Bricht Cambridge Analytica Facebook das Genick?

Die Firma Cambridge Analytica hat 50 Millionen Datensätze von Facebook-Nutzern abgezogen und zum Profiling im US-Wahlkampf verwendet. Nun kommen immer weitere Einzelheiten ans Tageslicht und das Ganze wächst sich zum öffentlich diskutierten Datenskandal aus. Dieser Datenskandal von Facebook und Cambridge Analytica könnte der letzte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Hier ein Abriss der Nachrichtenlage.


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Facebook, zum Erfolg verdammt

Facebook ist das größte soziale Netzwerk dieses Planeten, welches aber als ‘One Tricky Pony’ so gut wie ausschließlich von seinen Werbeeinnahmen abhängig ist (ist). Daher ist Facebook zum Erfolg verdammt und muss einerseits versuchen, die Leute möglichst lange auf der Plattform zu halten. Auf der anderen Seite versucht das Unternehmen, möglichst viel über seine Benutzer herauszufinden, um über Profile Werbetreibenden passgenaue ‘Kunden für Anzeigen’ zu präsentieren.

Diese Quadratur des Kreises ist für Facebook schon häufiger ins Auge gegangen und das Unternehmen ist die letzten Jahre kontinuierlich in der Kritik (siehe Deutsches Datenschutzrecht gilt auch für Facebook, und die Artikel am Ende des Beitrags). Spätestens seit der Übernahme von WhatsApp und dem Versuch, auch diese Benutzerbasis zum Datensammeln zu vereinnahmen, hat Facebook die Grenze für Datenschutzbehörden überschritten. Hinzu kommen technisch ungeschickt gemachte Lösungen, die Werbepartnern den Zugriff auf sehr sensitive Daten der Facebook-Nutzer ermöglichten.

Hinzu kommen ständig öffentlich werdende Vorfälle, in denen Facebook-Daten von Benutzern – unsauber – gehandhabt wurden. Vor ein paar Tagen ging die Meldung um, dass Facebook und WhatsApp in Spanien Strafe zahlen müssen (siehe Deutschlandfunk-Bericht). Und es steht ja der Verdacht im Raum, dass Facebook dazu benutzt wurde, die US-Präsidentschaftswahlen durch gekaufte Anzeigen und Fake-News beeinflusst zu haben. Bisher ist es Facebook aber gelungen, unter dem Radar weg zu tauchen oder die ‘Nadelstiche’ zu parieren.

Worum geht es?

Nun weitet sich aber das ‘Facebook US-Präsidentschaftswahlen’–Thema aus und könnte sich zur Existenzbedrohung auswachsen. Denn es wurde bekannt, dass die Analyse-Firma Cambridge Analytica die Profile von 50 Millionen US-Amerikanern von Facebook übernommen hat. Ein Teil der Datenübernahme war wohl auf Grund einer Vereinbarung zwischen Facebook und Cambridge Analytica gedeckt. Hintergrund: Die Firma betreibt Verbraucherforschung, wie Spiegel Online im Beitrag Was treibt eigentlich Cambridge Analytica? schreibt. Mithilfe von Datensätzen erstellt sie Persönlichkeitsprofile, die es möglich machen sollen, Werbung sehr genau auf die Menschen zuzuschneiden. Kunden sind Firmen aber auch Politiker im Wahlkampf. Und die ausgewerteten Facebook-Daten von 50 Millionen US-Amerikanern wurden wohl im US-Wahlkampf benutzt, um Trump zur Präsidentschaft zu verhelfen.

Ein Whistle Blower packt aus

Die Führung der Firma brüstete sich schon mal damit, dass sie sowohl den US-Präsidentschaftswahlkampf, als auch den Brexit entschieden hätten. Damals hielten Kritiker der Firma vor, das Ganze doch etwas übertrieben zu haben. Ein Whistle Blower, Christopher Wylie, hat jetzt dem Nachrichtenmagazin Observer gesteckt (Bericht im The Guardian), was beim US-Wahlkampf wirklich passierte. Die haben 1 Million US $ ausgegeben, um die Profile von 50 Millionen Facebook-Nutzern ohne deren Wissen im Auftrag von Trump-Berater Steve Bannon auszuwerten (siehe Spiegel Online-Bericht Spätere Trump-Berater sollen 50 Millionen Facebook-Profile illegal ausgewertet haben).

