Chaos bei Microsofts Politik zum Windows-Support-Ende

[English]Der Update-Lebenszyklus, während dessen Microsoft Updates für ein Windows bereitstellt, scheint seit dem Windows as a service-Ansatz ins Chaos abzudriften. Ich habe im Blog-Beitrag mal versucht, die unterschiedlichen Daten für das Support-Ende diverse Windows-Betriebssysteme aufzuführen. Man kann nur noch die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.


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Früher war es recht einfach: Ein Windows bekam nach seiner Freigabe 5 Jahre Mainstream-Support und dann noch 5 Jahre extended Support. Während dieser Zeit gab es Sicherheitsupdates. Seit Windows 10 gilt dies nur noch für LTSC-Varianten und ggf. Server. Microsoft gibt im Windows lifecycle fact sheet die wichtigsten Ablaufdaten an.

Windows 10: 18 Monate Support? Von wegen …

Windows 10-Builds sollen nach dem Willen Microsoft eigentlich nur noch 18 Monate Updates erhalten. Dann heißt es auf eine neuer Build upgraden. Dass man sich dabei auch mal ‘verkalkuliert’ und Firmen für bestimmte Windows 10-Builds einige Monate mehr Karenz gewähren muss, hatte ich im Blog-Beitrag Windows 10: Supportende für diverse Versionen vom Mai 2018 erwähnt. Hier der Auszug aus meinem damaligen Beitrag mit den Sonderreglungen:

  • Windows 10 Version 1507: Diese im Sommer 2015 erschienene RTM-Version von Windows 10 ist längst aus dem Support gefallen und bekommt keine Updates mehr. Ausnahme sind die Windows 10 Enterprise V1507 LTSC-Installationen die Support bis 2025 erhalten.
  • Windows 10 Version 1511: Diese im November 2015 erschienene Version von Windows 10 ist am 10. Oktober 2017 aus dem Support gefallen. Allerdings haben Enterprise und Education-Editionen für Version 1511 noch 6 Monate nach diesem Datum Sicherheitsupdates erhalten (März 2018 war Schluss).
  • Windows 10 Version 1607: Diese im Sommer 2016 erschienene Version von Windows 10 (Anniversary Update) ist am 10. April 2018 aus dem Support gefallen. Allerdings erhalten Enterprise und Education-Editionen für Version 1607 noch 6 Monate nach diesem Datum Sicherheitsupdates.Eine Besonderheit gibt es aber noch. Systeme mit Clovertrail-CPU erhalten bis 2023 Updates (siehe Windows 10 V1607: Updates für Clover Trail-Systeme bis 2023). Und LTSC-Versionen werden bis 2026 unterstützt.

Das Ganze wird aus folgender Erklärung von Microsoft zu Updates nochmals verdeutlicht:

Windows 10, version 1607, reached end of service on April 10, 2018. Devices that are running Windows 10 Home or Pro editions will no longer receive monthly security and quality updates that contain protection from the latest security threats. To continue receiving security and quality updates, Microsoft recommends that you update to the latest version of Windows 10.

IMPORTANT Windows 10 Enterprise and Windows 10 Education editions will receive six months of additional servicing at no cost. Devices on the Long-Term Servicing Channels (LTSC) will continue to receive updates until October 2026 per the Lifecycle Policy page. Windows 10 Anniversary Update (version 1607)-based devices that are running the Intel “Clovertrail” chipset will continue to receive updates until January 2023 per the Microsoft Community blog.

Windows 10 Version 1703, 1709 und 1803 befinden sich dagegen weiterhin im regulären Support. Dort erhalten auch die Home- und Pro-Versionen noch Updates.

Support für Clients und Server läuft unterschiedlich aus

Blog-Leser Karl hat mir eine Übersicht zukommen lassen (danke dafür), die zeigt, wie chaotisch die ganze Lebenszyklusplanung von Windows für Administratoren geworden ist. Er schreibt: Clients und Server laufen demnächst (ohne Extended Support) unterschiedlich aus. Hier eine Übersicht der diversen Daten für Supportende:

  • Windows 10 Home 1607 Supportende: 10.04.2018
  • Windows 10 Pro 1607 Supportende: 10.04.2018
  • Windows 10 Enterprise 1607 Supportende: 10.10.2018
  • Windows 10 Education 1607 Supportende: 10.10.2018
  • Windows 10 LTSC 1607 Supportende: Januar 2023!
    Windows Server 2016 1607 mit GUI (LTSC) Supportende: 11.01.2022 mit ext. Support 11.01.2027 (abweichend vom LTSC Client)
  • Windows Server 2016 1607 ohne GUI / Core (SAC) Supportende: 10.10.2018! > ersetzt durch 1703 und 1803 (alle 6 Monate, 18 Monate Support nach erscheinen.

