werden.

Hinweis: Falls das Android-Gerät im Monitor nicht auftaucht, überprüfen Sie, ob die USB-Verbindung besteht, ob ein ADB-Treiber im Windows Geräte-Manager installiert ist und ob das USB-Debugging unter Android freigegeben ist. Manchmal hilft es auch, das USB-Kabel kurz abzuziehen und dann wieder einzustöpseln.

Nun reicht es, im Fenster des Dalvik Debug Monitors das Android-Gerät anzuklicken und dann im Menü Device den Befehl Screen capture anzuwählen. Alternativ können Sie die Tastenkombination Strg+S drücken.

Dann erscheint das hier gezeigte Fenster Device Screen Capture und im Feld “Captured image” sollte das aktuelle Bild des Android-Screens zu sehen sein. Über die Schaltfläche Save lässt sich der Screenshot in eine .png-Datei speichern, mit Copy wird das Bild in die Zwischenablage übertragen.

Wenn es nicht klappt

In meiner Umgebung arbeitet die Funktion aber recht unzuverlässig. Manchmal erhielt ich die Möglichkeit, ein oder zwei Screenshots anzufertigen. Danach war das Feld “Captured image” mit zwei gekreuzten Linien versehen und als Text wurde “Screen not available” angezeigt.

Dann kann der Debug Monitor nicht auf den Screenbuffer des Android-Geräts zugreifen. Der Grund ist mir bisher nicht ganz ersichtlich.

Häufig hilft dann, die USB-Verbindung zwei oder dreimal ab- und wieder anzustöpseln. Danach ist das Gerät im Dalvik Debug Monitor erneut anzuwählen und das Device Screen Capture-Fenster zu aktualisieren bzw. neu zu öffnen. Unter [2] findet sich eine ähnliche Anleitung – auch hier gab es wohl diverse Probleme beim Einrichten. Unter [3] gibt es einen englischsprachigen Beitrag, der sich umfassend dem Thema widment.

Bessere Ergebnisse habe ich aber nach dem Rooten des Simvalley SP-60 mit Screenshot-Apps gemacht. Dies wird in Teil 2 des Beitrags skizziert.

Anmerkung: Bei installierten Screenshot-Apps konnte ich auf dem gerooteten Simvally SP-60 grundsätzlich keine Abbilder im Fenster Device Screen Capture abrufen. Ich musste zum Schreiben von Teil I die bereits installierten Screenshot-Apps wieder deinstallieren.

Links:
1: Reset Factory Defaults beim SP 60 von Simvalley
2: Android Screenshots in 5 Schritten
3: How To Capture Screenshots With Your Android Mobile Phone

Ähnliche Artikel:
a: simvalley Android Dual-SIM-Smartphone “SP-60 GPS”
b: Dateiaustausch zwischen Android und Windows I
c: MyPhoneExplorer: Zugriff auf Android-Geräte
d: simvalley SP-60: Speicher als Wechseldatenträger
e: Simvalley SP-60: Android rooten

f: Screenshots unter Android – Teil I
g: Screenshots unter Android – Teil II (ab 17.9.11 aktiv)
h: Screenshots unter Android


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Ein Kommentar zu Screenshots unter Android – Teil I

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