Datenschutzbeauftragter verkündet Aus für Teams an Hessens Schulen

[English]Die Verwendung von Microsoft Teams an hessischen Schulen läuft aus Datenschutzgründen aus. Das hat der hessische Datenschutzbeauftragte gerade verkündet. Es stehen datenschutzkonforme Ersatzlösungen für den Einsatz für Videokonferenzen in Schulen zur Verfügung. Die Genehmigung zur Verwendung von Teams läuft also aus.


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Ich bin durch verschiedene Berichte in den Medien auf das Thema aufmerksam geworden – Golem hat es in nachfolgendem Tweet thematisiert. Auch wenn es der 1. April 2021 war, das ist wohl kein April-Scherz.

Aus für Teams an Hessens Schulen

Die Mitteilung des hessischen Datenschutzbeauftragten Rossnagel stammt vom 31. März 2021 und trägt den Titel Duldung des HBDI für die Nutzung insbesondere US-amerikanischer Anwendungen läuft aus. Dazu schreibt Rossnagel, dass die Nutzung von Videokonferenzsystemen durch Schulen ist seit dem ersten Lock-Down im April 2020 ein Dauerbrenner sei. Es geht in der Diskussion, so Rossnagel, nicht nur um die Funktionalität der Anwendungen, sondern auch um deren Datenschutzkonformität.

Als hessischer Datenschutzbeauftragter (HBDI) habe er seinerzeit schnell reagiert und eine temporäre Duldung fast aller Videokonferenzsysteme ausgesprochen. Dann wird Rossnagel aber deutlich: Diese Duldung läuft am 31. Juli 2021 aus. Der Hintergrund dieser klaren Ansage ist wohl, dass den HBDI in den vergangenen Wochen immer wieder Meldungen erreicht haben, wonach Schulen, u.a. auch befördert durch einzelne Medienzentren, zu dem Ergebnis kommen, auch künftig auf die Nutzung US-amerikanischer Videokonferenzsysteme (VKS) vertrauen zu können.

Insbesondere die Anwendung von Microsoft Teams steht laut Rossnagel in diesem Zusammenhang im Focus. Dies insbesondere deshalb, weil Teams ein Bestandteil der Microsoft 365 Anwendung ist, die mittlerweile in vielen Schulen genutzt wird und die bislang nur auf der Grundlage einer Duldung durch den HBDI legitimiert ist.

Klare Kante gegen Teams

Der hessischer Datenschutzbeauftragter (HBDI) stellt bezüglich des angerissen Themas – auch in Bezug auf Microsoft Teams – in seiner Mitteilung folgendes fest:

Die im April 2020 wegen der in Deutschland aufgetretenen Pandemie ausgesprochene Duldung fast aller gängigen VKS, die auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit d) und e) Datenschutz-Grundverordnung ausgesprochen und im August 2020 einmalig verlängert wurde, gilt nur noch bis zum 31. Juli 2021. Der Grund für den verlängerten Zeitraum bis Ende Juli dieses Jahres lag in dem gescheiteren Bemühen des Hessischen Kultusministeriums (HKM), den hessischen Schulen bis zum Beginn des aktuellen Schuljahres ein landeseinheitliches, datenschutzkonformes VKS zur Verfügung zu stellen. Die Komplexität des (europaweiten) Ausschreibungsverfahrens sowie die Klärung grundsätzlicher Fragestellungen zum Datenschutz erforderten im Sinne einer datenschutzgerechten und nachhaltigen Lösung eine Verlängerung der Duldung.

Eine weitere Verlängerung dieser Duldung ist, so der Datenschutzbeauftragte, ausgeschlossen und stehe auch nicht auf der Tagesordnung. Das gelte sowohl für den Datenschutzbeauftragten (HBDI) als auch für das hessische Kultusministerium (HKM). Rossnagel schreibt, dass vielmehr davon auszugehen sei, dass bis zum Beginn des neuen Schuljahres eine Anwendung zur Verfügung steht, die sowohl den technischen als auch den datenschutzrechtlichen Anforderungen entspricht.

Damit sei der weitere oder fortgesetzte Einsatz u.a. von Microsoft Teams weder erforderlich noch datenschutzrechtlich zulässig. Der HBDI geht davon aus, dass das HKM die Schulen zu gegebener Zeit über die Modalitäten betreffend die Nutzung des landeseinheitlichen VKS informiert. Damit wird also der Stecker für Microsoft Teams (und auch andere US Videodienste) in diesem Bereich gezogen.


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41 Antworten zu Datenschutzbeauftragter verkündet Aus für Teams an Hessens Schulen

  1. micha45 sagt:

    Wenn man der Diskussion bei Dr.Windows, in der ja auch über die möglichen Alternativen spekuliert wird, folgt, dann verheißt das nichts Gutes.

    Ich kann das aber nicht seriös beurteilen, weil ich von den angeblichen Alternativen noch nie gehört oder gelesen habe.

    Bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht erneut einer diesen politisch motivierten Schnellschüsse sein wird, bei denen wieder sinnlos Steuergelder verbrannt und durch den Schornstein gejagt werden.

    Man darf ja nicht vergessen: Es stehen Bundestagswahlen an und man befindet sich deshalb im Wahlkampfmodus.

    • Zocker sagt:

      Mit Dr. Windows hast du natürlich gleich die seriöseste Quelle für solche Meinungen gefunden…

      • Günter Born sagt:

        Bitte fair bleiben – er hat eine Diskussion im Forum bei Dr. Windows referenziert – ist für mich etwas anderes als Beitrag von Martin Geuß als Quelle. Zu Diskussionsforen und Aussagen daraus bildet sich jeder eine eigene Meinung. Bitte also nicht mit Seriösität argumentieren – das Thema ist schon meinungsgebunden – sieht man an den Diskussionen hier.

        Ziel meiner Beiträge (die manchmal bewusst konträr sind – dieser hier ist es nicht) ist es, die Diskussion und das Nachdenken zu fördern. Dann sind wir schon mal viel weiter als die ganzen Hipster, die wie die Lemminge auf WhatsApp, Clubhouse und was weiß ich hüpfen, ohne eine Sekunde nachzudenken.

        Und ja, ich habe noch einen Facebook und Twitter-Account (Instagram werde ich wohl killen), weil ich es beruflich nutze und brauche – mir aber schon sehr überlege, was ich da postet. Und hier im Blog mache ich Klimmzüge, damit kein Link auf Facebook oder Twitter die Besucher verrät (so werden keine Facebook-Zitate verlinkt, es gibt keine Social Media Buttons) und Twitter-Zitate sind Grafiken, die auf einem eigenen Server liegen und dann auf Twitter verlinkt sind.

