Windows 10 V1809: Ursache für Rollout-Stopp erklärt

Microsoft hat sich bezüglich des Fehlers der verschwundenen Dateien bei Windows 10 Oktober 2018 Update (V1809) erklärt und eine revidierte Fassung für Windows Insider im Fast- und im Slow-Ring freigegeben. Zudem ab es ein Update für bestehende Installationen. Zeit, einen Blick auf die Sachlage zu werfen.


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Stopp des Rollouts: Was war passiert?

Ab dem 2. Oktober 2018 konnten Windows 10-Benutzer ja das Funktionsupdate auf das Windows 10 Oktober 2018 Update (V1809) per Update-Suche anstoßen. Es gab allerdings Nutzer, die behaupteten, dass ihnen dieses Funktionsupdate automatisch angeboten wurde.

Windows 10 Oktober 2018 Update (V1809) Auto-Update

Der obige Auszug aus einer Facebook-Diskussion zeigt einen solchen Fall. Das wäre ja alles kein Problem, wenn da nicht ein gravierender Bug in der ausgelieferten Build 17763.1 gewesen wäre: Bei manchen Nutzern waren nach dem Funktionsupdate die Benutzerordner verloren.

Stopp des Rollouts

Neben einer Reihe an Bugs, die ich im Blog-Beitrag Windows 10 V1809: Bekannte Probleme – Teil 1 angesprochen hatte, führten die Berichte über die verschwundenen Benutzerdateien dazu, dass das Rollout des Funktionsupdates auf das Windows 10 Oktober 2018 Update (V1809) gestoppt wurde. Ich habe das im Blog-Beitrag Bauchlandung mit Windows 10 V1809: Rollout gestoppt thematisiert.

Vermutung zu den Ursachen

Sofort begannen die Spekulationen, was denn die Ursache für den Verlust von Benutzerdateien sein könne. Eine Ursache wurde in der neuen Datenträgerbereinigung (Disk Cleanup) samt Storage Sense vermutet. Tero Alhonen wies per Tweet auf diesen Umstand hin.

Immer wenn der freie Speicherplatz knapp wird, springt die Funktion an und löscht den Inhalt des Download-Ordners. Eine Funktion, die eng mit dieser Geschichte zusammen hängt, ist ‘Known Folder Direction’. Mittels der Funktion kann der Nutzer aufgefordert werden, seine Dateien aus bekannten Profilordnern wie Dokumente, Bilder, Videos etc. auf OneDrive zu verlagern und dort zu sichern. Das lässt sich über Gruppenrichtlinien steuern. Microsoft hat hier was dazu geschrieben.


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Andere Spekulationen gingen dahin, dass Gruppenrichtlinien, die temporäre Benutzerprofile erzwingen und diese dann löschen, die Ursache für den Datenverlust sein könnten. Bei reddit.com gibt es hier eine Diskussion und Microsoft hat hier was zu Mandatory User Profiles geschrieben.

Probleme waren längst bekannt

Es muss leider auch erwähnt werden, dass Microsoft über das Insider Programm die Probleme mit den verlorenen Benutzerdaten mehrfach gemeldet wurden. Ich habe das im Blog-Beitrag Bauchlandung mit Windows 10 V1809: Rollout gestoppt mit erwähnt und bei heise.de gibt es diesen Artikel zum Thema. Alleine, es ist nichts passiert.

Microsoft erklärt das Problem

Die Nacht deutete sich bereits bei einem freigegebenen Update an, dass Microsoft eine der Ursachen für den Datenverlust gefunden hat. Zudem hat man einen Artikel mit Erklärungen zum Problem veröffentlicht.

Update KB4464330 für Windows 10 V1809, ein Fix für das Problem

Das kumulative Update KB4464330 für Windows 10 V1809 hebt nicht nur die OS-Build auf 17763.55. Die Liste der Fixes besagt auch (siehe Patchday Windows 10-Updates (9. Oktober 2018)):

Addresses an issue where an incorrect timing calculation may prematurely delete user profiles on devices subject to the “Delete user profiles older than a specified number of day” group policy.

Das ein Fix für die verschwundenen Benutzerdateien, die durch einen Bug in der Zeitberechnung zum Löschen älterer Dateien verursacht wurde. Microsoft schreibt, dass dieses Löschen durch Gruppenrichtlinien veranlasst wurde.

