OneDrive: Nun auch noch Gängelung durch Datenlimit

Microsoft dreht beim kostenlosen Online-Speicher OneDrive scheinbar weiter am Limit. PowerUser, die viel Datentransfer bei Freigaben verursachen, stehen plötzlich vor dem Problem, dass keine Dateien mehr freigeben werden können. [Update: Scheint ein generelles Problem zu sein – in ein paar Stunden geht noch ein allgemeiner Beitrag zum Thema online.]


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Benutzer von kostenlosen OneDrive-Laufwerken brauchen Pertinenz oder müssen ggf. auf kostenpflichtige OneDrive-Leitungen ausweichen. Lange Zeit ging es bei OneDrive ja gefühlt aufwärts: Neue Features, mehr Speicher, schnellere´Transfers – und gratis was das alles auch noch. Gut, manche Features brauchen etwas länger, oder wurden ausgebaut und später wieder eingebaut. Dann fing Microsoft an, die Daumenschrauben anzuziehen. Erst wurden den Leute keine 25 GByte, sondern nur noch 15 Gbyte Online-Speicher kostenlos angeboten (siehe Link-Liste). Wer mehr hatte, schaute in die Röhre. Dann wurden di1 15 GByte auf 5 Gbyte eingedampft (siehe OneDrive: Finito mit unlimitiertem Online-Speicherplatz). Macht Laune.


(Quelle: deskmodder.de)

Aber es geht weiter – Microsoft zieht die Daumenschrauben nochmals an und begrenzt auch das Datenvolumen für Freigaben. Bei OneDrive-Laufwerken, die sehr viel Datentransfer durch Freigaben erzeugen, erhalten die Nutzer plötzlich die obige Meldung, dass das Element “im Moment nicht geöffnet werden kann”, weil die teilenden Person ihren Grenzwert für Freigaben überschritten habe. Ein Nutzer hat den Kollegen von deskmodder.de den Tipp zukommen lassen, die hier einen Artikel drüber gemacht haben. Genaueres teilt Microsoft nicht mit, aber bei deskmodder.de fällt ein Beispiel mit 20 GByte Limit beim Datentransfer pro Tag und Konto.

Normale Benutzer werden diesen Grenzwerte wohl nie erreichen. Dass da die ersten Benutzer im Umfeld von deskmodder.de in eine solche Begrenzung rauschen, ist mir intuitiv klar. Bei deskmodder.de stellen Tester der Windows 10 Insider Preview die aus den ESD-Downloads erzeugten ISO-Dateien per OneDrive zur Verfügung. Und bei 3,2 GByte pro Download und einem öffentlichen Link ist schnell das von Microsoft gezogene Limit überschritten. Nachvollziehbar ist es schon, aber die Infopolitik ist Mist. Der Zwang zur OneDrive-Anmeldung, um auf geteilte Inhalte anderer Nutzer zuzugreifen, der immer mal wieder auftritt, ist imho auch grenzwertig.

Ich betreibe jetzt mal kein Microsoft-Bashing, es ist deren gutes Recht zu limitieren. Aber nur mal so: “Wohlfühlumgebung” schreibt sich anders – und dass die Inhalte des OneDrive-Speichers von Microsoft durchsucht werden, sollte auch bekannt sein. Da passt imho die aggressive Aufforderung, unter Windows 10 doch OneDrive einzurichten, nicht so recht.

Stell dir vor, es gibt Google Drive – und das funktioniert einfach so? Mit richtig viel Speicherplatz und ohne Gängelung. Oder Dropbox lässt sich auch so einfach verwenden –  mir hat’s die Schuhe ausgezogen, als ich bei Kollege Martin Geuß auf den Artikel Warum ich von OneDrive auf Dropbox umgestiegen bin gestoßen bin …

Nachtrag:  Bei Google Drive gibt es laut diesem Kommentar wohl auch Limits beim täglichen Datentransfer. Die Argumentation ist immer die gleiche: verhindern von Piraterie. Aber da stellt sich die Frage, warum das Limit für bezahlten Online-Speicher dann nicht gilt?


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19 Responses to OneDrive: Nun auch noch Gängelung durch Datenlimit

  1. Ach das ist mir eigentlich Wurscht, auf über 20 GByte Limit beim Datentransfer Pro Tag komme ich eh nicht bei OneDrive, gut ich hab zwar ein paar Sachen geteilt aber das sind 350MB verschlüsselte rar Dateien und die Werden auch nicht jeden Tag da runter geladen vielleicht Maximal 5x im Monat.
    Was ich bei Dropbox etwas bemängele ist, wir hatten unter Kollegen uns gegenseitig geworben und so hatten ich mal ein Volumen von 30GB der jetzt aber wieder auf 10GB geschrumpft ist, das finde ich echt schade.

