Windows 10-Fix: Store startet / funktioniert nicht mehr

Bei Windows 10 gibt es häufiger das Problem, dass die Store-App nicht funktioniert. Sie hängt beim Start oder schließt sich nach dem Aufruf nach einigen Sekunden. Oder es ist kein Zugriff auf die Store-Inhalte möglich. Hier einige Hinweise, was man unternehmen kann.


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Anwender leiden bereits seit Windows 8 unter dem Problem, dass Apps und vor allem der Windows Store nicht mehr starten bzw. nicht mehr funktionieren. Speziell in Windows 10 trifft es immer wieder Anwender, dass der Windows Store nicht mehr startet, eine Fehlermeldung bringt oder keine Apps installieren kann. In diesem Microsoft Answers-Forenthread gibt es seit August 2015 eine lange Liste mit Posts betroffener Nutzer. Allerdings lässt sich keine “einzelne Ursache” für das Problem festmachen. Die allgemeinen Hinweise von Microsoft zum Beheben von App-Problemen, helfen selten weiter. Nachfolgend einige Hinweise, wie man zur Fehlerdiagnose und –behebung vorgehen kann.

Gehen Sie die Schritte nacheinander durch. Hilft ein Hinweis nicht, versuchen Sie die Anleitungen in den nächsten Absätzen durchzuführen.

Windows 10 komplett herunterfahren und neu starten

Der erste Test besteht darin, Windows 10 komplett herunterzufahren. Hiermit ist nicht die Funktion Herunterfahren im Startmenü gemeint, da diese den Schnellstart verwenden. Vielmehr sind folgende Varianten zu wählen:

  • Startmenü öffnen, die Option Ein/Aus anklicken und im geöffneten Menü den Befehl Herunterfahren bei gedrückter Umschalttaste anwählen.
  • Oder eine Eingabeaufforderung öffnen und den Befehl shutdown –s -t 0 eintippen und mit der Eingabetaste abschließen.
  • Alternativ verwendet man shutdown –g -t 0  was ein vollständiges Herunterfahren und einen Neustart erzwingt. Mit dem Schalter –g (/g geht auch) werden die registrierten Programme neu gestartet (siehe Online-Hilfe shutdown /?).

Anmerkung: Die mit shutdown /? abrufbare Online-Hilfe enthält in Windows 10 RTM (Build 10240) noch einen Fehler. Die Option /g wird dort nicht dokumentiert, bezw. 2 x als /r aufgeführt (also shutdown –r -t 0 soll einen Neustart mit Neuladen der Anwendungen erzwingen – was falsch ist). Microsoft hat den Dokumentationsfehler in Windows 10 Version 1511 korrigiert.

Die Befehle bewirken, dass der Schnellstart umgangen und Windows 10 vollständig heruntergefahren wird. Der anschließende Start erzwingt, dass Windows 10 komplett neu gebootet wird und keine Schnellstarteinstellungen verwendet. Das kann nicht nur eine nicht funktionierende Start-Schaltfläche “reparieren” sondern ggf. auch eine Windows Store-App wiederbeleben.

Sicherstellen, dass die Store-App aktuell ist

Microsoft fixt von Zeit zu Zeit Fehler in der Windows Store-App. Es ist also hilfreich, die Einstellungen-App über das Windows 10-Startmenü aufzurufen, dann Update und Sicherheit anwählen und auf den Befehl Windows Update gehen.

Windows Update

Falls angezeigt, klicken Sie auf die Schaltfläche Nach Updates suchen und warten, ob ggf. Updates gefunden werden.

Uhrzeit, Datum und Zeitzone überprüfen

Updates oder der Zugriff auf Microsoft-Konten werden durch Zertifikate abgesichert. Diese erfordern, dass die auf dem System eingestellte Zeit korrekt ist. Ich hatte bereits Fälle, wo ich Zertifikatsfehler gemeldet bekam, weil das Datum oder die Uhrzeit in der Vergangenheit oder in der Zukunft lag (weil ich Testmaschinen vom Datum umgestellt hatte).

Rufen Sie die Einstellungen-App per Startmenü auf und gehen Sie auf die Kategorie Zeit und Sprache. Anschließend kontrollieren Sie im rechten Teil des Fensters das Datum, die Uhrzeit sowie die eingestellte Zeitzone. Falsch eingestellte Zeitzonen lösen z.B. den Fehler 0x803F7000 aus.


