Windows 10: Kein Zugriff auf Freigaben

Heute ein kurzer Beitrag, der zeigt, dass der Teufel oft im Detail steckt. Ein Blog-Leser hatte Probleme, weil nach der Installation eines Thinstuff Terminal-Servers der Zugriff auf Netzwerkfreigaben unter Windows 10 scheiterte. Das Problem bliebt auch nach Deinstallation der Software bestehen. Hier einige Hintergrundinformationen samt Ursache.


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Gut, die Zahl der Blog-Leser, die genau mit der Kombination Windows 10 und Thinstuff-Software unterwegs sind, dürfte nicht allzu hoch sein. Aber das Problem, dass unter Windows 10 plötzlich kein Zugriff mehr auf Freigaben von Netzlaufwerken möglich ist, tritt doch häufiger auf. Ich habe mich daher entschlossen, das Thema im Blog einzustellen. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen Betroffenen – und Google spült eine Menge Leute auf meine Artikel.

Was ist Thinstuff?

Thinstuff ist eine Firma, die diverse Software im Windows Server-Umfeld anbietet. Unter anderem gibt es XP/VS Server, mit dem man Windows XP, Vista, Windows 7, Windows 10, Small Business Server 2003/2008, Windows Server 2003/2008/2008 R2/2016 in einen Terminal Server verwandeln kann.

Über die Sinnhaftigkeit des Ansatzes werde ich hier keine Aussagen machen. Das Problem der Lizenzierung (CAL für Remote Desktopdienste) wird z.B. hier und hier im MSCE-Forum diskutiert.

Das Problemszenario

Blog-Leser Michael T. kontaktierte mich vor einigen Tagen mit folgender Problembeschreibung.

Nun habe ich ein dickes Problem was ich seit Tagen nicht beheben, mir erklären kann und hoffe auf eine Idee zur Behebung des Problems…

Folgendes: Ein Windows 10 Pro Client wurde frisch aufgesetzt. Es wurden dort Freigaben erstellt, diese mit Berechtigungen versehen und alles gut.

Es funktionierte 2-3 Tage ohne Probleme.

Dann wurde eine Terminserver Software von Thinstuff installiert (nicht von mir). Seit diesem Tag funktioniert das Spiel mit den Freigaben nicht mehr.

Wenn ich lokal auf dem Client angemeldet bin kann ich in die Freigaben gehen und die Daten einsehen. Wenn ich auf der lokalen Maschine unter Netzwerk-> den Client-Namen anklicke, sehe ich auch die Freigaben, kann aber nicht in diese gehen.

Es kommt die Fehlermeldung das der Netzwerkname nicht verfügbar ist. Was mich absolut ratlos macht. Der Client hat nur eine Netzwerkkarte, diese ist statisch konfiguriert und funktioniert auch sonst. Andere Clients können auch die Freigaben sehen, aber nicht rein klicken.

Also habe ich die Terminalsoftware deinstalliert und neugestartet. Keine Veränderung! Fällt das unter MS Bug und ist bekannt? Habe schon versucht über den Suchmaschinen Riesen ( der keine monatliche Gewinnausschüttung an seine Benutzer macht) eine Lösung zu finden. Aber finde da keinen richtigen Beitrag oder ähnliches.

PS: Im MCSE-Forum habe ich versucht Hilfe zu bekommen. Aber weil thinkstuff gegen die Lizenzbestimmungen verstoßen soll, bekomme ich da keine Hilfe.

Thinkstuff selbst sagt, das die Software legitim ist und von MS sogar per Fax abgesegnet ist, welches man auf deren HP einsehen kann.

Nun, bzgl. der Lizenzbestimmungen hatte ich oben ja ein paar Bemerkungen gemacht. Und ob der Einsatz von Thinstuff Sinn macht, wenn man die Terminalserver-Lizenzen von Microsoft erworben hat, ist nicht Gegenstand des Blog-Beitrags. Dass das Teil auch immer mal wieder Probleme macht (siehe hier), steht auch auf einem anderen Blatt.

Windows 10: SMB 1.0/CIFS-Dateifreigabe fehlt

Problem für den Nutzer war vielmehr, dass auf dem Windows 10-Client plötzlich keine Freigaben mehr zugreifbar waren. Das galt auch, nachdem die Thinstuff-Software deinstalliert wurde. Ich hatte ihm den Ratschlag gegeben, diesen Spiceworks-Forenbeitrag durchzugehen – wo es aber um einen etwas anderen Fall ging, aber die Lösung steckte im Thread (Stichwort SMB).

Kurze Zeit später kam vom Nutzer die Rückmeldung, dass es wieder mit dem Zugriff auf die Freigabe der Netzlaufwerke funktioniert.

Das Problem konnte ich wie folgt lösen: Unter Windows Features hinzufügen oder deaktivieren war die Unterstützung für die SMB 1.0 /CIFS-Dateifreigabe -> SMB1 /CIFS Server nicht installiert. Warum auch immer 2018 es von Nöten ist, durch den gesetzten Haken und einem Neustart funktioniert es nun!