Insider erhalten den Fix im Slow und Fast-Ring

In einem Tweet weist @windowsinsider darauf hin, dass man zwei neue Builds 17763.17 und 17763.55 mit einem Fix für das Problem der gelöschten Dateien freigegeben habe. Tero Alhohnen fasst es in diesem Tweet etwas besser zusammen.

Im Windows Blog gibt es einen neuen Eintrag, der die aktualisierten Builds für die Windows Insider ankündigt. Microsoft will jetzt beobachten, ob die Fehler behoben sind. Tritt kein neuer Fall auf, wird Microsoft die Windows 10 V1809 wieder für die Allgemeinheit freigeben.

Die ausführlichere Erklärung Microsofts

Microsoft gibt im Windows Blog an, dass nur ‘sehr wenige’ Benutzer von diesem Datenverlust betroffen gewesen seien (man beziffert es auf 0,01% der Benutzer). Vorsichtshalber habe man das Rollout gestoppt.

  • Das Problem trat, laut Microsoft, auf, wenn die Umleitung von bekannten Ordnern (Known Folder Redirection, KFR) zuvor aktiviert war, aber die Dateien noch am ursprünglichen “alten” Ordner verblieben, obwohl eigentlich alles zum neuen, umgeleiteten Speicherort verschoben werden solle.
  • Known Folder Redirection ist der Prozess der Umleitung der bekannten Ordner von Windows einschließlich Desktop, Dokumente, Bilder, Screenshots, Videos, Kamerarolle, etc. vom Standardordner, c:\users\username\username\<ordnername>, zu einem neuen Ordner.

Dann gibt man einige Erklärungen ab, wann Benutzerdaten gelöscht wurden. Hier die betreffenden Bedingungen.

  • Der Benutzer hat einen bekannten Ordner mittels Known Folder Redirection auf ein anderes Laufwerk umgeleitet. Das ist der Fall, wenn die freie Kapazität auf Dem Laufwerk C zu gering wird und man Dateien separat auf einem anderen logischen Laufwerk auslagern will. Dazu erstellt man einen Ordner wie z.B. D:\documents und ändert den Speicherort des bekannten Ordners der Dateien vom ursprünglichen alten Speicherort c:\users\username\documents in D:\documents. Wurden die Dateien, angeblich nur in einigen Fällen, nicht von c:\users\username\documents nach D:\documents verschoben, trat der Datenverlust beim Update auf die V1809 auf, da der ursprüngliche “alte” Ordner mit den Dateien gelöscht wurde.
  • Der Benutzer hat einen oder mehrere seiner bekannten Ordner (Desktop, Dokumente, Bilder, Screenshots, Videos, Kamerarolle, etc.) konfiguriert, um sie in einen anderen Ordner auf OneDrive umzuleiten (KFR). Beispielsweise hat der Benutzer die Standorteigenschaft des Dokumentenordners von c:\users\username\documents in einen anderen Ordner geändert. Während dieses Vorgangs fordert das System den Benutzer auf und fragt ihn, ob er die Dateien an den neuen Speicherort verschieben möchte.  Wenn die Dateien nicht verschoben wurden und das Oktober 2018 Update installiert wird, löscht dies den ursprünglichen “alten” Ordner einschließlich der Dateien in diesem Ordner.
  • Der Benutzer verwendete eine frühere Version des OneDrive-Clients und schaltete die Funktion zum automatischen Speichern anhand der OneDrive-Einstellungen ein. Diese Funktion hat zwar die Ordnerumleitung (KFR) für die Ordner Dokumente und/oder Bilder nach Wahl des Benutzers aktiviert. Aber die vorhandenen Dateien wurden nicht vom ursprünglichen “alten” Speicherort an den neuen Speicherort verschoben. Hat ein ein Benutzer beispielsweise Auto Save für Bilder aktiviert, wird der Speicherort des Ordners Pictures von c:\users\username\pictures zwar auf c:\users\username\username\onedrive\pictures geändert. Aber es werden keine Dateien verschoben. Die aktuelle Version des OneDrive-Clients verschiebt die Dateien. Auch hier löscht die Installation des Funktionsupdates die alten Benutzerdateien.

