Windows 7/8.1 Skylake-Support bis 2018–Schnee von gestern–Unterstützung bis 2020/2023

Microsoft will Systeme mit Skylake-Architektur unter Windows 7 SP1 und Windows 8.1 auch über das Jahr 2018 hinaus unterstützen, so die neuste Botschaft aus Redmond. Hier einige Informationen, Spekulationen und Gedanken, frisch von der Leber gebloggt.

Frohe Kunde für Nostalgiker, die nicht von Windows 7 SP1 und Windows 8.1 lassen wollen oder können. Alles wird gut, Om …

Rückblick: Die Ansagen von Microsoft (aka “das Geschwätz von gestern”)

Es erinnert schon ein wenig an “waterboarding” für Windows 7/8.1-Anwender. Vor 8 Monaten, also im Januar 2016 gab es von Microsoft die erste Ansage an die Nutzer von Windows 7 SP1 und Windows 8.1. Zur Vorbereitung auf das Windows 10 Upgrade informierte man die Nutzerschaft, dass bald die Hütte brenne:

Through July 17, 2017, Skylake devices on the supported list will also be supported with Windows 7 and 8.1. During the 18-month support period, these systems should be upgraded to Windows 10 to continue receiving support after the period ends. After July 2017, the most critical Windows 7 and Windows 8.1 security updates will be addressed for these configurations, and will be released if the update does not risk the reliability or compatibility of the Windows 7/8.1 platform on other devices.

Ab 17. Juli 2017 gäbe es keine Unterstützung mehr für Skylake-Systeme mit Windows 7 SP1 und Windows 8.1. Ich hatte das im Artikel Microsoft kündigt Änderungen im Support für Windows 7/8.1 an thematisiert. Den Skylake-Support sollte es nur für ausgesuchte Maschinen geben, und die Liste hat Microsoft auch geliefert (siehe Skylake-Support für Windows 7/8.1: Liste veröffentlicht).

Im Artikel Skylake-Unterstützung bis 2018 für Windows 7 SP1/8.1 von Mitte März 2016 kam Microsoft dann mit der Botschaft, dass die Skylake-Unterstützung für Windows 7 SP1 und Windows 8.1 immerhin bis 2018 gewährleistet sei.

Skylake-Support für Windows 7 SP1/8.1 bis 2020 bzw. 2023

Im Blog-Post Updates to Silicon Support Policy for Windows hat Microsoft am 11. August 2016 nun klar gestellt, dass auch Windows 7 SP1 und Windows 8.1 auf Skylake-Architekturen bis zum End of Life unterstützt werden. Liest sich ziemlich verschwurbelt, weil Du dich zuerst durch die Lobeshymne, dass die “Enterprise customers are moving to Windows 10 faster than any version of Windows.” quälen musst, um dann zu erfahren, dass Unternehmenskunden noch einige wenige Systeme (a few systems) betreiben, die eine längere Zeit zum Umstieg benötigen. Und nach der Versicherung, dass Microsoft auf seine Kunden hört, folgt dann der Hinweis,

We have extended the support period from July 17, 2018 to the end of support dates for Windows 7 and Windows 8.1; and we will provide all applicable security updates.

Konkret bedeutet dies: Windows 7 SP1 wird auch auf Skylake-Systemen bis 14. Januar 2020 und beim Umstieg auf Windows 8.1 sogar bis zum 10. Januar 2023 unterstützt. Diese Daten hatte ich gerade vor zwei Tagen im Artikel Lifetime Support-Zyklen für Windows 10 aufgeführt.

Bleibt natürlich die Frage: Warum wird das jetzt bekannt, wo Microsoft im Januar und März das Ganze ja so pressierlich als “auf Windows 10 upgraden” dargestellt hat. Und kaum ist diese “Upgrade-Periode” am 29. Juli 2016 abgelaufen, heißt es Om, alles wird gut, war nicht so gemeint – wir können auch länger supporten – zumindest auf Maschinen dieser Hersteller

Erklärungsversuche: Intel hat Schuld

Bei Martin Geuß habe ich den Verweis auf diesen Petri.com-Artikel gefunden. Dort schreibt US-Autor Paul Thurrott, unter Verweis auf Microsofts-Obere, dass wohl Bugs und technische Probleme der Skylake-Plattform die Ansagen im Januar und März veranlasst hätten. O-Ton:

What I was told by highly-placed sources at Microsoft, however, was something much darker: Intel had delivered its buggiest-ever chipset in Skylake, and Microsoft struggled through the second half of 2015 to adjust Windows 10 so that it would work well on this hardware. (The reliability issues with Surface Book and Surface Pro 4 at likewise tied to Skylake.) The engineering effort required to bring Windows 7 and 8.1 up to speed was simply too great, I was told, and would require Microsoft to stop improving Windows 10 to make it happen.

