Den Fernseher per inakustik-Stick mit DLNA nachrüsten

Wer Multimediadaten (Fotos, Musik, Video) zwischen Smartphones, Tablet PCs, Desktops und TV-Geräten drahtlos per DLNA übertragen möchte, ist auf einen DLNA-fähigen Empfänger angewiesen. Was aber tun, wenn das vorhanden TV-Gerät kein SmartTV ist und mit DLNA wenig anzufangen weiß? Ganz einfach: Man rüstet das Gerät mit einem DLNA-Empfänger aus – gibt es für kleines Geld und ist im Handumdrehen erledigt. Im Blog-Beitrag stelle ich eine Lösung vor.


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Über eine Möglichkeit, ein TV-Gerät für Android zu ertüchtigen, stellt der TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick dar. Über diesen hatte ich ja eine umfangreiche Artikelreihe verfasst. Und es gibt die Meteorit TV-Box MMB-525.SAT von Pearl, die ebenfalls Android auf einen normalen Fernseher bringt. Beide Lösungen werden per HDMI-Stecker an das TV-Gerät gekoppelt und unterstützen über entsprechende Android-Apps auch DLNA.  Ist zwar manchmal etwas Frickelei, aber es geht irgendwie.

Nachrüsten des TV-Geräts per DLNA-Receiver

Wer es etwas einfacher haben will, kann zu einem DLNA-Stick greifen. Dieser stellt einen DLNA-Empfänger zur Verfügung, der eigentlich nur per HDMI-Stecker an das TV-Gerät anzuschließen ist. Schon kann es mit dem Streaming per DLNA losgehen. Durch Zufall bin ich kürzlich gefragt worden, ob ich den inakustik DLNA Receiver HDMI-Stick testen möchte. Passte irgendwie, da ich mich mit DLNA auf verschiedenen Geräten befasse, aber keinen DLNA-fähigen Fernseher besitze. Also habe ich zugriffen und mir den inakustik DLNA Receiver zuschicken lassen. Das Teil gibt es bei verschiedenen Anbietern, u.a. bei Amazon (siehe Anzeige links), im Handel.

Der inakustik DLNA Receiver im Detail

Der inakustik DLNA-Receiver ist eine Lösung, die ein herstellerunabhängiges Nachrüsten von TV-Empfängern, Beamern, Monitoren etc. ermöglicht.  Der DLNA-Receiver besitzt die Größe eines USB-Sticks (ca. 62,5 x 22 x 9,5mm) und passt problemlos an die Gehäuserückseite eines TV-Geräts. Die Stromversorgung erfolgt per USB-Kabel. Hier ein Herstellerfoto, der in etwa die Originalgröße mit dem HDMI-Stecker darstellt.

(Quelle: inakustik.de)

Der Stick wird in die HDMI-Buchse eines Geräts eingestöpselt und ermöglicht Bilder, Videos oder Musik von einem Smartphone, Tablet-PC oder Notebook drahtlos auf einen Flachbildfernseher bzw. ein TV-Gerät zu übertragen.


Vorteile der Lösung sind:

  • Markenübergreifender DLNA Standard
  • Kompakter HDMI Stick
  • WLAN build in
  • Stromversorgung über USB-Kabel

Der DLNA-Receiver lässt sich in den Modi “Access Point” oder “Client Mode” mit Einbindung in ein Netzwerk  betreiben (da gehe ich im folgenden Artikel noch detailliert drauf ein). Die Konfiguration kann über einen Webbrowser von beliebigen Endgeräten mit WiFi-Adapter erfolgen – auch das wird thematisiert).

Der Hersteller gibt zudem an, dass der DLNA-Receiver kompatibel zu diversen anderen Herstellerlösungen sei.

Zudem lässt sich, laut Hersteller, mit Android Apps oder über den Windows 7 Media Player 11 (oder höher) auf den DLNA-Receiver streamen. Ich habe die Kompatibilität zu Samsung AllShare und HTC Media Link nicht getestet, aber Apps unter Android sowie den Windows Media Player in Windows 7, Windows 8.0 und 8.1 probiert und auch mein iPad 1 mit iOS 5 angeworfen.

Unboxing und ein erster Blick

Die Angaben auf den Webseiten eines Herstellers sind die eine Sache, wie es in Realität ausschaut, steht auf einem anderen Blatt. Von daher war ich ziemlich gespannt, was da wohl geliefert würde.


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In der gelieferten Verpackung war der Stick bereits zu erkennen. Nach dem Auspacken offenbarte sich der Lieferumfang: DLNA-HDMI-Stick, USB-zu-micro-USB-Kabel und ein kleines Booklet. Mehr braucht’s eigentlich auch nicht – lediglich beim Booklet hätte ich mir für die Generation 50+ eine etwas gefälligere Schriftgröße gewünscht – selbst mit extra starker Lesebrille war der Text noch immer so klein (da wird, ohne Rücksicht auf den Kunden, an Pfennigartikeln gespart). Eine PDF-Version des Booklets zum Download von der Herstellerseite habe ich übrigens nicht gefunden. Sollte sich da etwas ergeben, reiche ich hier den Download-Link nach.