Microsoft gibt an, dass man alle drei oben skizzierten Szenarien ausführlich untersucht und die Probleme gefixt habe.

Unterstützung für betroffene Benutzer

Betroffene Kunden sollten das Gerät nicht mehr benutzen. Um betroffenen Kunden zu helfen, bietet der Microsoft-Support entsprechende Unterstützung an. Nach meiner Lesart dürfte es darauf hinaus laufen, dass man eine Datenwiederherstellung auf NTFS-Dateisystemebene mit entsprechenden Tools versucht. Das soll auch in Microsoft Einzelhandelsgeschäften möglich sein.

Allerdings scheint das Ganze ziemlich auf die USA bezogen zu sein. Man kann aber auf dieser Microsoft-Seite die Nummer des Supports heraussuchen und sein Glück versuchen. Auch im Artikel KB4464619 gibt es einige Hinweise im Abschnitt ‘Workarounds’.

Meine 2 Cents: Die Implikationen

Geht man die Geschichte rational durch, ergeben sich für mich als außenstehender Beobachter schlicht mehrere Implikationen.

Das Windows Insider Programm einstampfen

Microsoft fährt einen riesigen Ast mit seinem Windows Insider Programm. Fast jede Woche werden eine oder zwei Builds rausgehauen. Und in der Endphase vor Veröffentlichung eines Funktionsupdates gibt es dann mit dem Fast-Ring und dem Skip Ahead-Ring sogar zwei Entwicklungszweige zum Testen.

Hand auf’s Herz: So etwas testet doch kaum noch jemand – und die Zahl der heftigen Böcke bei Insider Preview-Builds – immer mit ‘das ist eine Insider Preview, da darf das passieren’ – lädt auch nicht gerade zum intensiven Testen ein. Die Frequenz, mit der Insider Previews rausgehauen werden, ist Schaumschlägerei und selbst verursachtes Leid seitens Microsoft.

Zweiter Aspekt: Microsoft wirbt ja immer für seinen Feedback-Hub. Aber einmal ist es aus meiner Sicht Mist, dass dieser nur über Windows 10 und eine App überhaupt angesehen und beschickt werden kann. Ich findet da kaum was. Des weiteren wurden dieses Mal die Probleme ja mehrfach im Feedback-Hub gemeldet, ohne dass jemand von Microsoft sich dafür interessierte. Microsoft schreibt zwar in seinem Blog-Beitrag für Insider:

To help us better detect issues like this, today we have enabled a new feature in the Windows Insider Feedback Hub. We have added an ability for users to also provide an indication of impact and severity when filing User Initiated Feedback. We expect this will allow us to better monitor the most impactful issues even when feedback volume is low.

Man schraubt ein neues Balkönchen an den Feedback Hub an, damit die Leute genauer angeben können, wie wichtig ein gefundener Fehler sei. Aber man bekommt keine besseren Ergebnisse, indem man das Rauschen erhöht. Die Nadel im Heuhaufen findet sich nicht leichter, wenn man den Haufen vergrößert!

Martin Geuß hat es vor einigen Tagen bereits im Artikel Das Windows Insider Programm kann dann auch weg artikuliert:

Ich habe ganz ehrlich gesagt meine Zweifel, ob die derzeit handelnden Personen im Insider Programm überhaupt die richtigen sind. Seit dem Weggang von Gabe Aul verkommt das Programm mehr und mehr zu einer albernen Party rund um Ninja-Cats und Taco-Hats.

Wenn die Akteure bei den Webcasts gackernd und kreischend wie ADHS-Kids nach dem neunten Schokoriegel vor der Kamera agieren, dann ist das wirklich zum Fremdschämen. Dass sie das dürfen, ohne intern zurückgepfiffen zu werden, sagt uns leider auch ziemlich viel über den Status von Windows. Die Leute haben Narrenfreiheit.

Diesen Eindruck habe ich persönlich bereits seit einigen Jahren aus Produktgruppeninteraktionen mit dem Windows-Team. Es gab sehr gute Sessions, wo Leute ‘Substanz bewiesen’. Aber es gab auch die Sessions, wo ich nach 5 Minuten entnervt die Verbindung getrennt habe, weil der Kindergarten nicht zu ertragen war.

