Exit bei Gebrauchtsoftware-Verkäufern? lizengo, Lizenzfuchs & Co. im Wartungsmodus

Aktuell tut sich irgend etwas bei den Verkäufern von Gebrauchtsoftware. Sowohl beim Anbieter lizengo als auch bei Lizenzfuchs heißt es seit Tagen, dass man Server-Wartung mache. Bei weiteren Händlern das gleiche Bild. Das lässt Fragen aufkommen. Hier ein kurzer Überblick über die Sachlage.


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Vorab-Anmerkungen zum Thema

Der Verkauf von Gebrauchtsoftware bzw. deren Lizenzen ist durchaus legal (es gilt der Erschöpfungsgrundsatz, nach dem der Hersteller der Software nach dem Inverkehr-bringen keine Vorgaben zur weiteren Verwendung mehr machen kann). Diverse Urteile des Bundesgerichtshofs und des europäischen Gerichtshofs regeln aber, wie dies vonstatten gehen muss. Es gibt auch Gebrauchtsoftware-Händler, die entlang dieser Urteile einen sauberen Verkauf durchziehen,  Firmen und Behörden erwerben auf diesem Feld täglich Produkte bzw. Lizenzen zum Einsatz von Software diverser Hersteller, vor allem von Microsoft.

Aber die Masse der Gebrauchtsoftware-Verkäufer segelt (nach meinem aktuellen Eindruck) im Graubereich oder agiert schlicht illegal bzw. begeht sogar offen Betrug. Da wird Original-Software wie Windows 10 mit DVD angeboten, aber die DVDs sind offenkundige Fälschungen. Es werden Lizenzschlüssel aus Volumenlizenzpaketen verkauft, die vom Verkäufer nur für den Zweck erworben wurden, diese zu entbündeln und dann mehrfach auf Plattformen wie eBay oder in eigenen Shops loszuschlagen.

Der Käufer ist dann der Dumme, denn  er erwirbt in der Regeln keine Lizenz zum Gebrauch der Software und läuft Gefahr, dass die gekauften Keys durch die Hersteller gesperrt werden. Mir liegen Rückmeldungen von kleinen IT-Dienstleistern vor, die für Kunden solche Gebrauchtsoftware-Angebote gekauft haben und sich nicht bewusst waren, dass sie sich gegenüber den Kunden schadensersatzpflichtig machen. Das Thema Verkauf von Gebrauchtsoftware bzw. deren Lizenzen beschäftigt uns hier im Blog daher ja schon eine ganze Weile. Ich verweise an dieser Stelle auf die Link-Liste am Artikelende, wo das Thema breit abgehandelt wird.

Lizengo im Wartungsmodus

Lizengo ist ja ein in Köln ansässiger Händler von Gebrauchtsoftware, wobei dieser vorgeblich ‚Lizenzen von Softwareprodukten‘ wie Windows oder Office für kleines Geld verkauft. Bekannter wurde dieser Anbieter, als er seine ‚Gebrauchtsoftware‘ über den Lebensmittelhändler Edeka per ‚Software-Kärtchen‘ vertickte (siehe Links am Artikelende). Das schlug Wellen und Edeka beendete die Zusammenarbeit, während Microsoft eine Anzeige wegen Betrugs gegen die Geschäftsführer von lizengo stellte (eine Firma kann juristisch ja nicht belangt werden, sondern nur die Geschäftsführer).

Dann hatte die Staatsanwaltschaft Köln am 18. August 2020 Hausdurchsuchungen beim Gebrauchtsoftware-Händler lizengo veranlasst. Es geht wohl um eine Beweissicherung wegen des Verdachts auf Betrug mit Microsoft-Aktivierungskeys. Ich hatte im Blog-Beitrag Hausdurchsuchung beim Gebrauchtsoftware-Händler lizengo berichtet.

lizengo Serverwartung (seit 31.10.2020)

Nun ist die Shop-Seite lizengo.de des Anbieters von Gebrauchtsoftware seit dem 31. Oktober 2020 nicht mehr funktional, sondern im Serverwartungsmodus (siehe obiger Screenshot). Das ruft natürlich Spekulationen hervor. Ich hatte bereits im Blog-Beitrag lizengo seit 31.10.2020 offline, was ist da los? darüber berichtet, wollte diese Spekulationen aber nicht aktiv befeuern sondern ging hier eher in den ‚abwarten, was passiert Modus‘. Blog-Leser Teletom hat aber in diesem Kommentar zur Dauer der Wartung folgendes geschrieben:

Zur Frage, wie lange die Serverwartung noch dauert, antwortete Frau A. Schneider vom “lizengo Live Chat” heute: “Guten Tag, leider liegt uns kein Termin der IT vor, wann diese arbeiten beendet sind.”

Nun, dann heißt es also abwarten, was sich bei lizengo tut. Das Serverwartungs-Virus hat aber wohl auch bei anderen Verkäufern eingeschlagen, wie ich nachfolgend skizziere.


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Keine Microsoft-Produkte mehr bei Lizenzfuchs & Co.

In diesem Kommentar berichtete Blog-Leser Lizenzstinktier, dass weitere Anbieter von Gebrauchtsoftware, die keine Lizenzen, sondern nur Volumenlizenschlüssel verkauften, dies inzwischen eingestellt hätten.

Lizengo, Lizenzfuchs und Tornadosoft (alles der selbe Mist / MAK Key Mehrfachverkauf) sind schonmal weg vom Fenster. Auf einmal alle entweder in Wartung oder keine MS Lizenzen mehr im Shop. Mal sehen welcher Fake MS Lizenzhändler der nächste ist. Ich tippe auf blitzhandel24.de oder best-software.de. Es kommen aber gefühlt täglich 5 neue Händler dazu. Scheint sich sehr zu lohnen. :)

Wer die Seite von lizenzfuchs.de aufruft, bekommt einen Hinweis, dass auf Grund von Wartungsarbeiten keine Microsoft-Produkte mehr angeboten werden.

Hinweis bei Lizenzfuchs

Das wird an dieser Stelle dann aber auffällig. Irgend etwas ist dort im Busch, würde ich mal sagen. Genaueres weiß man aber nicht. Inzwischen klappern aber andere Medien wie ComputerBild oder WinFuture nach. Morgen folgt dann noch ein zweiter Teil, in dem ich (offenkundige) Betrugsfälle aus diesem Bereich thematisiere.

