Digitalisierung in der Medizin: Drama beim eRezept (März 2024)

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Das seit Anfang 2024 in Deutschland verpflichtend vorgeschriebene elektronische Rezept (eRezept) bringt die Beteiligten auch im März 2024 immer noch an ihre Grenzen und darüber hinaus. Die Woche erreichten mich wieder einige Lesermeldungen über Ausfälle und aus der Ärzteschaft gab es Hinweise auf größere Probleme. Bei Ärzten und Apothekern rumort es gewaltig. Gelegenheit, das Thema in einem Blogbeitrag erneut aufzugreifen und eine Übersicht zum aktuellen Stand (März 2024) zu geben.


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Seit Anfang Januar 2024 ist das elektronische Rezept (eRezept) ja verpflichtend für Deutsche gesetzlich Krankenversicherte, wenn es um Verschreibung von Medikamenten geht. Ich hatte die Berichterstattung über "Wasserstandsmeldungen" weitgehend eingestellt, weil ich dem Ganzen etwas Zeit geben wollte, sich einzupendeln.

Massive Störungen beim eRezept und bei der gematik

Montag dieser Woche schlugen gleich zwei Mails aus der Leserschaft bei mir ein. Ein Leser, dessen Ehefrau Ärztin ist, berichtete mir, dass am Montag, den 11. März 2024, wie am Montag davor (4. März 2024) die Telematik-Infrastruktur (TI) der gematik deutschlandweit von 8.00 bis 12.00 Uhr ausgefallen sei. Und aus der Ärzteschaft erreichten mich ebenfalls Hinweise auf arge Probleme (vielen Dank für die Hinweise). Schaue ich im Gematik Fachportal in die Störungsliste, wird mir übel:

  • 4.3.2024: Starke Beinträchtigung des OCSP-Responders des Trust Service Providers medisign bei der SMC-B/HBA (9:30 bis 11:15 Uhr). Dies kann zu Einschränkungen beim Ausstellen und Einlösen von E-Rezepten führen.
  • 7.3.2024: Ab 8:40 Uhr kommt es zu Problemen beim Erstellen und Einlösen von E-Rezepten sowie beim Versichertenstammdaten-Abgleich. Grund dafür ist erneut eine Beeinträchtigung des OCSP-Responders des Trust Service Providers medisign bei der SMC-B/HBA. Die Probleme treten nach aktuellem Erkenntnisstand weiterhin nur in den Morgenstunden zwischen 8 und 9 Uhr auf. Immerhin gibt es einen Workaround: "Ein mehrfaches Stecken der Versichertenkarte oder ein erneuter Versuch nach wenigen Minuten können zwischenzeitlich helfen." Und um 9:15 Uhr war das Problem behoben.
  • 11.3.2024: Um 8:05 Uhr wird gemeldet, dass es zu technischen Beeinträchtigungen des OCSP-Responders des Trust Service Providers medisign bei der SMC-B/HBA komme. Die Folge davon ist, dass es zu Problemen beim Erstellen (Praxis) und Einlösen (Apotheke) von E-Rezepten kommen kann und auch zu Problemen beim Einlesen von Daten der elektronischen Gesundheitskarte. Die Probleme treten nach aktuellem Kenntnisstand weiterhin in den Morgenstunden zwischen 8 und 9 Uhr auf. Um 11:45 Uhr wurde der Spuck "als vorbei" gemeldet – was wollt ihr denn alle, funktioniert doch.
  • 12.3.2024: Ab 7:55 Uhr bis 9:14 Uhr – bitte zur Störung den vorhergehenden Absatz lesen. Hier fällt mir nur die alte Weisheit unserer Ahnen "Morgendstund hat Fluch beim Doc im Mund" zu ein.

Am 14.3.2024 vermeldete die gematik stolz, das die "heutigen Beeinträchtigungen des OCSP-Responders des Trust Service Providers medisign bei der SMC-B/HBA aktuell nicht mehr auftreten". Das Ausstellen und Einlösen von E-Rezepten funktioniere wieder normal. Diese Meldung wurde zum 15. März 2024 erneut gepostet. Es kommt also schon eine Statusmeldung, wenn mal was funktioniert. Die Medien haben dies in diversen Artikeln aufgegriffen.

eRezept-Ausfälle März 2024

Am Rande hatte ich mitbekommen, dass auch heise diese Ausfälle hier thematisiert hat. Von einem Arzt bekam ich dann eine Information aus dem Medizinbereich, dass die TI-Probleme der gematik, die immer wieder zum Ausfall der Telematik-Infrastruktur und damit zum Ausfall des eRezepts führten, mit technischen Beeinträchtigungen beim Anbieter Medisign zu tun hatten.

Hintergrund ist, dass Medisign einer von vier zugelassenen Anbietern für elektronische Heilberufsausweise (eHBA) und Praxis- sowie Institutionsausweise (SMC-B), aber kein direkt beauftragter Dienstleister der Gematik ist. Problem: Ist bei Medisign etwas gestört, sind Praxen und Apotheken, die entsprechende Karten des Anbieters beziehen, betroffen.

Dann kam mir die Information aus verschiedenen Quellen (u.a. Apotheke AcHoc) unter die Augen, dass der Grund für die morgendlichen Störungen bei Medisign "Abnormale Anfragen am Morgen" seien. Der Anbieter teilt über eine Unternehmenssprecherin mit, dass "zum Wochenstart zwischen 8 und 9 Uhr anormale Abfragen an die Systeme gestellt würden". Das Unternehmen registriert vor allem montags eine "erhebliche Last", die zu verzögerten Antwortzeiten führen könne" „Nach circa 9 Uhr beantworten wir die gleiche Anzahl an Abfragen im Regelfall ohne Probleme."

So als IT-affiner Blogger würde ich meinen, dass am Montag-Morgen die Systeme in den Praxen zwischen 8:00 und 9:00 Uhr hochgefahren und die betreffenden Ausweise in die Lesegeräte eingesteckt werden. Deren Autorisierung verursacht dann eine Last, die von der Infrastruktur nicht abgearbeitet werden kann.


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Eine Sprecherin der gematik geht ebenfalls davon aus, dass die Störung bei Medisign mit dem Anschalten der Systeme zusammenhängt und sagte: "Es ist anzunehmen, dass Praxen und Apotheken in der Regel in den frühen Morgenstunden den Betrieb starten, sodass sich eine hohe Anfragelast in diesem Zeitraum ergibt. Der Dienst ist stark eingeschränkt verfügbar."

