Medion PC MD 8380 im Test …

Momentan habe ich von Medion einen MD 8380 (E4070 D) Windows 8-PC für ein paar Tage im Test. Hintergrund ist das hier berichtete Problem, dass die Meldung “Features werden konfiguriert” für längere Zeit bei jedem Start angezeigt wird. Ist natürlich eine gute Gelegenheit, das System näher in Augenschein zu nehmen und bestimmte Sachen auszuprobieren. Es wird also ein paar Blog-Beiträge geben, die vielleicht dem einen oder anderen Käufer dieses Medion PC weiterhelfen.


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Der Medion PC MD 8380 wird bereits seit Anfang des Jahres über Discounter angeboten. Es handelt sich um ein Desktop-System mit Windows 8, 4 MGByte Speicher, einer AMD A10-CPU, einer AMD Radeon HD 4000– 7660D-Grafikkarte und 1.000 GByte Festplattenspeicher (Segate ST1000DM 003). Hier die Screenshots von CPU-Z der CPU- und Mainboard-Seite.

Und hier sind zwei Screenshots eines ATTO-Benchmarks und einer CrystalDisk-Analyse. Die Testergebnisse sind angefallen, das ich eine 2,5 Zoll Segate SSHD-Festplatte für Notebooks in den Fingern habe. Ist nur eine 2,5 Zoll-Disk mit 5.400 Umdrehungen, die aber in der Leistungsfähigkeit fast an die Ergebnisse der mit 7.200 Umdrehungen laufenden 3,5-Zoll ST1000 herankommt.

Das Ganze wurde am 31. Januar 2013 beispielsweise zum Preis von 399 Euro bei Aldi verkauft. Auf die Details gehe ich mal nicht ein – das haben Andere bereits getan. Hier ein paar Links zu entsprechenden Webartikeln, zur der Produktseite bei Aldi-Süd und zur Medion-Supportseite.


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1: Testbericht bei Computerbild
2: Bericht bei PC-Magazin
3: Diskussion bei ComputerBase
4: Produktseite bei Aldi-Süd
5: Medion-Supportseite (über die MSN-Nummer lässt sich der PC identifizieren)

Lob für einige Feinheiten

Ich habe das Gerät ja nicht angefordert, um dessen Leistung zu beurteilen oder einen Test zu fahren. Vielmehr interessierten mich andere Sachen, wie die Frage, ob ISO-Images mitgeliefert werden oder was den oben erwähnten “Features werden konfiguriert”-Fehler auslöst.

Mustergültig finde ich, dass dem Gerät eine Setup-DVD beiliegt, so dass der Besitzer sein Windows 8 auch bei kaputter oder gewechselter Festplatte problemlos installieren kann. Die Zahl der Anfragen genervter Anwender im MS Answers-Forum zeigen mir, dass dies nicht bei allen PC-Herstellern gepflegte Praxis ist. Die DVD enthält das Windows-Abbild für insgesamt 16 Sprachen und lässt sich problemlos auf dem Rechner installieren.

PC01

PC02

Oben ist ein Foto der Frontansicht zu sehen. Was ich gut finde: Drei USB 3.0-Buchsen (eine an der Frontseite) sind vorhanden. Und da ich mich schon mal über gekaufte Medion-Rechner geärgert habe, lag mein Fokus auch auf kleinen Details. Was ist beispielsweise mit Einschalter und Frontplatte?

In meinem Artikel Medion PC: Design schlägt Hirn! hatte ich vor langer Zeit mal einen Rant auf die Frontplatte der Medion-Geräte abgelassen. Bei meinem zuletzt gekauften Medion-Rechner ist das eine Schwachstelle allererster Güte. So ging die Einschalttaste bereits bei der Inbetriebnahme mehr oder weniger kaputt. Irgendwann war ich dann genervt und habe das Ganze mit einer Heißklebepistole repariert. Die Details finden sich im Artikel Einschalter an Medion-PCs reparieren.

Offenbar haben die Qualitätssicherer bei Medion diese Schwachstelle erkannt und den Materialauftrag an dieser Stelle erhöht. Mein Test ergab, dass das Ganze jetzt sehr stabil und mit definiertem Druckpunkt funktioniert. Kein Vergleich mit der reparierten Lösung an meinem Medion PC.

Was noch stören könnte: Die blau beleuchtete Einschalttaste – kommt im Schlafzimmer nicht so gut und nervt einige Benutzer. Zudem hat man die Lösung für den Auswurf des DVD-Laufwerks wie in früheren Serien belassen. Hier hat sich der Designer offenbar durchgesetzt – aber zumindest der Einschalttaster ist “entschärft”. Problem könnte aber nach wie vor die “Demontage” der Frontplatte sein, wie ich auch aus Kommentaren, die mich im Blog und per Mail erreichten, weiß. Da sollte Medion sich á la long etwas einfallen lassen.