Ergänzung: Nach einem ausgiebigen Frühstück und etwas nachdenken ist mir noch eine mögliche Erklärung eingefallen. Wenn ich mal postuliere, dass es legale Wege zum Vertrieb von Gebrauchtsoftware gibt, die von einzelnen Händlern zum Vorteil ihrer Kunden beschritten werden, kommt mir spontan ein Gedanke. Als Händler würde ich dann schlicht das Wettbewerbsrecht anziehen und dem möglicherweise unseriösen Wettbewerb schlicht eine anwaltliche Abmahnung mit Unterlassungserklärung zukommen lassen. Wenn die Abgemahnten es nicht auf ein Verfahren ankommen lassen wollen, bleibt nur, den Shop zu schließen oder die Angebote auszulisten. Ich könnte mich sogar vorstellen, dass auch ein Hersteller von Software diesen Weg beschreitet, wenn ihm genügend Anhaltspunkte für unlauteren Wettbewerb durch einen Händler vorliegen. Aber auch hier gilt: Genaueres weiß man aber nicht.

Ergänzung 1: Martin Geuß, mit dem ich wegen der obigen Sache in Kontakt stehe, hatte bei Microsoft wegen des obigen Sachverhalts nachgefragt. Antwort von Microsoft ‚Wir kommentieren das nicht‘.

Ergänzung 2: Das Amtsgericht Köln hat das Insolvenzverfahren über lizengo eröffnet, siehe Gebrauchtsoftwareanbieter lizengo stellt Insolvenzantrag.

Artikelreihe:
Edeka, lizengo und die verkauften Microsoft-Lizenzen – Teil 1
Fallen beim Online-Softwarekauf – Teil 2
Fallen beim Online-Softwarekauf: Lizenzhürden – Teil 3
Fallen beim Online-Softwarekauf: Die Lizenzfrage  – Teil 4
Falle: Billige Software-Lizenzen – neue Erkenntnisse – Teil 5
Falle: Inkassoforderung nach Kauf von Gebrauchtsoftware im Amazon Marketplace  – Teil 6
Fallen beim Online-Softwarekauf: Neue Erkenntnisse – Teil 7
Neues zu Fallen bei (Office-)Lizenzen bei Edeka – Teil 8
Microsoft klagt gegen lizengo wegen ‘Billig-Lizenzen’ – Teil 9
Billig-Lizenzen: Neues zu lizengo, Edeka und Microsoft – Teil 10
Falle: Office 365 Business/Microsoft 365-app-Abonnement vom ‘Reseller’ – Teil 11

Hausdurchsuchung beim Gebrauchtsoftware-Händler lizengo
lizengo seit 31.10.2020 offline, was ist da los?
Gebrauchtsoftware-Verkäufe: Offenkundige Betrugsfälle
Gebrauchtsoftwareanbieter lizengo stellt Insolvenzantrag


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43 Antworten zu Exit bei Gebrauchtsoftware-Verkäufern? lizengo, Lizenzfuchs & Co. im Wartungsmodus

  1. Dat Bundesferkel sagt:

    „Wir müssen den Leuten Mut machen, Plagiate jetzt auch zu melden!“
    Sehe ich aus, als sei ich der unbezahlte Erfüllungsgehilfe von Microsoft? Die Firma ist doch selber Schuld an den haarsträubenden Auswüchsen der Key-Verkäufe:

    – Ausdrückliche Duldung von nicht lizensierter Software, nur um eine flächendeckende Verbreitung zu erzielen (so der O-Ton Microsofts, der schon über ein Jahrzehnt zurückliegt)
    – Geolokale Preisgestaltung aka „Anpassung an den jeweiligen Zielmarkt“. Ja, machen andere Branchen auch: Entertainment, Spiele etc. pp – das Spiel kann aber eben von zwei Seiten gespielt werden
    – Fragwürdige Preisgestaltung bei digitalen Gütern – ich frage mich immer und immer wieder nach der Rechtfertigung dieser Unsummen, die teilweise aufgerufen werden. Wenn ein Produkt von Grund auf entwickelt und unterstützt wird, ja, es kostet Geld. Das muß entlohnt werden, wenngleich das Produkt sich beliebig ohne Kosteneinsatz vervielfältigen läßt @ Entwickler.
    Ein Produkt, welches allerdings immer nur minimalistische Veränderungen und Aktualisierungen erhält (Office, bspw) und dennoch immer und immer wieder der volle Preis aufgerufen wird… ernsthaft?
    Oder die werbefinanzierte OS-Plattform Windows 10, wo man an immer mehr Ecken – noch schlimmer als unter Android – mit Werbung bombardiert wird, auch noch so kackdreist sein kann sich das Produkt bezahlen lassen zu wollen…

    Nö, also irgendwo ist gut. Ich „kaufe“ ja heutzutage nicht mal mehr ein Produkt, sondern erwerbe „nur“ eine „Nutzungslizenz“… und da frage ich als Verbraucher mich doch: Passen Kosten / Nutzen überhaupt noch zusammen?
    Und erst diese Überlegungen bringen „ehrliche“ Kunden dazu, sich „gebrauchte“ Software (muah, die Bits und Bytes haben aber keine Abnutzungserscheinungen) zu kaufen.

    Vielleicht sollte man auch in der Branche „Software“ mal einen Blick auf die Musik-Branche werfen, die es so langsam* mal verstanden hat. Oder bei der Spielebranche – ja, auch die bösen Plattformen Steam, Origin, GOG etc. pp haben ein besseres Kosten/Nutzen-Gefühl entwickelt.

    Aber es geht schlimmer… ich werfe da mal das Unternehmen Adobe in den Raum, welches die Nutzung älterer Software verbieten (lassen) möchte…

    * Verbesserungspotential ist immer noch vorhanden. Ich kaufe nur Musik, wenn ich sie als flac erwerben kann.

    • Karl Wester-Ebbinghaus (@tweet_alqamar) sagt:

      Hallo Günter ich finde es toll, dass du das Thema immer wieder im Blog hast.

      Der Erwerb eines Lizenzschlüssels (Aktivierungshilfe), begründet nicht immer auch den Erwerb einer Lizenz (Nutzungsrecht). Z. B. In Form einer bei Microsoft üblichen Lizenzurkunde oder eines original Datenträgers mit COA (Oldschool)

      Alle genauen Informationen findet man übersichtlich bei

      Microsoft.com/Licensing

      Meldungen gerne wie von der Quelle getan. Anzeige wegen Betrugsversuchs und das Schreiben und Vorgehen sind sehr gut gewählt.

      Auch gerne via Twitter Microsoft Licensing bzw offiziell über Microsoft.com/piracy

      Fristsetzung zur Nachbesserung,
      Erinnerung an Fristablauf (optional)
      Alles dokumentiert und per Einschreiben (geht auch online oder per Epost Brief)
      1a Vorgehensweise!

      Grundsätzlich :

      Es ist erlaubt MAK und andere v+

      Volumenlizenzen zu verkaufen.

      ABER

      Als Käufer sollte man mittels pidgen oder VAMT 3.1 (Windows ADK) prüfen ob der Schüssel noch ausreichende Aktivierungen enthält.