Patienten, Ärzte, Apotheken, Therapeuten sind genervt

Die ständigen Ausfälle der TI (gematik, Praxissysteme etc.) führen dazu, dass Angestellte im Medizinwesen, aber auch die Patienten arg genervt "von dieser Digitalisierung im Medizinwesen" sind. Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Dr. Jörg Böhme, wird in einem medizinischen Fachportal so zitiert: "Verständlich, wenn bei Ärzten, Apothekern und Patienten Frust aufkommt", weil die Probleme mit der Telematikinfrastruktur (TI) in den Vertragsarzt-Praxen anhalten. Ärztinnen und Ärzte seien grundsätzlich offen für Digitalisierung, aber diese müsse auch funktionieren. Alles andere führe zu Frust, heißt es in der Stellungnahme.

"Die ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten brauchen kein System, das heute mal funktioniert und morgen nicht. Sie brauchen in ihrer Arbeit Sicherheit und Verlässlichkeit." Es ist wohl mehr als verständlich, dass bei Ärzten, Apothekern und Patienten Frust aufkommt, wenn die
Technik nicht so funktioniert wie sie soll", sagt KVSA-Vorsitzender Dr. Jörg Böhme laut Mitteilung.

Beklagt wird auch, dass beim eRezept immer noch die Mehrarbeit vor dem Mehrwert stehe. Das bekommen Praxen und auch Patienten zu spüren, weil letztere länger auf ihr Rezept warten oder dann doch wieder ein Papier-Rezept-Ausdruck erhalten, weil "Digitalisierung nicht geht". Der MDR greift das in diesem Artikel auf und weist darauf hin, dass das Medizinwesen und die Patientenschaft auch noch mit dem "Problem Stapelverarbeitung" kämpfe.

Beim Papierrezept bekommt der Patient den Ausdruck und kann sofort zur Apotheke. Beim eRezept unterschreiben Ärzte oder medizinische Fachangestellte (im Auftrag der Ärzte) zu bestimmten Zeiten wie Mittags oder kurz vor Feierabend sämtliche Rezepte des Tages. Dafür ich  elektronisch unterschreiben und dann massenweise abschicken. Das Ganze läuft unter dem Begriff Komfortsignatur und wurde von mir im Beitrag eRezept ab 2024 verpflichtend – Ungereimtheiten führen zum Desaster erklärt.

Dieser Ansatz führt gleich an mehreren Stellen zu Problemen und Frust. Ein Patient, der vom Arzt (oft ein Ärztezentrum) kommt, findet im gleichen Gebäude oft eine Apotheke, will sein Rezept abholen und scheitert. Denn der Apotheker oder die Apothekerin findet das Rezept über das Krankenkassenkärtchen nicht auf dem zentrale Rezeptserver. Der Patient muss vertröstet werden und nach 12 oder 24 Stunden wiederkommen. Bei Medikamentenengpässen oder im ländlichen Raum eine untragbare Situation.

Auch wird die IT so sehr überlastet, dass es laut MDR in den letzten Wochen immer wieder zu Verzögerungen bei der Abwicklung von eRezepten gekommen sei. Wenn dann noch die oben skizzierten technischen Probleme mit der TI der gematik, mit der Praxis-Verwaltungssoftware, der Apotheken-Software etc. dazu kommen, beschäftigt die "Digitalisierung im Medizinwesen" Ärzte, Apotheker, Fachangestellte und Patienten, ohne irgend eine Verbesserung zu bringen. Golem schreibt in diesem aktuellen Artikel, das bei  den Apothekern die Nerven blank liegen, weil seit mehreren Tagen jeweils stundenlang das Abrufen der E-Rezepte nicht funktioniere.

In einem weiteren Artikel des Ärztenachrichtendienst habe ich gelesen, dass ein Apotheker berichtet, das eRezept wegen Unklarheiten oder Problemen in 15% der Fälle nicht einlösen könne. Grund sind u.a. technische Fehlermeldungen der gematik beim Rezeptabruf, oder Unklarheiten in der Verordnung, oder die fehlende Freischaltung.

Nächster Streitpunkt, Risiken und weitere Entwicklung

Das Portal Apotheke AdHoc hat hier Artikel rund um das Thema eRezept aufgeführt, die das Ganze Drama aus Sicht der Branche reflektieren. Der nächste Streitpunkt deutet sich mit "CardLink" an, die eRezept-Apps zur Handhabung solcher Rezepte ertüchtigen soll.

Warnung vor CardLink beim eRezept

ABDA, der Bundesvereinigung deutscher  Apothekerverbände warnt hier vor CardLink als Sicherheitsrisiko. Golem hat es in obigem Tweet und in diesem Artikel aufgegriffen. Der Vorwurf: Das Gesundheitsministerium komm mit der Genehmigung von CardLink den "Partikularinteressen vereinzelter Großkonzerne nach".

Ein weiteres Problem sind wohl auch Fehlverordnungen beim eRezept. Auf dem Papierrezept kann der Patient oder die Patientin bzw. ein Angehöriger erkennen, was verordnet wurde. Aber es scheint beim eRezept vieles schief zu laufen, so erkennt der Patient halt nicht, was für ein Medikament auf sein eRezept gebucht wird. Für jedes Medikament wird ein eigenes eRezept ausgestellt. Das bietet zwar die Freiheit, diese in verschiedenen Apotheken einzulösen. Aber Wechselwirkungen, die ein Apotheker beim Papierrezept erkennen konnte, falsche Medikamente oder Dosierungen fallen unter Umständen nicht oder erst in der Apotheke auf. Bei Unklarheiten oder Fehlfunktionen wird dann der Patient in die Praxis zurückgeschickt.

Mir liegt zudem ein Artikel von Ende Januar 2024 vom Ärztenachrichtendient vor, der Alarm auslösen sollte. Beim in der Praxis ausgestellten Papierrezept muss schon viel falsch laufen, damit der Patient eine völlig falsche Medikamentation verschrieben bekommen. Im erwähnten Artikel von Ende Januar 2024 schlägt die Apothekerkammer Sachsen-Anhalt Alarm. Ihr wurden konkrete Fehlverordnungen aus zwei Apotheken gemeldet. Konkret wurde in der Apotheke ein Medikament als abzugeben angezeigt, welches der Arzt so nicht verordnet hatte. In einem Fall war ein Blutdrucksenker Amlodipin verordnet worden – in der Apotheke wurde für das eRezept aber die Abgabe von Bisoprolol (Betablocker) angezeigt. Im zweiten Fall wurden statt der verordneten Novalgin-Tabletten (Schmerzmittel) wurde Fosfomycin (Antibiotikum) angezeigt.