Das Ziel: Die Facebook-Daten von Menschen (einschließlich sexueller Orientierung und weiterer privater Informationen) zu psychografische Profilen kombinieren, um dann das Ergebnis zu verkaufen. Dabei ging man trickreich vor und bot die App thisisyourdigitallife an, mit der Benutzer einen ‘Persönlichkeitstest’ durchführen konnten. Dazu musste der Zugriff auf das Facebook-Konto erlaubt werden. 270.000 Nutzern haben diese Zustimmung Cambridge Analytica ab 2014 gegeben, wie Spiegel Online hier schreibt. Facebook hatte dies dem Entwickler der App, dem Cambridge-Wissenschaftler Aleksandr Kogan, erlaubt.

In diesem Bericht heißt es, dass die Wahlkampfslogans von Trump bereits 2014 durch Cambridge Analytica getestet wurden. Facebook stellt sich auf den Standpunkt, dass man belogen worden sei und die gesammelten Daten regelwidrig an Cambridge Analytica weitergegeben wurden. Die im Jahr 2015 geforderte Zusicherung von Cambridge Analytica und Kogan, die Daten zu löschen, wurde von diesen auch gegeben. Offenbar sind die Daten aber nicht gelöscht worden. Den Medien teilt der Wissenschaftler Kogan mit, dass Facebook ihn zum Sündenbock mache (siehe Exclusive: Scientist at center of data controversy says Facebook is making him a scapegoat). Ein deutschsprachiger Beitrag findet sich z.B. hier.


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Wieso aus den 270.000 Nutzern der App plötzlich 50 Millionen Facebook-Profile von US-Amerikanern wurden, wird dann so erklärt: Die App konnte nicht nur die Facebook-Profile der App-Nutzer, sondern auch die der Freunde – und wohl auch der Freundesfreunde lesen. Alexander Nix, der Chef der Firma Cambridge Analytica, prahlte damit, dass man “Psychogramme von allen erwachsenen US-Bürgern, 220 Millionen Menschen” erstellt habe.

Cambridge Analytica: Der Fisch stinkt vom Kopf her

Der Chef der Chef der Firma Cambridge Analytica, Alexander Nix, scheint eine eher schräge Figur gewesen zu sein, der gerne mit seinen Erfolgen prahlte. Nicht nur die im vorherigen Absatz kolportierte Aussage ist überliefert.

Einem investigativen Reporter berichtete Nix wohl, dass sein Unternehmen in verschiedenen Wahlkämpfen engagiert war, und welcher Methoden man sich dabei bediene. Zitat aus dem heise.de-Beitrag Cambridge Analytica: Chef prahlt mit Wahlbeeinflussung und Erpressungsversuchen:

seine Firma könne gegnerischen Kandidaten Geld anbieten und ein Video der Korrumpierbarkeit schnell im Internet verbreiten. Oder man könne “einige Mädchen zu seinem Haus schicken”, ukrainische Frauen seien etwa besonders schön: “Ich finde, das funktioniert immer sehr gut.”

(Quelle: YouTube.com)

Inzwischen ist Alexander Nix von seinem Unternehmen suspendiert worden (siehe). Dem Unternehmen und Facebook drohen nun Untersuchungen und Strafen in Milliardenhöhe (siehe auch und hier).

Facebook: Kein Opfer, sondern Komplize

Facebook sieht jetzt einen Hurrikan aufziehen, der das Unternehmen platt machen könnte und versucht sich als Opfer zu stilisieren, welches von Cambridge Analytica missbraucht wurde (siehe). Die Konten (Facebook, WhatsApp, Instagram etc.) des Whistle Blowers Christopher Wylie wurden gesperrt, da dieser ja an ‘illegalen Aktivitäten’ teilgenommen habe. Der Sicherheitschef von Facebook wurde kalt gestellt (siehe Machtkampf wegen Russlandaffäre: Facebook stellt Sicherheitschef kalt).

Weiterhin wurde Cambridge Analytica von Facebook von einer weiteren Kooperation ausgeschlossen (siehe auch Cambridge Analytica: Facebook schließt umstrittenes Unternehmen aus). Das wird aber wohl nicht helfen, denn die US-Verbraucherschutzbehörde sowie verschiedene Strafverfolger ermitteln gegen Facebook wegen des Datenskandals (siehe und hier). Auch deutsche Stellen kündigen Untersuchungen an (siehe).

