Facebook: Zuck, man sägt an deinem Stuhl …

Sind die Tage von Mark Zuckerberg als Vorstand von Facebook gezählt? Die Antwort lautet Ja, wenn es nach einigen Großaktionären von Facebook geht. Die sind es leid, zuzusehen, wie Zuckerberg Facebook von einem Skandal in den nächsten reitet. Und die neuesten Skandale sind gerade erst seit einigen Stunden ‘um die Ecke gebogen’.


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Es riecht überall bei Facebook nach Ärger

An schlechten Nachrichten im Umfeld von Facebook gibt es ja keinen Mangel, und man wartet quasi stündlich auf den nächsten Klopper. Beim letzten Facebook-Hack wurden zwar nur Daten von 30 Millionen Facebook-Nutzern abgezogen. Aber nach diesem Bericht waren 3 Millionen Daten von Europäern darunter. Und da droht eine heftige Buße wegen möglicher DSGVO-Verstöße. Das Wall Street Journal schreibt heute hier (Paywall), dass der Hack wohl das Werk von Spammern war, die sich ein Geschäft davon versprachen.

Neue Skandale …

Momentan gibt es in Facebook Werbe-Popups von anonymen Urhebern im 10. Kongressdistrikt von Virginia. Die Anzeigen auf einer Facebook-Seite namens “Wacky Wexton Not” wurden von einer Kritikerin an Jennifer Wexton gekauft. Wexton ist einer Kandidatin der Demokraten, die bei den US-Midterm-Wahlen gehen Barbara Comstock, eine Republikanerin, antritt. Das riech nach Ärger.

Aktuell gibt es diese Story, die ich hier im Blog nicht adressiert hatte. Dort geht es darum, dass Facebook die von seinem Portal-In-Home-Videogerät gesammelten Daten verwenden könnte, um Nutzer mit Anzeigen zu zu spammen (das war wohl mal abgestritten worden).

Ein weiterer Skandal dreht sich um das Thema Videos bei Facebook. Facebook hat wohl seine Zahlen für Videoanzeigen ‘geschönt’, worauf Publisher ihre Texter feuerten, um Leute zum Drehen von (Werbe-)Videos anzuheuern. Jetzt stellt sich das als Schall und Rauch heraus, denn die Videos scheinen nutzlos für die Werbenden. Der Beitrag hier befasst sich mit diesen Details.

Aktionäre haben von Zuck die Nase voll

Überall hat Facebook-Gründer und CEO, Mark Zuckerberg, die Finger im Spiel bzw. ist in der Verantwortung. In manchen Angelegenheiten hat er sich wohl auch ethisch fragwürdig positioniert. Neowin.net schreibt hier, dass gestern morgen die Staatsschatzmeister aus den US-Bundesstaaten Illinois, Pennsylvania und Rhode Island zusammen mit einem Wirtschaftsprüfer aus New York einen Vorschlag unterzeichneten, der bereits im Juni von Trillium Asset Management veröffentlicht wurde. Die im Vorschlag festgelegte Agenda zielt darauf ab, die Hunderte von Milliarden Dollar in Pensionsfonds und staatliche Investitionen, die diese Parteien kontrollieren, zu nutzen, um andere große Facebook-Aktionäre dazu zu bringen, Facebook zu zwingen, Zuckerberg durch einen unabhängigen Vorsitzenden zu ersetzen. Im Papier beruft man sich auf einen Teil der jüngsten Skandale:

  • Russlands “Einmischung in die US-Wahlen” auf Facebook
  • Die “Weitergabe personenbezogener Daten von 87 Millionen Nutzern”, die später den Weg nach Cambridge Analytica fanden.
  • “Datenaustausch mit Geräteherstellern, einschließlich Huawei”, den der US-Geheimdienst (mit wenig öffentlichen Beweisen) als Bedrohung für die nationale Sicherheit identifiziert hat.
  • Die Verbreitung von “gefälschten Nachrichten” auf Facebook.
  • Die Verbreitung von Beiträgen auf Facebook über Fake-Accounts, die zur Gewalt in Myanmar, Indien und Südsudan geführt haben.
  • “Depressionen und andere psychische Erkrankungen, einschließlich Stress und Sucht”, die sich aus der Nutzung von Facebook ergeben können.
  • “Werbetreibenden erlauben, schwarze, hispanische und andere ethnische Zugehörigkeiten vom Anzeigengeschäft auszuschließen”.

