Windows 10: 8 Monate Zeit zur Update-Installation in Firmen

Microsoft will Windows 10 ja als “as a service” bereitstellen und schrittweise per Windows Update um neue Features erweitern. Unternehmen haben dabei die Möglichkeit, die Bereitstellung von Updates im sogenannten ‘Current Branch for Business’ um eine gewisse Zeit zu verzögern. Aber wie lange genau und welche Vorstellungen hegt Microsoft? Hier ein paar Antworten.


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Microsofts Update-Modell

Microsoft stellt ja in Windows 10 verschiedene Update-Modelle (Current Branch und Current Branch for Business) bereit. In diesem ZDnet.com-Artikel geht Mary Foley auf die Update-Modelle ein. Zudem steht für Windows 10 Enterprise noch ein Long Term Servicing Branch (LTSB) zur Verfügung.

(Quelle: Microsoft)

Benutzern von Windows 10 Home steht nur der Current Branch (CB) zur Verfügung, so dass diese als “Zwangstester” sofort alle Updates und Feature-Updates auf das System bekommen – sobald diese von Microsoft als “stabil” angesehen werden (siehe mein Artikel Bringt Windows 10 Home Zwangs-Updates?).

In Firmen ist das aber nicht erwünscht. IT-Verantwortliche wollen neue Features erst testen, bevor diese ausgerollt werden. Hier eine Folie mit Argumenten, die Microsoft bei Business-Anwendern so gehört hat.

(Quelle: Microsoft)

Daher können IT-Admins in Windows 10 Pro (und Enterprise) den Current Branch for Business (CBB) wählen und Windows Update for Business oder WSUS verwenden. Beide Lösungen ermöglichen es, Updates verzögert auf die Systeme auszurollen.


(Quelle: Microsoft)

Und es gibt noch den Long Term Servicing Branch für kritische Systeme mit 10 Jahren Support, der nur Bug- und Sicherheitsfixes beinhaltet. Hier der Vergleich der CBB und LTSB-Optionen.

(Quelle: Microsoft)

8 Monate Zeit, um Updates im CBB zu verteilen

Microsoft verfolgt in Windows 10 ein Update-Modell, welches langfristig (mit Ausnahme von LTSB) eine uniforme Windows-Plattform bei den Nutzern gewährleistet. Daher bekommen auch die Business-Nutzer nach einer Karenzzeit die neuesten Features als Update zwangsweise auf das System gespült. Über diesen Artikel von Wolfgang Sommergut in WindowsPro bin ich auf diesen Webcast von  Helen Harmetz, Product Managerin bei Microsoft, gestoßen. In vielen Worten erklärt Helen in 19 Minuten und 33 Sekunden die Update-Strategie. Die hier im Beitrag gezeigten Bilder stammen aus diesem Webcast.


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(Quelle: Microsoft)

Die obige Folie erläutert, wie sich Microsoft den Test und die Verteilung von Updates vorstellt. Wer im Current Branch steckt (Home-User) bekommt die neuen Features, sobald diese intern bei Microsoft und von Preview-Testern als stabil freigegeben wurden. LTSB-Nutzer bekommen keine Feature-Updates, während CBB-Anwender die Updates verzögert installieren können.

Die folgende Folie zeigt an Hand eines Wasserfall-Diagramms die Update-Zyklen in den verschiedenen Testerkreisen. Es wird auch ersichtlich, dass es im Current Branch keine “Verzögerungsmöglichkeit” zum Installieren der Updates gibt.

(Quelle: Microsoft)

CBB-Anwender können die Updates ebenfalls sofort testen, aber auch Monate warten, bis die Updates per Windows Update bereit gestellt werden. Dies geht aus folgender Folie hervor.

(Quelle: Microsoft)

Auf den Folien wird kein Zeitraum für die Verzögerung aufgeführt. Aber ab ca. der 14. Minute gibt Helen Harmetz den Wert von “8 Monaten” an. Benutzer, die im Long Term Servicing Branch sind, bekommen dagegen nur Sicherheits-Updates und Fixes über einen Zeitraum von 10 Jahren.

(Quelle: Microsoft)

Um neue Windows 10-Features zu erhalten, lassen sich diese Maschinen per Inplace-Upgrade auf Nachfolge-Build-Nummer heben. Details entnehmt ihr dem Webcast. Ein paar zusätzlich Infos finden sich noch im WindowPro-Artikel von Wolfgang Sommergut.

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Tipp: Windows 10 FAQ bei MS-Answers als Wiki-Beitrag


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6 Kommentare zu Windows 10: 8 Monate Zeit zur Update-Installation in Firmen

  1. Ralf sagt:

    Da kriegt man ja schon Kopfschmerzen, wenn man die Folien anschaut 🙂 So kann man auch die einfachsten Dinge kompliziert gestalten. Wahrscheinlich gibt es als Nächstes dazu einen Zertifizierungskurs mit Prüfung (so wie bei der Lizensierung) 😉

  2. Ralf Lindemann sagt:

    Kluge Update-Konzepte sind das eine. Die Anwenderwirklichkeit am Endgerät sieht häufig anders aus. In Zukunft scheint sich diese Anwenderwirklichkeit zudem in zwei Welten zu teilen. Im Klartext: Firmenkunden räumt Microsoft die Möglichkeit ein, durch zeitversetztes Installieren ihre Rechner vor Kollateralschäden durch fehlerhafte Windows Updates zu schützen; Privatanwendern nicht. Warum gesteht Microsoft Firmenkunden zu, was Privatanwendern verweigert wird? Sind „Windows 10 Home“-User Kunden 2. Klasse? Vermutlich, ja. Sonst würde man ihnen ja nicht ein qualitativ schlechteres Produkt anbieten, bei dem man sich vor fehlerhaften oder unerwünschten Windows Updates nicht mehr schützen kann. Vielen Dank auch!

  3. Pingback: Anonymous

  4. Günter Born sagt:

    Updates 12 Monate aufschiebbar

    Nachtrag: MVP Kollege Martin Geuß weist (unter Bezug auf Mary Foley) darauf hin, dass Updates in Unternehmensversionen (Current Branch for Business) nicht nur 8 sondern 12 Monate aufgeschoben werden können.

    Basis ist dieser Kurs der Microsoft Virtual Academy. Zu so einem Kuddelmuddel kommt es, wenn man als Unternehmen via Twitter oder auf Konferenzen in Nebensätzen Features kommuniziert, statt sauber die Specs niederzuschreiben. BTW, ich habe keinen Bock, mir die x Videos reinzuziehen – müsst ihr schon selbst tun. Lässt in Zukunft jedenfalls “Spass” erwarten, liebe Admins.

    Zwischenzeitlich hat Axel Vahldiek bei heise.de einen ausgiebigen Artikel zum Thema verfasst: Windows-10-Upgrades: für Home sofort, für Pro nach vier Monaten

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