      Der Verkäufer muss dafür Sorge tragen, dass sdessen

      Dessen Aktivierungen nicht überschritten werden.

      Ich hatte das schon einige Male. Auf die Idee mit Schadensersatz statt Leistung bin ich leider nicht gekommen, danke hierfür.

      Mit pidgen kann ich auch erkennen ob der
      Lizenzschlüssel
      nicht statthaft ist. Z. B. Edu öder früher Dreamspark, Visual Studio Pool etc.

      Statthaft sind unter den Voraussetzungen Lizenzen aus open license, oder enterprise agreements Verträgen. Und dürften bei speziellen Programmen wie Gemeinnützigkeit oder öffentlicher Einrichtung eben auch nur dort wieder zum Einsatz kommen.
      Sonst ist es ein Verstoß.

      Ich habe hier noch Aufklärungsvideos gepostet die sehr hilfreich sind.

      https://twitter.com/tweet_alqamar/status/1324991604218793984?s=19

      Viel Spaß bei der richtigen Lizenzierung! Es lohnt sich.

    • Günter Born sagt:

      Sehe ich etwas anders! Ich kaufe als Firma von einem gewerblichen Verkäufer ein als ‚Original-Software‘ beworbenes Produkt, das ich rechts- und lizenzkonform einzusetzen gedenke. Bei Lieferung stellt sich a) offenkundig heraus, dass es sich um eine Fälschung handelt – oder b) eine Prüfung durch Microsoft ergibt, dass ich keine gültige Lizenz habe.

      -> Da ist es naheliegend, a) Anzeige wegen Betrugs und b) Schadensersatz wegen Nichterfüllung zu fordern. Denn es gibt sie ja, die seriösen Händler, die Gebrauchtsoftware verkaufen und die Nachweiskette zum Lizenzübergang erbringen. Wird von Firmen und Behörden durchaus genutzt. Nur ist das für Einzelkäufer oder die private Nase, die glaubt, sich einen billigen Schlüssel schießen zu müssen, keine Option.

      Wenn jemand meint, das anders handhaben zu müssen – wir sind ein freies Land. Es kann aber niemand sagen: Ich hätte nicht vor dieser Konstruktion gewarnt.

      PS: Ich stelle die Fälle hier im Blog auch so ausführlich dar, weil mich im Nachgang zur Artikelreihe einige Leserbriefe erreichten. Mit dabei auch Dienstleister, die ganz stolz waren, für ihre Kunden ‚billige Lizenzen‘ gekauft zu haben. Von mir kam dann der Hinweis, dass sie sich als Dienstleister ggf. schadensersatzpflichtig machen. Darauf ‚großes Erstaunen‘ …

      Anmerkung: Falls sich jemand wundert, dass das ursprüngliche Zitat von Dat Bundesferkel im obigem Artikel fehlt – es gibt eine einfache Erklärung. Der Artikel ist so umfangreich geworden, dass ich den Teil, der sich um offensichtlichen Betrug handelt, in einen separaten Blog-Beitrag ausgelagert habe. Der erscheint morgen: Gebrauchtsoftware-Verkäufe: Offenkundige Betrugsfälle

    • Herr IngoW sagt:

      Zitat: „Oder die werbefinanzierte OS-Plattform Windows 10, wo man an immer mehr Ecken – noch schlimmer als unter Android – mit Werbung bombardiert wird, auch noch so kackdreist sein kann sich das Produkt bezahlen lassen zu wollen…“
      Zum ersten Teil: Werbung in Win10 kann man abschalten, sogar in den Systemeigenen Einstellungen (jedenfalls bei Win10Pro, ob das bei Win10Home auch geht weis ich nicht, da auf meinen PC/Laptops kein Home ist).
      Zum zweiten Teil „noch schlimmer als unter Android“: Die Werbung geht, wenn man Glück hat, teilweise abzuschalten (ist ja schließlich das Geschäftsmodell von Google). Ansonsten ist das Betriebssystem grottig (für richtige Arbeit nicht zu gebrauchen, genau wie diese unsäglichen „Chromebooks“ ), nutze ich nur, als Smartphone, weil es außer „Apple“ (viel zu Teuer) nichts anderes gibt was überhaupt einigermaßen funktioniert. 😣
      Zum Thema: Es ist Gut, das wenigstens einige Leute gibt (denen es möglich ist), die sich gegen diesen diesen Betrug wehren.
      Aber viele denken, mit einem Zehner oder Zwanziger kann man nichts falsch machen. Kauf ich halt einen neuen Kay wenn der andere nicht geht. Diese Leute haben den Gewinn dieser Betrüger ermöglicht. „Geizt ist Geil“ ist wohl immer noch Aktuell. 😁

      • 1ST1 sagt:

        Das Bundesferkel kennt Windows 10 offenbar nur vom Hörensagen. Ich nutze privat Win 10 Home und Pro (eigentlich würde mir Home in fast allen Belangen vollkomen reichen, würde nur auf den Desktops die Möglichkeit, sie per RDP fernzusteuern vermissen), daheim brauche ich keine Domäne. Auch in der Firma haben wir für bestimmte Situationen noch Pro in der Domäne, die übrigens sind alles Enterprise-Lizenzen. Ich habe also auf alle Lizenzierungsvarianten Zugriff. Und ich habe da noch nirgends Werbung gesehen.

        • Dat Bundesferkel sagt:

          „Und ich habe da noch nirgends Werbung gesehen.“

          Ich habe selbst vollumfänglichen Zugriff auf unterschiedliche Variationen und nutze mindestens 5 Installationen privat.

          Würdest Du Dich nicht nur mit den installieren der Editionen befassen, sondern sie auch nutzen, dann wüßtest Du, das sowohl die Home, wie auch die Pro, vor Werbung (auch ständig ungefragt nachgeschobener) strotzen.
          Ja, auch „vorgeschlagene“ oder „empfohlene Anwendungen“ bei der lokalen(!) Suche sind Werbung. Das ständige ningeln zum Edge ist ebenfalls aufdringliche Werbung.

          Aber Du streitest ja auch die Datensammelwut von Windows 10 ab und machst daraus ein Ammenmärchen für Aluhutträger – wohlwissend und ignorierend, daß selbst das BSI eben dieses schon erfasst hat und durch einen Konfigurationsguide einzudämmen versucht – ebenfalls mit dem Geschmäckle, daß es immer noch undokumentierten Traffic gibt, egal bei welcher Edition.

          Letztlich ist die wohl schlimmste aller Editionen die Education, die sogar schon in den ursprünglichen Lizenzvereinbarungen stehen hatte, daß Tastatureingaben(!) erfasst und übermittelt werden. Ob das bei den gegenwärtigen Editionen noch so ist, kann ich weder bestätigen, noch ablehnen, da ich diese Edition nicht mehr freiwillig einsetze.