Aber das Ganze, was wir jetzt wissen, scheint nur die Spitze eines Eisberges zu sein. Heise berichtet im Artikel  Ex-Manager bei Facebook: Datenskandal um Cambridge Analytica nur Spitze des Eisbergs, dass da möglicherweise Hunderte Millionen Nutzerprofile auf Facebook von ähnlichen Datenzugriffen wie dem kritisierten von Cambridge Analytica betroffen sind.

Kommen wir zum ‘Opfer’ Facebook. Sascha Lobo hat das Thema in dieser Kolumne aufgegriffen, indem er das Problem bzw. den Skandal im System Facebook verortet. Interessant fand ich den Artikel „Sie sind keine Opfer. Sie sind Komplizen“: Facebook nach Datenleck-Skandal im Kreuzfeuer auf Absatzwirtschaft, der die Gemengelage genau benennt. Und Spiegel Online weiß genau: Datenskandal bei Facebook: Der Riese kann sich nicht mehr verstecken. Da alle momentan auf den Zug aufspringen, fordert der EU-Datenschützer eine schärfere Regulierung der ‘datengetriebenen’ Wirtschaft.

Es könnte dem Riesen jetzt also erstmals ernsthaft an den Kragen gehen und Regulierung drohen. Facebook hat diesem Bericht zufolge, seit bekannt werden des Datenskandals einen Börsenwert von 50 Milliarden US $ verloren – wahrlich kein Pappenstiel. Investoren verklagen Facebook und auch der Kongress will Antworten von Marc Zuckerberg und dessen Management, wie man hier nachlesen kann.

Ich würde konstatieren, dass da was gewaltig aus der Kontrolle geraten ist und wir werden die kommenden Tage sicher noch einiges vernehmen dürfen. Vom WhatsApp-Gründer gibt es den Ratschlag, Facebook zu löschen. Ob das die Lösung ist? Ob man Facebook die Gräten einzieht, werden wir sehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Facebook ungeschoren oder mit einem blauen Auge davon kommt – speziell, wenn da weitere Leichen im Keller entdeckt werden. Und die Fantasien unserer Staatsministerin fürs Digitale, dass solche Geschäftsmodelle auch für Deutschland die Zukunft sind, könnte sich als Chimäre erweisen. Die kommenden Wochen, Monate und Jahre versprechen jedenfalls spannend zu werden – oder wie seht ihr das?

Ergänzung: Marc Zuckerberg war lange auf Tauchstation – die Nacht hat er sich wohl auf Facebook geäußert. Facebook wurde betrogen und so wurden in Folge die Facebook-Nutzer betrogen. Er räumt aber auch Fehler ein, Marcs Märchenstunde in Sachen Datenschutz lässt sich auf Facebook oder bei heise.de hier nachlesen.

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23 Antworten zu Bricht Cambridge Analytica Facebook das Genick?


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  2. Holger sagt:

    Weshalb sollte es jetzt zu ernsthaften Konsequenzen für Facebook kommen? Den meisten Nutzern ist es eh egal, was mit den von ihnen erzeugten Daten auf Facebook passiert. Also dürfte sich nur eine Minderheit tatsächlich ernsthafte Gedanken machen und davon dann noch weniger auch daraus Konsequenzen ziehen.

    Dass es unter der Trump-Administration zu Gesetzesänderungen kommt, halte ich für äußerst unwahrscheinlich. Bisher ist meines Wissens gegen kein Gesetz innerhalb der USA verstoßen worden. Da viele Unternehmen in den USA vom Datensammeln und der Datenweitergabe leben und möglicherweise genau wie Facebook selber unachtsam dabei vorgehen, denke ich nicht, dass diese Branche durch diesen Skandal ihre Felle wegschwimmen sieht. Daten sind das Gold der Zukunft. “Sag mir wie du denkst und ich sag dir, was du tun wirst”.

    Seien wir mal ehrlich, eine so tolle Wahlkampfhilfe, wie sie hier wohl Donald Trump und den Republikanern zur Verfügung gestellt wurde, hätte sicher jeder andere Politiker auch gerne gehabt. Schauen wir mal, ob der nächste Skandal nicht dann Twitter trifft. Denn die sammeln auch fleißig, nur nicht ganz so fleißig wie Facebook.

    Der große Bruder in Orwells 1984 würde vor Neid erblassen.

    • ThBock sagt:

      “Den meisten Nutzern ist es eh egal, was mit den von ihnen erzeugten Daten auf Facebook passiert. ”

      Wenn’s nur das wäre, aber es werden ja auch Daten von Personen gesammelt, die gar nicht auf FB angemeldet sind.
      Ich hoffe, da gibt’s jetzt mal richtig was auf die Socken.