Es deutet sich an, dass möglicherweise Softwarefehler zu einer falschen Zuordnung der eRezepte in Apotheken führen können – etwas, was beim Papierrezept eher nicht vorkommt oder vom Apotheker beim Ausdruck geprüft werden konnte. Kritisiert wird auch, dass Freitextverordnungen bei manchen Kassenprogrammen nur schwer zu erkennen seien. Es sei unklar, ob es sich um eine Freitextverordnung oder eine Arzneimittelverordnung per PZN handelt. So wurde z.B. aus einer Freitextverordnung mit Dosierplan zusätzlich ein neues Arzneimittel ,"Olanzapin 2,5mg" angezeigt, heißt es im Artikel. Alles keine freudigen Entwicklungen, die "Reserven im Medizinwesen heben", wie es bei der Digitalisierung versprochen wurde, sondern eher Beschäftigungsprogramm mit Mehraufwand für alle Beteiligten.

Ein Arzt schrieb mir auch, dass es möglich sei, dass mit einem QR-Code mehrere Rezepte unterschiedlicher Patienten zu öffnen und damit auch zu beliefern. Wenn der ahnungslose Patient dann falsche Medikamente schluckt, sei das brandgefährlich und notfalls tödlich. Eine Apothekerin berichtete dem Arzt, dass sie immer die Kunden fragen würde, ob es sich wirklich um die korrekte Person handeln würde. Bei Versandapotheken könnte das zum Problem werden.

Ein Apotheker drückte es so aus: "Wenn die Technik ausfällt, geht in punkto E-Rezept gar nichts mehr." Der Vorteil beim Papierrezept ist, dass Arzt und Apotheker dies notfalls bei Kerzenschein ausfüllen und bearbeiten können. Auch kann der Patient die Verordnung ohne technische Hilfsmittel lesen und überprüfen. Das Medium hier meldet nach dem Start des eRezepts einen "deutlichen Schwund" an Kunden bei Apotheken. Der Standortvorteil Ärztehaus verliert mittelfristig für Apotheken an Wert. Es könnte einen gefährlichen Trend zum Versandhandel geben, heißt es.

Wie meinte ein Arzt in einer Mail: "Der Schwund ist durchaus ein Problem, den er gefährdet die örtlichen Apotheken. Ältere Patienten werden allerdings nur dort persönlich beraten und es gibt eine persönliche Beziehung zum Apotheker. 2023 gaben 500 Apotheken in Deutschland auf. Die Versorgung in der Fläche ist gefährdet. Manchmal braucht der Patient auch sofort ein Medikament und nicht in per Postversand in fünf Tagen."

Von Fachleuten wird den Patienten empfohlen, die Randzeiten zu nutzen, um Medikamente in Apotheken abzuholen, da die zentralen Server am späten Vormittag oft überlastet sind. Der oben erwähnte Arzt merkt in einer zweiten Mail an: "Meine gewohnte Apotheke in der Nähe meiner Praxis schließt Ende April. Die Apothekerin ist 69 Jahre alt. In diesem Jahr werden etwa 300 Apotheken in Deutschland schließen. Für mich in einer Großstadt ist dies derzeit kein größeres Problem. Auf dem Land sieht dies allerdings anders aus. Ja, es gibt Versandapotheken, nur ob diese die gleiche persönliche Beratung bieten wie eine örtliche Apotheke steht auf einem anderen Blatt. Auch stellt ein Einkauf in der örtlichen Apotheke mit Beratungsgespräch einen wichtigen sozialen Kontakt gerade für ältere Menschen dar."

Laut diesem Arzt verheißt die Altersstruktur der niedergelassenen Ärzte verheißt auch nichts Gutes: Im Saarland sind zum Beispiel 20,1 % der niedergelassenen Ärzte 65 Jahre oder älter, werden also in den nächsten Jahren ihre Praxis abgeben. Nicht jeder wird einen Nachfolger finden. In den anderen Bundesländern ist der Anteil zwar niedriger, wird jedoch die gleichen Probleme in der Nachbesetzung aufwerfen. Auch von meinem Physiotherapeuten und anderen Therapeuten, die wir in der Familie die letzten Monate benötigten, ist der "Exit ins Privatleben" oder die "Behandlung von nur noch Privatpatienten" bei denen es noch diese Digitalisierung nicht gibt, ein großes Thema. Mein Physiotherapeut meinte, dass dann nur noch medizinische Versorgungszentren übrig blieben.

Alles in allem keine rosigen Aussichten für die Zukunft – wenn es so weiter geht, wird das Gesundheitswesen (auch) mit der Digitalisierung satt an die Wand gefahren. Wie schloss der oben erwähnte Arzt seine Mail. "Aus meiner Sicht wird das Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen in der Öffentlichkeit zu wenig diskutiert. Dabei betrifft es nicht nur IT-Nerds und die im Gesundheitswesen beschäftigten, sondern alle Bürgerinnen und Bürger." Wie seht ihr das so? Ich bekomme sehr unterschiedliche Rückmeldung, von "geht gar nicht", bis "ist doch prima, wenn meine Gesundheitsdaten an jeden Arzt und die Forschung gehen, da bekomme ich die beste Behandlung" (wobei diese Protagonisten entweder sehr blauäugig sind oder das Problem der Digitalisierung samt elektronischer Patientenakte samt ihren vielfältigen Missbrauchsrisiken noch nicht verstanden haben).

Ergänzung: Nach dem Publizieren des Artikels ist bei heise der Beitrag Apotheker setzen Ultimatum: E-Rezept muss bis Ostern funktionieren erschienen. Das Ganze geht aus dieser ABDA-Pressemitteilung hervor. Sieht so aus, als ob wir "auf einem guten Weg seien" – alles wird gut, "österliche Zeit, Zeit zur Besinnung".  Wer Sarkasmus findet, mag ihn behalten.

Artikelreihe:
Gesundheitsgesetze I: EU-Parlament macht Weg für EU Health Data Space (EHDS) frei
Gesundheitsgesetze II: Bundestag beschließt Digitalisierung im Gesundheitswesen (GDNG, DigiG)
Gesundheitsgesetze III: Mit Digitalisierung planlos ins Desaster?
eRezept ab 2024 verpflichtend – Ungereimtheiten führen zum Desaster
Umfrage: Läuft bei euch die Praxis-Software und das eRezept zum 2.1.2024?

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48 Antworten zu Digitalisierung in der Medizin: Drama beim eRezept (März 2024)

  1. Chris sagt:

    Auf dem eRezept (Papier oder App) stehen also nicht die Medikamente ?
    ** bitte deftige Schimpfworte einfügen** :)

    Auch bei mir sind fehlerhafte Rezepte vorgekommen. Darum überprüfe ich den Ausdruck immer.

