Windows: Software-Reporter-Tool erzeugt hohe Last

win7Geht die CPU-Auslastung von Windows nach längerer Zeit der Nichtbenutzung des Systems oder nach der Installation der Januar 2018-Updates in die Höhe? Das kann am Google Chrome Software-Reporter Tool liegen. Hier einige Informationen.


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Vorab: Ich kann im Moment wenig testen, da ich für einige Stunden mit wackeliger Internetverbindung und einem kleinen Netbook im ‘digitalen Niemandsland’ sitze. Aber ich habe ein paar Minuten Zeit, eine Beobachtung zu beschreiben. Kann sein, dass ich daneben liege. Zumindest wäre es eine Idee für andere Betroffene, mal nachzuschauen.

Worum geht es?

Nach der Aufdeckung der Meltdown- und Spectre-Angriffsmethoden auf CPUs begann Microsoft im Januar 2018 hektisch Notfall-Updates auszurollen und hat auch die Patchday-Updates eine Woche vorgezogen (siehe z.B. Kritische Sicherheitsupdates für Windows 7/8.1/Server (3./4.1.2018)). Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Meltdown-Patches Leitungseinbußen verursachen werden.

In den Kommentaren hier im Blog finden sich Informationen, dass die Systeme deutlich langsamer werden (siehe hier, hier) oder es gab Kollateralschäden (z.B. hier). Aktuell sitze ich an einem Medion Akoya 1210 Netbook (schon ein paar Jahre alt) mit Windows 7. Beim Starten heute Morgen lag die CPU-Auslastung über Minuten bei 100 Prozent, und es war kaum was zu bedienen.

Inspektion im Task-Manager

Also habe ich mich mal auf die Suche gemacht, welche Prozessen die Last erzeugen. Kurz den Task-Manager unter Windows 7 aufgerufen. Aber da war nicht viel zu erkennen – einige Chrome-Prozesse für geöffnete Browsertabs zogen etwas Leistung ab (30%), aber nichts, was die 100 %  erklären würde.

Task-Manager

Also beschloss ich, mir die Prozesse aller Benutzer anzuschauen. Auf die Schaltfläche Prozesse aller Benutzer anzeigen geklickt und die Benutzerkontensteuerung bestätigt.

Task-Manager erweitert


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In obigem Screenshot ist zu sehen, dann das Kontrollkästchen Prozesse aller Benutzer anzeigen markiert ist. Klickt man dann auf den Spaltenkopf CPU der Registerkarte Prozesse, werden alle Prozesse nach ihrer CPU-Leistung nach aufgelistet.

Dort fiel mir auf, dass gleich drei Mal ein Prozess software_reporter_tool.exe vorkam. Und einer dieser Prozesse fraß permanent bis zu 36% Leistung.

In obigem Screenshot, den ich erst nachträglich angefertigt habe, sind es nur zwei Prozesse. Und aktuell läuft das System nach dem Start von software_reporter_tool.exe auch vernünftig, da die CPU-Leistung des Task sofort sinkt und der Prozess terminiert.

Ad hoc wusste ich nicht, wozu dieser Prozess gehört. Also mal ein Rechtsklick auf den Eintrag für die betreffende Zeile und den Kontextmenübefehl Dateipfad öffnen gewählt. Und schon war klar, wozu der Prozess gehört.

Ordner mit Software Reporter Tool

Der Ordner mit dem Software Reporter Tool gehört zum Google Chrome, den ich als portable Version auf meinem System laufen habe. Also habe ich im Windows Task-Manager die Prozessstruktur einer Instanz des software_reporter_tool.exe per Kontextmenü beenden lassen. Darauf hin verschwanden alle drei Prozesseinträge aus dem Task-Manager und die Auslastung der CPU sank auf 11 %.

Das Software-Reporter-Tool ist ein Google Chrome-Programm, das das Gerät scannt. Der Scan wird in der Regel einmal wöchentlich gestartet und dauert ca. 20 Minuten. Diese ausführbare Datei ist dazu da, um Programme zu finden, die möglicherweise nicht richtig mit Chrome zusammenarbeiten, und sie anschließend zu entfernen. Darüber hinaus meldet die Anwendung diese Scans an Chrome. Dadurch kann der Browser den Benutzer auffordern, die unerwünschten Anwendungen über das Chrome Cleanup-Tool zu entfernen.

Mit diesem Wissen ist der Leistungsabfall erklärbar. Das Netbook ist oft wochenlang ausgeschaltet. Und ich bin wohl nicht der Einzige, dem die CPU-Auslastung aufgefallen ist (siehe auch hier). Aber die obige Anleitung kann von jedem Nutzer, der von Leistungsabfällen geplagt ist, benutzt werden, um nachzusehen, wo die CPU-Leistung abgerufen wird.