  2. micha45 sagt:

    Ergänzend zu dem Thema möchte ich dazu den Kommentar eines Users bei computerbase aufgreifen, der folgendes dazu geäußert hat:

    Zitat:
    „Nur merkwürdig, dass Unternehmen es hinbekommen mit MS Zusatzverträge abzuschließen und M365 inkl. Teams dann ohne Datenschutzprobleme zu nutzen. Verschlüsselung aller Daten etc.
    Möglich scheint das demnach ja zu sein.

    Und ja, das wurde von Rechtsexperten ausführlich behandelt.

    Zudem wird in der Schule im Gegensatz zu Unternehmen ja auch Material ausgetauscht, dass die höchste Schutzklasse genießen muss. Wäre ja tragisch, wenn jemand die Lösung für die Matheaufgabe 3 erfährt. ;)
    Man kann es auch übertreiben.“
    Zitat Ende

    Ich lasse das jetzt mal unkommentiert so stehen. Diejenigen, die sich in den Unternehmen dafür verantwortlich zeigen, werden wissen, ob man den Ausführungen folgen kann oder nicht.

    • Tom sagt:

      Wir wechseln bei uns in der Firma gerade von Microsoft zu Google. Da war Office 365 und der Google Workspace mit Gmail etc. in der engeren Auswahl.

      Ich bin jetzt kein Datenschutz Profi. Ich war da mit anderen Themen beteiligt. Aber da wurde natürlich auch das Datenschutz Thema beleuchtet. Ich kann nur sagen, dass beide Produkte alle Datenschutz relevanten Zertifizierungen der europäischen und deutschen Stellen haben.

      Aber zum Beispiel verhalten sich die Google Produkte in einem Enterprise in Sachen Datenschutz anders als im privaten Umfeld. Keine Ahnung, was die Verträge im Education Umfeld da hergeben. Aber wenn die Schule natürlich hingeht und einfach „Home“ Produkte und Lizenzen einsetzt, dann passt das natürlich nicht.

    • Günter Born sagt:

      Nur eine ganz kleine Anmerkung, weil da erneut „Zudem wird in der Schule im Gegensatz zu Unternehmen ja auch Material ausgetauscht, dass die höchste Schutzklasse genießen muss. Wäre ja tragisch, wenn jemand die Lösung für die Matheaufgabe 3 erfährt. ;) Man kann es auch übertreiben.“ auftaucht. Ist jetzt nicht gegen dich bzw. den Kommentar gerichtet – sondern soll zum Nachdenken anregen.

      Ich persönlich findet die Haltung extrem bedenklich (ähnlich wie „der Datenschutz ist schuld, weil wir es mit Corona nicht gebacken kriegen“). Klar, die Matheaufgaben der 3. Klasse haben keine Schutzstufe. Aber mit welchem Recht machen sich Erwachsene anheischig, für ein Kind oder einen Jugendlichen zu beurteilen, was für diese Person in 20 oder 30 Jahren in Sachen Datenspuren gilt? Gut, diese Klientel hat auch keine Probleme WhatsApp zu nutzen oder Fotos ihrer Kinder auf Facebook oder in soziale Netzwerke hochzuladen – die Verblödung ist halt raumgreifend.

      Aber nur mal so: Ich hatte hier irgendwo im Blog in einem Artikel den Fall eines Schülers, der sich vehement dagegen einsetzte, von seiner Schule auf Office 365 und deren US-konforme Videokonferenzrichtlinie gezwungen zu werden. Der Schüler hatte Digital-Courage – denn es ging um Grundrechte. Ich empfehle einfach folgende Artikel zur Lektüre:

      „Man schickt überforderte Schulen in einen Papierkrieg mit besorgten Eltern“
      Baden-Württemberg entscheidet sich für Microsoft 365 (digitalcourage)
      Grobe Verletzungen datenschutzrechtlicher Vorschriften netzpolitik.org

      Weiß wer heute, wie eine Verabredung zu einer Demo im Sommer 2020 – ggf. über Teams – dem dann Erwachsenen in 20 Jahren um die Ohren fliegt, weil jemand auf diese Informationen gestoßen ist. BigData zerrt Sachen ans Tageslicht, von denen man heute träumen kann.

      Und aus persönlichem Erleben einige Informationssplitter. Kürzlich ist mir ein Artikel zum Brand des OVH-Rechenzentrums auf Twitter um die Ohren geflogen. Warum? Ich hatte ein unverfängliches Zitat einer Person im Artikel (sinngemäß „jetzt wurden all die schönen Daten in der Cloud durch den Brand vernichtet – puff, einfach so weg“) aus einer Facebook-Sicherheitsgruppe verwendet. Was ich nicht wusste, diese Person hatte wohl Verbindungen zu Pegida (mein Kurzcheck im Profil für alle Facebook-Postings aus 2021 ergab nichts anrüchiges in diesem Kontext). Einige Gutmenschen steigerten sich in einen wahnsinnigen Furor, alleine wegen eines Namens, wohlgemerkt in einem Artikel von über 600 Wörtern. Ich habe dann schlicht das Zitat dieser Person samt Namen aus dem Artikel entfernt – damit war der Fall für mich erledigt – die Gutmenschen, die drohten, den Blog hier nie wieder in ihren Magazinen zu erwähnten, waren ob der Argumentation für mich eh gestorben bzw. einfach nicht relevant.

      Die Episode zeigt mir aber, wie schräg die Gesellschaft schon tickt. Von daher finde ich es blauäugig bis unerträglich, wenn die großen Verharmloser vom Stammtisch uns die DSGVO erklären und nonchalant mal die Grundrechte unserer Kinder mit dümmlichen Argumenten beiseite wischen. Wenn es eine transparente Diskussion mit Entscheidungen „geht aktuell nicht anders, aber wir machen Schrit 1, 2, 3, um da weg zu kommen“ gäbe, sähe die Sache anders aus.