    Die Beratung in der Apotheke würde ich nicht überbewerten. Ich habe schon wirklich gute und hilfreiche Apotheker erlebt. Meistens wird auf eine Nachfrage oder eine Medikation aber keine oder nur unzureichende Antwort gewusst und sich dann nur die Inhaltsstoffe der Medikamente angesehen. Eine wirkliche Beratung, die über die Standard Antwort hinausgeht, habe ich selten bekommen.
    Der Vorteil bleibt aber, dass ich die Medis meistens direkt nach dem Arztbesuch bekomme. Da kann keine Versandapotheke mithalten.

    Auch die Beratungsleistung der Ärzte ist leider sehr überschaubar. Standard Erkrankungen für einen 2 min. Termin sind ok. Auch teuer abzurechnende Diagnosen sind machbar . Dazwischen ist man verloren.
    Aber das ist ein anderes Thema.

  2. Luzifer sagt:

    war doch abzusehen… sorry hat wirklich irgendwer mit klarem Verstand was anders erwartet?*

    * dann sollte er dringend nen Termin beim Facharzt für Geisteskrankheiten aufsuchen
    ;-P

    Digitaliserung in D… da ist Murphys Gesetz nen Kindergeburtstag dagegen.
    Wenn hier nen Poltiker von Digitalisierung spricht, weist du sofort das der unqualifiziert ist.

  3. TBR sagt:

    Zu doof zu allem!

    • Hobbyperte sagt:

      Nee, nicht zu allem. Das mit der Deklarierung von Korruption als "Beraterverträge" und ähnliche Tricks klappt doch bestens! Und ist auch bei diesem Thema das Hauptproblem. Vielleicht macht sich mal ein Investigativ-Netzwerk die Mühe nachzuverfolgen, wohin denn die vielen vielen vielen Milliarden geflossen sind, seit Schröder vor 20 Jahren mit der Idee "digitale Patientenakte" begonnen hatte. Na, wer hat wohl die Firmen Gegründet oder war als "Berater" und sonstiges an deren Gründung und "Entwicklung" beteiligt usw. ?

  4. Pau1 sagt:

    Das Rezept hat einen klaren Vorteil:
    Man muss es nicht beim Arzt abholen.
    Als Chroniker rufe ich beim Arzt an, "Mein Xyid ist alle"
    "ja, stellen wir aus. die Medikamente können sie ab 13:30 abholen"

    Früher wäre ich während der Praxis Zeiten zu dieser gegangen und hätte mir das Rezept abgeholt und wäre zur nahe gelegenen Apotheke gegangen, die schon alle Medikamente, die mein Arzt hat lagermäßig hat.
    Jetzt latsche ich zu einer Apotheke in meiner Nähe.
    Die freut sich über den neuen Kunden.

    Der einzige Haken:
    Ich muss mit meiner Krankenkarte irgendwann doch persönlich in der Praxis antreten.
    Warum auch immer das nötig sein sollte.
    Das ich versichert bin, weiß doch die Gematik.
    Und auch das die Medikamente abgeholt worden sind, also kein Betrug durch den Arzt erfolgt sein kann.

    Aber insgesamt ist das eRezept deutlich praktischer.

    • TI-Verzweifler sagt:

      Die Gesundheitskarte braucht der Arzt für seine Abrechnung. Wenn im Quartal die Karte nicht gelesen wurde, dann zahlt der Arzt die Medikamente zum vollen Preis aus seiner Tasche und erhält selbst gar kein Honorar für seine Leistungen. Dieses absurde Arztabrechnungsverfahren ist ein Grund für den aktuellen Zwist der Ärzte mit dem Gesundheitsminister. Zudem sind nunmehr seit mehr als 25 Jahren die Abrechnungsregeln (EBM für GKV und GÖÄ für PKV) nicht angepasst worden. Es wurde nur jährlich eine Anpassung stets unterhalb der Inflation vorgenommen. Somit verdienen Ärzte von Jahr zu Jahr sets weniger bei deutlich gestiegenem Aufwand.

    • Anonymous sagt:

      "Warum auch immer das nötig sein sollte."
      Dein Hausarzt bekommt seine Zweifuffzich für Kassenpatienten quartalsweise zugewiesen. Aber nur, wenn der Patient auch seine Existenz in Form der persönlichen Vorlage/Einlesung der Gesundheitskarte nachweist.

      Also: Immer brav alle 3 Monate aufkreuzen, bitte keine günstige Erkrankung mitbringen, das kostet nur Zeit – die haben Ärzte heute nicht mehr und bringen kein Geld.

      • Chris sagt:

        @Anonymous
        Zitat:"Immer brav alle 3 Monate aufkreuzen, bitte keine günstige Erkrankung mitbringen, das kostet nur Zeit – die haben Ärzte heute nicht mehr und bringen kein Geld."

        Wenn es doch nur die Zeit wäre. Ich bekomme so einige Dramen im Bekanntenkreis mit. Da gruselt es mir, Kassenpatient zu sein.
        Da es OT ist nur kurz. Eine Bekannte hatte Knieprobleme und wollte ein MRT. Nicht der Arzt sah die Notwendigkeit. 3 Ärzte haben das MRT verweigert. Es wäre nichts. Der 4. Arzt hat ein MRT gemacht und ist fündig geworden.
        Oder ein andere Bekannter musste dem Arzt sagen, welche Untersuchung gemacht werden soll. Erst diese Untersuchung führte nach langem Betteln zum Erfolg. Davon kenne ich viele Geschichten.
        Die Zeit ist noch das geringste Problem bei den Ärzten.

    • Hobbyperte sagt:

      "
      Der einzige Haken:
      Ich muss mit meiner Krankenkarte irgendwann doch persönlich in der Praxis antreten.
      Warum auch immer das nötig sein sollte.
      "

      Kommt drauf an … was macht man, wenn man die Wohnung nur mit enormen Aufwand verlassen kann, wenn jeder Arztbesuch zur Tortur wird, weil ein Krankentransport nötig ist, wo man die Treppen hoch und runter getragen werden muss usw. ?
      Kenne da jemanden, die Person gibt die Krankenkarte ihrer Haushaltshilfe, der Physio-Therapeutin oder wer sonst gerade bereit ist die Karte mal eben schnell beim Arzt in den Kartenleser Einzustecken usw…

      Fragt sich nur, was machen die, die Niemanden haben? In so einem asozialen System, dessen Politiker immer wieder so gerne von Moral und angeblichen "Werten" herum sülzen. Letzte Woche wurde ein obdachloser Rollstuhlfahrer im Bahnhofsviertel Frankfurt/Main erstochen … Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Sehr viel !

      • Bernd B. sagt:

        Eine "hilflose Person" hat Rechtsanspruch auf einen Betreuer.
        Soweit die Person nicht geschäftsunfähig ist muss sie den Anspruch natürlich selbständig geltend machen (Gott sei Dank! Wäre ja noch schöner, wenn Dritte da mitzureden hätten!).