Martin weist in seinem Beitrag darauf hin, dass es nicht das erste Mal war, dass solche Pannen passieren. Und er erwähnt, dass man das Insider-Team beim Umbau der Windows-Organisation im Frühjahr zunächst zu Scott Guthrie verlagerte. Kurz darauf wurde das Programm aber zu Joe Belfiore „abgeschoben“. Martin schreibt: Das signalisiert eben, dass man vom Insider Programm nicht unbedingt einen technischen Beitrag erwartet. Mehr brauche ich nicht hinzuzufügen – das Insider Programm ist unnütz und bringt nichts.

Windows as a service fährt vor die Wand

Wir haben jetzt das sechste Funktionsupdate für Windows 10 bekommen. Eigentlich gab es bei jedem Funktionsupdate gravierende Bugs, die schlicht nicht, oder sehr spät behoben wurden. Und jedes Funktionsupdate bringt neue Bugs.

Microsoft hechelt in der Entwicklung am halbjährlichen Release-Zyklus für Funktionsupdates entlang und verschleißt sich darin, das Ausmerzen von Fehlern sowie das Bereitstellen neuer Funktionen auf die Reihe zu bekommen. Nüchtern betrachtet packen die beides nicht. Wir bekommen mit den Funktionsupdates Features, die kaum ein Anwender braucht, ersticken aber in der Praxis in Bugs.

Die ganz Alten unter meinen Blog-Lesern erinnern sich möglicherweise noch schwach an sehr ferne Zeiten in der Vergangenheit. Da wurde ein Windows NT, XP, Windows 7 nach längerer Entwicklungszeit und ausgiebigem Beta-Test freigegeben. Das enthielt zwar meist noch Bugs, aber die Leute hatten die Kontrolle, wann umgestiegen wurde. Nach ein bis zwei Jahren gab es dann ein Service Pack, mit dem diese Bugs korrigiert und ggf. einige neue Funktionen eingeführt wurden. Administratoren konnten mit Blocker-Tools die Installation eines Service-Packs problemlos auf den Clients verzögern, bis Microsoft der Meinung war, dass das Service Pack stabil genug wäre, um allgemein verteilt zu werden. Hintergrund war auch, dass dann Updates für die Altversion eingestellt wurden.

Es mag zwar sein, dass wir in einer neuen Zeit legen und neue Funktionen öfters ausgerollt werden könnten. Aber nicht auf der Basis dessen, was wir momentan erleben. Hier lässt sich ganz klar festhalten: Stampft das halbjährliche Funktionsupdate-Gedöns ein, und versucht alle ein bis zwei Jahre ein sauber getestetes Update für Windows 10 anzubieten. Alles, was ihr bei Microsoft meint, als neue Features anbieten zu müssen, könnt ihr ja als optionale Pakete zum Download bereitstellen. Oder wie seht ihr das?

Kleine Ergänzung: Die US-Journalistin Mary Foley hat sich in einem ZDNet-Artikel mit ähnlichen Gedanken gefasst (siehe obiger Tweet).

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31 Kommentare zu Windows 10 V1809: Ursache für Rollout-Stopp erklärt

  1. KPK sagt:

    Betroffene Benutzer lt. Windows Blog: “While the reports of actual data loss are few (one one-hundredth of one percent of version 1809 installs),…”
    Das ist m.E. deutlich weniger als 1%, nämlich ein Hundertstel eines Prozents, oder?

  2. Macintom sagt:

    Moin!

    Meines Erachtens nach ist diese ganze “Ring”-Konstruktion sowieso nicht zielführend wenn im Vorfeld keine exakte Qualitätskontrolle seitens MS erfolgt. Man kommt sich, wenn ein neues Feature-Update kommt, eher wie ein Betatester vor.

    Nun gut, es zeigt sich daß das Updatemodell bei Windows 10 Mist ist wenn alle sechs Monate ein neues OS installiert wird. Wann lernt MS aus dem Package-Modell von Linux? Da ist es mir noch nie passiert daß die Kiste nicht mehr läuft oder Daten verschwunden sind.
    Kann aber auch daran liegen das Linux kein Interesse am /home hat. Bei MS ist das ja bekanntlich anders ;-)

  3. Mich@ sagt:

    eben hat sich 1(!!) Client gemeldet das er neugestartet werden möchte. Herzlichen Gwunsch – Das neue Feature Update ist angekommen.. WTF? Dachte ms hat die Verteilung gestoppt?

