Android USB-Treiber für Windows installieren (Teil 2)

Im ersten Teil hatte ich skizziert, wie man mit Tricks den Android USB ADB Interface-Treiber für Android-Geräte unter Windows 7 installieren kann. Nicht immer ist aber ein Treiber installiert, so dass man alternative Wege kennen sollte. Nachfolgend zeige ich, welche Möglichkeiten es noch zur Installation des benötigten Treibers gibt.


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Wo kriege ich Treiber her?

Da das Problem durchaus auch Besitzer anderer Android-Geräte betrifft, stellt sich die Frage, wo die Treiber zu beziehen sind? Erste Anlaufstelle sollte natürlich die Webseite des Geräteherstellers sein. Sucht man dort im Supportbereich unter dem Produktnamen nach Treibern, dürfte man in einigen Fällen fündig werden. Wer das Ganze abkürzen möchte, findet unter [1] eine Linkliste auf die Treiberseiten diverser Android-Gerätehersteller.

Stehen keine Treiber bereit, kann man auch versuchen, die Google Universal USB-Treiber zu beschaffen und entsprechend anzupassen. Der Download der USB-Treiber ist auf der Google-Seite [2] beschrieben. Man braucht das installierte Android SDK. Dann reicht es den Android SDK-Manager zu starten und unter Available packages im Zweig “Third party Add-Ons” das USB Driver Package anzuwählen.

Ist das betreffende Treiberpaket installiert, finden Sie im Installationsverzeichnis des Android-SDK im Pfad android-sdk_r10\extras\google\usb_driver die betreffenden Treiberdateien.

Treiber anpassen


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Wer den Google-USB-Treiber heruntergeladen hat, kann diesen ggf. noch so anpassen, dass das eigene Gerät als “unterstützt” gemeldet wird. Unter [3, 4, 5] finden sich Forenthreads, in denen so etwas diskutiert wird. Der Ansatz ist recht einfach.

  • Man benötigt den Google Android USB-Treiber für Windows, d. h. man muss in den betreffenden Ordner usb_driver oder google-usb_driver des SDK wechseln.
  • Dann legt man zur Sicherheit eine Kopie der Datei android_winusb.inf an und öffnet dann die Datei android_winusb.inf im Windows-Editor.
  • Anschließend sind die Geräte-IDs der unbekannten Geräte des Android-Geräts in der inf-Datei nachzutragen.

Unter [5] findet sich z. B. der Vorschlag zur Modifikation, so dass die Gerätekennung M57TE unterstützt wird. Hierzu müssen im Texteditor in den benannten Abschnitten der .inf-Datei folgende Einträge hinzugefügt werden.

[Google.NTx86] and/or [Google.NTamd64]

;Haipad M701-R
%SingleAdbInterface% = USB_Install, USB\VID_18D1&PID_DEED
%CompositeAdbInterface% = USB_Install, USB\VID_18D1&PID_DEED&MI_01

Hier werden das ADB Interface und das Composite ADB Interface mit den Geräte-IDs eingetragen. Nach dem Speichern der Änderungen sollte der Assistent zur Treiberinstallation die Gerätetreiber automatisch erkennen, wenn man den Pfad zur Inf-Datei mit dem Treiberdateien angibt.

Besitzt das Gerät andere Hardware-IDs, lassen sich diese im Geräte-Manager im Eigenschaftenfenster der unbekannten Gerät ermitteln. Allerdings ist die obige Modifikation nicht unbedingt erforderlich, denn man kann den Treiberinstallationsassistenten auch explizit anweisen, die Treiber zu installieren. Diese Schritte werden nachfolgend skizziert.

Treiber gezielt installieren

Die Schritte zur Installation sind auf der Google-Seite [2] in englisch für verschiedene Windows-Versionen skizziert. Auch unter [3, 4] finden sich Hinweise. Hier die Vorgehensweise in Windows 7.

  • Zuerst ist der Geräte-Manager zu starten, dann das unbekannte Gerät per Doppelklick anzuwählen und im Eigenschaftenfenster die Schaltfläche zum Durchführen der Einstellungen anzuklicken.
  • Danach klicken Sie auf der Registerkarte Treiber des Eigenschaftenfensters auf die Schaltfläche Treiber installieren bzw. Treiber aktualisieren (falls ein Treiber vorhanden ist).

Windows startet nun den Assistenten zur Treiberinstallation. Im ersten Dialogschritt wählen Sie die Option Auf dem Computer nach Treibern suchen. Dann gelangen Sie zu nachfolgend gezeigtem Dialogfeld. Dort stellen Sie im Feld “An diesem Ort nach Treibersoftware suchen” den Pfad zum Treiberorder über die Schaltfläche Durchsuchen ein und klicken dann auf die Weiter-Schaltfläche.