          • 1ST1 sagt:

            Du bist echt beratungsrestent, Microsoft schreibt selbst, das die Education-Lizenzen noch weniger ausgewertet werden, wie die anderen. MS garantiert, dass dies so ist. Das kannst du schwarzweiß bei denen nachlesen, das ist eine Produkteigenschaft, die du nach europäischem Recht sogar einklagen kannst.

            Was Telemetrie angeht, hab ich da keine Angst, darüber habe ich mich aber schon mehrfach geäußert, mag ich nicht ständig wiederholen.

            Und was die Suche in der Startleiste angeht, benutze ich extrem selten, ich weiß auch so wo meine Sachen liegen. Brauche ich nicht. Kann man abschalten und gleich das ganze Startmenü durch Openshell ersetzen, und dann ist eh Schicht im Schacht.

          • Dat Bundesferkel sagt:

            „Du bist echt beratungsrestent, Microsoft schreibt selbst, das die Education-Lizenzen noch weniger ausgewertet werden, wie die anderen.“

            Und Du verschließt die Augen vor Fakten und Tatsachen. Genau das war der Status Quo 2015 bei Educations, mit denen ich hantiert habe.
            Vielleicht mal weniger BILD-Kolumnen lesen und sich tatsächlich durch deren EULA quälen.

            Ob das heuer noch so gehandhabt wird von Microsoft, darüber können wir streiten – denn die Edu kommt hier nicht mehr zum Einsatz… aus zuvor genannten Gründen.

            Telemetrie habe ich nicht erwähnt, ergo brauchst Du auch nicht so tun, als müßtest Du „ständig wiederholt darauf antworten“.

            „Und was die Suche in der Startleiste angeht, benutze ich extrem selten(…)“
            Ist das Dein Ernst? Du strafst alle Leute, die die nervige Werbung erwähnen, Lügen und schreibst dann eiskalt, daß Du es ja eh nicht nutzt, weil Du weißt, was wo ist und nutzt eine alternative Shell? Dein Ernst?

            Und ich bitte Dich erneut: Hör endlich meinen Deinen leidigen Windows 10 Missionierungsversuchen auf. Es nervt nur, wenn man versucht jemanden irgendwas aufzuschwatzen, bekannte Mängel bewusst zu verschweigen (Täuschung!) und Alternativprodukte als Murks abzustempeln (mit Linux wird man unglücklich)… ;)

            Geht das auf jeden Fall so weiter mit Deinem Kommentier- und Diskussionsstil, werde ich Deine Aussagen künftig einfach rigoros ignorieren.

        • EntsetzterMitleser sagt:

          Jemand der erklärt, dass Windows 10 keine Datenschutzprobleme habe und unaufdringlich sei, was MS oder andere „zwangsgelieferte“ Produkte angeht, kann man nicht ernst nehmen. Die Argumentation weiter unten, dass etwas nicht in einer Funktion existiert, die du eh nicht benutzt ist die Kirsche auf der Torte. Ich kann nur hoffen, dass du nirgendwo Veranwortung für die IT anderer hast.

  2. Karl Wester-Ebbinghaus (@tweet_alqamar) sagt:

    P. S. Bei Deskmodder wurde laut den Kommentaren ein Windows 10 Key geblockt der bis 1903 immer funktionierte.
    Dat bundesferkel hat da nicht Recht.

    Microsoft duldet es nicht, es ist nur viel Aufwand. Natürlich könnte Microsoft auch selbst solches Vorgehen wählen und Testkäufe machen.
    Es stellt sich in keinem Fall eine Duldung oder betriebliche Übung ein, nur weil man das Thema seit Jahrzehnten nicht geregelt bekommt und Windows 10 es noch deutlich leichter gemacht hat Lizenzbetrug zu begehen.
    Siehe immer noch mögliches Windows 7/8.x Upgrade auf Windows 10. :)

    und eine Straftat zu melden und zu bezeugen, die keinen Kavaliersdelikt darstellt, ist eine bürgerliche und soziale „Pflicht“.
    Anderes Beispiel: Unfallflucht, Vergewaltigung etc.
    Lizenzbetrug schädigt den Käufer, andere Unwissende, und die Entwickler.

    Es gibt eine Ausnahme wo ein Lizenzschlüssel eine Lizenz darstellt. Das wären Plattformen wie Steam. Weil es dort keinen Lizenznachweis gibt (ggf. Kaufnachweis dessen)

    • Dekre sagt:

      Oh ha!
      Hier verstehe ich einiges nicht, muss ich auch nicht (mehr). Es gibt neue Gesetze in der Arbeit gegen den „Abmahnanwalt“. Jetzt wird der Blockwart und das Denuziantentum wieder neu herausgeholt. Es hat nicht lange gedauert, bis 1945 vergessen war. Seit spätestens 2000 geht es wieder los.
      Na dann mal Prost!

      Der „Blockwart“ ist wieder da. Oder sind wir nicht alle „Blockwart“?
      Manchmal wird vieles verwechselt und Äpfel mit Birnen verglichen. So bastelt sich jeder sein Weltbild zusammen.
      Man sollte sich mal bei Gegenheit ein StGB kaufen, kostet nur paar Euro. Man kann es sich auch im Internet runterladen. Bitte dann aber auch eine StPO mal mitkaufen.

      Ich denke man sollte zum eingeltichen Problem zurückkehren und mal abwarten, was da so in dem Rechtsstreit nun herauskommt.

    • Dat Bundesferkel sagt:

      „Dat bundesferkel hat da nicht Recht.“
      Wäre einfacher gewesen mit einem Zitat. Und meine Aussage war ein wenig umfangreicher. Spule mal zurück zur Zeit von Windows XP… das waren damals(tm) offizielle Aussagen von Microsoft, Bill Gates hat das in verschiedenen Interviews auch beiläufig bestätigt.

      Sprich: Vergangenheit vs. Gegenwart, und ich habe mit keinem Wort erwähnt, daß es gegenwärtig noch so ist. Jetzt, nach einer fast kriminellen, flächendeckenden Zwangsverbreitung durch Duldung und OEM-Vorinstallationen, Impfung in Schulen und Fortbildungsbetrieben, hat der „rücksichtsvolle“ Branchenriese die Daumenschrauben angezogen.

      „nd eine Straftat zu melden und zu bezeugen, die keinen Kavaliersdelikt darstellt, ist eine bürgerliche und soziale “Pflicht”.
      Anderes Beispiel: Unfallflucht, Vergewaltigung etc.“
      Ehm… ne. Tut mir leid, aber hier bin ich überhaupt nicht bei Dir. Die Beispiele sind ziemlich verletztend für Betroffene, wenn Du sie mit derlei „Lappalien“ vergleichst.