      So ab 2001 habe ich mich über ein Jahrzehnt im Vorstand eines Umweltschutzvereins und als Pressesprecher betätigt. Ging um Fluglärm und Ausbau Flughafen Frankfurt. Wir haben einige Versammlungen zur Information der Bevölkerung organisiert. Plötzlich wunderten sich einige Leute, wieso plötzlich zeitweise Autos mit Personen vor ihren Häusern standen und diese observierten. Und dann gab es einen Tipp aus einer bestimmten Quelle „passt auf, wass ihr auf dieser oder jener Veranstaltung sagt und wie ihr das sagt, es sind Kollegen aus meiner Schlapphut-Organisation vor Ort“. Da hat man also vom Verfassungsschutz sehr schnell mal genauer hingeschaut …

      Später habe ich Fluglärm-Studien erstellen und auswerten lassen und diese sogar vor der Fluglärmkommission in Frankfurt vorstellen dürfen. Heute sehen wir, wie all die Traumgebilde von Hundertausenden Arbeitsplätzen wegen Corona geplatzt sind und viele Milliarden Steuergelder versenkt und Bannwald gerodet wurde. Treppenwitz der Geschichte: So um 2003/2004 haben wir in Eingaben zu Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren auf die konkrete Gefahr einer weltweiten Pandemie auf Grund des SARS-Virus hingewiesen. Hat niemanden interessiert. Aber das ist nur eine Randnotiz.

      Irgendwan bekam ich im Büro einen Anruf eines Sachbearbeiters der Creditreform (kurz vorher war ein Brief mit meinen Stammdaten, die wohl aus öffentlichen Quellen gesaugt worden und mit Phantasiedaten ergänzt worden waren, eingetroffen). Der wollte meine Umsätze und einige andere Daten von mir wissen. Als ich ablehnte, da irgend etwas zu sagen, weil diese Daten niemanden etwas angingen, versuchte er es mit „aber ohne diese Zahlen und unsere Bonitätsaussagen kommen Sie an keine Aufträge und keine Kredite“. Auch da blieb ich eisern, weil mich das nicht interessierte. Ich forderte ihn auf, die Daten zu löschen. Da flocht er unvermittelt „Sie sind aber eh schon arg gebeutelt, bei dem Fluglärm, den sie an ihrem Wohnort haben“ in das Gespräch ein. Ich war eine Sekunde perplex, dann war mir klar: Auf Grund meiner Tätigkeit als Pressesprecher des gemeinnützigen Umweltvereins wurde mein Name in der Presse von lokalen Publikationen bis zur FAZ breit thematisiert – unter jeder Pressemitteilung stand ja mein Name oder im Text „Pressesprecher Günter Born sagt …“.

      Meine berufliche Tätigkeit hatte mit der ehrenamtlichen Arbeit im Verein nichts zu tun und ich habe mir vorher einige Gedanken gemacht, ob ich was mache (kam zum Schluss „es ist Zeit, sich zu engagieren“). War noch alles „old school“ und meiner öffentlichen Stellung als IT-Autor und als Pressesprecher geschuldet. Das zeigt aber, wie plötzlich Daten vermischt und in Kontext gebracht werden, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben – und bei seriöser Betrachtung auch niemals vermischt werden dürfen. Nicht auszudenken, wenn ich dringend Aufträge oder Kredite benötigt hätte: „Militanter Fluglärmgegner, der unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht und sich nebenher einen Euro mit IT-Büchern verdient, sich da aber verzockt hat, und der will unseren Auftrag/Kredit? Die Laus setzen wir uns doch nicht in den Pelz“. Jetzt möge jeder den Finger heben, der da sagt „also, so etwas wäre mir nie in den Sinn gekommen, wenn ich diesen Datensatz auf dem Tisch gehabt habe“. Und bevor ihr jetzt antwortet – schlagt mal nach dem Begriff „Stasi Unterlagen“ nach oder schaut auf bstu.de nach. Da kann jeder im Nachhinein sehen, wie es vor Jahrzehnten old-school-mäßig lief. Heute haben wir Web 2.0, wo die Informationen automatisch anfallen.

      Und jetzt kommen mir Leute, die in der heutigen Zeit so ganz nonchalant über die Grundrechte ihrer Kinder verfügen und alles, was aktuell nicht zu passen scheint, so einfach mal weg wischen? Never ever, geht gar nicht – imho.

      • micha45 sagt:

        Wie gesagt, es geht um einen gesunden Mittelweg, um Kompromisse. Es geht um eine Krisensituation, die nicht vergleichbar mit normalen Zeiten ist.
        Keiner will ernsthaft einen „gläsernen Bürger“, der sich bis auf die Haut nackig machen soll.
        Genauso nicht zielführend sind extreme Einschränkungen, sodass sich niemand mehr bewegen kann.

        Eine Corona-App ist sicher kein Allheilmittel, sondern soll nur ein (wichtiger) Pfeiler eines Gesamtkonzeptes sein.
        Eine funktionierende App dieser Art kann etwas ganz Wichtiges bewirken:
        Die Infektionsketten zu identifizieren und zu brechen!

        Das funktioniert aber nicht, wenn man bei der Offenlegung der benötigten Daten auf Freiwilligkeit setzt. So wie es bei der aktuellen Corona-App der Fall ist.

        Weil man davon ausgehen muss, dass viele der Infizierten ihren Status, aus unterschiedlichen Gründen, nicht in die App eingeben. Weil sie z.B. Angst haben, sich zu outen etc. pp
        Ganz abgesehen davon, dass viele diese App gar nicht geladen haben und somit eh schon rausfallen aus diesem Teilkonzept.

        Zum Thema Kinder und persönliche Daten:
        Selbstverständlich darf man damit nicht fahrlässig umgehen.
        Da könnte ich jetzt sehr viel dazu ausführen, das würde den Rahmen aber sprengen.
        Im Großen und Ganzen bin ich da ganz bei dir.

        • Gui sagt:

          @micha45:
          Dein Zitat: „Eine Corona-App ist sicher kein Allheilmittel, sondern soll nur ein (wichtiger) Pfeiler eines Gesamtkonzeptes sein.
          Eine funktionierende App dieser Art kann etwas ganz Wichtiges bewirken:
          Die Infektionsketten zu identifizieren und zu brechen!

          Das funktioniert aber nicht, wenn man bei der Offenlegung der benötigten Daten auf Freiwilligkeit setzt. So wie es bei der aktuellen Corona-App der Fall ist.“

          Du begreifst es einfach nicht. Natürlich wäre es gut (und ich bin auch dafür), dass eine sinnvolle funktionierende App automatisch den Infektionsstatus vom Gesundheitsamt/Testcenter erhält und auch weitergibt. So soll und muss es auch sein. Hier gebe ich dir recht, dass Freiwilligkeit bei der Eingabe des Status etc. nicht zielführend ist. Dass sehen wir ja bei der CoronaWarnApp des Bundes.