    • Günter Born sagt:

      Einen muss es ja immer treffen ;-).

      Entweder hat MS das alles wieder freigegeben (der Blog-Beitrag für Insider deutet das nicht an) – oder es ist ein Fehlerchen passiert – statt Fast/Slow Ring für Insider meint ein Client das Funktionsupdate auch ohne Insider Status verbreiten zu dürfen. Wer blickt schon durch, welche Bits und Cache-Einstellungen Windows Update abklappert, um ein Update-Paket von den MS-Servern herunterzuladen (gibt ja viele Balkone a la usoclient & Co., die für Updates sorgen sollen).

  4. Windoof-User sagt:

    Das “Insider”-Programm war nur ein Testlauf. Microsoft hat nun wie geplant die nächste Stufe aktiviert und das “Insider”-Programm auf die breite Masse ausgedehnt. Wer nicht der Gemeinde der nur mittelmäßig Begabten beitreten und Microsoft kostenlos seine Dienstleistung anbieten will, sollte die Installation neuer Windows 10 Versionen verschieben, bis eine ausreichende Stabilität und Qualität erreicht ist. Da die Windows 10 Installationspakete laufend aktualisiert werden, hat man sich dann auch mit weniger Windows Updates auseinanderzusetzen. In Windows 3.11/95/98/ME-Zeiten war es auch nicht anders. Auch damals lieferte Microsoft nur Schrott.

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  6. Bolko sagt:

    Es gibt noch mehr Testringe außer Fast- und Slow-Insider:

    Die Testringe sind :

    1. Canary (daily build)
    2. OSG
    3. Microsoft
    4. Fast
    5. Slow

    6. Release-Preview
    7. Auslieferung in Wellen, die man im Fehlerfall auch stoppen kann.

    Windows 10 Test-Ringe(Quelle: Microsoft)

    Bild auf OneDrive

    • Günter Born sagt:

      Danke, ich habe mal das Bild direkt eingebunden – war u.a. im Beitrag hier mal erklärt worden. Wobei der Release Preview-Ring nicht in obiger Grafik enthalten ist.

      Und im Grunde müsste man zwei weitere Ringe einzeichnen: Einen für die Guinea Pig-Tester (aka Win 10 Home-Nutzer) und einen für die Tester in Unternehmen, die einen SAC-Build in ihre Testumgebung aufnehmen, wenn eine Windows 10-Version SAC-ready deklariert wurde – oder irre ich mich.

      • Windoof-User sagt:

        Auch Windows 10 Home-Nutzer können das “Feature Upgrade” via Registratur blockieren und sich somit der Zwangsarbeit bei Microsoft entziehen.

  7. Bernhard Diener sagt:

    Moin.

    “Eigentlich gab es bei jedem Funktionsupdate gravierende Bugs, die schlicht nicht, oder sehr spät behoben wurden. Und jedes Funktionsupdate bringt neue Bugs” – da stimme ich zu, jedoch ist “gravierend” relativ. Für den Großteil der Nutzer @home und @work sind diese meiner Einschätzung nach nicht gravierend.

    “Wir bekommen mit den Funktionsupdates Features, die kaum ein Anwender braucht, ersticken aber in der Praxis in Bugs” – auch das ist relativ zu sehen. Viele der eingebauten Features stammen aus Nutzerwünschen. Eine Bewertung, ob die angenehmen Seiten der regelmäßigen Updates überwiegen, muss jeder selbst treffen und dann einstellen, wie oft er diese bekommt.

    “Da wurde ein Windows NT, XP, Windows 7 nach längerer Entwicklungszeit und ausgiebigem Beta-Test freigegeben. Das enthielt zwar meist noch Bugs, aber die Leute hatten die Kontrolle, wann umgestiegen wurde” – wie, du hast nicht die Kontrolle gehabt, wann du auf Win10 umsteigen wolltest? Ich schon. Oder geht es um Servicepacks? Da hattest Du auch damals nur in Grenzen Kontrolle, nämlich bis zum Ablaufdatum des Lifecycles des Servicepacks.