      „Es gibt eine Ausnahme wo ein Lizenzschlüssel eine Lizenz darstellt. Das wären Plattformen wie Steam.“
      Hehe, netter Versuch. Als Steam-Nutzer lege ich Dir mal nahe, die AGB zu lesen. Es ist bei mir schon in mindestens sechs Fällen passiert, daß Anwendungen ohne Vorwarnung ersatzlos aus der Bibliothek entfernt wurden, obgleich völlig legitim erworben. Dann fange mal an mit dem Steam Support zu diskutieren… da machst Du Dich mit Nachweisen nackig, oder verzichtest auf die digitalen Güter.
      Und gerade die DRM-Plattformen sind ein Hort nicht legal zu beschaffender Lizenzen (Key-Shops), deren Herkunft nicht nachvollziehbar ist.
      Aber auch, wenn Du bei Steam selber kaufst, hast Du nur wenige Nachweise: Sofern aktiviert, bekommst Du eine E-Mail als Kaufbestätigung. In Deinem Konto hast Du einen Kaufverlauf (Datum, Uhrzeit, Produkt) – auf den kannst Du natürlich nur zugreifen, solange sie Deinen Account nicht gesperrt haben. ;)

  3. Ärgere das Böse! sagt:

    Die Softwarehexe.de lebt noch.

  4. Daniel sagt:

    usedsoft und vendosoft laufen aktuell ganz normal weiter.

  5. Christian 59 sagt:

    …na sowas? Noch nie was von den SWATs gehört?

    Von den „Serverwartungsaktionstagen“? So à la 3 für 2?
    Sie haben 3 Server zu warten, wir warten aber nur 2, etc?

    Na dann mal los! Es hat solange es keine mehr hat!

    Ein coronafreies Wochenende!
    Christian

  6. Dekre sagt:

    In dem ganzen Wirrwarr sieht keiner mehr durch. Was ist eigentlich mit dem dann aufgetauchten weiteren Zwischen-Händler EDEKA bei Lizengo. Die sind mE nicht einfach so rechtlich raus. Die haben doch auch eine Rechtsabteilung. Bei EDEKA wird einiges in komplizierten Strukturen verkauft, so bspw. Tchibo. Das läuft mE auf Kommissionsbasis oder so. Nichts genaues weiß man nicht. Hinzu kommt, dass bei EDEKA nun nicht jeder Laden direkt EDEKA ist. Viele sind Einzelhändler über Franchising oder so.

    Was ist eingentlich mit dem kostenlosten Upgrade auf Win10. Das lief (ggf. läuft noch) über den offziellen Termin hinaus.

    Wie läuft es eigentlich in den anderen Ländern, insbesondere eben in solche wie Pakistan, Indien, China oder in Nigeria als Bsp. für die afrikanischen Staaten.

    • Günter Born sagt:

      Zum Edeka-Teil: Bei Edeka war – wenn ich nicht gänzlich daneben liege – die Sache einfach. Die haben eine Gutscheinkarte verkauft, hatten also nichts mit den nachgelagerten Lizenz-/Key-Geschichten am Hut. Solange der Gutschein eingelöst werden konnte, war Edeka raus. Ist ja so ähnlich mit den Gutscheinkarten für iTunes & Co.

      Zum Upgrade auf Windows 10: Das wird aktuell von Microsoft weiter zugelassen. Da man dann ein digital Entitlement für die Maschine bekommt, wird sich dort wegen Lizenzmissbrauch nichts tun. Das ist also ein gänzlich anderer Fall.

      Zu ‚anderen Ländern‘: Ist nicht relevant – wir bewegen uns im Rechtsrahmen, den das Bundesverwaltungsgericht und der EuGH gesetzt haben. Und dort gibt es klare Vorgaben. Aktuell geht es m.E. nur um die Frage: Ist der Verkauf eines entbündelten Lizenzkeys eine Übertragung der Lizenz. Microsoft sagt ganz klar nein. Hier wird ein Richter entscheiden müssen.

      • Dekre sagt:

        Ich habe das Ganze geschrieben weil, mir das gesamte Verfahren vom MS und den anderen etwas irreal vorkommt.

        Nach der Denkweise von @Karl wäre Edeka mindestens drin. Ich hatte dazu schon oben leicht kritisiert. Das mit Edeka ist mE so nicht richtig. Das ist aber eine Frage, die das Problem nur teilweise aufzeigt. Der Endnutzer kann es nicht durchschauen mit Lizengo.

        Das mit den anderen Ländern habe ich bewußt gebracht. MS verkauft zu unterschiedlichen Preisen ein Produkt (!). Das mit EuGH etc lasse ich nicht gelten. Wir kacken uns tod mit unsubstantiierten Regelungen, wenn sich die anderen nicht daran halten. Die EU-Behörden kann es gar nicht kontrollierenund wollen es auch gar nicht. Die sind ja nicht mal in der Lage wirkliche Grenzen für Google und Amazone aufzuzeigen und klar zu bestimmen.

        Anderes Beispiel: sog. Reimprote in der Kfz-Branche. Will ich Frankreich einen Peugot kaufen, so ist der teuerer als im EU-Ausland. Will ich in Frankreich einen VW kaufen, so ist er billiger als in Deutschland. Ich habe das mal spaßenshalber gemacht, als ich noch in Paris etwas Zeit hatte und da habe ich mir mir die Preise bei den Händlern angeschaut und verglichen.
        Der beste „Reimport“ war damals mit Dämemark.

        Es ist reiner Egoismus und das Ganze geht nach Gutsherren-Art.

        Wenn @karl sich freut, dass das Thema immer wieder bei Dir kommt, so ist es nicht sinnig. Ich habe im vorvorletzten Bolgbeitrag von Dir (Günter) geschrieben, dass die Lizengo-Seite „Wartung“ meldet. Somit ist das nun nicht so neu.

        Man sollte mal die Rechtsprechung abwarten und um was es da eigentlich geht.

        • wolf49 sagt:

          @ Dekre
          Wie sehr doch die Qualität Deiner (spät?)pubertären Ansichten mit Deiner gänzlich pubertären Ausdrucksweise übereinstimmt (s. etwa „Wir kacken uns tod…“) ist wirklich bewundernswert!

          @ Günter Born
          Warum entfernst Du dermaßen rufschädigende Hetztiraden nicht? Sie wirken jedenfalls auch auf Dich und Deinen Blog zurück!

          • Günter Born sagt:

            Zum letzten Absatz: Ich zensiere nur, wenn es unter der Gürtellinie oder justiziabel – oder wirklich ohne Substanz bzw. offensichtlich SPAM – ist. Keines dieser Kriterien kann ich erkennen.