          Aber dann muss auch dafür gesorgt sein, dass kein Dritter oder Vierter Zugriff auf die Daten hat, wie das nunmal bei Luca hier als dein Beispiel für einen „Pfeiler eines Gesamtkonzeptes“ und „Krisensituation, die nicht vergleichbar mit normalen Zeiten“ ist.

          Die Daten liegen auf EINEM zentralen Server EINES PRIVATEN Unternehmens, das zudem noch ZUGRIFF auf die Daten hat. Diese können durch Hacker abgegriffen werden, das Unternehmen oder der einzelne Mitarbeiter kann sie zu welchem Zweck auch immer verkaufen oder missbräuchlich nutzen… Dies zu vermeiden und zu verhindern: DARUM geht es beim Datenschutz!

          Schöne Ostertage.

          • Bernd Bachmann sagt:

            „Aber dann muss auch dafür gesorgt sein, dass kein Dritter oder Vierter Zugriff auf die Daten hat“

            Und wie möchtest Du das sicherstellen? Frage ist ernstgemeint – mir ist keine Lösung für dieses Problem bekannt.

      • PattyG sagt:

        Entscheidend ist, für mich zumindest, zunächst einmal der Satz:
        „Wenn es eine transparente Diskussion mit Entscheidungen „geht aktuell nicht anders, aber wir machen Schrit 1, 2, 3, um da weg zu kommen“ gäbe, sähe die Sache anders aus.“
        Entscheidungen in einem demokratischen Umfeld sind in vielen Fällen Kompromisse. Eine Vielzahl von Faktoren wie z.B. Lobbyismus, Opportunismus, finanzielle Möglichkeiten bis hin zu unvernünftig radikalen, ja gewalttätigen Methoden, prägen diese Entscheidungen. Oftmals führt das leider zu keiner Entscheidung bzw. zieht eine Lösungsfindung unnötig in die Länge. Manchmal so lange, bis das eigentliche Problem gar nicht mehr das Problem selbst ist, sondern neue Herausforderungen entstehen, die wiederum Lösungen erfordern. Das ist leider die (digitale) Kultur, die wir selbst geschaffen haben und die aufgrund der Komplexität nicht mehr aufzuhalten ist.
        @Günter: In Deinem Post beschreibst Du genau dieses Szenario.
        Wird jedoch vergessen, dass es in diesem Fall um unsere Kinder geht, auf deren Rücken dieser Streit ausgetragen wird?
        Wie lange soll es denn dauern, bis Hessen oder andere Bundesländer eine funktionierende, bundesweite Lernplattform schaffen? Mit all seinen Herausforderungen?
        Stattdessen werden in bester politischer Manier nur Parolen GEGEN etwas im Konjunktiv formuliert (wir müssten, wir sollten, wir könnten), ohne Lösungen zu präsentieren („Schrit 1, 2, 3,“).
        Nein, auch ich möchte auch nicht, dass meinen Kindern später durch irgendwelche „Leichen im Keller“ Nachteile ereilen.
        Es ist zum Verzweifeln …

        • Günter Born sagt:

          Zu „Wie lange soll es denn dauern, bis Hessen oder andere Bundesländer eine funktionierende, bundesweite Lernplattform schaffen? Mit all seinen Herausforderungen?“

          Schule und Kultusministerium sind Ländersache – ist so geregelt. Und Rossnagel hat klar gesagt: 2020 hat er Teams als Notnagel für eine gewisse Zeit toleriert. Anfang nächstes Schuljahr steht eine Ersatzlösung. Das ist eine klar Zielvorgabe – an der kann man sich abarbeiten – und da ist kein Raum für Kompromisse. Wenn es nicht funktioniert, könnte man ein anderes Fass aufmachen und fragen: „Wie lange müssen wir tolerieren“. Meine Sicht.

          • PattyG sagt:

            D´accord, absolut!
            Und das ist mir ja auch alles bekannt.
            Soviel steht fest, es wird eine Ersatzlösung geben müssen.
            Ich bin grundsätzlich Optimist.
            Dennoch regen sich bei mir Zweifel an der zeitnahen Umsetzung.
            Das nächste Schuljahr beginnt bereits nach den Sommerferien 2021.

            „Wenn es nicht funktioniert, könnte man ein anderes Fass aufmachen und fragen: „Wie lange müssen wir tolerieren“.“
            Und es wäre dann traurig, wenn es wieder viel Zeit kostet, festzustellen, warum es nicht funktioniert.

            Ich drücke uns allen die Daumen.

      • Zocker sagt:

        Sie zeigen wieder einmal die langfristigen Gefahren, an die gewisse ältere Semester gar nicht erst denken (wollen), weil sie wohl davon ausgehen, dass es sie nicht mehr betreffen wird. Eigentlich wäre dieser Kommentar ein eigener Artikel wert.
        Und dafür schätze ich diesen Blog sehr.

        Dieser „Mittelweg“ besteht aus einem langfristigen Zugeständnis, da hiermit gleichzeitig die Büchse der Pandora geöffnet werden soll.
        Vielleicht wird es auch so sein, dass jeder, der heute die Corona App nicht nachweislich nutzt, in 20 Jahren automatisch einen schlechten Score hat.

        • Ralf S. sagt:

