Windows 10 2004/20H2: Thunderbolt NVMe SSD erzeugt BlueScreens

[English]Neben dem lsass.exe-Absturzproblem (siehe Windows 10 2004/20H2 lsass.exe-Absturzproblem (Okt. 2020) bestätigt) hat Microsoft noch ein weiteres Problem bei Windows 10 bestätigt. Nach einem Upgrade auf Windows 10 Version 2004 oder Version 20H2 kann das Anschließen einer Thunderbolt NVMe SSD einen BlueScreen auslösen.


Anzeige

NVMe, was ist das?

Das e im Kürzel NVMe steht für Express. NVM Express (kurz NVMe) ist eine erstmals im Jahr 2011 veröffentlichte Software-Schnittstelle (also ein Protokoll), um SSD, also nichtflüchtige Massenspeicher (engl. nonvolatile memory, kurz NVM), über PCI Express zu verbinden, ohne dass dafür herstellerspezifische Treiber nötig wären. Sie soll besonders bei parallelen Zugriffen, wie sie bei Multithreading häufig vorkommen, die Geschwindigkeit erhöhen, indem die Latenz und der Overhead durch die Befehle verringert werden. Thunderbolt NVMe ist eine Möglichkeit, eine externe NVMe SSD über einen Thunderbolt-Anschluss an ein System anzuschließen.

Thunderbolt NVMe SSD erzeugt BlueScreens

Zum 6. November 2020 hat Microsoft im Support-Beitrag After updating to Windows 10, version 20H2 or Windows 10, version 2004, you might receive a stop error when plugging in a Thunderbolt NVMe SSD ein Problem mit per Thunderbolt angeschlossen NVMe SSDs eingeräumt. Intel und Microsoft haben Kompatibilitätsprobleme festgestellt, wenn Windows 10 Version 2004 oder Windows 10 Version 20H2 mit einer Thunderbolt NVMe Solid State Disk (SSD) verwendet wird.

Wird eine solche NVMe SSDs per Thunderbolt an ein Windows 10-System angeschlossen, welches auf  Windows 10 Version 2004 oder Windows 10 Version 20H2 aktualisiert wurde, kann dies einen BlueScreen auslösen. Auf betroffenen Geräten wird der Stoppfehler „DRIVER_VERIFIER_DMA_VIOLATION (e6) Ein illegaler DMA-Vorgang wurde von einem zu verifizierenden Treiber versucht“ angezeigt. Durch den BlueScreen (BSOD) muss die Maschine neu gestartet werden bzw. startet selbst neu.

Upgrade-Sperre für Windows 10 2004/20H2 gesetzt

Um Benutzer vor Problemen beim Upgrade zu schützen, hat Microsoft eine Kompatibilitätssperre (Upgrade-Blocker) für Windows 10-Geräte mit betroffenen Treibern oder Firmware aus Windows 10 Version 2004 oder Windows 10 Version 20H2 eingeführt. Versucht  ein Nutzer sein System auf Windows 10 Version 2004 oder Windows 10 Version 20H2 zu aktualisieren, kann die folgende Meldung angezeigt werden:

Ihr PC verfügt über Hardware, die für diese Version von Windows 10 nicht bereit ist. Windows Update bietet Ihnen automatisch diese Version von Windows 10 an, sobald das Problem behoben ist.

Upgrade-Sperre Windows 10 2004/20H2
Upgrade-Sperre Windows 10 2004/20H2, Quelle: Microsoft.com

Obiger Screnshot zeigt die englischsprachige Variante der Fehlermeldung des Upgrade-Assistenten. Microsoft und Intel arbeiten an einer Lösung für diesen Fehler und planen zu einem der kommenden Patchdays ein Update zur Verfügung zu stellen. Zudem rät Microsoft davon ab, ein Upgrade manuell über die Schaltfläche Jetzt aktualisieren oder über das Medienerstellungs-Tool zu versuchen, solange die Upgrade-Blockade durch Microsoft besteht.

Ergänzung: Das Problem wurde Ende November 2020 per Update behoben, siehe Windows 10 2004/20H2: Thunderbolt NVMe-BSOD-Bug gefixt.

Ähnliche Artikel:
Windows 10 2004/20H2 lsass.exe-Absturzproblem (Okt. 2020) bestätigt
Sicherheitslücke in Intels NVMe- und RSTe-Treiberpaket
Windows 10 V1803: Update KB4100403 mit SSD-Fix
Windows 10 Insider Preview Build 20226 verfügbar


Anzeige


Cookies blockieren entzieht uns die Finanzierung: Cookie-Einstellungen

Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Windows 10 abgelegt und mit Problem, Windows 10 verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Windows 10 2004/20H2: Thunderbolt NVMe SSD erzeugt BlueScreens

  1. 1ST1 sagt:

    Ob das mit dem allgemeinen Problem von Thunderbold und DMA zusammen hängt? Es gibt da in den Gruppenrichtlinien extra einen Eintrag, um Thunderbold DMA auszuschalten, während kein Benutzer aktiv (lokal) angemeldet ist, damit man nicht über Thunderbold per DMA den Arbeitsspeicher des PCs auslesen kann.

    https://docs.microsoft.com/de-de/windows/security/information-protection/kernel-dma-protection-for-thunderbolt

  2. CL sagt:

    Bei uns sind alle Lenovo Modelle der letzten Jahre von diesen Safeguard hold betroffen. T470,T480,T490…

    Da kommt echt Freude auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.