    “Nach ein bis zwei Jahren gab es dann ein Service Pack, mit dem diese Bugs korrigiert und ggf. einige neue Funktionen eingeführt wurden” – als wären hier damals nicht auch dutzende Bugs pro Servicepack neu eingeführt worden… lässt sich alles noch jetzt recherchieren.

    “Administratoren konnten mit Blocker-Tools die Installation eines Service-Packs problemlos auf den Clients verzögern, bis Microsoft der Meinung war, dass das Service Pack stabil genug wäre, um allgemein verteilt zu werden” – auch jetzt kannst Du diese Feature-Updates ein Jahr lang aussetzen. In Unternehmen, die meist mit WSUS arbeiten, sogar 18 Monate (bis zum Ablauf des Updatesupportes) für Pro und 30 Monate für Enterprise – das sind Zeiträume, wie es sie schon bei Win2k gab. Ich sehe da kein Problem.

    “Alles, was ihr bei Microsoft meint, als neue Features anbieten zu müssen, könnt ihr ja als optionale Pakete zum Download bereitstellen” – genau so machen sie es ja bereits: es ist optional, jedoch mit dem Haken, dass der Opt-In default ist und man aktiv werden muss, um ihn zu entfernen.
    HKLM\Software\Policies\Microsoft\Windows\WindowsUpdate
    DeferFeatureUpdates
    bzw. GPO Select when Feature Updates are received ->Semi annual ->Verzögerung eintragen.
    (1 Jahr zu warten ist also bei Bedarf möglich)

    • Günter Born sagt:

      Ich sehe schon, es hat sich nix geändert und alles ist gut ;-)

      • Bernhard Diener sagt:

        Oh, das ist deine Antwort? Du schreibst zu diesem Thema sehr einseitig. Da hat sich auch nichts geändert. Jede Woche wird in die selbe Kerbe gehauen – aus meiner Sicht.

        • Ingenieurs sagt:

          Stimmt. Deine Methode ist ja soooooooo unglaublich Allgemein und verständlich für die große Masse der Kunden.
          Die meisten die Windows benutzen wissen nichtmal was die Regsitry ist. Diese Nutzer ärgert es aber ebenfalls wenn nach einem Update ihre ganzen Dokumente gelöscht wurden.

        • Windoof-User sagt:

          Hat Microsoft etwas Besseres verdient? Objektiv betrachtet sicherlich nicht. Wer kriminelle Handlungen begeht und zudem die Endverbraucher wie Zwangsarbeiter behandelt, muss mit Schimpf und Schande leben.

        • anthropos sagt:

          Nett gemeinte Ausführungen, aber Dich sollte zweifeln lassen, wenn Leute so von der Vergangenheit schwärmen, auch wenn immer noch im Netz all die Hilferufe zu lesen sind.

          Es kommt nicht darauf an, wie etwas war, sondern wie die Leute es sich noch vorstellen können. Nur das ist für die Leute von Bedeutung.

          Das Chaos, das früher in größeren Happen weniger oft vorfiel, das erleben wir heute nur öfter und in kleineren Happen.

          Daneben gilt hier das Axiom, dass Windows 7 das letzte echte Windows war, das seriöse, alles danach ist ein Bastard und zu verdammen.

          Erinnere Dich an den Film Good Bye Lenin!, da hätte man die Mutter auch nicht überzeugen können, man konnte nur warten auf das Ende und bis dahin sie in ihrer Delusion belassen.

    • Bolko sagt:

      Das geht bei Home nicht:

      “GPO Select when Feature Updates are received ->Semi annual ->Verzögerung eintragen. (1 Jahr zu warten ist also bei Bedarf möglich)”

  8. Genervt! sagt:

    Ich könnte auch nur noch kotzen mit Microsoft und seiner Updatepolitik!
    Habe eine nagelneue Kiste hier stehen, HP ProDesk 400, mit frisch installiertem 1809, komplett jungfräulich. Nach dem Update auf KB4464330 wird ein Neustart verlangt, mache ich diesen, kommt ein BSOD mit der Fehlermeldung “WDF Volation”, und mit der Kiste lässt sich nix mehr anfangen. Zurücksetzen funktioniert nicht, Wiederherstellen funktioniert nicht, Reparatur funktioniert nicht, es funktioniert gar nix mehr..Versuche jetzt eine Neuinstallation mit 1803..

