WhatsApp wird trotz Datenschutzbedenken fleißig weiter genutzt

Nachdem Facebook die Datenschutzbedingungen bei der Tochter WhatsApp geändert hatte und die Zustimmung der Benutzer ultimativ verlangte, kehrten eine Menge Leute dem Messenger den Rücken. Aber ein Großteil der deutschen WhatsApp-Benutzer hält, trotz geänderter Datenschutzbedingungen, an Facebook-App für diesen Dienst fest. Das hat eine Umfrage unter deutschen Benutzern ergeben.


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Der zu Facebook gehörende Messenger-Dienst WhatsApp versuchte ja im Januar 2021 neue AGB einzuführen, die einen Datenaustausch mit Facebook ermöglichen sollte. Die Bedingungen hätten zum Feburar 2021 von den Benutzern akzeptiert werden müssen. Andernfalls hätte der Rauswurf gedroht. Es kam zu einer massiven Abwanderung der Benutzer, wodurch Facebook den Termin zur Zustimmung um Drei Monate verschob. Im Mai gab es dann die Kehrtwende um 180 Grad bei Facebook in Bezug auf die Nutzerzustimmung zu den geänderten Bedingungen für WhatsApp. Nutzer. Auch wer diese Änderungen nicht akzeptierte, sollte weiterhin WhatsApp in vollem Umfang nutzen können. Ich hatte im Blog berichtet (siehe Links am Artikelende).

Die Masse der Benutzer interessiert das nicht

Im Grunde hat die WhatsApp-Nutzerschaft jetzt allen Datenschutzaktivisten und Warnern eine riesige Klatsche vor den Bauch gedonnert. Denn eine von YouGov für DPA durchgeführte Befragung deutscher WhatsApp-Benutzer ergab, dass denen der Schutz der eigenen Daten egal ist.

Es gab zwar ein Stürmchen im Wasserglas und viele Nutzer wollten WhatsApp verlassen. Aber dabei ist es geblieben, der Lemminge-Faktor war halt stark. Von 2.029 im Juni 2021 befragten (repräsentativen) Personen gaben 79 % an, WhatsApp als App auf dem Smartphone zu haben und auch zu nutzen.

Lediglich 13% der Befragten planten die App zu löschen und den Dienst zu verlassen. Die Hälfte dieser Personen hatte vor der AGB-Änderung bereits Datenschutzbedenken. Nur bei 5% der Nutzer löste die Diskussion um die AGB-Änderung Datenschutzbedenken aus. Nur 2 % der WhatsApp-Nutzer sagen Tschüss, weil auch die Kontakte zu anderen Messengern gewechselt sind.

Aber fast 50% der WhatsApp-Nutzer hat bezüglich Datenschutz kein gutes Gefühl … aber die Beharrungskräfte sind halt stärker. Braucht man nicht weiter zu kommentieren – weitere Details lassen sich hier nachlesen.

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12 Antworten zu WhatsApp wird trotz Datenschutzbedenken fleißig weiter genutzt

  1. Al CiD sagt:

    Wenn wir ehrlich sind, hat das kaum einer anders erwartet, oder?

    Datenschutz ist den meisten egal, solange man es "komfortabel" hat und wird gerade in DE meist nur als Vorwand genutzt, um "andere Interessen" zu wahren.

    Ansonsten kann ich es mir nicht erklären, wieso man sich Google, Amazon, Apple – und viele andere – als "Assistenten" mit Mikros und Videos aktiv ins eigene Heim holt…

    Schöne neue Welt
    .

    • 1ST1 sagt:

      Wenn ich in meine Whatsapp-Chats schaue, sehe ich da auch nicht wirklich was schützenswertes. Habt ihr am Sonntag Zeit? Welchen Fahhrradreifen soll ich nehmen? Bist du schon auf dem Weg nach Hause? Witze-Bilder. Kannst du noch Butter aus dem Supermarkt mitbringen? Hm, ja…

      • Al CiD sagt:

        Stimmt, wenn es nur der Inhalt wäre…
        Allein diese APP – wie auch die vom FB-/Messenger – auf einem Android-Smartphone zu haben ist schon ein Sicherheitsrisiko, auch weil viele der Smartphones kaum bis gar keine Sicherheitsupdates erfahren… aber auch das ist ein anderes Thema

        Ich, Aluhutträger ;-) und seit den 80er in der IT tätig, nutze nichts von FB oder Google auf meinem Smartphone… das Leben funktioniert auch so noch ganz gut.