Fast wäre ich versucht gewesen, begeistert “da haben wir den Salat” zu rufen – und Intel hat Schuld. Glücklicherweise habe ich dann noch ein paar abschließende Gedanken gehabt, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Vor ein paar Tagen hatte ich ja die Beiträge Apple und die “veralteten” Macs im Verkauf und Microsoft-Manager kritisiert Apple wegen Alt-Mac-Hardware im Blog. Dort ging es um das Thema, dass Apple alte Hardware zu ganz stolzen Preisen vertickt. Im letztgenannten Artikel wies ich auf die Fehler bei den Surfaces hin, die Microsofts Kunden plagen. Und nun fallen die Puzzle-Teile ins Bild – diese halbgaren Lösungen, die ständig rausgekippt werden, damit gräbt sich die Industrie in meinen Augen selbst das Wasser ab. Ich kriege jedes Mal einen Hals, wenn ich was neues als Ersatz kaufen muss und genau weiß, dass die Lebensdauer kürzer und die Macken häufiger sind als bei früheren Produkten.

Und nun zurück zu dem, was das Microsoft-Management dem lieben Paul so zugeflüstert hat. Ich verorte das nach etwas Nachdenken in die Kategorien “Märchen aus Tausend und einer Nacht”. Möglicherweise liege ich falsch (ich bin im kommenden Oktober 23 Jahre aus der Industrie raus und habe möglicherweise was übersehen) – aber nur mal so vor mich hin gemurmelt. Wenn ich begrenzte Entwicklerkapazitäten habe, ist es logisch, dass ich mich auf das aktuelle Windows 10 fokussiere, um die Skylake-Macken in den Griff zu bekommen. Dann kündige ich aber an: “Leute, momentan können wir Skylake auf Windows 7 SP1 und Windows 8.1 nicht supporten, wir versuchen da ein paar Dinge zu klären”. Wenn ich aber ein Statement rausgebe, dass der Support von “heute auf bis 2017” gegeben ist und dann endet – dann nachschiebe, dass ich es mir anders überlegt habe und das Ganze bis 2018 weiter geht, dann wird das heikel. Und es lässt sich nicht begründen, dass ich keinen Entwicklerkapazitäten habe – denn die fehlten ja auch im Januar, im März und so weiter.

Wenn ich dann im August verkünde, es läuft der Support bis 2020 bzw. 2023, dann bleiben bei mir offene Fragen (warum nicht gleich so bzw. warum haben die nicht das Maul gehalten). Dass Microsoft nun massiv neue Entwickler eingestellt habe, konnte ich auch noch nicht lesen. Dass man die Weiterentwicklung von Windows 10 nun einstellt oder verlangsamt, um den Windows 7 SP1/Windows 8.1-Skylake-Support hochzufahren, habe ich auch noch nicht vernommen. Was dann vom Microsoft Management an Paul Thurrott durchgestochen wurde, ist nach meinem Gefühl entweder unter “keine Ahnung” oder “Märchenerzählerei” zu verorten. Oder wie seht ihr das?

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5 Kommentare zu Windows 7/8.1 Skylake-Support bis 2018–Schnee von gestern–Unterstützung bis 2020/2023

  1. Uwe sagt:

    Wer nach einem Jahr “ich schenk Dir was Neues und Besseres” immer noch 50% seiner Kunden in “alten teuren Kaufsystemen” hat und…

    …wer das vermeintliche Geschenk so ausliefert, dass 50% der “Zwangsbeschenkten” mit zum Teil erheblichen technischen Problemen zu kämpfen hat…

    der darf ruhig mal “Märchenonkel” genannt werden.

    Ich lese auch bei anderen Seiten wie Heise, ZDNet, deskmodder… mit und selbst Martin Geuß tue ich mir zur “Ausgewogenheit” manchmal an ;-)…

    …da bekommt man schon einen gesicherten Eindruck, warum man langfristig nicht mehr allein auf Windows/Office als kostenpflichtige MS-Produkte setzen kann. Aktuell auch Linux-Varianten mit testen kann das Bild schon kräftig abrunden.