            Wobei Dekre imho fehlerhafte Schlüsse zieht. Ein Urteil des EuGH hat nichts mit der EU-Kommission zu tun, sondern ist für die Rechtssprechung der nationalen Gerichte bindend (so mein Verständnis). Und die Vorgehensweise der EU-Kommission gegen Amazon, Google & Co. hat nichts mit der Lizenzproblematik zu tun.

          • Dekre sagt:

            Lieber spät, als was vergessen zu haben. Ja ja, die Zensur. Schöne Grüße von Hoffmann von Fallersleben und Wather von der Vogelweide, „Die Gedanken sind frei“. Das Gedicht ist immer aktuell.
            Es ist interessant wieder zu merken, wie sich was an einem Thema hochschaukelt und entfremdet vom Eigentlichen.

            EU-Kommission und EuGH haben mit EU-Recht zu tun. Der EuGH prüft auf Anfrage und im Einzelfall verstoß gegen EU-Recht. EU-Kommission handelt nach den EU-Verträgen, EU-Recht.

            Und ich wiederhole mich noch einmal:
            Man sollte mal die Rechtsprechung abwarten und um was es da eigentlich geht. So wie ich es sehe, geht es um Verkäufe über Edeka mit Win10-Pro-Lizenzen und Office2016.
            U.a. wird das auf PC-Welt (25.10.2019) wird das im Online-Artikel gebracht. Rechts neben dem Artikel ist Werbung für MS-WIN10Pro von diversen Anbietern von 7,99 EUR bis 16,99 EUR, Abruf heute 08.11.2020. Das ist der absolute Witz.
            Link der Seite:
            https://www.pcwelt.de/news/Microsoft-vs.-Lizengo-Das-sagt-Microsoft-zum-Streit-10690910.html

          • Günter Born sagt:

            Nur zur Werbung: Da muss ich die PCWelt in Schutz nehmen – geht mir ja nicht anders hier im Blog. Du vermietest Werbeplätze, wie eine Litfasssäule. Welche Werbung angeklebt wird, hat man nicht im Griff. Leider sind die Algorithmen so blöde, Werbung für das aktuelle Thema oder besuchte Webseiten zu schalten, obwohl ein Artikel die absolute Anti-These behandelt.

          • Ärgere das Böse! sagt:

            Farbige Ausdrucksweise zensieren? Du bist aber ein Grüner!

  7. OwenBurnett sagt:

    Ich denke das Problem ist das die Software Branche einfach eine gefühlt unfaire Preispolitik fährt und Menschen als soziale Tiere haben einen angeborenen Drang gegen Unfairniss anzukämpfen.

    Software ist nun mal kein Auto, die Vervielfältigungskosten von Software sind nun mal nahezu 0€ das lässt sich nicht wegdiskutieren. Und ja ein Auto muss auch zuerst noch entwickelt werden, genau so wie Software.

    Daraus ergäben sich aber einige Konsequenzen die man halt mal doch durch diskutieren muss.

    Q: Ist es wirklich gerecht von jemandem der eine Software zur privaten Belustigung/Bildung einsetzen will den selben Preiszu verlangen wie von jemandem der mit dieser Software arbeiten und ein Einkommen generieren wird?

    A: Nein gefüllt ist es nicht fair. Und im Gegensatz zu einer amtlichen CNC fräse bei der alleine die Herstellung schon min 50% des Preises ausmacht könnte man von jeder Software jedem Menschen eine Kopie bereitstellen fast kostenfrei.

    Q: Ist es fair einer riesigen Firma die weiß Gott oft mehr als genug Geld hat 90% Rabatte einzuräumen, aber von kleinen Endkunden die knapp bei Kasse sind den vollen preis zu verlangen?

    A: Nein gefüllt ist es nicht fair. Man sollte Personen immer umgekehrt proportional zu ihren Ressourcen bevorzugen. Sprich Nachlässe für die armen und kleinen und hohe teure preise für die größen und reichen.

    etc…

    Und weil das so ist sind solche Angebote so begehrt.

    • Günter Born sagt:

      Das ist aber eine wackelige Argumentationskette und führt hier nicht weiter.

      a) Relevant ist nur der Rechtsrahmen, nicht das, was jemand fühlt.

      Sonst könnte man ja auch argumentieren: Ich empfinde es äußerst unfair, dass ich für die Bus- oder Zugfahrt zahlen muss – ich fahre kostenlos.

      b) Jemand mit einer legalen Kopie von Windows 7 oder Windows 8/8.1 kann im Fall von Windows aktuell immer noch kostenlos auf W10 upgraden (MS unterbindet das nicht).

      Jemand, der meint Office brauchen zu müssen, könnte mit kostenlosen Office-Lösungen arbeiten. Aber es ist eh eine Diskussion am Thema vorbei.

      Originär geht es um die Frage: Arbeiten Händler legal, wenn sie Gebrauchtsoftware in einer Form feilbieten, die bisher (m.W.) nicht durch Urteile als zulässig eingestuft wurde – und wie weit kann diese Klientel den Graubereich ausdehnen (im morgigen Teil kommen Fälle zur Sprache, wo ein ‚Original Windows 10 Pro mit Datenträger‘ feilgeboten wurde, wobei der Schlüssel aus obskuren Quellen kam und der Datenträger eine Fälschung war).

      • OwenBurnett sagt:

        > a) Relevant ist nur der Rechtsrahmen, nicht das, was jemand fühlt.

        Naja wen die Gesetze lange genug gegen das rechts empfinden der maßen gemacht werden knallt es halt irgendwann. So einfach ist es.

    • Andreas Metzler sagt:

      @OwenBurnett: Ich will mal so sagen: Ich hege eine gewisse Sympahtie für Ihre Ausfürungen, aber letztlich zählt das alles nicht, sondern es zählt was rechtlich legal ist und was nicht. Darum schreibe ich dies hier auch mit Firefox unter Linux …

    • 1ST1 sagt:

      Es ist durchaus das Recht eines Verkäufers, selbst den Preis seiner Ware fest zu legen. Und das kann er völlig frei, anhand der Entstehungskosten der Ware, anhand des Mitbewerbs, oder auch völlig frei erwürfeln. Ja, und die selbe Ware kann in verschiedenen Ländern durchaus auch verschieden viel kosten, das trifft selbst auf ein Glas Marmelade zu.