          Genau das gleiche dachte ich auch, als ich den hochinteressanten Kommentar (unter fast schon entsetztem Kopfschütteln) von Hr. Born gelesen hatte. Nämlich, dass dieser Kommentar eigentlich schon ein eigener, warnender Artikel ist. Und übrigens meine Befürchtung(en) für die Zukunft bzgl. „Datensammelwut“, oder netter „Datensammelleidenschaft“ vollumfänglich bestätigt hat. Das Problem sind im Moment (!) noch nicht die vielen einzelnen, kleinen Daten“mosaik“teilchen, die wir alle regelmäßig in der digitalen Welt hinterlassen. Das große Hauptproblem kommt erst noch in 10 – 20 Jahren, wenn die bekannten „Mosaikteilchensammler“ dann über jeden von uns endgültig so viele Teilchen gesammelt haben, dass dann das perfekte Mosaik-Bild daraus zusammengesetzt werden kann – und wird! Und ganz schlimm wird es dann, wenn eben vermeintlich stimmige Teilchen (wie als Beispiel im Kommentar ja erzählt) eigentlich direkt doch nichts miteinander zu tun haben, aber dies nicht (mehr) beweisbar und umkehrbar ist… Jeder der ein wenig Phantasie besitzt und die Gedanken weiter spinnt, wird hoffentlich schon jetzt zumindest ein flaues Gefühl im Magen bekommen. Deshalb gilt auch hier: „Wehret den Anfängen“ – auch wenn es wohl schon fast zu spät ist… Von unserer Politik können wir da leider nicht allzu viel erwarten, da die meisten unserer Volksvertreter ja selbst total sorglos mit der digitalen Welt umgehen und mehr oder weniger im „Tal der Ahnungslosen“ sitzen… Alleine das Zitat: „Digitalisierung first – Bedenken second“ von der gelben Partei, fand ich persönlich damals als einen Angriff auf meine Intelligenz und lässt tief blicken, bzgl. kritischer Hinterfragung von der Politik! Man hätte auch sagen können: „Wählt uns einfach, lasst uns machen, wir wissen schon was gut für euch ist! – (Aber vorher bitte noch das Gehirn an der Garderobe abgeben, damit es dann auch wirklich keine Probleme gibt)“

          • Zocker sagt:

            Du hast die Problematik absolut korrekt erfasst. Das ganz große Problem wird das Gesamtbild in X Jahren sein, wenn die ganzen Teile zuordenbar sind. Bis dahin werden auch noch viele weitere Informationen anfallen. Schon heute wissen Konzerne tw. mehr über uns als wir selbst.

            Ein warnendes Beispiel sollten Mediatheken und Videoplattformen sein. Wer hätte in den 90ern gedacht, dass theoretisch jeder jede Sendung aus dieser Zeit irgendwann (im Grunde genommen schon wenige Jahre später) im Internet nochmal ansehen kann inkl. ggf. peinlichen Auftritten? Auch heute wird es Dinge geben, deren Auswirkungen in der Zukunft wir uns noch gar nicht vorstellen können. Und wenn wir es können, wird es wahrscheinlich zu spät sein. Daher muss bereits jetzt gehandelt werden und nicht erst, wenn nichts mehr zu retten ist.

      • 1ST1 sagt:

        Man sollte mal so einen Nutzungsvertrag zwischen Microsoft, Schule, Kindern bzw. Eltern lesen. Da steht ganz klar drin, dass dieser Teamsaccount nicht für außerschulische Zwecke genutzt werden sollen, wozu auch z.B. auch die Verabredung zu Demos gehört. Missachtung führt zu Ausschluss. Das wird den Kindern auch im Unterricht alles erklärt. Ich bin selbst überrascht, wenn mir meine Tochter sagt, was ich nicht tun soll, z.B. Fotos runterladen, oder online stellen wo Leute drauf sind, auch über (Cyber-)Mobbing etc. weiß sie genau bescheid. .

    • JohnRipper sagt:

      Wir sind eine Big4 und verwenden MS Teams inkl. OneDrive.
      Die Kollegen verwenden übrigens seit Jahren schon die GSuite…

      Aber wenn MS erfährt, dass Max eine sechs Schreibt, dann ist das ein Weltuntergang…

  3. Tom sagt:

    Ich dachte erst, das wäre ein Aprilscherz, aber da passt das Datum nicht.

    Gar nicht so sehr die Tatsache, dass man Teams „verbietet“. Da mag der Datenschutz sicher nicht 100% passen. Viel mehr der Umstand, dass man eine europäische Ausschreibung plant und das ganze aber schon zum Beginn des neuen Schuljahres an den Start gehen soll. Das ist der Witz schlechthin.

    Dann soll das Ganze vermutlich noch Open Source sein.
    Die vergessen ganz, dass da im Backend auch eine Infrastruktur laufen muss, die dann für zig Millionen Schüler stabil laufen muss. Weil es ist ja dann zu erwarten, dass da nicht nur Hessen aufspringt. Das bekommen die nie und nimmer bis zum nächsten Schuljahr hin.

    Und wenn man dann noch ließt, dass heute schon in manchen Bundesländern wegen dem Datenschutz Modulare Systeme aus Moodle, BigBlueButton und Jitsi zum Einsatz kommt. Dann falle ich vom Glauben ab. Vor allem wenn man sieht, dass die heute schon massiv mit der Stabilität zu kämpfen haben.

    Und modulare Systeme mögen ja ganz nett sein. Aber in den allermeisten deutschen Schulen sind keine IT Fachleute am Start sondern Lehrer, die oftmals mit IT wenig am Hut haben. Da sind Modulare Systeme sicher nicht die ideale Lösung. Es muss einfach sein, leicht zu bedienen und problemlos laufen. Das ist bei Modularen Systemen nicht immer zu erwarten.

    Und bei der Ausschreibung ist dann keine Office Lösung dabei. Aber da ist wie man hört auch kein Wechsel geplant, da kann dann weiter Office 365 zum Einsatz kommen, „weil sich das Bewährt hat“. Da ist der Datenschutz dann egal oder wie? Und gerade hier wäre ein Wechsel zu anderen Plattformen bei voller Kompatibilität und europäischem oder sogar deutschem Hersteller viel einfacher zu bewerkstelligen.

    Naja, ich sehe schon, das wird wieder ein absolutes Vorzeigprojekt ;-)

    • PattyG sagt:

      Ich stimme Dir zu.
      Wenn jemand auch nur annähernd versteht und täglich live miterlebt, wie ein digitaler/virtueller Schulunterricht mithilfe der MS-Umgebung (Teams, Office, Outlook, OneDrive …) abläuft, kann und will aufgrund der mittlerweile reibungslosen Funktionalität und Verzahnung der Komponenten nichts verändern.
      Die Implementierung irgendwelcher anderer Lösungen, die möglicherweise per se gut sind, erreichen leider nicht das MS-Niveau.
      Es gibt an den allerwenigsten der ca. 32.000 allgemeinbildenden Schulen in Deutschland IT-Profis oder IT-Abteilungen, die mal eben „on-premises“-Lösungen inkl. VPN, AD etc. aufsetzen können.
      Ganz zu schweigen von der anzuschaffenden Hardware und Netzwerktechnik.
      Hinzu kommt, dass die dringend erforderliche Internet-Breitbandanbindung an den Schulen ebenfalls nicht ausreichend vorhanden ist.
      Auch wenn es datenschutzrechtlich „weh tut“, sollte hier nicht einfach der Stecker für MS-Produkte gezogen werden, ohne eine etablierte, vollumfänglich getestete und stabile Infrastruktur als Alternative anzubieten.