  5. Klaus451f sagt:

    Meine Frau nimmt auf mein Anraten nicht an der TI teil, also nach wie vor rosa Rezept und gelbe AU. Spart viel Zeit, Ärger und Geld. Kostet 2,5 % von Honorar, das ist aber weniger als die laufenden TI -Kosten.
    Stapelsignatur: alles kommt auf einen Haufen und wird z.B. zum Feierabend signiert. Das geht bei AU, aber nicht beim Rezept.
    Komfortsignatur: morgens werden z.B. 100 'Unterschriften' freigeschaltet, dann genügt zur Signierung ein Knopfdruck. Setzt allerdings auch scharfe Rechtevergabe voraus, sonst kann auch die MFA Rezepte ausstellen.
    Auf dem Ausdruck stehen die Medikamente lesbar drauf, allerdings winzig klein. Viele Praxen weigern sich aber, ein elektronisches Rezept auszudrucken.

    • Pau1 sagt:

      mein letzter Stand ist?
      die Komfort Signaturbedeutet nur, das man an diesem Tag nicht nach jedem Reinstellen seine PIN neu eingeben muss. Die Karte braucht man schon.

  6. michael sagt:

    Ich hoffe ich bekomme als M$-Cloud-Systemadministrator_in noch an meine Psychopharmaka. Das hält man keinen einzigen Tag nüchtern durch.

  7. Pau1 sagt:

    und das mit dem Abholen kann man noch weiter vereinfachen.
    Es gibt die eRezept App der Gematik.
    Die kann man auf bis zu 3 Geräten installieren.
    So kann ein Dritter die Medikamente abholen ohne dass ich ihm erstmal das Rezept und vor allen mei t Krankenkarte geben muss.
    Klingt auch toll.

    Sagt getan. 4 Stunden später lief es immer noch nicht.
    App der Gematik runtergeladen.
    Installation gestartet.
    Dann wollte die GEMA app meine GK einlesen.
    Kein Problem, mein Handy hat ja. NFC.
    Dann wollte sie eine PIN für meine GK.
    Hab ich nicht.
    Alternativ bot mir die Gematik App an, die Gesundheits App meiner KK zu starten im mich zu autorisieren.
    Ich habe diese App gar nicht.
    Also die App meiner KK installiert.
    Ich brauche aber einen Nachweis per Post ident.
    Das kann ich offline im Postamt machen oder online mit der Post ident App.
    Also Postidendet installieren.
    Diese will meinen Login enabelten Personal aussehen. Zum Glück hatte ich das schon vor ein paar Wochen enabled um Elster machen zu können.
    Also Ausweis und… wo ist jetzt diese 5..6 stellige Pin?
    gesucht und gefunden.
    ha, postident erkennt mich und bestätigt den Code für die KK App.
    Ich werde erschlagen von einem riesigen Funktions angebot. Jede Funktion mit einer Karikatur symbolisiert. Ich fühle mich auch langsam als Karikatur. (remember: Ich will nur mein eRezept Medikament bringen lassen).
    so wo bin ich?
    Achso, ich will die Pin für meine GKK haben.
    Finde eine Möglichkeit due Pin zu beantragen. Achne, es sind 2 Möglichkeiten. einem "nur so" und einmal zusammen mit einer neuen Karte (das das Wochen dauern wird steht da nicht bei). Da ich die Karte noch hab bestelle ich ohne Neue GKK,was wohl ein Fehler war:
    Einen Beleg über die Bestellung sehe nicht.
    aber später lese ich, das eine verlorene Gkk-Pin nicht erneut angefragt werden kann, sondern nur zusammen mit einer neuen Karte…
    Nun hoffe ich dass das die erste gkk-pin war und ich diese in ein paar Tagen bekommen kann, damit ich der Gkk-app meine Karte vorweisen kann, damit diese der eRezeot App der Gematik meine Existenz bestätigen kann.
    lange Rede, kurzer Sinn:
    Ich kann das eRezept noch nicht per App einlösen,
    aber mein kostbare Speicher auf dem Handy ist um fa
    st ein halbes Gigabyte geschwunden.
    Warum will ich die gematik App?
    zum einen ist das letzte Abenteuer der Infomatik, das Drucken, abgeschafft worden und vor allem
    Per App könnte ich meine Apotheke voraus wählen die würde mir, ohne für mich sichtbaren Aufpreis das Medikament vorbeibringen!
    Ist moderne Technik nicht toll?

  8. Pau1 sagt:

    früher bei den Mailboxen Anno 1985 gab's auch das Problem, das das einzige Telefon ab 1800 Dauer besetzt war. Jeder bekam daher eine "Poll Zeit" zugewiesen. So musste niemand lange warten.
    Vielleicht auch ein Lösung für die hitech Gematik Infrastruktur?
    Denn wenn jeder es immer wieder versuchen muss um sich anzumelden verschlimmert er ja die Situation durch die ergebnislosen anfragen.
    Auch könnte man von denen die früher rein wollen, mehr Geld abknöpfen. Nennen wir es "Gematik plus Zugang"

  9. DirkNB sagt:

    Also, es passt vielleicht nicht ins Bild, aber für mich als Patient, der regelmäßig einiges an Medikamenten einwirft, und alle 6-8 Wochen beim Hausarzt antanzt, läuft das mit dem eRezept bisher problemlos. Zugegeben im städtischen Umfeld, und ich komme auf dem Weg zur und von der Arbeit an mind. 3 Apotheken vorbei, konzentriere mich aber auf eine. Wenn ich mal hin muss, gehe ich vormittags zum HA, danach zur Arbeit und auf dem Heimweg hole ich kurz vor Apothekenschließzeit die Medikamente. Klappt.
    Ein wenig Mitarbeit (Planung der Medikamentenbestände mittels TabKalk) hilft da vermutlich. ;-)

    • Windowsnutzer1969 sagt:

      Wieso bitte sollte ich "ein wenig mitarbeiten", wenn ich ein Medikament brauche? Zuvor musste ich das doch auch nicht. Bekomme ich für die Verschlechterung der Ausgangssituation dann einen Rabatt von der Krankenkasse? Also ich jedenfalls nicht! Dafür allerdings regelmäßige Beitragserhöhungen, bei zunehmend schwindender Leistung …

      • Bernd B. sagt:

        Seien Sie froh, wenn sie das Medikament überhaupt (rechtzeitig) erhalten (gerade für Chroniker empfiehlt sich der Aufbau eines hinreichenden Vorrats).
        Schuld am Mangel trägt aber in erster Linie die Politik, höchstens ein kleines Stück weit die KK (die ihre Verträge ja immer nach den engen gesetzl. Rahmenbedingungen ausrichten müssen).