Innenleben und weitere Details

Verbaut ist ein für Medion gefertigtes MSI-Mainboard MS 7800 N1996. Die 4 GByte RAM sind auf 2 Speicherriegel aufgeteilt, so dass beide Speicherbänke belegt sind. Aufrüstung bedeutet also: Alte Riegel raus und neue 4 GByte Riegel einbauen. Vorher würde ich ggf. einen Internetrecherche durchführen, ob es da Stress geben kann. Hier bei Chip gibt es eine Forendiskussion zu einem älteren Medion mit dem MS 7800-Board, wo die RAM-Riegel angeblich nicht optimal laufen – und eine BIOS-Aktualisierung könnte auch problematisch sein. Mal schauen, vielleicht bekomme ich da von Medion noch eine Rückmeldung, was da geht.

Gut gefällt mir, dass noch zwei SATA-Schnittstellen auf dem Mainboard frei sind. Bei meinem letzten Medion PC waren alle vier SATA-Buchsen belegt, so dass ich für eine zweite Festplatte tricksen muss.

PC03

Ansonsten ist das Innenleben des Rechners recht aufgeräumt, ein Aufrüsten mit weiteren Steckkarten ist kaum möglich. Es gibt einen PCI-Express-Steckplatz (für eine separate Grafikkarte) sowie zwei PCI-E-1X-Steckplätze, wenn ich es richtig gesehen habe

Was mir noch aufgefallen ist …

Virtuelle Disks (.VHD-Dateien) werden durch die Anwendung Power2Go von Cyberlink verwaltet. Warum es ein Drittherstellertool statt der Windows 8-Funktionen sein muss, erschließt sich mir nicht so ganz.

Versucht man die beiliegende Setup-DVD mit einem Windows 8 Pro-Key zu installieren, wird dieser als ungültig abgewiesen. Auf der DVD ist also wohl nur Windows 8 Core als Installations-Image. Bei meinem Testsystem ist der OEM-Produktschlüssel aus der BIOS-SLIC-Tabelle gelöscht worden. Ergo war Windows 8 nicht aktiviert – so dass ich bestimmte Sachen nicht testen konnte. Ich habe aber probiert, einen der im Internet kursierenden Universal-Schlüssel einzutragen. Hier musste ich einen Volumenlizenz-Schlüssel verwenden, da die Retail-Universal-Keys (aus mir unerfindlichen Gründen) abgewiesen wurden. Ein Feature-Upgrade von der Windows 8 Core auf Windows 8 Pro war mit einem Universalschlüssel problemlos möglich – meine MSDN-Keys tun es auch. Wer also ein Windows 8 Pro Pack erwirbt, sollte problemlos auf die Pro-Version aktualisieren können.

Was mir sehr gut gefällt, ist die Partitionierung der GPT-formatierten Festplatte. Hier haben sich die Leute bei Medion echt Gedanken gemacht. Da es sich um ein UEFI-System handelt, sind EFI-Partition, OEM-Partition, eine MSR-Partition und so weiter erforderlich. Hier ist das Partitionierungsschema zu sehen (Datenträger 0).

Disk01

Genial ist der Umstand, dass die OEM-Partition zum Recovery vor der mit Boot bezeichneten Windows 8-Partition liegt. Daran schließt sich die eigentliche Recovery-Partition an. Diese enthält übrigens eine von Medion angepasste install.wim, also ein Windows-Installationsabbild. Durch diese Partitionsanordnung sollte es problemlos möglich sein, das logische Laufwerk Boot zu verkleinern und weitere Partitionen mit logischen Laufwerken anzulegen. Auf das Problem hatte ich unter [e] hingewiesen und ich werde das mal in den kommenden Tagen testen.

EFI-Menu01Das hier sichtbare UEFI-Menü zur Auswahl der Boot-Geräte lässt sich durch Drücken der Funktionstaste F8 aufrufen.

Um das Recovery einzuleiten, ist dagegen die Funktionstaste F11 zu betätigen.

Das Partitionierungsschema sowie die hier genannten Funktionstasten scheinen durchgängig bei allen neueren Medion-Systemen angewandt werden.

Was mir noch aufgefallen ist: Das Mainboard braucht mir einen Tick zu lange, bevor es abschaltet. Und beim Einschalten einer Steckdosenleiste leuchtet der Einschalter kurz auf, um dann nach 2 – 3 Sekunden auszugehen. Verwirrt hier, da ich immer denke, der PC ist bereits eingeschaltet und läuft jetzt an. Damit lässt sich aber leben.

Ähnliche Artikel:
a: Medion-Win 8-Systeme: Features werden konfiguriert-Lösung
b: Win 8: Windows Features werden konfiguriert
c: Medion PC: Design schlägt Hirn!
d: Einschalter an Medion-PCs reparieren
e: Windows 8 UEFI-/GPT-Partitionierung enträtselt – Teil I


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5 Responses to Medion PC MD 8380 im Test …

  1. André sagt:

    4MB Speicher? Etwas wenig oder?