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Fremdvirenscanner als Ursache ausschließen

Im Rahmen der Forenarbeit hat sich häufiger herausgestellt, dass installierte Fremdvirenscanner und Internet Security Suites von Drittherstellern wie Mc Afee, Kaspersky, Norton/Symantec etc. die Funktion des Windows Store beeinflusst haben. Ist ein solches Dritthersteller installiert, sollte man dieses zur Sicherheit komplett deinstallieren und schauen, ob es ein Bereinigungstool des Anbieters zum Entfernen der Installationsreste gibt und führen dieses aus. Im Anschluss ist Windows 10 vollständig herunter zu fahren und dann neu zu starten (siehe vorheriger Abschnitt). Das System ist dann durch den Windows Defender und die Windows Firewall geschützt.

Zur Vorsicht: Beschädigtes Windows ausschließen

Da man schon mal dabei ist, sollte man das System im Vorfeld der Diagnose einer Fehlerüberprüfung auf beschädigte Dateien und den Komponentenstore unterziehen. Wie diese Prüfung auszuführen ist, habe ich im Beitrag Windows 8: Komponentenstore reparieren beschrieben.

Den Windows Store zurücksetzen

Gelegentlich kann ein beschädigter Zwischenspeicher (Cache) der Windows Store-App den Absturz verursachen. Dann hilft es ggf. den Windows Store zurückzusetzen.

1. Drücken Sie die Tastenkombination Windows+R, um das Dialogfeld Ausführen zu öffnen.

2. Geben Sie den Befehl wsreset.exe im Dialogfeld ein und klicken Sie auf die OK-Schaltfläche.

Es sollte sich kurz das Fenster der Eingabeaufforderung öffnen und der Befehl ausgeführt werden. Alternativ können Sie auch das Fenster der Eingabeaufforderung öffnen (z.B. Rechtsklick auf die Schaltfläche Start und dann den Befehl Eingabeaufforderung im Schnellstartmenü wählen).

Im Nachgang testen, ob die Store-App nun startet – und falls nein, einen Neustart gemäß den obigen Hinweisen versuchen.

Cache-Dateien des Windows Store löschen

Ein beschädigter Zwischenspeicher (Cache) für den Store kann dessen Start verhindern. Hier hilft es ggf. den Store-Cache zu löschen.

1. Starten Sie den Explorer und stellen Sie sicher, dass die Anzeige versteckter Dateien eingeschaltet ist (Registerkarte Ansicht, Kontrollkästchen Ausgeblendete Elemente und ggf. auch Dateinamenerweiterungen der Gruppe Ein-/ausblenden markieren).

1. Geben Sie in der Adresszeile des Explorer
%HOMEPATH%\AppData\Local\Packages
ein.

Anmerkung: Es sollte ein Pfad wie C:\Users\Born\AppData\Local\Packages angezeigt werden, wobei Born für den Kontennamen steht.


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2. Navigieren Sie zum Benutzerordner Microsoft.WindowsStore_8wekyb3d8bbwe und dort zu LocalCache.

Anmerkung: Die Zeichen 8wekyb3d8bbwe hinter Microsoft.WindowsStore_ können eventuell abweichen.

3. Dann den Unterordner perUserCachexxxx löschen oder besser in perUserCachexxxx.old umbenennen.

Im Anschluss Windows 10 neu starten und nochmals versuchen, ob der Windows Store funktioniert.

Kurzer Test: Nimm ein neues Benutzerkonto

Was man recht schnell ausprobieren kann: Einfach zum Testen ein neues Microsoft Benutzerkonto anlegen und schauen, ob der Windows Store nun funktioniert.

Falls der Store dann funktioniert, kann man versuchen, das fehlerhafte Benutzerkonto vom Microsoft-Konto auf ein lokales Konto herunterzustufen (geht über die Einstellungen-App) und dann wieder auf das Microsoft-Konto hochstufen.

Funktioniert der Store unter einem anderen Benutzerkonto und hilft die Kontenumstufung nicht, ließe sich das Konto versuchsweise zurücksetzen. Sich hierzu unter einem anderen Administratorkonto anmelden, dann das fehlerhafte Konto löschen und mit dem vorherigen Microsoft-Kontennamen das Konto wieder anlegen. Dann werden alle lokal gespeicherten, kontenspezifischen Daten zurückgesetzt.