  9. gs sagt:

    Laut Golem gibt´s wohl keine brauchbare Unterstütung zur Datenwiederherstellung:

    “Golem.de wurde von einem betroffenen Windows-10-Nutzer darauf hingewiesen, dass zumindest der deutsche Microsoft-Support nichts in dieser Richtung unternehme.
    In einem Golem.de vorliegenden Chat-Verlauf wurde immer wieder nur empfohlen, das Betriebssystem neu zu installieren. Es gab keine Angebote, gelöschte Daten wiederherzustellen. Als sich der Kunde gestern telefonisch nochmals an den Microsoft-Support wandte, um die verlorenen Dateien wiederzubekommen, wurde er nur an professionelle Datenrettungsunternehmen weitergeleitet – die entsprechenden Kosten müsste der Kunde dann selbst tragen. Es ist derzeit nicht bekannt, ob das ein Einzelfall ist.”

    https://www.golem.de/news/windows-10-ursache-fuer-datenverluste-durch-update-gefunden-1810-137030.html

  10. Uwe Kernchen sagt:

    Rein aus technischer Sicht hätte ich bei vielen PCs keinen Grund,
    von Windows 7 weg zu gehen.
    Das System ist gut geeignet für die meisten gewerblichen Anwender.
    Es ist stabil, ich verstehe halbwegs was das System macht und ich kann es ohne Internet-Kontakt betreiben.
    Sicher ist USB3 &Co. schön, aber das ist kein Argument für ein völlig andersartiges Windows.
    Nun läuft aber der erweitere Support aus und will ich verantwortungsvoll handeln, muss ich wohl wechseln.
    Die Update-Zyklen sind auch für mich eine der stärksten Hindernisse am sinnvollen Einsatz von Windows 10.
    So gesehen kann ich Günthers Statement voll unterstützen.

    • Bolko sagt:

      Bei Windows 7 kann man auch USB 3 haben.
      Einfach Treiber mit dism in die boot.wim und die install.wim einbauen.

      • Ingenieurs sagt:

        Oder einfach die Treiber nach der Installation installieren?!

        • Bolko sagt:

          Das funktioniert nicht bei neuerenPCs, weil die bei USB nur noch das xHCI-Protokoll unterstützen, Windows 7 aber kein xHCI versteht. Das gilt auch für USB 2.
          Man kann also Windows 7 nicht installieren, also auch nachträglich keine USB Treiber installieren.

  11. Andy sagt:

    Man sollte Privatkunden auch die Unternehmenslizenzen LTS zu vernünftigen Konditionen anbieten. Die Feature-Updates bzw. -Upgrades nerven einfach.

  12. Roland Moser :-) Otto Normalverbraucher sagt:

    “…Alles, was ihr bei Microsoft meint, als neue Features anbieten zu müssen, könnt ihr ja als optionale Pakete zum Download bereitstellen. Oder wie seht ihr das?…”
    Ich sehe es auch so?
    Dann noch eine Frage zur Speicheroptimierung (Einstellungen – System – Speicher): Die sieht bei mir gleich aus, wie vor dem Update auf 1809. Habe ich am falschen Ort gesucht?

  13. oli sagt:

    Ein neuer Build pro Jahr, 3 Jahre Support für jeden Build. Damit könnte ich mich abfinden.

    Ich werde jetzt anfangen, LTSC 2019 in der Domäne ausgiebiger zu testen, nachdem nun der Bug ums GPP-Drivemapping demystifiert ist. Da kommt nen Firefox drauf, nen Office-Paket und dann hab ich hoffentlich 5 Jahre Ruhe (mit Glück sogar 10Jahre). MS kann mich mal und die angeblich so gravierenden Nachteile der LTSC-Version wiegen nichtmal im Ansatz so schwer, wie die Risiken durch Upgrade-Installationen. Es mag ja sicherlich Einsatz-Szenarien geben, wo LTSC nicht in Frage kommt (man denke mal an die ganzen Gamer, z.B. gibts Raytracing-Support erst ab v1809). Aber für 0815-Internet-Office-Otto hat LTSC alles, was es braucht. Alles andere ist Ballast und potientielle Sicherheitslücke.

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