      • Anonymous sagt:

        Ja wenn man aber die Lufthansa Milliarden in die Infrastruktur für die Schulen investiert hätte, wäre da auch vielleicht was bei rausgekommen aber von nichts kommt halt auch nichts.

        Aber natürlich muss ich den Stecker ziehen wenn das Produkt nicht den Datenschutzanforderungen entspricht, man hätte es doch eigentlich gar nie einsetzen dürfen!

        Jitsi und Nextcloud sind etablierte Produkte die wunderbar laufen. Im Gegenteil ich muss nicht erst irgendwelchen Microsoft Dreck auf den Client Rechnern installieren. Mehr als einen Browser braucht es nicht. Die neuste Jitsi Version läuft sogar perfekt im Firefox.

        Mag sein das Microsoft noch mehr Funktionen bietet aber viele davon werden wahrschinlich gar nicht benutzt. Im Normalen Leben sitzen doch auch 20-30 Kinder in einem Raum. Da gibt es auch keine Unterräume :)

        Von ITlern höre ich immer nur es gäbe keine Alternativen zu Teams oder Zoom. Andere Branchen setzen durchaus auf Jitsi oder Alternativen und das läuft auch!

  4. Dat Bundesferkel sagt:

    Der Schritt ist nur zu begrüßen und findet hoffentlich alsbald Nachahmer. Alternativen gibt es, selbst mit der „Nextcloud“ kann man die Anforderungen an den Schulunterricht nachbilden – inklusive Videokonferenz.

    Mittlerweile ist ja auch bekannt, weshalb es in Deutschland häufig zu Aussetzern bei den Konferenzprodukten (iServ bspw.) gekommen ist… als Quasi-Standard der AVM-Kabel-Router gab es vor einigen Wochen Aktualisierungen, die von ihnen verursachte(!) Übertragungsfehler behoben haben. Etwas spät, aber gut… besser spät, als nie. Siehe Firmware 7.24 Changelog.

    • Tom sagt:

      Äh…. Sorry. Aber Nextcloud selbst mit der Videokonferenz Lösung kann mit Teams oder ganz allgemein mit den Anforderungen der Schulen nicht wirklich mithalten….. Breakout Rooms, usw.

      • Dat Bundesferkel sagt:

        Bei den Breakout Rooms hast Du anscheinend recht, die werden weder von Nextcloud Talk noch von Jitsi angeboten.

        Mein Kind nutzt schulseitig die iServ-Anwendung. Wenn mich nicht alles täuscht wird dort die Software „BigBlueButton“ eingesetzt für Videokonferenzen.

        Also es gibt anscheinend noch ein (Open Source-Leben nach Microsoft Teams).

        • Tom sagt:

          Dass es Alternativen zu Microsoft und speziell Team gibt, steht doch außer Frage. Das hat doch auch keiner bestritten. Nur bekommst du bei der Microsoft Lösung alles aus einer Hand und das arbeitet dann auch mehr oder weniger reibungslos zusammen ohne dass man ein IT Studium braucht.

          Wenn man jetzt aber verschiedene Open Source Lösungen als Alternative einsetzt, dann wage ich zu bezweifeln, dass der Bio Lehrer das alles eingerichtet bekommt. Vor allem so, dass es am Ende genauso einfach und intuitiv zusammenarbeitet wie eine fertige Suite.

          Mit „BigBlueButton“ hat du sicher eine gute Lösung für dieses eine Anwendungsgebiet. Aber keine Suite, die alles abdeckt. Ein IT Fachmann kann die einzelnen Open Source Lösungen vielleicht noch so konfigurieren, dass später alles ineinandergreift und zusammenarbeitet. Aber gibt es so einen IT Fachmann an den Schulen? Und bekommt man das mit europaweiter Ausschreibung und dem dann notwendigen Aufbau bis zum neuen Schuljahr hin…. never!

  5. Bolko sagt:

    „Jitsi Meet“
    kostenlos, open-source, verschlüsselt, läuft im Browser, braucht also keine extra-Programme und ist damit betriebssystemunabhängig
    h**ps://meet.jit.si/

    Man kann sogar einen eigenen Jitsi-Server einrichten, wenn man den vorhandenen Jitsi-Servern nicht traut. Dann stellt man einen Server in die Schule, installiert dort ubuntu oder debian und die Jitsi-Software:
    h**ps://jitsi.org/downloads/

    Das entspricht der DSGVO.

    Wird auch zB bei weschool.com eingesetzt.

    • Bolko sagt:

      Anleitung für eigenen Server für „jisti-meet“
      h**ps://jitsi.github.io/handbook/docs/devops-guide/devops-guide-quickstart

    • Tom sagt:

      Und wer baut den Jitsi-Server auf? Der Bio Lehrer?

      • Bolko sagt:

        Wie wäre es mit Technikern, die das Kultusministeriums hinschickt?
        Geldprobleme gibt es offenbar nicht, so wie man derzeit die Milliarden in Hunderterpacks nur so raushaut.

        Hardware für die Server ist auch kein Problem.
        Für kleine Schulen dürften ein paar Threadripper ausreichen. Für größere Schulen ein paar Epyc-Server.

        Dann richtet man einen Server ein, zieht ein Image und kopiert es auf die SSDs der anderen Server.

        Das ist alles so simpel, da kann man sogar einen formlosen Zettel mit einem entsprechenden Arbeitsangebot für Informatikstudenten an eine Uni aushängen und man wird sich vor Bewerbern kaum retten können.
        Die bestellen dann die Hardware, stöpseln die zusammen, Kabel für Strom, Kabel für Netzwerk, Software installieren, Testlauf, ready.

        Was soll daran schwierig oder teuer sein?
        Man sollte nicht immer aus Mücken einen Elefanten machen wollen, wo man immerzu Berge von Problemen sieht, wo gar keine sind.

        Man kann natürlich auch erstmal einen Beraterstab von MacKinsey anheuern und ein paar Millionen Beraterhonorare für gar nichts verballern.

        Wenn bereits solch kleine Projekte scheitern, dann sollte man die Regierung sofort rausschmeißen und wegen Hochstapelei aburteilen.