Achtung: Finger weg von PowerShell -ExecutionPolicy Unrestricted…

In vielen Webanleitungen liest man den Tipp, den Store oder nicht startende Apps mittels des PowerShell-Befehls:

PowerShell -ExecutionPolicy Unrestricted -Command „& {$manifest = (Get-AppxPackage Microsoft.WindowsStore).InstallLocation + ‚\AppxManifest.xml‘ ; Add-AppxPackage -DisableDevelopmentMode -Register $manifest}“

(oder ähnlichen Befehlen9 zu reparieren. Hier kann ich nur warnen und  “Finger weg” sagen. Die Hintergründe habe ich im Blog-Beitrag Windows 10 V 1511: Vorsicht vor Add-AppxPackage thematisiert. Nach meinem bisherigen Wissen hat sich an dieser Empfehlung bisher nichts geändert. Falls ihr den Befehl trotzdem probieren wollt, stellt sicher, dass eine Systemabbildsicherung vorhanden ist.

Firewall zurücksetzen, temporäre IE-Ordner kontrollieren

Um sicherzustellen, dass keine falsch konfigurierte Windows-Firewall die Ursache ist, kann man diese zurücksetzen (hilft ggf. beim Store-Fehler 0x80072EFD). Wie dies funktioniert, habe ich in anderem Zusammenhang in diesem Blog-Beitrag beschrieben.

Auch ein fehlerhafter temporärer IE-Ordner kann zu Store-Problemen (z.B. Fehler 0x80072EFF) führen. Gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Den Internet Explorer starten und über die Menüschaltfläche Extras den Befehl Internetoptionen wählen.

2. Zur Registerkarte Allgemein gehen und dort über die Schaltfläche Einstellungen der Gruppe Browserverlauf den Pfad für “Temporäre Internetdateien” einsehen.

3. Diesen Pfad so anpassen, dass er auf euer Benutzerprofil (wie im Screenhot zu sehen) zeigt.

Notfalls kann der Browser auch auf der Registerkarte Erweitert über die Schaltfläche Zurücksetzen einfach zurückgesetzt werden. Vielleicht hilft es weiter.

Was noch übrig bleibt …

In diesem Forenthread gibt der Microsoft-Support noch den Hinweis, Fehlerinformationen mit WSCollect.exe zu sammeln. Diese werden in einer CAB-Datei gepackt. Erfahrene Anwender können diese CAB-Datei ggf. extrahieren und sich die Log-Dateien ansehen.

Die zwei anderen Möglichkeiten: Windows 10 über die Einstellungen-App zurückzusetzen oder Windows 10 über einen Installationsdatenträger per Inplace Upgrade über das bestehende Windows 10 drüber zu installieren.

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18 Kommentare zu Windows 10-Fix: Store startet / funktioniert nicht mehr

  1. Thomas Bauer sagt:

    Allesamt gute Tipps. Der Name „C:\Users\Born\AppData\“ Born sollte durch den eigenen Verzeichnis-Namen ersetzt werden.

    • Thomas Bauer sagt:

      Der Benutzername ist nicht zwangsläufig der Verzeichnisname. Windows 10 hatte bei Release die Eigenheit beim Anlegen des Benutzers Buchstaben abzuschneiden. Aus Thomas wurde immer Thoma als Verzeichnis angelegt. Ich bin daher den Umweg über ein lokales Konto gegangen das ich in Nachhinein in ein MS Konto umgewandelt habe. Das erzeugt das saubere Verzeichnis Thomas. Ja ich weiß ich bin furchtbar eitel was solche Kleinigkeiten betrifft, aber mir ist das eben wichtig.

    • Sack Reis in China sagt:

      Was heißt denn „sollte ersetzt werden“? Wenn dieses Geraffel funktionieren soll, MUSS ersetzt werden.

    • Stimmt, Thomas, danke für den Hinweis – war gestern schon recht spät, ist korrigiert.

      Erklärung: Eigentlich sollte dort %HOMEPATH%\AppData\Local\Packages stehen. War eine schlechte Idee, den Term zur Überprüfung einzutippen, Eingabe und dann erst Strg+A, Strg+C zu drücken, um das Ergebnis dann per Strg+V im Text zu übernehmen.

  2. Sack Reis in China sagt:

    1. Geben Sie in der Adresszeile des Explorer den Pfad: C:\Users\Born\AppData\Local\Packages ein.

    Das funktioniert aber nur, wenn der Anwender zufällig auch Born heißt.
    Ziemlich peinlich dieses.