Im Vorschlag wird darauf hingewiesen, dass 59% der S&P-Unternehmen ab April 2018 getrennte, individuelle Rollen für CEO und Chairman haben, um eine bessere und unabhängigere Aufsicht über die Geschäftstätigkeit des Unternehmens zu erreichen. Daher heißt es im Vorschlag, dass diese Trennung im Fall von Facebook besonders notwendig sei. Allerdings steht dem das Aktienrecht entgegen, Zuckerberg hat mit seinem Aktienanteil wohl 60% des Stimmrechts aller Aktionäre. Aber es gärt inzwischen an zu vielen Ecken bei Facebook bzw. in dessen Umfeld.

Neuer Sargnagel für Facebook?

Ironie am Rande: Dieser Vorschlag hat den jüngsten Skandal von Facebook nur um wenige Stunden verpasst. Ich hatte es oben erwähnt: Facebook soll angeblich absichtlich seine Videometriken aufgeblasen haben, um Werbetreibende und Medienunternehmen dazu zu bringen, stark in Teams zur Produktion von Videos zu investieren. Facebook leugnet da aber jegliches Fehlverhalten seinerseits. Es wird noch spannend, was da heraus kommt – ich denke, auf lange Sicht wird der Hase mit dem Schriftzug ‘Facebook’ wohl erlegt werden und ‘das Fell über die Ohren gezogen bekommen’. Oder wie seht ihr das so?


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6 Antworten zu Facebook: Zuck, man sägt an deinem Stuhl …

  1. Herr IngoW sagt:

    Wird wohl Zeit das dieser ….. eh wie soll man es ausdrücken, endlich verschwindet.

  2. Rolling Stone sagt:

    Verglichen mit Elon Musk wirkt Zuckerberg wie ein ausbund an Seriosität. Seine gespielte unbedarftheit und Naivität bei den Kongress-Anhörungen waren eine schauspielerische Meisterleistung. Wer soll an seiner Stelle mehr wirtschaftlichen Erfolg für das Unternehmen erzielen? Nein, er wird noch eine Weile weitermachen dürfen.

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  4. Mich@ sagt:

    “Depressionen und andere psychische Erkrankungen, einschließlich Stress und Sucht”, die sich aus der Nutzung von Facebook ergeben können. <<– lang lebe Amerika!

  5. Charles sagt:

    Es gab auch mal Eine Welt ohne Facebook und die funktionierte sehr gut
    Bis heute ist es mir problemlos gelungen,mein Leben zu gestalten,ohne Facebook.
    Von mir aus gesehen,kann das ganze Ding ganzz verschwinden.
    Charles

  6. nook sagt:

    Was bringt denn ein Stuhl im Dschungel der Großaktionäre und Profitgeier?

    “Es war ein mal” … nur kurz überlegt:

    Ein Industrieller namens Philip Rosenthal † – “Das Streben nach sozialer Gerechtigkeit im Zusammenwirken von Unternehmen und Mitarbeitern war ein dominierendes Thema in seinem Leben. ”

    Umzugsunternehmer Klaus E. Zapf †, Fa. im Besitz der Belegschaft, ” Antikapitalist, Millionär, Ruheständler und leidenschaftlicher AG Kläger: „Ich verklage immer dann Firmen, wenn die ihre Aktionäre verarschen.“

    Solche Kaliber an Persönlichkeiten gibt es nicht mehr. Und seit sich andere Kaliber “nicht mehr erinnern konnten” (Helmut Kohl), war es komplett vorbei mit Moral, Anstand und menschlichen Werten.

    Schönen Gruß an den neuen Google – Twitter – Facebook … Feudalismus!!

  7. Mathias sagt:

    Nach Gesprächen mit zahlreichen Leuten aus unterschiedlichen Bereichen weiß ich: Fakebook ist bereits mausetot, keiner unter 35 nutzt das mehr, unter 30 meldet sich auch keiner mehr an. Es sind im Augenblick nur noch die 40-55 jährigen, die alle Warnungen in den Wind schlagen. Allerdings ist genau diese Gruppe weltweit recht groß und für die Werberoboter sehr interessant.

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