        Lamentieren hilft da wenig, besser bei der nächsten Wahl auch das Thema "Gesundheitspolitik" in die Wahlentscheidung mit einbeziehen.

        • Paul Brusewitz sagt:

          Vorrat anlegen? Da muss der Hausarzt aber erst mal mitspielen. Meine Hausärztin rechnet fleißg mit. 100er-Packung, 2 Stück/Tag = 50 Tage. Komme ich nach 30 Tagen an, passiert gar nix. Da heißt es nur: Sie müßten noch für 20 Tage haben oder ist etwas passiert (Medikamente verloren)? Dann kommen Sie doch in 2 Wochen wieder…

          • Bernd B. sagt:

            Vorrat anlegen.
            Man spricht den Arzt auf die beständigen Lieferengpässe und die Unwägbarkeiten des Arzneimittelmarktes an und bittet um Unterstützung.
            Kommen Sie auch nicht nach 30 Tagen an, sondern nach 40-45, selbst ein langsamer Vorratsaufbau ist weit besser, als Keiner.

            Bei Suchtmitteln oder missbrauchsfähigen Medis ist das aber sicher anders.

  10. Klaus451f sagt:

    Nach Feierabend zur Apotheke ist eine sehr gute Idee: zum einen ist die Signatur garantiert gelaufen und zum anderen tritt die Überlastung bei medisign immer zwischen 8 und 9 Uhr auf, dafür in den letzten 3 Wochen jeden ! Arbeitstag.

  11. Thorsten M. sagt:

    Also ich habe bisher keine schlechten Erfahrungen mit dem E-Rezept gemacht. Genauer gesagt gar keine Erfahrungen. Das wird auch erstmal so bleiben, weil ich keinen Hausarzt finde. Hier im Umkreis von 25 km gibt es keine Hausarztpraxis, die neue Patienten aufnimmt. Seit 3 Jahren frage ich vergeblich an. Meine Frau ebenso. :-(

    Ja. Das Gesundheitssystem in Deutschland ist kaputt. Zumindest für gesetzlich Versicherte.
    Das fängt bei o.g. Problem an, geht weiter über extrem lange Wartezeiten für Termine bei Fachärzten und Radiologen (z. B. 9 Monate beim Augenarzt oder Psychotherapeut sind nicht unüblich), und endet aktuell in dieser völlig unausgegorenen Digitalisierungssch***e.

    • Windowsnutzer1969 sagt:

      Na dann mal herzlichen Glückwunsch bei "nur" 9 Monaten Wartezeit! Erstbesuch Endokrinologe bei mir 12 Monate und Rheumatologe 15 Monate! Bei beiden überhaupt nur einen Termin bekommen, weil der Hausarzt persönlich "Druck gemacht" hat … Zitat am Telefon bei beiden Fachärzten: "Wir nehmen bis auf Weiteres überhaupt keine neuen Patienten mehr auf". Meine Nachbarin hat jetzt – nach vollen 18 Monaten (!) – endlich ein Erstgespräch beim Psychotherapeuten!

      Und DAS nennt sich dann Gesundheitssystem … Ist eher ein Krankheitsverwaltungssystem … Aber die Hauptsache Drogen legalisieren, das kann er, der Herr "Gesundheitsminister". Auf der anderen Seite: Ohne Drogen hält man diesen failed State ja eh nicht mehr aus, so langsam …

      • Blubmann sagt:

        Facharzttermine mache ich nur noch über die Krankenkasse, nachdem ich beim Hautarzt 15 Monate gewartet habe. Wenn ich sehe, dass unser Physiotherapeut keine Kassenpatienten mehr versorgt, weil ihm der Aufwand zu groß ist, dann ist für mich alles gesprochen. Das Gesundheitssystem mag zwar immer noch gut sein im Vergleich zu anderen Ländern, aber für unsere Standards könnte es deutlich besser sein.

        • Windowsnutzer1969 sagt:

          Ja, das stimmt schon: Es ist "immer noch gut". Aber die Betonung sollte hier – und nicht nur hier – eben auf "noch" liegen. Wenn wir so wie bisher weitermachen, dann ist in den nächsten fünf Jahren aber garantiert Ende Gelände …! Das gesamte Sozialsystem hätte schon in den 80ern unter Helmut Kohl grundlegend saniert und für die demografische Zukunft fit gemacht gehört. Aber jede Regierung hat diese Sache weiter vor sich hergeschoben. Nun stehen wir wirklich in der Sackgasse – und der Rückwärtsgang ist auch noch kaputt … Unser Energiesystem wurde mutwillig zerstört, ohne eine ernstzunehmende und tragfähige Alternative vorweisen zu können. Den Unternehmen wird durch die hohen Energiepreise die Luft abgeschnürt und durch ständig neue bürokratische Vorschriften, werden sie noch zusätzlich aus dem Land getrieben – sofern sie nicht eh früher oder später in die Insolvenz taumeln … Funktionierende Bildung scheint unseren Regierenden weitgehend egal zu sein … Ebenso, dass bezahlbare und ausreichend Wohnungen vorhanden sind, oder gebaut werden (obwohl man ein neues, millionenschweres Bauministerium, inklusive Bauministerin erschaffen hat!) Alle wichtigen, strukturellen Pfeiler frühstückt man ab und kümmert sich nicht mehr weiter darum. 1 Billion € Steuergeld reichen hinten und vorne nicht (mehr) aus. Und anstatt zu sparen, wird planlos weiter Geld mit der Gießkanne sinnlos verteilt und die Wirtschaft u. a. damit subventioniert, anstatt den Markt (so wie bisher auch) das alles regeln zu lassen (Stichworte: Heizungen, E-Mobilität). Planwirtschaft und sozialistisches Trallala, haben noch nie funktioniert und werden es auch unter dieser Regierung nicht tun. Man könnte noch ewig so weiter schreiben … Das alles (und übrigens die gesamte aktuelle westliche "Werte"welt) erinnert mich immer mehr an römische Dekadenz. Oder auch: "Wenn's dem Esel zu wohl wird, dann geht er auf's Eis …"

  12. Windowsnutzer1969 sagt:

    "Der Patient muss vertröstet werden und nach 12 oder 24 Stunden wiederkommen. Bei Medikamentenengpässen oder im ländlichen Raum eine untragbare Situation."