        Aber jedem das Seine

      • Zocker sagt:

        Nur weil bei dir Datenschutz keine Rolle spielt, muss das nicht für andere gelten. Wenn du wüsstest was für Infos in deinen Beispielen steckt und was man damit machen kann… Du würdest es wahrscheinlich noch als Bereicherung ansehen…

  2. Henry Barson sagt:

    In der Firma meiner Frau hatte man bisher noch versucht sich mit WhatsApp Business durchzuhangeln, aber da sagten deren externe DSB wohl, dass das nicht ausreiche. Nun wollen Sie ab Juli/August auf WIRE migrieren, offenbar mit eigenem Server, oder so?!
    Der Kundenkontakt soll dann mittels Einladungslinks erfolgen, wenn ich es richtig verstanden habe, ist nun die Frage wie komfortabel das für die Kunden wird.

  3. Blupp sagt:

    Hat jemand etwas anderes erwartet?
    Vielen ist doch sch… egal ob sie bzw. ihr eigenes Leben zur Ware gemacht wird.
    Das Wichtigste ist doch die Bequemlichkeit und das Hirn nicht anstrengen zu müssen. Wenn das passt ist für diese Menschen die Welt in Ordnung.
    Gegen die Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

  4. Und die Adressbucheinträge, die an fremde Leute übertragen werden sich auch nicht schützenswert? sagt:

    @1ST1

  5. ibbsy sagt:

    So lange die Nutzer bewußt oder aus "Dummheit"/eher ja Bequemlichkeit, die Entscheidung treffen, dass sie ihre Daten zum "Abschuss" freigeben: okay.
    Das Problem ist, dass die Leute aus Bequemlichkeit/Ignoranz/Verantwortungslosigkeit damit auch die Daten all jener freigeben, die bei ihnen in der Kontaktliste stehen und denen Datenschutz wichtig(er) ist.
    Obwohl die AGB darauf hinweisen und explizit verlangen, dass etwaige Kontakte zu informieren sind bzw deren Einwilligung erforderlich ist, ignorieren diese Schäfchen, dass sie auch deren Daten UNBERECHTIGT preisgeben.
    Bedeutet, dass ich im Zweifel meine Daten keinem geben kann, der WA verwendet.

  6. Dekre sagt:

    So lange die ör Rundfunkanstalten, die Bundesregierung, das Bundesparlament und die Regierungen der Länder u.v.a.m. offiziell auf FAZEBUK aktiv sind und jeden da hin bekommen wollen, so wäre mal eine Anzeige / Klage an oben Genannte angesagt.

  7. Lutz sagt:

    Ich verstehe die ganze Aufregung um WA und andere derartige Dienste nicht wirklich.
    Wer sich dort anmeldet, muss aktiv den Geschäftsbedingungen zustimmen.
    Hoffe, die hat jeder dann wirklich gelesen und verstanden!
    Von daher sollte man dann schon wissen, was mit den eigenen Daten passiert.

    Aber, lassen wir doch einfach mal die Kirche im Dorf!
    Wir brauchen nur ins eigene Land zu schauen.
    Diverse Behörden wissen von uns Mitmenschen weitaus mehr, als sie eigentlich müssten!

    Simples Beispiel: Die Beantragung eines neuen PA.
    Hab das Ende letztes Jahres machen müssen.
    Nach der zukünftigen "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des
    Personalausweisgesetzes und der Personalausweisverordnung
    (Personalausweisverwaltungsvorschrift – PAuswVwV) – welch sperriger Begriff – wird es so sein, dass digitale Passfotos und Fingerabrücke jedes Bürgers Pflicht werden!
    Ich hatte noch Glück, von mir gabs keine Fingerabdrücke!
    Wozu auch, ich bin ein unbescholtener Bürger dieses Landes, der sich an Recht und Gesetz hält!

    Bei Letzterem hinterfrage ich echt den Sinn!
    Wenn ich – ich übertreibe bewusst – durch ein tragisches Ereignis bis zur Unkenntlichkeit verbrannt bin, also nur noch ein kleines, schrumpeliges schwarzes Etwas, dann nützen Fingerabdrücke auch recht wenig, um mich dann als Person zu identifizieren!
    Frage mich grade, ob wir in Zukunft noch ne DNA-Probe abgeben müssen, diese lässt sich immerhin aus nem verkohlten Leichnam noch gewinnen mit etwas Glück und KnowHow der Forensiker.

    Hier sammelt der Staat in Zukunft, unter Zuhilfenahme einer Verordnung auch jede Menge personenbezogene Daten – und niemand regt sich darüber auf!
    Machen wir uns doch nichts vor – für den Staat sind wir längst gläsern.

    Also interessiert mich die Sammelwut von WA überhaupt nicht.
    Ich nutze auch diese Plattform, werde dies auch in Zukunft tun.

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