  2. Nils sagt:

    Mal ganz ehrlich, wer die Cloud Speicher als Privatanwender so nutzt wie es eigentlich gedacht ist, der erreicht doch weder das Limit für den Speicherplatz oder für den Transfer. Somit sollten die Begrenzungen für den Privatanwender ohne Folgen sein.

    Klar, wenn jemand große ISO Files für die Öffentlichkeit freigibt, ist das aus meiner Sicht keine bestimmungsgemäße Benutzung. Ein Cloud Dienst ist eben keine Sharing Plattform, die sollen zu Mega oder anderen Diensten wechseln.

    Klar, in dem Artikel wird nun Microsoft als der Böse Bube dargestellt. Der eigentlich Übeltäter sind solche Power User. Wobei Microsoft und auch andere Cloud Anbieter mit solchen Nutzer hätten rechnen müssen und schon im Vorfeld Maßnahmen dagegen hätten ergreifen müssen.

    • Es ist von MS legitim, das zu begrenzen. Aber kommunizieren hätte man das können. Wenn ein Entwickler so was nutzt und eine Android-Build da einstellt, sind die 20 GByte auch schnell weg. Ist einfach unprofessionell von MS – imho.

      Ich gestehe, ich hatte auch mit geliebäugelt, Download-Angebote des Blogs und Bilder auf OneDrive einzustellen. Wegen des Risikos, mal eben wegen nicht nachvollziehbarer Kriterien gesperrt zu werden und die Dateien zu verlieren, habe ich mich dagegen entschieden. Und das war auch gut so.

      • Egal ob ich die Cloud nun Privat oder Geschäftlich nutze möchte ich doch bitte darüber informiert werden wenn sich am Umfang etwas ändert, ich bekomme ca. 3 mal die Woche eine Mail von Microsoft und werde über jede Änderung oder Angebot genauestens informiert aber über so eine Änderung die die Nutzung der Cloud beeinträchtigt bekomme ich dann nichts mitgeteilt, das finde ich schon wieder Microsoft Typisch.
        Nun Gut ich hab die OneCloud von Microsoft auch nie wirklich genutzt außer als Backup für meine mp3 Sammlung weil sie mir nicht sicher genug erscheint, vor allem Geschäftsunterlagen würde ich dort nie und nimmer lagern.

    • Tim sagt:

      “wenn jemand große ISO Files”

      Die “großen” ISOs sind in der Regel kleiner, als gute private Fotos, oder Videos…

      • Nils sagt:

        Mag sein. Aber die privaten Urlaubsbilder sind für eine kleinere Zielgruppe als die ISO Files, welche deskmodder.de angeboten hat. Darum geht es doch, dass dafür ein Cloud Speicher nicht gedacht ist. Das ist eher die Bestimmung einer File-sharing Plattform.

        • Tim sagt:

          Ob es nun die kleine Familie ist, oder 10000 fremde Nutzer. Solche Server sind darauf ausgelegt! Bei überlast geht höchstens mal kurzzeitig die Downloadrate bei den Empfängern runter… mehr nicht!

          Wenn Du jetzt via Twitter, oder Facebook teilst, teilst Du mit der ganzen Welt… Wer mit wem, oder wer mit wie vielen teilt, ist doch bei einem Dienst wie OneDrive vollkommen egal. Er ist eh für Milliarden Menschen konzipiert, die mit Pech auch mal gleichzeitig saugen könnten.

          Komm doch da nicht mit “dem kleinen” Deskmodder Grüppchen… Das ist rechtlich für Microsoft wie gesagt vermutlich interessanter, als das Microsoft da jetzt überdimensional Traffic auffallen würde.

          Du denkst grade so, wie die Telekom immer versucht ihren Kunden was zu erklären.
          Da waren PowerUser ja auch schon mal die Bösen…

          • Tim sagt:

            Ich sehe das wie Nils. Ich teile auch meine privaten Bilder mit meinen Freunden und Bekannten und kam noch nie über das hier erwähnte Limit, also wo ist das Problem?

    • Tim sagt:

      “Ein Cloud Dienst ist eben keine Sharing Plattform”

      …doch… ums soziale Teilen von Bildern, Videos und sogar Streams geht es Microsoft sehr wohl und grundsätzlich ist bei Windows ob am PC oder mobil OneDrive von Haus aus der Speicherort der Wahl… Oder bietet Windows eine Möglichkeit von Haus aus via MEGA zu teilen, weil Microsoft das, nach deiner Vorstellung, viel besser finden würde/ könnte?