      Übrigens habe ich das letzte Mal was für Windows bezahlt, als ich für 30 Euro das Update auf 8.0 gekauft habe. Da habe ich insgesamt 4 Lizenzen davon. Aktuell nutze ich davon in meiner Familie eine auf einem gänzlich selbst gebauten PC. Die anderen liegen quasi brach, weil die eingesetzten Notebooks und gebrauchte HP- bzw. Dell-PCs jeweils eine Win 7 Lizenz haben, die sich auch für 10 nutzen lässt. Und wir haben auch Office 365, kostet 99 Euro pro Jahr, macht pro Familienmitglied 25 Euro pro Jahr, das tut nicht weh, und dafür habe ich die Standardsoftware, die ich, meine Frau im Job, und meine Tochter in der Schule einsetzt. Und ich könnte es noch mit 2 weiteren Personen teilen. Und jeder hat 1 TB Cloud-Speicher inklusive – man muss halt ein bischen aufpassen was man da rein legt.

      Da mache ich mir weder einen Kopf um Linux noch Libre-Office. Ich bekomme dort funktionell nicht die gleiche Gegenleistung, und über Libre-Office ärgere ich mich jedes Mal, wenn ich darin mal ein MS-Office-Dokument importieren muss, weil die ganze Formatierung darin flöten geht. An Werbung im Win 10 Startmenü oder so kann ich mich auch nicht erinnern.

      • Dat Bundesferkel sagt:

        Weißt Du, was das unverschämteste aller Angebote von Microsoft zum kostenfreien Upgrade ist?

        Du kannst (noch immer) ein Windows 7 Pro auf ein Windows 10 Pro aktualisieren. Traurig und ärgerlich zugleich sind lediglich, daß Microsoft in den letzten Jahren bei jedem Upgrade die Pro Edition von Windows 10 um Funktionen und Fähigkeiten reduziert und verschlankt hat.

        Das „Upgrade“ sieht letztlich so aus, daß Du ein uneingeschränkt domänentaugliches BS gegen ein… zu Tode kastriertes Möchtegern-Pro aktualisierst, was den Leistungsumfang eines etwas besseren Homes hat.

        Für mich ist das kein kostenfreies Upgrade, sondern ein Betrugsgeschäft seitens Microsoft (ehemals zugesicherte Leistungen und Funktionen werden entfernt, siehe auch Vorgehen von SONY, die damals ihre PS3 als Linux-Plattform offiziell anboten, verkauften und die Unterstützung später entfernten).

        „Es ist durchaus das Recht eines Verkäufers, selbst den Preis seiner Ware fest zu legen.“
        Buchbindungspreis… (zum Bleistift).

        „Ja, und die selbe Ware kann in verschiedenen Ländern durchaus auch verschieden viel kosten, das trifft selbst auf ein Glas Marmelade zu.“
        Ja, das lernt man so beim BWL. Immer schön mit Kennzahlen spielen, bis man Verkaufspreis und Nachfrage optimal abgestimmt hat… oder Verbreitung… oder VK-Preis. Tatsächliche Kosten finden in den Kalkulationen selten Berücksichtigung.
        Darum nehme ich mir auch die Freiheit, ebenso zu verfahren. Mir geht es durchaus darum, von mir genutzte Dienste entsprechend zu entlohnen. Darum kaufe ich zum Beispiel Bücher von Autoren auch neu und nicht vom Gebrauchtmarkt. Aber ich wäge Kosten / Nutzen stetig neu ab und bei zu hohen Kosten bleiben mir zwei Optionen: Verzicht oder anderweitige Bezugsquellen ausloten.
        Gerade im Bereich Software-Lizenzen ist das Leben nicht schwarz/weiss und die Grenzen sind fließend, bzw. ohne erhebliche Prüfungen des Nutzers immer noch nicht glasklar. Der Preis jedoch ist kein Indikator für die Legalität.

        • 1ST1 sagt:

          Ich wüsste nicht, wo meine 10 Pro beschnitten sein soll. Ich könnte es immer noch in eine Domäne aufnehmen, wenn ich denn eine hätte.

      • OwenBurnett sagt:

        „Es ist durchaus das Recht eines Verkäufers, selbst den Preis seiner Ware fest zu legen.“

        Nun erstens wird das von Gesetzen gegen Monopole eingeschränkt.

        Zweitens ist die Rechtslage irrelevant wen es über Jahre sich gegen das Rechtsempfinden der Massen richtet. Denn dann werden entweder alternativen geschaffen oder irgendwann das Gesetz geändert.

        Ich erinnere hier an die Musik Industrie, das ganze Flatrate Streaming gibt es heute nur weil es defakto eine Kapitulation vor der Piraterie ist.

        Schon Klar, wen man sich nicht an Gesetze hält ist mit mit dem Konflikt mit dem Staat. Aber oft gibt es auch Gesetze die im Konflikt mit der Bevölkerung stehen.
        Und in einer Demokratie würde man nun mal erwarten das im letzterem Fall die Gesetze berichtigt werden an stelle einen großen teil der Bevölkerung zu unterdrücken.

        Das große Problem mit Immaterialgütern im allgemeinem und mit Software im besonderem ist das diese oft Pseudostandards erzwingen und dadurch monopolistische Positionen einnehmen.

        Bei physischen Produkten ist das nur sehr selten der Fall und wen da nur für kurze zeit.

        Windows dadurch das es ein de facto Monopol auf die Ausführung von Wi32 Programmen hat ist nun mal anders zu behandeln als sagen wir mal ein Webbrowser von dem es mehrere gleichwertige alternativen am Markt gibt die fast alle mit fast allem kompatibel sind.

        Selbes galt lange zeit für Office.

        Bei Video schnitt Programmen weiß ich es nicht so genau, ob Adobe Premiere oder Final Cut sooo groß sind das eines der beiden ein de facto Standards ist. Wohl eher nicht weil es ja schon mal 2 sind die einem einfallen und dann gibt es noch Davinci resolve und so weiter.

        Hier müsste der Gesetzgeber klar eingreifen und die Preisgestaltungsoptionen bei Produkten die in der Praxis alternativlos sind eben stark einschränken.

        Schön für dich das du so billig an deine wohl legalen Lizenzen gekommen bist.

        Ich bekomme meine Lizenzen auch nach geschmissen als angestellter einer höheren Bildungseinrichtung, oft sind die Sachen komplett gratis. Wie die ganze jetbrain Software Suite und vieles mehr.

        Schön für uns…

        aber für die Massen die für das selbe 100te von€€€ ausgeben müssen fühlt sich das doch wie ab zocke an, die privilegierten bekommen ihre Software nach geworfen und der Pöbel muss den Gürtel Enger schnellen und sich die Lizenzen vom Mund ab sparen, das ist doch einfach nur gemein, recht hin oder her.

        • 1ST1 sagt:

          Die große Masse kauft sich einen fertigen PC/Laptop und da ist die Windows-Lizenz schon mit drin. Office bekommt er für 69 Euro pro Jahr für sich alleine und 99 Euro pro Jahr für bis zu 6 Familienmitglieder. Das ist doch so simpel und auch nicht teuer.