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SMB 1.0/CIFS-Client

Er hatte noch obigen Screenshot gepostet. Demzufolge muss es sich um eine ältere Windows 10-Build handeln, da in Windows 10 Version 1709 das Dialogfeld Windows-Features aktivieren oder deaktivieren folgendermaßen aussieht.

SMB 1.0/CIFS-Client

Die Lehre aus dem obigen Fall, und der Grund, warum ich den Blog-Beitrag daraus aufbereitet habe: Wenn es Probleme mit dem Zugriff auf Netzwerkfreigaben gibt (diese sind zwar sichtbar, können aber nicht geöffnet werden), sollte man die Unterstützung für CIFS-Dateifreigaben kontrollieren.

Warum SMB 1.0 ein Thema wird

Das Problem könnte/dürfte sich in 2018 ausweiten, wenn ich nicht ganz daneben liege. Ich hatte kürzlich im Blog-Beitrag Windows (Netzwerk-) Fehler 0x800704B3 auf den Hintergrund hingewiesen. Gemäß diesem Supportbeitrag ist unter Windows 10 V1709 die Unterstützung für die SMBv1 standardmäßig nicht mehr aktiviert.

Dieser Schritt hat auch einen guten Grund: SMBv1 ist veraltet und unsicher (WannaCry konnte ungepatchte Sicherheitslücken ausnutzen). Die Betriebssystemhersteller werden den Support für SMBv1 auslaufen lassen. Beachtet daher auch den Kommentar von Karl zum Thema SMBv1 und Sicherheit – dem nichts hinzuzufügen ist.

Hinweise zum Thema Erkennen und Deaktivieren/Aktivieren von SMBv1, SMBv2 und SMBv3 finden sich in diesem Microsoft-Support-Dokument. Vielleicht hilft es mal jemandem weiter.

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10 Kommentare zu Windows 10: Kein Zugriff auf Freigaben

  1. Karl (al Qamar) sagt:

    Ich rate dringend davon ab dieses Feature welches bei einer Neuinstallation von 1709 respektive 1803 per default deaktiviert ist zu aktivieren.

    SMB 1 ist deprecated und unsicher! Siehe wannacry etc. Der Nutzer soll alle Register ziehen und seine SMB Freigaben auf SMB 2 oder höher ziehen (ab Vista /2008 Server).

    Seit Monaten vor 1709 habe ich dies bei synology NAS und anderen Systemen konfiguriert.

    AVM weigert sich weiterhin in ihren Fritzboxen den Linux Samba SMB 2 fähig zu machen. Sehen keinen hsnflumgsbedarf da das Problem (neues 1709 und Fritz.nas) und empfehlen als Workaround ernsthaft SMB1 zu aktivieren.

    Wem Sicherheitslücken keine Abschreckung bieten, neuere SMB Protokolle bieten auch mehr Features und Performance.

    Infos und Migrationshilfen gibt es u. a. hier
    https://blogs.technet.microsoft.com/josebda/2015/05/05/whats-new-in-smb-3-1-1-in-the-windows-server-2016-technical-preview-2/

    Günter bitte sei so nett und versuche dies in deine Artikel einzubauen. Die Aktivierung von SMB1 zur Fehlerbehebung ist sicherheitstechnisch nicht statthaft und fahrlässig, wenn damit einhergehend kein Migrationspfad beschritten wird.

  2. Also ganz so einfach ist es dann leider doch nicht, ich verwende bei mir Privat kein Thinstuff VS Terminal Server, Trotzdem bekomme ich je nach Lust und Laune öfters mal unter Windows 10 1709 die Fehlermeldung “auf das angegebene Laufwerk konnte nicht zugegriffen werden” eine Überprüfung macht überhaupt keinen Sinn, der Link zu Microsofts Support geht auf eine 404 Seite ins leere.

    Was ich jetzt festgestellt habe ist folgendes, falls ich ein Laufwerk als Netzlaufwerk fest einbinde bleibt dieser Zugriff erhalten, seltsamerweise werden aber die Rechner auf dem die Freigabe erstellt wurde im Netzwerkordner nicht angezeigt. Noch seltsamerer ist es, das auf dem einzigen verbliebenen Windows 7 Rechner, der zu meinen Netzwerkrechnern gehört, wie üblich das Netzwerk kurz nach dem Start ganz normal Funktioniert.

    Ähnlich verhält es sich mit meinem openSuse und Manjaro Linux Rechnern, die beiden Windows 10 Rechner werden ein paar Minuten nach dem Start im Netzwerk gefunden umgedreht aber nicht ;)

    Also ich habe keine Heimnetzwerkgruppe sondern ganz normale Arbeitsgruppe mit Freigaben per Benutzername und Passwort

  3. Jane sagt:

    Auf der Suche nach einer Problemlösung zufällig hierhergeraten.
    Ich hab Build 1709 und mein Fenster sieht ebenso aus, wie das des Nutzers.

    Ich war auf der Suche wie ich nun smb1 richtig aktiviere, denn sonst muss ich meine Netzwerplatte wegschmeissen, da Toshiba leider nicht viel von Firmwareupdates und Aktualität hält.
    Ich werds jetzt einfach ausprobieren, ob ich client oder server oder beides brauch

  4. Mich@ sagt:

    Vielen Dank für das publizieren dieses Beitrags.