    Deskmodder (wo sicherlich sehr viel dv-bewegliche unterwegs sind) hat eine für Microsofts Windows 10 sehr vernichtetende Umfrage gestartet:

    https://www.deskmodder.de/blog/2016/08/08/nachgefragt-verursacht-das-windows-10-anniversary-update-bei-euch-abstuerze-bzw-das-einfrieren-des-pcs/

    Lesestand aktuell:

    > 1000 Rückmeldungen also repräsentativ für die dv-beweglichen (die große Mehrheit hält sich ja weiter zurück)?

    Nur 41% der Beschenkten hatten keine Probleme 7% haben es erst gar nicht versucht und der große Rest hat sich mit der Installation zum Teil erhebliche Probleme eingehandelt.

  2. Das sind doch alles bloß Werbestrategien um möglichst viele User zum Neuen Betriebssystem zu locken, auch das Windows Insider Programm ist eine reine Werbestrategie “schaut mal bei uns lassen wir die Leute bei unseren Neuerungen nicht nur hinein schauen sondern auch noch mit arbeiten” und wer außer der Reihe tanzt dem werden noch ein paar Lügen, “äh Unwahrheiten” erzählt, eine Unwahrheit ist ja keine Lüge.
    Zb. Project Astoria fand ich eine Sau geile Idee war mit eine der Gründe wieso ich auf ein Windows Phone gewechselt bin, ist halt nun eingestampft worden, auch das Projekt Windows Phone bringt nicht den erwünschten Absatz dümpelt irgendwo bei 2,5% Nutzerzahlen herum.

    Im Hintergrund drückt Apple, RemixOS und Linux auf den Markt, da sollte es doch wenigstens bei Windows 10 möglich sein viele Nutzerzahlen vorzuzeigen zu können, die Industrie und die Hersteller schauen ziemlich genau auf die Nutzerzahlen und Nutzerzufriedenheit ihrer Kunden, das hat man vor allem bei Vista als auch bei Windows 8 sehr genau feststellen können.

    Bei Android Nutzern regt sich ja auch kein echter widerstand dagegen das Google den Usern bis auf die Toilette folgt, hatte gerade neulich gelesen das viel Nutzer auch auf den Toiletten WLAN haben wollen.

    Nun gut die User die sich mit OEM PCs abgeben sind fast uninteressant die können ja fast nicht anders, aber bis Anfang Juni war es auch bei Dell schwierig an Zertifizierte Windows 10 Treiber heran zu kommen, nur auf persönliche anfrage hab ich welche für einige Rechner bekommen.
    Seit Mitte Juni lieferte Dell auch PCs mit Windows 10 aus.

    Im Januar hatte ich kurzfristig einen umstieg auf eine Volumen Lizenz für 50PCs von Windows 10 und Office 2016 nachgedacht um einfach den ganzen aufwand an 3 unterschiedlichen Standorten zu verringern, nach ein paar Telefonaten war die ganze Sache wieder vom Tisch, des kostet ja Unsummen die sich ein Mittelständiges Unternehmen gar nicht leisten kann, jetzt haben wir zumindest neue i5 4Kerner PCs mit Windows 10 Pro und darauf je ein Office 365 Premium vom Saturn im 5er Stack für 119,-€ und ich hab wieder mehr Arbeit als mir lieb ist.

    In 2-3 Jahren wird von den Usern kaum noch jemand über den umstieg auf Windows 10 groß reden und über die großen Upgrade nachdenken weil es Usus geworden ist, zumindest glauben das die Leute vom Microsoft.

    Ich werde übrigens ende des Monats auch auf ein neues Skylake System i7-6700K mit 32GB Arbeitsspeicher, eine M.2/​M-Key PCIe 3.0 x4 und einer GTX 1070 umstellen vor allem wegen dem mehr bedarf an Arbeitsspeicher, hatte neulich eine Fehlermeldung wegen zu wenig verfügbaren Arbeitsspeicher was mich nun zum Handeln zwingt.

  3. Pater sagt:

    Ich habe einen Medion AKOYA mit Intel Core i3-380M Prozessor und nutze Win 7 Professional. W 10 (1511) betreibe ich parallel als VHD-Installation zum Test.
    Wie lange kann ich denn ohne Skylake-Prozessor nach derzeitigem Stand noch auf Sicherheit-Updates bei Win 7 setzen ? Gilt für mich auch der 14.01.2020 oder nur für Win 7 mit Skylake-Prozessoren ?

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