        Die planen einen Weltraumbahnhof in der Nordsee, aber scheitern an Jitsi-Servern in den Schulen?

        • 1ST1 sagt:

          Hört sich einfach an. Schauen wir uns mal so ein durchschnittliches Gymnasium an, 8 Jahrgänge, 5 Klassen pro Jahrgang, 30 Schüler in einer Klasse, macht summasumarum 1450 Schüler plus 40+ Leherer. 1500 User. 40 Videostreams die auf 40 Klassen mit 1450 Schüler rausgeschickt werden, und gleichzeitig 1450 Vidoestreams, die wieder rein kommen, alles in HD-Qualität, also insgesamt rund 3000 Streams. Überschlägig braucht man dafür schon schon „paar“ Xeon-Kerne und und rund 15GBit Bandbreite ins Internet.

          Und dann muss das Ding redundant sein, man braucht also zwei, geclustert, Loadbalancer davor, sprich notfalls muss einer das alleine machen, sonst ist an dem Tag, oder mehrere, gleich Schule ausgefallen.

          Das ist der Hardware-Teil. Wie sind denn die Schulen so angebunden? Was kostet so eine Kiste im Rechenzentrum?

          Mag sein, ein Ubuntu-Sytem aufsetzen, das bekommt jeder hin dann noch ein sudo apt-get install Jitsi drauf, fertig, kann in Betrieb gehen. So und dann hackt sich da einer rein und streamt Kinderpornos in die Klasse.

          Was dann? Wer steht dafür gerade, wer übernimmt freiwillig diese Verantwortung, für ein selbst aufgebautes System, auf dem Minderjährige unterwegs sein sollen? Die Eltern der Klasse werden Amok laufen.

          Wahrscheinlich aus dem Grund schließen Whatsapp und Zoom Kinder als angemeldete Nutzer aus.

          Und jetzt wird hier propagiert, dass Lehrer oder ein PC-Bastler aus dem Ort das aufsetzen oder betreuen sollen?

          Ist doch super Easy. Nein. So ein System abzusichern, das ist die hohe Kunst, das steht in keinem Ubuntu-Wiki.

        • Tom sagt:

          In der Praxis leider völlig realitätsfremd.

          Es geht ja nicht um eine Schule und auch nicht um 10 Schulen. Das sind ein paar mehr. Und das muss zwingend bis zum neuen Schuljahr erledigt sein. Also in 4 Monaten. Der Datenschutzbeauftragt schließt ja eine weitere Duldung kategorisch aus.

          Und welche Techniker soll das Kultusministeriums da aus dem Hut zaubern? Gibt es die im Ministerium überhaupt? Und auf dem freien Markt stehen die auch nicht rum und warten auf Aufträge der öffentlichen Hand. Weil die Bezahlung ist da unterdurchschnittlich.

          Ist mir auch noch schleierhaft, wo denn die Infrastruktur und die Server in den Schulen aufgebaut werden sollen. Bei uns hier in Stuttgart gibt es Schulen, da ist das Stromnetz in den Schulen so marode, dass die Schüler ihre Rechner nacheinander einschalten müssen. Ich wüsste gar nicht, wo die da den die Server aufstellen sollen.

          Und ja, im Endeffekt scheitern wir an Jitsi Servern an den Schulen. Wir machen leider seit Jahren Pisa Studien, gleichzeitig hat sich aber ein immenser Investitionsstau an den Schulen aufgebaut. Ausreichend bemessene Internetzugänge…. Fehlanzeige. Stromnetz…. Fehlanzeige. Schon mal geschaut, wie viele Steckdosen so ein durchschnittliches Klassenzimmer hat. Irgendwann ist ja Corona vorbei und hoffentlich verschwindet dann das elektronische Lernen nicht wieder aus den Schulen. 20 oder 30 Notebooks in einem Klassenzimmer scheitert dann schon an den Stromanschlüssen. Da werden dann vermutlich 30 Notebooks kaskadiert an einer Steckdose geladen.

  6. Dietmar sagt:

    Wäre das nicht ohnehin einen Gedanken wert: wenn man bedenkt, wieviel Lizenzkosten MSFT EU-weit allein in den öffentlichen Einrichtungen kassiert, wäre es da nicht möglich, ein europäisches Office, ja sogar einen europäischen Client zu bauen? Kann ja komplett auf Open Source aufbauen. Da es sich bei den Lizenzen sicher um Milliarden jährlich handelt, müsste da einiges möglich sein, denke ich mir. Fähige Softwareschmieden haben wir in Europa sicher auch zu genüge. Dann wären die ewigen Diskussionen um den Datenschutz beseitigt, es gäbe quasi einen Standard, um den die Behördensoftware herumgebaut werden muss. Fertig. Und das kann man dann sicher auch in den Schulen einsetzen. Für was haben wir denn eine EU? Die sollen das ausschreiben, inkl. Mail, Videokonferenz, allem drum und dran. Europäische Software, europäische Arbeitsplätze, europäische Daten in Europa. Bildungseinrichtungen, Schüler, Lehrer und Studierende bekommen das dann sowieso gratis zur Verfügung gestellt, somit wird der gesamte Sektor entlastet, alle verwenden das gleiche System.

    Ich weiß, das klingt dumm und naiv und ein bisschen nach Kommunismus. Ich verstehe nur nicht, warum da Jahrzehnte um den gleichen Mist diskutiert wird und nichts weiter geht. In der Zeit könnte man schon lange einen Europa-Office-PC gebaut haben. Vor allem um das Geld, das da schon versenkt wurde.

    • 1ST1 sagt:

      Das ist die Hättehätte-Fahrradhette-Geschichte, einfach nen Linux nehmen, nen BBB oder Jitsi drauf, ein bischen was drumerhum, OpenOffice-Online, wird schon das selbe wie Teams sein. Kann doch jeder zusammenklopfen.

      Es gibt Dinge, die bekommt man auch mit viel Geld mal eben einfach so so aus dem Boden gestampft.

  7. Anonymous2 sagt:

    So lange sich jede Schule bzw. Bezirk selbst um ne Lösung kümmern muss, wird das nie was…. Entweder von Profis zentral aus der gaia Cloud bzw irgend nen anderen europäischen Cloud Rechenzentrum oder bei MS bleiben. Alles andere ist Tagträumerei. Und das Hessen das bis zum nächsten Schuljahr hin bekommt, sehe ich noch nicht.

    Das Lokal in der Schule on premise keinen Sinn macht, sollte jedem, der die anderen Kommentare gelesen hat, schnell klar sein.