Ich habe im Ordner die Datei software_reporter_tool.exe jetzt mal umbenannt, um den Aufruf zu verhindern. Man kann die Datei vermutlich auch löschen, sollte aber beachten, dass das Teil bei jedem Chrome-Update wieder zurück kommt.

Ähnliche Artikel:
Kritische Sicherheitsupdates für Windows 7/8.1/Server (3./4.1.2018)
Windows 7: Update KB4056894 macht Probleme (0x000000C4)
Windows10: Update KB4056892 killt AMD-Systeme (Error 0x800f0845)
Windows 7: Sicherheitsupdate KB4056894 verfügbar
Weitere Updates (Internet Explorer, GDI, Server) 3.1.2018


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19 Kommentare zu Windows: Software-Reporter-Tool erzeugt hohe Last

  1. Ralf Lindemann sagt:

    Bzgl. „ … Der Ordner mit dem Software Reporter Tool gehört zum Google Chrome, den ich als portable Version auf meinem System laufen habe. … Diese ausführbare Datei ist dazu da, um Programme zu finden, die möglicherweise nicht richtig mit Chrome zusammenarbeiten, und sie anschließend zu entfernen. … “

    Für eine portable Anwendungen ist das ein unerwartetes und eigentlich unerwünschtes Verhalten. Normalerweise setzt man portable Anwendungen ein, damit sie sich nicht im lokalen System einnisten und dort ggf. Veränderungen vornehmen. So gesehen bricht Google Chrome Portable mit dem Software-Reporter-Tool den Verhaltenskodex. Schaut man sich die Chrome-Seite bei PortableApps an, gibt es noch weitere Besonderheiten, die Google Chrome Portable von einer „echten“ portablen Anwendung unterscheidet. Ich erinnere mich auch, Google Chrome Portable vor längerer Zeit ausprobiert und mich dann gegen den Browser entschieden zu haben, weil mir unter anderem diese Besonderheiten nicht gefallen haben.

    • ralf sagt:

      Ralf Lindemann: “Für eine portable Anwendungen ist das ein unerwartetes und eigentlich unerwünschtes Verhalten.”

      unerwuenscht schon, aber rechtlich wohl kaum zu vermeiden. portableapps.com wird da wenig gestaltungsspielraum haben: das verteilen von chrome – eingetragenes warenzeichen! – mit veraenderten programmbestandteilen wuerde juristisch unheil heraufbeschwoeren. ich sehe das problem hier bei google chrome, nicht google chrome portable.

      Ralf Lindemann: “Schaut man sich die Chrome-Seite bei PortableApps an, gibt es noch weitere Besonderheiten, die Google Chrome Portable von einer „echten“ portablen Anwendung unterscheidet.”

      ja, dass das programm trotzdem angeboten wird, liegt an seiner ueberragenden beliebtheit. man darf nicht vergessen: firefox portable ist der ursprung von portableapps.com, alles andere hat sich spaeter daraus ergeben.

  2. Martin Feuerstein sagt:

    Ein Trick, um die Neuerstellung der Datei zu verhindern (ging dabei eigentlich um das Verhindern der Wiedereinrichtung des Tasks für den automatischen Neustart nach Updates bei Windows 10):
    Datei löschen, einen Ordner mit dem gleichen Namen (inkl. Erweiterung) anlegen, schon kann das System keine Datei mit dem Namen mehr schreiben oder eine Datei aktualisieren – es müsste schon den Ordner vorher löschen (vgl. Kommandozeile: del löscht keine Verzeichnisse ;-)).

    • ralf sagt:

      wird bei portableapps.com-programmen nicht funktionieren: konzept bei portableapps.com-anwendungen ist die strikte trennung von userdaten und programmen in eigenen verzeichnisstrukturen. bei einem update bleibt das datenverzeichnis des users komplett erhalten wohingegen das programmverzeichnis (meist) komplett geloescht und anschliessend neu befuellt wird (ausnahme: plugin-verzeichnisse).

  3. Michael Bormann sagt:

    einen 2012R2 Terminalserver
    bringt der Mist zum Absturz!

  4. anthropos sagt:

    Auch wenn mir so etwas nicht gefällt und ich lieber portable Anwendungen verwende, um so etwas zu vermeiden:

    Immer schön Dateien löschen und umbenennen und dann überrascht sein von Programmen, die sich nicht vertragen mit Chrome. Die Fummelei kommt ja meist von allen Seiten, da wundert nicht, dass der PC voller Planen steckt.