          Und wer schlau ist, holt sich einen gebrauchten Büro-PC mit Win 7 Lizenz und nutzt die. Solche PCs reichen übrigens für alle Ansprüche abseits von Gaming.

    • Ärgere das Böse! sagt:

      Das stimmt.
      Man stellt es einmal her und vervielfältigt es dann kostenlos.

      Vereinfachte Modell-Annahme:
      Wenn man es dann nicht zu dem Preis verkauft, der sich aus den Entwicklungskosten geteilt durch die Anzahl Kopien ergibt, entzieht man dem Geldkreislauf Geld, das im Geldkreislauf bleiben müsste. Man bestiehlt also ganze Volkswirtschaften und deren Teilnehmer. Schlussendlich werden dadurch die Teilnehmer der jeweiligen Volkswirtschaft in ihrer Kaufkraft geschwächt.

      Jetzt haben wir es!

      • 1ST1 sagt:

        Zu kurz gedacht, dein Modell finktioniert nicht. Weißt du, wieviele Mitarbeiter MS hat? Die wollen alle bezahlt werden. Wo willst du die Grenze ziehen? Nach 10 Kopien? 100? 1000?

        • Ärgere das Böse! sagt:

          Weisst Du was ein Modell in der Volks- oder Betriebswirtschaft ist? Leider Nein.

          • 1ST1 sagt:

            Was hat das damit zu tun?

            Würdest du auch alle Entwicklungskosten des VW Golf auf das erste Auto der neuen Golf-Generation verrechnen und dann die Käufer aller weiteren produzierten Fahrzeuge nur noch den Kilopreis für Blech, Plastik, Kupfer und Glas bezahlen lassen? Das ist schließlich der Gegenwert, den du erhälst, wenn du ein Auto kaufst.

          • Ärgere das Böse! sagt:

            Weisst Du was ein Modell in der Volks- oder Betriebswirtschaft ist? Leider Nein.

            ich habe oben ein Modell präsentiert, inkl. den Folgen für ganze Volkswirtschaften. Du bist damit überfordert.

        • deoroller sagt:

          Ms hat im letzten Quartal einen Gewinn gemacht, der alles andere als normal ist, schon eher krankhaft. Und damit könnten sie doppelt so viele Mitarbeiter bezahlen ohne Miese zu machen.

          „Dank Home Office und Gaming verzeichnet Microsoft erneut ein starkes Quartal und steigert seinen Umsatz um 12 Prozent auf 37,2 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn wuchs im selben Zeitraum auf 13,9 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 30 Prozent. Der Gewinn pro Aktie betrug 1,82 US-Dollar, ein Wachstum von 32 Prozent.“
          https://www.computerbase.de/2020-10/quartalszahlen-microsoft-q3-2020/

          Mit jedem Euro, den MS erhält, machen sie 30 Cent Gewinn und der wird noch im Verhältnis zum Umsatz weiter steigen. Und wer da fordert, das MS hart gegen Trittbrettfahrer vorgeht, fördert das kranke System, das uns alle ausnimmt.
          Entweder die Gewinne werden entsprechend hoch versteuert oder MS wird zerschlagen, damit sich wieder normaler Wettbewerb entwickeln kann. So geht es jedenfalls nicht weiter, dass MS mächtiger ist als ganze Staaten.

          • deoroller sagt:

            Ich hätte nicht gedacht, dass meine Antwort veröffentlicht wird. Danke.

          • Günter Born sagt:

            @deoroller: Warum soll ich das nicht veröffentlichen? Ich lasse das als ‚freie Meinung‘ stehen, ist ja weder unter der Gürtellinie gegenüber Dritten noch justiziabel.

            Das Thema an sich scheint dagegen zu interessieren – wenn sich sehe, wie die Beiträge der letzten Tage abgerufen werden – und zu separieren – wenn ich die Kommentare so lese. Habe ich als Blogger, der auch gelesen werden will, alles richtig gemacht ;-).

            Allerdings geht die Kommentarlage zum Beitrag deutlich von dem weg, was originär das Thema war: Nämlich (imho halbseidene) Software-Shops, die ein schnelles Schnäppchen machen, indem sie (gierigen) Käufern Produktschlüssel aus teils obskuren Quellen verkaufen. Etwas, was von der aktuellen Rechtsprechung in der EU wohl nicht gedeckt ist. Im Beitrag Gebrauchtsoftware-Verkäufe: Offenkundige Betrugsfälle habe ich aus einem Brief der creakom GmbH zu einer Lizenzprüfung zitiert – imho ganz aufschlussreich.

            Aber warten wir ab, ob es demnächst eine ’natürliche‘ Erklärung für das grassierende Server-Wartungs-Virus gibt – und ob bzw. wie ein Urteil wegen des lizengo-Betrugsvorwurfs ausschaut ;-).

          • Ärgere das Böse! sagt:

            Die Diskussion diversifiziert sich :-)
            Zum Glück! Der Beitrag von Owen Burnett ist 1A!!! Auch wenn nicht 100 % beim Thema.

  8. mw sagt:

    Mir macht es deutlich zu viel Mühe der Diskussion zu folgen. Für ein nur Nutzungsrecht sind die Preise einfach zu hoch und die Konditionen zu schlecht, ich kann z.B. nicht gewollte Features nur schlecht wegkonfigurieren und werden ständig mit unerwünschtem Müll genervt.

    Auch wenn ich eine Lizenz erwerbe habe ich noch lange kein Eigentum am Produkt und kann diese wie ich will verändern und umbauen, Signaturen sei Dank. Ich farge mich zurecht, wofür ich so viel Geld bezahlen soll, wenn die Leistung so minimal ist?

    Ich werde zum Sklaven einer Softwarebranche, die zudem versucht das totale Monopol zu erreichen.

    Der einzige Ausweg stellt Open Source dar, die inzwischen für ganz viele Fälle die bessere Wahl darstellt. Der aufwand ist auch nicht größer, als der die komerzielle Produkt mit viel googeln und undokumentierten Features dahin zu bringen, wie ich sie haben will.

    Microsoft, Adobe und Konsorten sind einfach nur zum Kotzen und werden jeden Tag schlimmer und dreister.

    • Max sagt:

      zwingt dich irgendwer das zu kaufen? Nein. Wenn es dir nicht passt, einfach nicht kaufen.
      Und was soll der Unsinn mit „nur Nutzungsrecht“? Was willst du denn mehr? Ja, du darfst die Lizenz (in D, in EU) weiterverkaufen, aber nur einmal! Und dann nicht mehr nutzen. Genauso wie du ein Auto kaufen und einmal verkaufen kannst und darfst. Und auch ein Auto kannst und darfst du nicht beliebige verändern, da erlischt sonst die Betriebserlaubnis und auch da liegt es auch (aber im Gegensatz sur Software nicht nur) am Hersteller wie weit es geht.

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