      Die Geschichte mit z.B. deskmodder.de ist nun, ob die jeweiligen User es privat machen, oder ist es schon sowas wie gewerbliches Verteilen? Das könnte vermutlich nur ein Gericht wirklich klären. Ein Dorn im Auge wird es Microsoft in jedem Fall sein, das es so eine unkontrollierte Quelle gibt.

      Das Verteilen von Urlaubsfotos an die Familie fällt zukünftig, ohne Abo, jedenfalls bei Microsoft aus. Das ist ja auch das Ziel von Microsoft, mit der Cloud zu verdienen.

      • Tim sagt:

        Das Verteilen der Urlaubsfotos an die Familie fällt eben nicht weg. Ich muss mir eben nur überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, die Bilder in einer Größe von 5 MB pro Bild zu teilen.

        • Moment mal Microsoft hat damit nun mal geworben und bei einem 30GB oder 1000GB an Speicherplatz bietet sich das nun mal an, selbstverständlich solange die Files legal sind.
          Wenn nun Microsoft ein Transferlimit und die Möglichkeit files einzeln zu Teilen davor schiebt ändern sich auch die ganzen Nutzungsbedingungen.

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  4. Tim sagt:

    “Die Argumentation ist immer die gleiche: verhindern von Piraterie. Aber da stellt sich die Frage, warum das Limit für bezahlten Online-Speicher dann nicht gilt?”

    Weil man doch davon ausgeht, das jemand der mit seiner Kreditkarte bezahlt, wohl keinen Mist baut, weil der ja dann direkt erreichbar wäre… dass das Argument aus verschiedenen Gründen und Sichtweisen letztlich albern ist, sollte mittlerweile aber jeder erkannt haben. Es ist aber halt auch eine Sichtweise, wenn sie auch noch so verdreht ist, die man wohl akzeptieren muss, wenn man nicht verzichten will.
    Genau aus dem Grund muss/soll man ja auch für kostenlose Angebote immer häufiger seine Kreditkartendaten herausrücken… da ist es das gleiche Spielchen.
    Die “Piraten” stört es trotzdem nicht und die bekommen alles wie immer auch ohne Gängelungen… die doofen sind dabei letztlich immer nur die “ehrlichen” Verbraucher.
    Hat bei der Spielindustrie angefangen und ist mittlerweile überall überall zu finden.

    Das man die Limits wieder ändert, oder anpasst, ist wohl nur die Folge davon, das man mittlerweile weiß, was der typische Cloud Nutzer so an Platz braucht, der das ganze auch wirklich nutzt und dafür deshalb vermutlich auch zahlen würde. Das ganze soll sich ja auch irgendwie und verständlich für die Anbieter bezahlt machen.

    Ich nehme mal an, dafür, neben Werbungseffekten, waren diese Aktionen wie 100GB gratis bei MS auch mal gedacht. Ich habs nie ausgenutzt und auch bei Google sind von 19GB freien GBs nur ein minimal Anteil belegt.

    Der Begriff PowerUser ist hier allerdings mal wieder vollkommener Schwachsinn und soll verschleiern, das es eigentlich schon um den kleinen Normalbenutzer geht.
    Man rechnet halt damit, das die Menschen eh nicht mehr nachdenken und wer kennt schon den Rahmen dafür, wie Firma XYZ einen PowerUser erkennt.
    Am besten wäre bei dieser Sichtweise dann doch zu bezahlen, ohne überhaupt zu nutzen, was man bezahlt.

    Theoretisch kann sich so gesehen jeder auch seine eigene Cloud zu Hause basteln und die ist dann komplett ohne Beschränkungen erreichbar.
    Aber auch mit Homeservern hat es nicht wirklich das riesen Geschäft gegeben…

    • Tim sagt:

      Der Begriff Poweruser ist aus meiner Sicht Schwachsinn, weil er diejenigen verteufelt die einen Dienst lieben und voll nutzen.

      Man bietet “All U can eat” und hofft darauf, das keiner kommt, der Hunger hat und nach einem Glas Wasser wieder verschwindet…

      • Dieter Schmitz sagt:

        Streng genommen ist der Begriff Power-User eine Mikroaggression!

        Wäre ich US-Amerikaner, ich würde eine Klage versuchen.

  5. Dieter Schmitz sagt:

    Bei Dropbox nervt, dass die bei einem Download immer wieder versuchen, eine EXE-Datei zu installieren…

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