Wer blickt da noch durch? Und da will Microsoft uns erzählen, dass das alles einfacher und transparenter wird (siehe Links).

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10 Responses to Chaos bei Microsofts Politik zum Windows-Support-Ende

  1. Ingo sagt:

    Dass das Supportende von Client und Server zu unterschiedlichen Zeiten war, ist nicht neu. Ist bei Vista und Server 2008 nicht anders gewesen.

    Der Heimanwender bekommt automatisch Updates, ist also immer auf der aktuellen Version und muss sich somit mit Supportzyklen eigentlich nicht beschäftigen.

    Da Administratoren ja normalerweise eine Edition von Windows 10 verteilen und nicht drei, ist das weit weniger chaotisch, als du es uns darstellen möchtest. Home interessiert im Unternehmen eh nicht, also hat der Admin dort entweder Pro oder Enterprise. Wer Enterprise nutzen kann, wird es auch überall verteilen, insofern sollten sich die Admins auch da nicht mit verschiedenen Versionen beschäftigen müssen.

    Ich verteile im Unternehmen Windows 10 Enterprise und Server 2016. Bei Windows 10 wird eh eine neue Version nach entsprechender Enterprise-Freigabe an die Testgruppe und dann an alle verteilt. Somit sollte das Supportende dort eigentlich nie interessieren, da eh alle Clients vorher aktualisiert sind.
    Auf das Supportende muss ich bei den Servern achten. Da sind es die üblichen zehn Jahre nach Release.

    Wenn man natürlich alle möglichen Versionen von zwei verschiedenen Produkten für verschiedene Anwendergruppen in einen Artikel packt, sieht das alles total chaotisch aus. Das macht man aber auch nur, wenn man es chaotisch aussehen lassen will. ;-)

    • Günter Born sagt:

      >Das macht man aber auch nur, wenn man es chaotisch aussehen lassen will. ;-)

      Oder wenn man als Supporter in verschiedenen Firmen herumturnt und diesen Zoo an unterschiedlichen Windows-Versionen im Zaum halten soll – imho …

      • Karl Wester-Ebbinghaus sagt:

        Genau. Und es gibt durchaus Gründe bei Servern nicht auf das LTSC zu setzen.

        Dann kommen noch die Abhängigkeiten von Office Exchange . Net SQL hinzu. Auch diese haben alle unterschiedliche ablaufdaten

        SQL 2008 R2 im September 2018 und der Server erst Januar 2019.

        Manche Produkte kann man bei Microsoft nicht mal richtig suchen da falsch indexiert.

        Neulich viel auf das die deutsche Exchange Compatiblity matrix (heisst übrigens 2013 obwohl es auch für 2016 gilt, nur wieder schlecht gepflegt) in einem wichtigen Punkt von der englischen abweicht schaut selber nach.

  2. Christian sagt:

    Viel interessanter finde ich das MS zukünftig den Support von Office verkürzt und die Installation auf Win 10 und die LTSC Server Variante beschränkt.

    Statt wie bisher 10 Jahre Suppot zu haben (5 Jahre Main/5 Jahre Extended) wird mit Office 2019 nur noch 7 Jahre Support geben (5 Jahre Main/2 Jahre Extended).

    Damit wird der Extended Support von Office 2016 und 2019 Zeitgleich auslaufen!

    Damit will MS das “offline” Office unaktrativer gegenüber dem 365 Abo aufstellen, da eine Neuanschaffung 3 Jahre früher ansteht als bisher.

    Dazu kommt, das Office 2019 nur noch auf Win 10 laufen wird, obwohl zum Zeitpunkt des Releases in diesem Jahr sowohl Win 7 (bis 01/2020) als auch Win 8.1 (bis 01/2023) noch weiter im Support stehen. Was nutzt einem der Support bis 2023 wenn selbst Software des eigenen Herstelles 5 Jahre vor Supportende nicht mehr installiert werden kann.

    MS versucht also weiter mit allen Mitteln den Umstieg auf Win 10 zu forcieren und sein Abo Modell für Office 365 zu platzieren.

    Gruß

    • Karl Wester-Ebbinghaus sagt:

      Und das macht betriebswirtschaftlich und lizenzrechtlich sogar Sinn.

      Beatenfalls lizensiert man Bedarfsgerecht Microsoft 365 und ist fertig. Kommen noch Server Lizenzen und CALs mit SA dazu und gut ist. Planbarkeit. Direkte Abschreibung. Keine Fehllizenzierung. Monatlich kündbar.