    Ja, natürlich ist das bei diesen beiden Punkten schon untragbar! Aber noch schlimmer finde ich, dass, wenn man schwerwiegend akut erkrankt ist, das Medikament natürlich SOFORT will! Ich gehe so gut wie immer, sofort nach dem Verlassen der Arztpraxis, direkt zu Fuß in die nächste Apotheke. Alleine schon deshalb, da man ja ansonsten extra nochmals das Haus verlassen muss – nur um die Medis abzuholen, welche man schon längst hätte hier haben können! Das ist bisher schon nervig genug, wenn ein Präparat mal bestellt werden muss. Macht sich dann aber besonders gut, wenn man so erkrankt ist, dass man am liebsten im Bett bleiben möchte, oder sogar muss … "12 oder sogar 24 Stunden später": Das ist doch kein Fortschritt, sondern ein unhaltbarer Rückschritt!

    Dieses Land hat aber wirklich so was von fertig inzwischen! Es wird echt von Tag zu Tag kruder. Aber bei vielen Mitbürgern scheint der Leidensdruck noch immer nicht hoch genug zu sein, so ruhig, wie es noch immer bleibt …

  13. Sebastian sagt:

    Man kann das E-Repezt doch erstmal getrost ignorieren. Sollen die Early Adopter daran verzweifeln. Ich brauche praktisch nie repeptflichtige Medikamente aber mein Hausarzt hat mir versichert das der bestehende Weg weiterhin problemlos möglich ist.

    (Ich sehe auch das es für mobil eingeschränkte Patienten sicher eine dringend erwartete Hilfe ist, das es nicht von Anfang klappt hat denen hoffentlich keiner versprochen. Ich werde aus Datensparsamkeit jedenfalls weiter analog bleiben.)

  14. TI-Verzweifler sagt:

    Die Probleme sind keinesfalls auf eRezepte beschränkt. Auch der KIM-Dienst zwischen Ärzten funktioniert ohne Medisign-Endpunkt nicht, da der Heilberufsausweis dafür benötigt wird. Noch schlimmer wird es, wenn eingegangene Dokumente anderer Ärzte eingegangen sind, aber nicht dekodiert werden konnten. Dann erscheint ein von der Gematik vorgeschriebener Hinweis, dass die Email gelöscht wurde wegen Inkonsistenz und man solle den Admin mit der Systemprüfung beauftragen und der eigentliche Hammer: die absendende Praxis informieren und um erneute Zusendung bitten. Man erkennt aber aus dem kryptischen Absendercode gar nicht, welche Praxis es war! Eine Rückwärtssuche oder eine Mehrfachzustellung der Email ist seitens Gematik nicht vorgesehen, da ja niemals Störungen auftreten. Zudem kann man KIM-Nachrichten nur per POP3 abrufen, womit die Emails nur an einem Arbeitsplatz eingehen, was bei vielen Teilzeitkräften ein hervorragender Ansatz ist. Von IMAP hat die Gematik noch nie gehört.
    Zusätzlich zum Ärger mit den eRezepten gibt es auch handfeste Regressgefahren, da ja Ärzte für Arzneimittel haften, wenn Sie zusätzlich zum eRezept einen rosa Zettel bedrucken. Aber für das Zurückrufen von eRezepten muss man auch wieder ein eRezept ausstellen. Es ist schlicht kein sicheres Verfahren zum Auflösen dieses Dilemma vorgesehen.
    Es sollte dringend der Stecker aus der jetzigen TI gezogen werden, bis eine Six-Sigma-Verfügbarkeit auch bei hoher Last gewährleistet wird!

    • Bernd B. sagt:

      "Zudem kann man KIM-Nachrichten nur per POP3 abrufen, womit die Emails nur an einem Arbeitsplatz eingehen, was bei vielen Teilzeitkräften ein hervorragender Ansatz ist. Von IMAP hat die Gematik noch nie gehört."

      Outlook ist Ihr Freund ('kleinste' Lösung):
      POP3-Abruf und per Regel automatisch in einen IMAP-Folder verschieben.

      Sonst geht IIRC auch ein POP3-Connector im Exchange Server.
      Wenn man kein Exchange einsetzt: POP3-Abruf der KIM-Box durch den eigenen Mailserver (der seinerseits IMAP anbietet)

  15. Pau1 sagt:

    Seit Anfang 2023 gibt es die HaFa Überweisung.
    Damit kann der Hausarzt direkt einen Termin dringlich beim Facharzt buchen. Er bekommt dafür 15 Euro extra.
    Auch müssen die Fachärzte entsprechende Termine anbieten…

    Ob das die Lösung ist?

    Wenn man keinen Kassen Termin bekommt, sollte man dokumentieren, das man bei 3 Therapeuten keinen Platz bekommen hat und sich einen Nichtkassenzugelassenen suchen und bei der Kasse einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.
    Die Termin Vermittlung der Kasse vermittelt nur einen Termin, keinen Platz.
    Das Problem ist halt das man die Anzahl der Therapeuten völlig unterschätzt hat.
    Das löst einen Lawinen Effekt aus. Könnten anfänglich ein paar wenige Sitzungen helfen (Burnout) schlimmert sich die Therapie Dauer mit der Wartezeit.
    Außerdem lässt sich jeder, der überhaupt auf eine Liste kommen kann, eintragen und vergisst seine Anmeldung wenn er woanders einen Platz gefunden hat. So sind auf den Wartelisten viele Leichen.

    Wie man das durch eRezept und ePatien Akte diese Fehlentscheidungen beheben will ist mir schleierhaft. Ich sehe nur viele weitere Mäuler die von den Kassen gestopft werden wollen. Vielleicht heißt es bald in einem Gesetz, das Daten aus der ePA gegegen Entgelt geliehen werden können.

  16. JG sagt:

    Als ich letzten Monat in der Apotheke etwas abgeholt habe bekam ich mit wie eine Apothekerin zu einer Kollegin sagte, dass der junge Mann schon gestern dagewesen sei. Insgesamt schon drei Mal. Die haben ihn dann zu seiner Arztpraxis geschickt wegen seinem E-Rezept.

    In einem Sessel saß eine ältere Dame die wohl auch wartete bis sie ihr E-Rezept einlösen konnte. Die Apothekerin sagte zu ihr, dass dies bis Nachmittags dauern könnte. Die blieb da weiterhin sitzen und die brauchte wohl dringend das Medikament, weil sie sich ein Tuch an eine Gesichtshälfte hielt.

    „Mein Physiotherapeut meinte, dass dann nur noch medizinische Versorgungszentren übrig blieben."

    Das ist wie in Portugal. Da kann man sich gleich einen Stuhl selber mitbringen. Warteschlangen bis nach draußen. Hausärzte gibt es zwar dort auch, aber viele nehmen nur Privatpatienten an und wer dort einen Termin für eine spezielle Untersuchung braucht als nicht Privatpatient darf teilweise zwei Jahre und länger warten. Bei Operationen das gleiche Drama. Mein Vater musste mal vor über 30 Jahren als wir dort im Urlaub waren zum Arzt. Nur die Untersuchung beim Arzt hat ihm umgerechnet 100 DM gekostet. Da kann ein Kassenarzt in Deutschland noch heute davon träumen so gut zu verdienen.