Wurde die inf-Datei angepasst, sollte der Treiber automatisch installiert werden. Falls Sie auf die Anpassung verzichtet haben, meldet der Assistent, dass kein Treiber gefunden wurde. Klicken Sie dann in der linken oberen Ecke des Dialogfelds auf die Zurück-Schaltfläche und klicken in obigem Dialogfeld auf Aus einer Liste von Gerätetreibern auf dem Computer auswählen.

In der Folgeseite klicken Sie sofort auf die Schaltfläche Datenträger, um das nachfolgende Dialogfeld zu öffnen. Dort klicken Sie auf die Schaltfläche Durchsuchen und wählen im dann angezeigten Dialogfeld die inf-Datei android_winusb.inf aus.

Nach dem Schließen der Dialogfelder sollte im Treiberassistenten in etwa die folgende Darstellung erscheinen. Der Google-Treiber android_winusb.inf unterstützt drei Gerätekomponenten. Die Treiber sind sogar digital signiert.

Wählen Sie als ersten Android ADB Interfache aus, klicken Sie auf Weiter und bestätigen Sie, dass der Treiber installiert werden soll (auch wenn er als nicht passend bemäkelt wird). Dann können Sie die Schritte noch für den Composite ADB Interface-Treiber wiederholen.

Spätestens nach einem Windows-Neustart sollten die Treiber funktionieren und Sie können mit Tools wie dem MyPhoneExplorer oder dem Android Debugger per USB-Schnittstelle auf das Android Gerät zugreifen.

Anmerkung: Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass der Google-Treiber nur für die Verwendung beim Google Nexus S und einige wenigen anderen Android-Geräten gedacht ist. Es kann daher sein, dass nicht alle Android-Funktionen unterstützt werden. So werden bei mir zwar zwei Wechseldatenträgerlaufwerke bei verbundenem Touchlet X4 angezeigt (für internen und externen Speicher). Aber ich kann nicht auf die Wechseldatenträger zugreifen – diese werden als ohne Medium geführt. Nach der Installation des Google-Treibers konnte ich auch nicht mehr auf die Speicherkarte des Simvalley SP-60 Smartphones zugreifen. Ist hier auch kein Problem, da ich mit dem MyPhoneExplorer an die Daten herankomme.

Ähnliche Artikel:

a: Pearl Touchlet 7 Zoll Tablet PC X4
b: Hands-on: Pearl Touchlet X4 – Teil 1
c: Hands-on: Pearl Touchlet X4 – Teil 2
d: HDMI-Ausgabe mit dem Touchlet X4
e: Android USB-Treiber installieren (Teil 1)
f: Android USB-Treiber installieren (Teil 2)
g: Dateitransfer zwischen Touchlet X4 und PC
h: Internen NAND-Speicher in Betrieb nehmen
k: Factory-Reset beim Pearl Touchlet X4
l: 3G-Verbindungen per UMTS-Surfstick mit dem Touchlet X4

i: iPad: Verlängerungskabel für Dock-zu-USB
ii: Android x86 3.2 Honeycomb im Test
iii: MyPhoneExplorer: Zugriff auf Android-Geräte
iv: simvalley Android Dual-SIM-Smartphone “SP-60 GPS”

Links:
1: Linkliste für Android ADB Interface-Treiber diverser OEMs
2: Google USB Driver Download-Seite
3: Forendiskussion Treiberanpassung XDA-Developers
4: How To ADB-Treiberinstall für HTC bei Windows XP
5: Android-Tablets M57TE Treiberanpassung
6: Forendiskussion AndroidPit Touchleit X4
7: Forendiskussion android-hilfe.de Touchlet X4
8: Forendiskussion Treiberanpassung XDA-Developers
9: Forendiskussion Treiberinstall Android-Forum
10: HowTo USB-Treiberinstall (Englisch)



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4 Responses to Android USB-Treiber für Windows installieren (Teil 2)

  1. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Zwischenzeitlich habe ich mit diversen Android-Geräten gearbeitet. Dabei wurde entweder automatisch ein ADB-Treiber installiert oder ich habe den ADB-Treiber aus dem Android SDK verwendet. Die oben noch beschriebenen Probleme beim Zugriff auf den Wechseldatenträger traten dabei nicht mehr auf – ich gehe daher von einem Bedienfehler bei den ersten Gehversuchen aus (vermutlich hatte ich den USB-Zugriff auf die SD-Karte nicht freigegeben).

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