      • Christian sagt:

        Ich habe noch kein Office 365 Vergleich gesehen der über die Laufzeit von 5-10 Jahren günstiger wäre als der Kauf von Office 2016.

        Als Beispiel ein 24 Std. Callcenter mit 100 PCs und 3 Schichten von je 8Std. Das ergibt 300 Mitarbeiter die in 24Std. an diesen PCs sitzen.

        Bei Office 2016 benötige ich für jeden PC eine Office Lizenz, welcher User an diesem PC sitzt spielt keine Rolle, jeder darf an diesen PC Office nutzen. Office 2016 ist ein “per Device” Lizenz.

        Bei Office 365 benötige ich hingegen für das gleiche Szenario 300 Lizenzen, denn Office 365 ist eine “per User” Lizenz und jede Lizenz ist immer mind. 3 Monate an den Benutzer gebunden.

        Man kann also nicht sagen man holt nur 100x Office 365 und schiebt die Lizenzen immer auf die nächste Schicht die kommt.

        Office 365 kann man kündigen, ja stimmt.
        Aber Office 2016 erzeugt einmal gekauft keine mntl. Kosten, muss also nicht gekündigt werden, und notfalls kann ich es sogar verkaufen wenn ich es nicht mehr benötige.

        Und Lizenzmanagment bekommt man auch gut ohne diesen ganzen Miet-/Cloudwahnsinn hin.

        Gruß

        • Karl Wester-Ebbinghaus sagt:

          Es gibt immer Bereiche wo eine per Device Lizenz günstiger ist als eine per User. Z. B. Bei RDP Cals oder User Cals / Device Cals

          Wenn du einen Schichtbetrieb hast dann brauchst du ein Anmelde und Abmeldeskript welches deine Office Lizenz dynamisch aktiviert oder deaktiviert.

          Ein User mit deaktivierter Lizenz behält seine Daten (Mailbox) mindestens 30 Tage. Und in dieser Zeit kann sie einer anderen Person zugewiesen werden.

          Das ist auch statthaft so. Man muss nur die Mittel nutzen (Powershell).

          Bei Fragen freue ich mich über dein Kommentar.

          Office 365 lässt sich funktional überhaupt nicht mit dem legacy Office vergleichen.

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  4. Gaga sagt:

    Ich bin wirklich heil froh, dass ich mit dieser ganzen Sche… nichts mehr zu tun habe. Es war “früher” schon anstrengend genug alles auf Stand zu halten (schlechte Updates gabs auch bis Win7 und Server 2008 R2 schon…). Aber der Zirkus heute….
    Never!
    In den 80ger bis in die 2000er hat EDV (ja, so hieß das mal… ;-)) spaß gemacht… Spaßfaktor 100%, Stressfaktor kaum messbar. Heute: Stress(und nerv)faktor 100%, Spaßfaktor Null.
    Bin in Zukunft in der techn. Land- und Forstwirtschaft unterwegs und…es macht wieder spaß! (ohne Windows, dafür mit Gründerzeit ähnlicher Controller-Programmierung ;-))
    Gruß
    Gaga

  5. Klaus sagt:

    Das Supportende von Windows 10 LTSC 1607 hast du mit der Verlängerung beim “normalen” Windows 10 1607 für Systeme mit Clovertrail-CPU verwechselt. Tatsächlich ist Mainstream Supportende für Windows 10 LTSC 1607 am 12.10.2021 und Extended Supportende am 13.10.2016. Also jeweils knapp 3 Monate früher als Windows Server 2016, was wohl an dessen späterem Erscheinungstermin liegen dürfte, welcher Basis für die Berechnung der Supportlaufzeit ist.

    Und Windows Server 2016 LTSC gibt es auch in der Core-Variante und diese hat die gleiche Supportlaufzeit wie Windows Server 2016 LTSC mit GUI, weil es das gleiche Produkt ist. Dem gegenüber gibt es die SAC-Variante von Windows Server 2016 nur als Core-Version, und für diese gilt der von dir genannte kürzere Supportlebenszyklus. Wobei sich das von dir genannte Datum in 2018 auf den Nano-Server bezieht, welchen es nur in der SAC-Variante gibt. Windows Server 2016 SAC gibt es erst seit Version 1709 und diese hat noch Support bis 09.04.2019.

    Tja, wie du schon schriebst, wer soll da noch durchblicken…

    • Karl Wester-Ebbinghaus sagt:

      Die Daten habe ich aus dem vormals Technet für Server 2016 Migrationsdokumentation und der Windows Update History. Core Varianten haben immer nur 18 Monate nach Release

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