    • Günter Born sagt:

      @André: Du hast Recht – sollten 4 GByte sein – war wohl schon etwas müde beim Schreiben. Aber ich bin ja schon glücklich, dass ich nicht 4 KByte geschrieben habe. Das war die Speichergröße meiner ersten Mikroprozessorsysteme – und diese Zahl ist mir in Fleisch und Blut übergegangen ;-).

      Danke für den Kommentar – ist im Blog-Beitrag bereits korrigiert.

  2. Marc sagt:

    Leser Marc hat mir einen interessanten Kommentar geschickt, den ich euch (natürlich mit seinem Einverständnis) nicht vorenthalten möchte – er hatte im urspünglichen Blog-Beitrag auch noch ein paar Fehler bemängelt – die sind im Blog-Beitrag natürlich korrigiert.

    Danke Marc!


    bin “seit Beginn” Medion begeisterter Käufer, nicht wegen der Hardware, die nicht die beste, aber auch nicht die schlechteste ist, sondern wegen der (damaligen Innovation der) 3 Jahres-Vor-Ort-Garantie

    – inkl. kostenloser technischer Hotline. (fehlt bspw. in der Blog-Betrachtung)
    – katastrophal ist der Bereich Support-Page/Unterstützung bzw. inbesondere Updates bzgl. Treiber/Bios usw.
    – Tastatur/Maus-Set ist nichts (!) für einen Dauereinsatz

    Bei Medion&Co. fehlen einfach Innovationen, bspw. stellt sich die Frage, warum der Kunde sich nicht nach dem Kauf registrieren “muss”, denn somit hätte man:
    a.) Garantie-Unterlagen hinterlegt
    a1) Kaufdatum – inkl. Modell
    a2) Kundenadresse (inkl. Mail)
    b.) Medion hätte ua. Überblickt welche/wie viel Geräte vorhanden sind
    usw.

    Hiermit könnte man, bei gravierenden Problemen per Mail/Postkarte oä., den Kunden kontaktieren und Vorschläge unterbreiten, >bevor< dieser sicher ärgert. Auch wäre eine zielgerichtet Bewerbung von neuen Produkten möglich, bspw. Vergleich/Gegenüberstellung von den Bestandsgeräten zum neuen "Aldi-Produkt" und nicht diese 0815 Serienmails Im Verlauf der Garantiezeit wird viel über Telefon-Support abgewickelt, im schlimmsten Fall für Medion über den Vor-Ort-Service am nächsten Tag. Anscheinend ist bei dem Unternehmen noch nicht angekommen: a.) dass der Kunde sein Problem in der Regel nicht klar darlegen kann bzw. Rückfragen extrem zeitintensiv sind b.) der PC in der Regel noch läuft (inkl. Internet-Zugang) und lediglich "Kleinigkeiten" wie Treiber usw. evtl. Probleme bereiten warum wird daher nicht zusätzlich auf Remote-Unterstützung/Fernwartung gesetzt? (Windows bietet dies doch an, alternativ über Dritt-Software wie Teamviewer oä.) Eine andere Innovation wäre evtl. wenn man das Hardware-Paket mal "überdenken" würde, nämlich ein modularer Aufbau. Modul1: dh Gehäuse+Prozessor+Grafikkarte "fest" Modul2: zur Auswahl liegen vorkonfig. bereit HDD oder SSD - muss man nur noch einstecken Modul3: Tastatur+Maus Modul4: TFT Abschließend noch bzgl. Design+Ausstattung: ich hab hier bestimmt 5 Fronten von nur einem Modell liegen, die ich zugeschickt bekam, weil mal wieder was nicht funktionierte / abgebrochen ist. (= Materialkosten, Personal/Handling, Porto usw. - muss der Kunde ja doch irgendwie bezahlen). Hier sollte Design/Qualitätssicherung usw. sich mal zusammen setzen... In Sachen Ausstattung ist es mir nicht verständlich, warum man noch USB 2.0 bspw. einsetzt (3.0 ist doch abwärts kompatibel) und es nicht vereinheitlicht = weniger Probleme bzgl. evtl. Treiber. ... auch für den Kunden, denn wenn in Kürze alle nur noch USB-3.0 Sticks haben (dann heißt es passt nicht, geht nicht). Bin gespannt wie die Hotline sodann heiß läuft und diese beruhigen, aufklären - wie "USB 3 Stick geht nicht an USB 2 - aber wenn sie, was sie ja nicht haben einen USB 2 Stick an..." Fazit: Medion ist nicht mehr das was es mal war, weil andere Anbieter zwischenzeitlich auch ähnliches bieten inkl. der Garantie die "Teile " liegen hier teilweise wie Blei in den Filialen und Einzelstücke bekommt man reduziert nach wenigen Wochen.

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  4. angel sagt:

    He disfrutado con mi Medion Akoya p9614 (MD98320) ahora tengo un problema, uno de los módulos de la Ram 2GB 1Rx8 PC3 se ha averiado, pensaba colocarle dos módulos de memoria de 4GB cada uno,i pregunta es si es compotible con la placa base N 1996 que lleva?.Gracias.

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