    • 1ST1 sagt:

      Microsoft ist an Gaia beteiligt. Da kann man gleich bei Teams bleiben.

      Wichtiger ist, dass es ein Nachfolgeabkommen zum Safe Harbour gibt, idealerweise wo drin steht, dass europäische Kunden vom Cloud-Act ausgenommen sind.

      Das müsste eigentlich im ureigenen Interesse von Microsoft, Facebook, Google, Amazon und co sein. Mich wundert, dass diese Firmen da von der Biden-Regierung nicht verlangt, mit der EU solch ein Abkommen abzuschließen, welches den europäischen Datenschutzstandards Rechnung trägt.

      Dann wäre nämlich Teams in Schulen kein Problem mehr.

      • SvenS sagt:

        Naja, nicht ganz!
        MS müsste die Verschlüsselung komplett in die Hände der Kunden legen und nicht wie es jetzt ist, einen Masterschlüssel besitzen!
        Die Daten verschlüsseln clientseitig funktioniert zwar (z.B. für OneDrive), aber mit Teams ist das nicht so einfach. Dann funktionieren irgendwelche Suchen oder Indizierungen nicht mehr und und und.
        Mit einem neuen Abkommen auf Papier ist das nicht erledigt!
        Hier wurde bei der Programmierung schon entweder geschlampt oder es wurde bewußt so entwickelt.

      • Günter Born sagt:

        Nun na, bei Gaia weiss ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll, denn da ist auch Palantir mit drin. Wenn ich mal Langeweile habe, schreibe ich vielleicht mal was.

        • 1ST1 sagt:

          Na da bin ich ja mal gespannt. Aus dem was ich bisher über Palantir weiß, kann ich mir noch nicht wirklich einen Reim machen. Der Aufreißer von gestern vor der Paywall von Spiegel+ lässt ja den Satan vermuten, aber wenn ich z.B. das bei Wikipedia lese, vergleiche ich das eher mit der Netzwerkmonitoring-Software einer Firma Solarwinds (ungehackt, har, har, har), Newtrix und co. Nur dass diese Systeme nur Firmennetze überwachen, um Hackerangriffe zu erkennen, und ggf. Gegenmaßnahmen einleiten zu wollen. Palantir will wohl eher das Außenherum überwachen, Verbrechen in der realen Welt, und zwar in dem es alle möglichen digitalen Quellen auswertet, Big-Data, KI, man denkt da sofort an die von Snowden veröffentlichen NSA-Aktivitäten rund um Prism, XKeyscore, all die Dinge, die wir in ihrer Dimension nicht so wirklich verstehen, das macht natürlich Angst und lässt Schlimmstes befürchten.

        • micha45 sagt:

          Palantir ist auch ein US-Unternehmen.
          Von denen will der hessische Datenschutzpaladin ja unbedingt weg.

          Wenn man sich im Netz auf die Suche nach den Angeboten dieses Unternehmens macht, dann stößt man dabei auf viele Dinge, die nicht gerade vertrauenserweckend daherkommen. Auch und vor allem in Sachen Datenschutz.

          Das Land Hessen hat einen Vertrag mit diesem Unternehmen und die hessische Polizei setzt das von dem Unternehmen entwickelte Gotham (Komponente Analysesoftware „Hessendata“) ein.

          • Günter Born sagt:

            Das Thema in Hessen ist mir bekannt – hat aber mit dem Teams-Thema wenig zu tun und das sollten wir auch auseinander halten. Es ist nicht zielführend, zu versuchen, das eine mit dem anderen aufzurechnen – zumal ich nicht weiß, ob der Datenschutzbeauftragte bei bestimmten Polizeigeschichten überhaupt involviert ist oder eine Handhabe hat.

            Zumindest hat die EU die Corona-Warn-App bisher nicht an Palantir vergeben. Aber da sind wir jetzt genau beim Thema: Wenn so etwas – oder das was ich häufig hier im Blog anprangere – nicht in Blogs und kleinen Webseiten aufgegriffen würde, wäre der „ich-will-an-deine-Daten“-Tsumanie noch viel heftiger über die „mir-doch-egal-ich-hab-nix-zu-verbergen“-Fraktion hereingebrochen – imho.

  8. Robert sagt:

    Beim technischen Unterbau haben städtische Einrichtungen die gleiche Fragestellung vor der Brust wie Schulen, d.h. jeder investierte Euro ermöglicht auch dort die Unabhängigkeit von kommerziellen und politischen Interessen für Konferenzen etc.. Zudem bewegt man sich endlich mal aus den rechtlichen Grauzonen bzw. unterschiedlichen Deutungshoheiten verschiedener Juristen und muss diese nicht ständig monetär mit füttern. Sofern Städte eigene Rechenzentren betreiben, kann diese vorhandene Infrastruktur genutzt werden.
    Irgendwie erinnert mich das an den abgelehnten Vorschlag eines Senators im alten Rom, da sie sonst wüssten, wie viele sie sind.

  9. micha45 sagt:

    @Günter Born
    „Das Thema in Hessen ist mir bekannt – hat aber mit dem Teams-Thema wenig zu tun und das sollten wir auch auseinander halten. Es ist nicht zielführend, zu versuchen, das eine mit dem anderen aufzurechnen – zumal ich nicht weiß, ob der Datenschutzbeauftragte bei bestimmten Polizeigeschichten überhaupt involviert ist oder eine Handhabe hat.“

    Der hessische Datenschutzbeauftragte gehört der hessischen Landesregierung an und ist in alle datenschutzrechtlich relevanten Projekte involviert.

    Es geht hier um Glaubwürdigkeit. Denn wenn man davon ausgeht (und das muss man), dass der HBDI das hessische Polizeiprojekt ohne Bedenken durchgewunken hat, dann fragt man sich schon, warum er diese Bedenken jetzt ausgerechnet bei den genannten Schulprojekten in den Vordergrund stellt.
    Das hat mit „gegeneinander aufrechnen“ überhaupt nichts zu tun.

    Wenn man schon großen Wert auf Datensicherheit legt, dann muss das für alle Projekte gelten. Darum geht es.

    Bei dem Unternehmen Palantir gehen bei sämtlichen Datenschützern dieser Welt die Alarmglocken an. Kann man überall nachlesen.
    Nur bei dem HBDI offensichtlich nicht. Darüber sollte man sich mal ein paar Gedanken machen.

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