      • Holger sagt:

        Zitat: “Ich hoffe, da gibt’s jetzt mal richtig was auf die Socken.”

        Weder in den USA noch in der EU dürfte sich dafür eine Mehrheit finden.

  3. woodpeaker sagt:

    Zu wünschen wäre es, das mit dem Genick.
    Dann hätten wir mit einem Schlag mehrere Datenkraken weniger, weil mit Fratzenbuch würde dann auch What´s App und andere verschwinden und wir könnten uns der nächsten Datenkrake zuwenden und diese versenken.
    Man betrachte nur mal aus objektiver Sicht das Verhalten von Zuckerberg.
    Erbärmlich das Schweigen, Gejammere und rumgeeiere.
    Aber wie so oft werden die Nutzer einfach mit den Schultern zucken und weitermachen.
    Man hat ja nichts zu verbergen…

    Habe kürzlich mal gelesen, dass die Menschen immer dümmer werden, auch durch die Nahrung bedingt.
    Bedarf es noch weiterer Beweise? Denke nicht!

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  5. Herr IngoW sagt:

    Es wird höchste Zeit das solche Datensammler verschwinden, denn sie sind wie ein Krebsgeschwühr.
    Ganz wichtig dabei ist auch Google nicht zu vergessen.

  6. tutnichtszursache sagt:

    Na klar werden die “Menschen” immer dümmer…Profilierungssucht-Selfis usw. die X Generation schaut heute mindest 16 Std / Tag aufs Display und Fragen werden immer von Google beantwortet und wenn sie mit 100 Jahren sterben sind sie dümmer als bei der Geburt!

  7. Blupp sagt:

    Klar bricht es Facebook das Genick, Cambriadge Analytica und weiteren Datenkraken gleich mit – (Wunschdenken Ende)

    Kann man Facebook unbedingt einen Vorwurf machen?
    Selbst wenn es so kommen sollte, so ist der Nährboden auf dem das Geschwür wuchs weiterhin da und will unbedingt irgendwo schreiben, dass es zum Frühstück sauren Hering mit Vanillesouce gibt….
    Den frei gewordenen Platz wird dann schon jemand besetzen und ‘alles besser machen’.

  8. Andy sagt:

    Was soll da schon passieren. Wenn die User weiter Facebook benutzen ist den doch so eine Nachricht egal.

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  10. Friedemann sagt:

    Einen hochinteressanten – und zugleich gruseligen – Artikel über Michal Kosinski, den ursprünglichen Entwickler der Ocean-Methode zur Psychometrie hat die Züricher Zeitung “Das Magazin” (dasmagazin.ch) am 3. Dezember 2016 veröffentlicht; die Uni Bremen hat ihn dann als PDF eingestellt (das Original ist leider nicht frei zugänglich; diesen Link habe ich aus einem Kommentar auf tagesschau.de).
    Mit dieser Methode scheint es möglich zu sein, aus relativ wenigen miteinander verknüpften Daten erschreckend genaue Aussagen über das Verhalten oder die Vorlieben von Menschen zu treffen.

    Der jetzt immer wieder genannte Aleksandr Kogan hat diese Methode dann offenbar kopiert und an die Mutterfirma von CA verkauft.

    Als Kosinski klar wurde, was alles mit dem Ocean-Modell geht, hat er dann angefangen, eindringlich davor zu warnen – sie war aber in der Welt. Er wird zitiert “Ich habe die Bombe nicht gebaut. Ich habe nur gezeigt, dass es sie gibt.”

    ————
    Während er in seiner App wohl nur Daten verarbeitet hat von Personen, die ihr Einverständnis gegeben hatten, hat CA jetzt – wenn ich es richtig gelesen habe – den größten Datenbatzen illegal erhalten, indem auch Freunde und deren Freunde ohne Einwilligung einbezogen wurden. Nur so kann ich mir erklären, wie es zu einer so umfassenden Datensammlung kommen kann (der bisherige Chef von CA, Alexander Nix, behauptet gar, Psychogramme von allen amerikanischen Erwachsenen (ca. 220 Mio) zu haben).

    Facebook hat halt die Grundlagen zur Verfügung gestellt und mit laxen Einstellungen und mangelnder Kontrolle das Vorgehen erst möglich gemacht. Allein das genügt schon als Vorwurf.