    Diese System wird bei uns auch kommen. Wer Geld hat zahlt eben noch mehr als er schon jetzt tut.

  17. trauriges-deutschland sagt:

    TLDR: Sinnlose Katastrophe
    – 1-2x am Tag signieren wenn es gut läuft (und man es nicht vergisst) via Stapelsignatur
    – Bei Mischrezepten ist immer noch Papier (man muss also rumüberlegen)
    – Nach wie vor laufen überall die Geräte ab mit ihren Chips, man will sich nicht vorstellen was passiert wenn ein Arztausweis verlohren geht und man alleine ist (das wars dann für die Praxis)
    – Geschätzt 2-3 Minuten pro Patienten was das E-Rezept eigentlich ist und alte oder einige checken nicht wo was drauf ist
    – Wird noch besser, jetzt wo alles online ist, bitte bitte Internet falle nicht aus

    • Bernd B. sagt:

      "Geschätzt 2-3 Minuten pro Patienten was das E-Rezept eigentlich ist und alte oder einige checken nicht wo was drauf ist"

      Falscher Ansatz.
      20 Sekunden, um dem Patienten zu sagen "Papier gibt es nicht mehr, das Rezept ist jetzt auf Ihrer Karte*. Geben Sie die Karte ihrem Apotheker, so wie bisher das Papierrezept."
      Der Patient kann das eRezept als Blackbox benutzen**, muss nur Input (Karte -> Apotheker) und Output (Medikament -> Patient) kennen.

      * ja, das ist sachlich falsch, aber funktional irrelevant und für Laien einfacher zu verstehen
      ** so, wie zuvor das Papierrezept, das auch nur die Schnittstelle Arzt -> [Apotheker ->] Medikament war und bei dem der Patient ebenfalls nicht den Hauch einer Ahnung bzgl. der unterliegenden Prozesse hatte

      • Anonymous sagt:

        Der Patient will aber wissen, was auf dem Rezept steht.

        • Bernd B. sagt:

          ???
          Reden Sie denn nicht mit ihren Arzt? Ich wusste immer bereits vorher, was auf dem Rezept stehen wird, weil ich entweder darum bat oder der Arzt erklärte "Ich verschreibe Ihnen mal X".
          Das einzige Risiko, das mir jetzt einfiele, wäre, dass auf dem Rezept etwas Falsches steht und ich auf dem Weg zur Apotheke vergessen habe, was ich bekommen sollte. Wer diese Herausforderung sieht muss den Namen halt kurz notieren.

          Die einzige tatsächliche Änderung ist doch, dass man keinen toten Baum zum Transport der Nachricht (Rezept(inhalt)) an den Apotheker mehr benötigt.

  18. Bernd sagt:

    Ulla Schmidt, Philipp Rösler, Daniel Bahr, Hermann Gröhe, Jens Spahn und Karl Lauterbach – allesamt Gesundheits-Minister des 3. Jahrtausend. Keiner von diesen glänzte mit Weitsicht und Kompetenz.
    Sie glänzten nur durch ihre gehirnamputierten Amtsunfähigkeiten….

  19. Frred sagt:

    Neue Medikamente sollten immer auch mit Papierausdruck ausgegeben werden. Sonst entfällt die Kontrollmöglichkeit beim Arzt ob das was gesagt und verstanden wurde auch drauf ist. Medikamente haben Wirkungen – dafür sind sie da – und ohne Kontrolle … brauche ich auch keinen Arzt. Es ist völlig unsinnig hier wegen eines Stück Papiers die ohnehin schlecht laufende Kommunikation noch weiter in Richtung Risiko zu treiben. Ich war letztens erstaunt als die Apothekerin sagte, es sind 2 Rezepte auf ihrer Karte. Was das andere war, konnte sie mir dann sagen. Was hatte der Arzt gesagt: Ich kann ihnen das auch aufschreiben, wenn sie es brauchen. Meine Antwort war, jetzt nicht, hab noch. Nur ein gut gelaufenes Beispiel für die aktuelle Situation in der zerbrochenen Arzt-Praxis-Patienten Kommunikation. Die stärker denn je bestimmt wird von Zeitmangel, Konzentrationsmangel, Desinteresse, überhöhtes Vertrauen in technische Abläufe.
    Und zu den Ausfällen: Bei lebenswichtigen Antiobiotika nach Ende eines Klinikaufenthaltes kann und darf die Einnahme nicht 8 Stunden ausgesetzt werden. Das bewirkt bei schweren Erkrankungen mit Reserve-Antibiotika mindestens den Therapieausfall und maximal ein erhöhtes Risiko mit Todesfolge. An einem Mittwoch-Vormittag mit Verzögerungen bei Entlassung (die Regel ist man wartet auf Papiere) und Technikausfall ist der Zeitpuffer weg.

  20. Ralf Lindemann sagt:

    @alle
    Frage in die Runde: Hat jemand von euch die E-Rezept-App* der gematik schon mal ausprobiert, erfolgreich eingesetzt oder nutzt sie bereits im Alltag?

    Laut Werbesprech der gematik soll das ja alles ganz toll sein …, unter anderem soll man auch wieder Zugriff darauf haben, was mit einem E-Rezept verordnet wird und wie es eingenommen werden soll … Dass diese wichtigen Informationen mit der Einführung des E-Rezepts (ohne App) für den Patienten nicht mehr einsehbar sind, finde ich auch (nicht nur aus medizinischen Gründen) suboptimal, schwierig – eine falsche Entwicklung: Das ist ein Form digitaler Entmündigung.
    _____________
    * Siehe hier: https[://www].das-e-rezept-fuer-deutschland.de/app

  21. Rausposaunen sagt:

    Meine Ärztin weigert sich strikt, das E-Rezept bei sich einzuführen. Die läßt ihre Mitarbeiterinnen (und uns Patienten) aus Angst vor Corona aber auch noch dauerhaft mit Maske rumlaufen.
    A bissi paranoid die Gute, aber was gibt man nicht alles für einen fußläufig in 5min zu errechenden Doc…

  22. Klaus451f sagt:

    Heute wie jeden Tag wieder Probleme von 7:45 bis 8:45 Uhr.
    Wie jeden Tag arbeitet medisign mit 'Hochdruck' an der Lösung und die Gematik überwacht wie immer 'engmaschig'. Nützt nur nichts. Täglich grüßt das Murmeltier.

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