    • Paule21 sagt:

      Meine Güte Du Schlaumeier! Peinlich bis allein Du! Ein belangloser Fehler der inzwischen ja längst korrigiert wurde. Nutzer die dieser Anleitung folgen sind schon selbst in der Lage ein bisschen mitzudenken und wissen, dass sie hier natürlich ihren Benutzernamen einsetzen müssen.

      • Sack Reis in China sagt:

        Lerne erstmal Rechtschreibung und Zeichensetzung, Du Superhirn.

        • @Sack Reis…: Auf den initialen Kommentar habe ich nicht reagiert, da er sich imho selbst diskreditiert. Als Blogger muss ich das abkönnen – und Fehler passieren nun mal.

          Aber andere Benutzer runter machen, geht nicht! Sachdiskussionen ja – aber keine persönlichen Angriffe. Ich bitte um Mäßigung – andernfalls wird der Nutzername Sack Reis… für Kommentare gesperrt. Möchte ich gerne vermeiden, da ich möglichst wenig Zensur vornehmen mag. Aber ich werde die Kommentare hier definitiv nicht in persönliche Verunglimpfungen ausarten lassen.

          • Paule21 sagt:

            Ja, dann sperre meinen Namen ruhig. Ich lasse mir meine Meinung zu solchen Leuten nicht verbieten.

          • @Paule: Ja, was ist heute bloß los? Der Hinweis bezog sich auf @Sack Reis …, der Dich verbal attackierte. Habe es im Kommentar nochmals mt @ verdeutlicht

          • Paule21 sagt:

            Entschuldigung Günther, dann habe ich Dich missverstanden.

          • Sack Reis in China sagt:

            Ist ja wirklich seltsam. Wenn zu mir einer sagt, ich sei ein peinlicher Schlaumeier, dann ist das anscheinend in Ordnung. Wahrscheinlich ist das so, weil er das Bornsche Fähnchen hoch hält. Und wenn ich dann mein Gegenüber als „Superhirn“ bezeichne, ist das Verunglimpfung. Das ist imho sehr knapp gesprungen. Fünf Fehler in vier Zeilen sprechen eine deutliche Sprache. Und dass der Blogger in seiner Antwort vor allem mir ans Bein gepinkelt hat, hat der große Paule auch nicht kapiert. Haben Sie, Herr Born, dem Herrn Paule wegen der Attacke auf mich auch geschrieben? Sicher nicht – seine Fans muss man ja pflegen. Quasi imho.

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  6. Robert sagt:

    Der Befehl musss lauten: shutdown –g -t 0.
    -r erzwingt lediglich ein komplettes Herunterfahren.

    • Danke für den Einwurf – der Schalter -r erzwingt auch einen Neustart (Zitat aus der Online-Hilfe des Befehls „Fährt den Computer vollständig herunter und startet ihn neu“). Aber Du hast Recht, man sollte möglichst die Option -g oder /g verwenden, da dort die registrierten Anwendungen zusätzlich neu geladen werden.

      BTW: Beachtet meine Ergänzung bzg. der Windows 10 Build 10240 im Text.

  7. Richard sagt:

    Ich habe meine Store-Probleme dadurch in den Griff bekommen, dass ich den Store und Apps jetzt einfach ignoriere.

    Ich habe auch wochenlang mit funktioniert nicht / startet nicht / beendet sich gleich wieder Problemen gekämpft. Jetzt, nach einem halben Jahr, ist mir aufgefallen, dass es für mich keinerlei Grund gibt, überhaupt Apps zu verwenden. Geht auch alles mit ’normalen‘ Windows-Programmen. Seitdem date ich überhaupt keine Apps mehr up. Klappt wunderbar. Keine Nebenwirkungen festzustellen.

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  9. Art sagt:

    Hallo

    Das App Problem konnte ich lösen!

    Zuerst habe ich meine Festplatten auf Fehler mit „chkdsk C: /f /R /X“
    gescannt und ein Neues Windows ISO auf eine andere Festplatte ausgepackt, man kann auch auf USB, ec. ausgepacken.

    Dann habe ich alle SystemApps, WindowsApps, _8wekyb3d8bbwe + _cw5n1h2txyewy im System und in der Registrierung gelöscht und ein Inplace Upgrade über das bestehende Windows 10 darüber installiert.
    Für das Löschen braucht man natürlich die Berechtigung, das kann man googeln.

    Die Frameworks Apps habe ich nicht gelöscht.

    Jetzt geht alles wieder!

    Ich hoffe das es einigen nützt!

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