    Und die Veröffentlichungswut mancher Zeitgenossen ist ja ein zu verlockender Schatz, den man doch nicht ungenutzt liegen lassen kann… Ich fühle mich in meiner Abneigung gegenüber all diesen asozialen Netzwerken nur wieder bestätigt und würde mich natürlich sehr freuen, wenn Facebook sich diesmal nicht einfach so herauswinden kann.

  11. Nils sagt:

    Die Erfahrungen mit ähnlichen Vorfällen haben doch gezeigt, dass alles in spätestens drei oder vier Wochen vergessen ist.

  12. Christian sagt:

    Einfach köstlich! Ich musste schmunzeln, als das Tamtam vor ein paar Tagen
    bekannt wurde.
    Für mich ist bloss ein Sack Reis umgefallen. Facebook und “soziale” Medien?
    Da fehlt doch noch irgendwo der Buchstabe “a”.
    Naja, wie schon x-mal erwähnt: Es gibt keinen Datenschutz im Web, basta!
    Und vor dem Skandal ist nach dem Skandal…

    Gruss, Christian

  13. Michael Ba sagt:

    Man stimmt doch bei der Registrierung auf Facebook zu, dass Facebook die persönlichen Daten verwendet und an Dritte weitergibt. Genau das ist doch das Geschäftsmodell dieses Konzerns. Es wird aber doch niemand gezwungen, sich dort zu registrieren. Es ist also immer noch freiwillig.
    So viel dazu.

    In dem vorliegenden Fall sind doch die besagten Nutzerdaten von einer externen App abgegriffen worden. Jetzt kann man Facebook natürlich vorwerfen, die Server nicht ausreichend vor solchen Aktionen geschützt zu haben.
    Aber genau da beißt sich die Katze doch in den Schwanz. Facebook lebt nämlich davon, dass Daten der Benutzer gesammelt und zu Werbezwecken weitervertickt werden. Das ist die Strategie und damit ist Zuckerberg steinreich geworden.

    Das jetzt zu verteufeln und anzuprangern und Facebook die Pest an den Hals zu wünschen, ist etwas zu kurz gesprungen. Denn die wirklichen Übeltäter sind diejenigen, die die Daten abgegriffen und zu manipulativen Zwecken eingesetzt hatten. Und genau dieses Vorgehen ist rechtswidrig, sowohl in der EU, als auch im Amiland.
    Und nur darum geht es und nicht darum, ob man die Geschäftsstrategie dieser sozialen Netzwerke für verwerflich hält oder nicht.

    • Friedemann sagt:

      Doch, ich finde schon, dass man grundsätzlich diese Geschäftsstrategie für verwerflich halten muss, und auch, dass diese Art der “Datennutzung” ein guter Anlass ist, dies zu diskutieren: wenn ein bestimmtes Geschäftsmodell ermöglicht, dass Persönlichkeitsprofile von allen erstellt werden können, die sich nicht proaktiv (auch durch Verweigerung) schützen, dann ist das Modell das Grundproblem. Geschäftstüchtigkeit, gepaart mit Schamlosigkeit, darf doch nicht die Grenzen des Anstands immer weiter verschieben dürfen, egal, ob man in fortschreitender Digitalisierung und Vernetzung nun einen Segen oder einen Fluch sieht!

      Gewiss stimmt jede/r FB-Nutzer/in formell zu, dass Daten auch an Dritte weitergegeben werden, und allen dort sollte eigentlich auch das Geschäftsmodell klar sein. Man kann jetzt auch sagen, wer sich bei FB registriert, muss wissen, dass ihre/seine Daten für alle weltweit ein für allemal öffentlich sind. Abgesehen davon, dass wohl kaum jemand sich alle Bedingungen durchgelesen haben wird: mit solcher “Nutzung” sollte man nicht rechnen müssen – wenn man nicht von grundsätzlicher Unanständigkeit des gesamten Internets ausgeht.

      Wer aber die von CA verwendete App nicht selbst nutzt (die miterfassten Freunde und Freundesfreunde), dürfte kaum der Datennutzung durch CA zugestimmt haben, wenn offenbar selbst die FB-eigenen Richtlinien – so zahnlos und schlaff sie sein mögen – eine solche Nutzung eigentlich verboten haben. Dass es trotzdem möglich war, kann man durchaus FB selbst anlasten.
      Vorne zu behaupten “wir schützen Deine Daten” und weiter hinten zu sagen “aber wir geben sie auch an alle Interessierten weiter (und prüfen die Verwendung nicht)” ist einfach irreführend.
      Mittlerweile hat auch Zuckerberg “Fehler seines Unternehmens” eingeräumt.