    Smb V1 ist nach wannacry natürlich nicht zu unterschätzen, allerdings ist es schon komisch das nach der Installation ohne Veränderungen an den installierten Paketen die Freigaben funktionierten.

    Nach Installation der Terminal Server Software war der Haken allerdings nicht (mehr) gesetzt. Und die Freigaben funktionierten auch nicht mehr. Erst nach Aktivierung des smb V1 Server waren diese wieder erreichbar.
    Ob der Haken vorher, direkt nach der Windows Installation gesetzt war kann ich nicht sagen.

    Wenn ich im Anschluss smb V1 wieder deaktiviere sind die Freigaben auch nicht mehr erreichbar.
    Btw: Andere clients aus dem Netzwerk die auf die Freigaben zugreifen müssen sind ebenfalls win 10 clients, bzw macbook’s.

    Der Support von thinstuff war überfragt, da keine Änderungen am System bezüglich Samba seitens der Software gemacht wurden.
    Per remote Session löschte der Support alle Freigaben inkl. Berechtigungen ( danke dafür) testweise um neue Freigaben zu erstellen. Diese Funktionen lebenfalls nicht.

    Wenn andere win10 clients im Netzwerk eine Freigabe erstellen können diese auch genutzt werden.

    Im Moment habe ich keine andere Lösung als smb V1 aktiv zu lassen.

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  6. Martin Feuerstein sagt:

    Hatte heute selbst ein Problem mit einem Windows 10-Client, der auf einen Server 2012 anonym zugreifen sollte (hat mit dem hier genannten Problem aber nichts zu tun, jedoch mit Freigaben in Windows 10):
    Unter Windows 10/Server 2016 ist mit den Standardeinstellungen kein Zugriff mehr auf Freigaben ohne Authentifizierung mehr möglich (also mit “Gast-Account” auf dem SMB-Server).
    “Eigentlich” soll nur das Konfigurieren von “AllowInsecureGuestAuth” (per Gruppenrichtlinie oder Registry) erforderlich sein, stattdessen ist auch “requiresecuritysignature” im LanManWorkstation-Dienst-Reg-Eintrag zu setzen. Sh. hier: https://www.top-password.com/blog/fix-the-error-the-account-is-not-authorized-to-log-in-from-this-station/

    Mögliche Probleme ohne Signierung sind MitM-Angriffe. Da in meiner Umgebung keine unbekannten Netzwerkkomponenten werkeln oder unautorisierte Server verbunden werden oder irgendjemand Fremdes Namensauflösung für die DHCP-Clients betreibt, kann ich das im konkreten Fall vernachlässigen.

    Das dürfte nur kleine Heimumgebungen mit veralteten “Servern”/NAS betreffen – oder wenn domänenfremde Clients auf einen Server der Domäne zugreifen müssen (im konkreten Fall soll ein Share Dateien für Betriebssystem-/Softwareverteilung vorhalten, die Clients sind aber teilweise nicht Mitglied der Domäne und am Client werden auch keine Benutzernamen/Kennwörter gespeichert, vertrauliche Informationen liegen nicht auf dem Share).

  7. Gast55 sagt:

    Ohne SMB1 funktioniert leider der Computer Browser nicht.
    MS hat es versäumt diese Funktion in den neueren Versionen einzubauen. Fail!

  8. Uwe sagt:

    Danke Herr Born! War sehr verzweifelt! Bei W10 hat es geholfen, SMB 1 zu aktivieren. Beim Server 2016 auch dieses Problem, nur da ist es bereits aktiviert und lässt sich auch nicht abwählen. Bin da noch ratlos. Uwe

  9. Uwe sagt:

    Gelöst! Auf dem Server muss eine Anmeldeinfo hinterlegt werden: Konto / Konten: Windowsanmeldeinformation

    Es geht (hier) beim Verbindungsversuch kein Fenster auf, was danach fragt.

    Uwe

  10. Günter Born sagt:

    Danke für die Rückmeldung.

  11. André sagt:

    Hallo,

    für manche Linux-basierten NAS-Laufwerke braucht man wirklich SMB1, um darauf zuzugreifen, aber standardmäßig sollte man das nicht aktivieren. Erst Recht nicht dann, wenn es nur um Zugriffe vom Server auf Freigaben von Win10-Rechnern geht.

    Hier sollte man SMB2 aktivieren, dann klappt es auch mit den Zugriffen auf die Freigaben:

    Wie?

    Windows Powershell als Administrator starten
    dann zum Prüfen, ob SMB2 aktiviert ist:
    Get-SmbServerConfiguration | Select EnableSMB2Protocol

    Das ergibt ein true oder false.

    Bei false dann zum Aktivieren:
    Set-SmbServerConfiguration -EnableSMB2Protocol $true

    und wenn es mal wieder ausgeschaltet werden muss:
    Set-SmbServerConfiguration -EnableSMB2Protocol $false

    Einfach mal probieren :-))

    André

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