    • Steter Tropfen sagt:

      Was für Programme sollen das eigentlich sein, die sich nicht mit einem Allerweltsbrowser vertragen?
      Hallo, ich erwarte, dass sich Programme auf meinem Rechner gesittet benehmen und nicht gegeneinander keilen. Gegebenenfalls kann ja eine Warnmeldung erscheinen „Auf Ihrem Rechner wurde xyz gefunden. Es gibt bekannte Probleme mit diesem Programm und unserem…“
      Keinesfalls darf aber eine Software hinter meinem Rücken andere Programme einfach verschwinden lassen. Da überschreitet Google mal wieder seine Kompetenzen. – Ich weiß schon, warum ich Chrome nicht verwende.

      Ein weiterer Gedanke: Auf diese Methode kann Google ja auch gleich (im Auftrag Dritter) scannen, welche Programme man verwendet, ob diese auch ordentlich lizensiert sind und ob nicht mal wieder der Kauf einer neuen Version fällig wäre. Die Deinstallation wird einem dann gleich abgenommen und bei den Werbeeinblendungen im Browser prompt ein entsprechendes Angebot für neue Software platziert…
      Ich glaub’, es spukt!

      • anthropos sagt:

        Das tut es auch nicht.
        Wie wäre, sich zu informieren?

        • Steter Tropfen sagt:

          Oben steht doch: »Das Software-Reporter-Tool ist ein Google Chrome-Programm, das das Gerät scannt. Der Scan wird in der Regel einmal wöchentlich gestartet und dauert ca. 20 Minuten. Diese ausführbare Datei ist dazu da, um Programme zu finden, die möglicherweise nicht richtig mit Chrome zusammenarbeiten, und sie anschließend zu entfernen.«
          Oder wer ist mit »sie« gemeint, die entfernt wird/werden? Die ausführbare Datei sicher nicht, und Chrome ist auch nicht weiblich, soweit ich weiß.

        • Wayne Bortner sagt:

          Um sich zu informieren, liest man Bspw. diesen Blog

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  6. anthropos sagt:

    Oh, hier habe ich die englische Version von dem Beschreibung gefunden.

    https://windowsreport.com/turn-off-chrome-software-reporter/

    Und hier gibt es auch was dazu:
    https://productforums.google.com/forum/#!topic/chrome/bFhfVkR-ENo

    https://superuser.com/questions/957332/what-is-the-software-reporter-tool-downloaded-by-google-chrome

    https://productforums.google.com/forum/#!topic/chrome/XCOGDETHNZs

    Also sollte es die Beigabe-Version von dem hier sein:
    https://lifehacker.com/googles-software-removal-tool-removes-crapware-resets-1642882825

    Also von dem hier:
    https://www.google.com/chrome/cleanup-tool/

    Das Programm soll sich kümmern um Toolbars und andere Helfer, die sich bei Chrome installieren können oder konnten, und das Programm scheint auch nicht heimlich und heimtückisch alles zu entfernen, was es nicht mag, es scheint den Nutzer anzuweisen, mal das vollwertige Programm von Google zu nutzen, um die Problembären zu entfernen.
    Aber halt! Lieber die Verschwörungstheorien ausgraben und den Geheimdienst dahinter sehen oder Google unterstellen, die PCs übernehmen zu wollen.

    • Günter Born sagt:

      Danke für die Ergänzung.

      • anthropos sagt:

        Es ist aber ein Trauerspiel, wie sehr man suchen muss, um an Informationen zu kommen.

        Zudem ändert all das nichts an dem Szenario, was Sie hier beschrieben haben: ein Gerät soll bloß mal genutzt werden und dies Programm verursacht eine stark erhöhte Auslastung des Systems, wo man es gerade nicht gebrauchen kann. Das bleibt aufdringlich und störend, egal wie gut gemeint.

  7. AlexJ sagt:

    In der Anleitung bei Google steht nur dass man wenn man Probleme hat dieses Software Reporter Tool von Hand starten kann um nach Malware oder unerwünschter Software zu suchen. mit keinem Wort wird dort erwähnt, dass diese Software auch automatisch im Hintergrund scant und die daten dann an Google übermittelt. Ein Schelm Wer böses dabei denkt.

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  9. Beat sagt:

    Das unerwünschte Tool kann mit AppLocker (Application Control Policies) blockiert werden. Eine Path Rule für C:\Users\*\APPDATA\LOCAL\GOOGLE\CHROME\USER DATA\* (deny) erfüllt diesen Zweck. Damit schiebt man auch gleich vorsorglich den Riegel, falls uns Google mit mehr heimlicher Software “beglücken” will.

    • Günter Born sagt:

      Und wie viele Nutzer haben AppLocker zur Verfügung? In Enterprise-Umgebungen können die Admins auch vorgeben, ob das Chrome-Zeugs verwendet wird.

      • Martin Uebersax sagt:

        Hallo Günter

        “In Enterprise-Umgebungen können die Admins auch vorgeben, ob das Chrome-Zeugs verwendet wird.” gibt es eine GPO die das unerwünschte Tool ausschaltet?

        Wir haben keine gefunden.

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