      Für mich ist es eher “zu kurz gesprungen”, die Verantwortung nur bei CA zu sehen und FB Absolution zu erteilen, weil ja alle “freiwillig” mitmachen.

  14. Robert sagt:

    Fraglich ist, wie es nun um die Beweislage bei der Beeinflussung des US-Wahlkampfs aus dem Ausland, insbesondere Russland steht? War denen klar, das etwas nicht stimmen konnte und sie suchten mit der Lupe den Floh, übersahen dabei das beherbergende Fell des Bären?

  15. Martin sagt:

    Facebook ist sein eigenes Opfer! Oder anders ausgedrückt, den Zauber den Facebook rief “Menschen vernetzt euch” wird Facebook jetzt nicht mehr los!

  16. christian sagt:

    Die Datensammelei interessiert mich nicht. Mit den passenden Werkzeugen ist man davor geschützt.
    Mich regt da mehr auf, dass alle so unglaublich schockiert darüber sind, wie fies CA vorgegangen ist. Dabei ist das doch das Geschäftsfeld von Facebook; Daten sammeln und im Paket an interessierte weiterverkaufen. Die leben davon, Daten an Werbetreibende und angeblich Werbetreibende zu verkaufen. Der Käufer muss allerdings seine Absichten mitteilen. Und Facebook entscheidet darüber wie detailliert die Datensätze sind welche über den Ladentisch gehen. Dass nun CA der Böse ist, weil sie die Daten unerlaubt abgefischt haben sollen ist einfach nur dämlich. Die haben nichts abgefischt. Die haben anhand einer API massenhaft Daten – mit Zustimmung von Facebook – heruntergeladen. Als Grund wurde “Forschungszecke” angegeben. Und nun sind sie alle überrascht, dass CA die Daten doch nicht für den angegebenen Zweck und den angegebenen Zeitraum genutzt hat. Facebook ist da nicht naiv sondern fahrlässig und ist eher am Geld interessiert. “Wenn dieser Kunde sagt, dass sie die Daten nur zu Forschungszwecken brauchen, dann wird das schon so stimmen. *Kontoverbingung-zuschick*”.

  17. Patrick sagt:

    Schön wäre es ja, wenn sich etwas tut. Ich denke aber eher das es wie der Diesel-Skandal verlaufen wird.. einiges Tamtam, vielleicht ein paar Pflaster auf die klaffenden Wunden und dann weiter wie gehabt.

  18. nook sagt:

    Hoffentlich geht da jetzt mal ein Ruck durch die Lande und endet nicht beim reinen Daten sammeln.
    Mikrofon
    Kamera
    IoT
    Früher nannte man das Spionage!

  19. Rainer Gras sagt:

    Hallo Herr Born,
    folgender Artikel vom 21.03.2018
    Zitat
    Am Angfang war die App. Mit „This is your digital life“ sammelte Cambrigde Analytica seit 2015 Daten von rund 50 Millionen Facebook-Nutzern. Gegen Richtlinien verstieß das Unternehmen mit der reinen Datensammlung nicht. Cambridge Anaklytica fuhr in den sicheren AGB-Fahrwässern des weltgrößten sozialen Netzwerks. Jeder Nutzer hatte mit seiner Registrierung diesen Geschäftsbedingungen zugestimmt.
    Zitat Ende (Quelle Junge Freiheit)

    Fakt ist; die Befragten haben zugestimmt. Mit einer Ausnahme und zwar die Freunde der Befragten, daher auch die 50 Millionen. Hier müssen also nochmal die Geschäftsbedingungen genau überprüft werden.

    Ja auch ich benutze Facebook und bin sehr froh, daß ich über diese Plattform tagtäglich mit den den Leuten in Kontakt bleiben kann die ich bei Nationalen und Internationalen IT Projekten kennengelernt habe.
    Ich habe meine Facebook Account entsprechend der Datenschutzrichtlinien angepasst. Ob Sie es glauben oder nicht…, das geht !

    Da Ihnen ja der Datenschutz so dermaßen am Herzen liegt Herr Born, darf ich davon ausgehen, daß Sie ab sofort jegliche Berichterstattung, egal in welcher Form, über Windows 10 sofort einstellen.

    Eine Frage Herr Born, haben Sie beim Einwohnermeldeamt der Weitergabe Ihrer persönlichen Daten widersprochen ? Ich schon !

    Gruß
    Rainer Gras

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