Installation: Klick und fertig …

Eine wirkliche Installation ist eigentlich nicht erforderlich. Der DLNA-Receiver wird einfach in die HDMI-Buchse des Fernsehgeräts eingestöpselt – fertig. Zur Stromversorgung ist dann der microUSB-Stecker an die betreffende Buchse des Sticks einzustöpseln.

In obigem Foto habe ich den DLNA-Receiver an meinen Flachbildschirm angeschlossen. Das Foto zeigt, dass es allerdings eng wird, sobald noch ein VGA-Stecker am Monitor angeschlossen ist – dann wäre der microUSB-Stecker im Weg (obwohl dieses Testszenario bei den meisten Nutzern wohl keine Rolle spielt).

Das USB-Kabel lässt sich mit dem A-Stecker in eine USB-Buchse des Fernsehers einstöpseln. Da an meinem Altgerät und am Flachbildschirm keine USB-Buchse vorhanden ist, habe ich beim Testen wahlweise die USB-Buchse meines PC oder (beim TV-Gerät) einen USB-Netzstecker-Ladegerät meines Smartphones verwendet.

Nachdem ich die Spannungsversorgung des DLNA-Sticks per USB-Kabel hergestellt und dann den Flachbildschirm auf den HDMI-Eingangsmodus umgestellt hatte, wurde ich nach wenigen Sekunden mit dem obigen Bild begrüßt. Die Firmware des DLNA-Sticks hatte gebootet und meldet sich mit einigen Hinweisen zur Konfigurierung. So wurde die IP-Adresse bzw. die Konfigurationsseite, unter der der DLNA-Stick erreichbar ist, mit angegeben.

Mein erster Eindruck …

Anschließend habe ich den Stick in Betrieb genommen und etwas mit experimentiert. Was mich begeistert: Es sind nur der Stick und das USB-Kabel zur Stromversorgung erforderlich – und die Inbetriebnahme ist mit wenigen Handgriffen möglich – wenn man weiß, wie es geht. Beim Streaming aus Windows oder per Android-App bin ich aber auf einige Punkte gestoßen, die ich in den folgenden Artikeln durchaus adressieren möchte. Nichts gravierendes und mit der richtigen App klappt das DLNA-Streaming auch – da kommt schon Freude auf.

Erwähnen möchte ich hier noch, dass der DLNA-Receiver-Stick gut handwarm wird. Ich würde den also nicht gerade mit dem TV-Gerät so anordnen, dass die Wohnzimmergardine drüber hängt und die Wärmeabfuhr behindert. Zudem empfiehlt sich aus Gründen der Energieeffizienz, die USB-Verbindung zu trennen, falls der DLNA-Receiver nicht verwendet wird. Wie die Inbetriebnahme konkret funktioniert und was es sonst so zu wissen gibt, beschreibe ich in den folgenden Artikeln der Linkliste.

Funktioniert das auch mit DVI?

Diese Frage kommt erwartungsgemäß, weil viele Nutzer noch einen abgelegten Flachbildschirm mit DVI-Eingang haben. Ich habe daher einen kleinen Test gemacht – und einen HDMI-DVI-Adapter von Pearl verwendet.

Sah am Anfang auch sehr gut aus, als ich den DLNA-Receiver von der HDMI-Buchse abzog und dann per Adapter an die DVI-Buchse anstöpselte. Zum Glück kam ich noch auf die Idee, den DLNA-Adapter neu booten zu lassen – denn die HDMI-Spezifikationen sehen vor, dass die Wiedergabekette ausschließlich zertifizierte Komponenten beinhaltet – das HDMI-Signal also beim Anschalten des DVI-Adapters deaktiviert werden musste. Beim Booten wurde dann meine Überlegung auch bestätigt. Es kommt zwar noch kurz der Boot-Screen des DLNA-Receivers auf dem Monitor zur Anzeige. Dann schaltet aber die integrierte HDMI-Prüfung offenbar das Signal ab (es ist ja kein HDMI-Gerät am Stick erkennbar). Folglich bleibt der Bildschirm schwarz. Ob es eventuell mit anderen HDMI-zu-DVI-Adaptern funktioniert, kann ich nicht beurteilen (nach der Theorie sollte es nicht funktionieren).

Artikelreihe
i: DLNA im hands-on-Experiment
ii: Den Fernseher per inakustik-Stick mit DLNA nachrüsten
iii: Konfiguration und Einsatz des inakustik-DLNA-Sticks
iv: DLNA-Streaming in Windows
iv-a: DLNA-Streaming in Windows 8.1 für Apps freigeben
v: DLNA-Streaming unter Android
vi: DLNA unter iOS nutzen

Ähnliche Artikel:
o1: Slim Port, was ist das nun schon wieder?
o2: MHL: microUSB-zu-HDMI-Adapter für Smartphones
o3: Miracast bei Windows 8.1
o4: Dein Android Gerät als DLNA-Server
a5: Galaxy S4 als DLNA-Server für den Windows Media Player


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7 Kommentare zu Den Fernseher per inakustik-Stick mit DLNA nachrüsten

  1. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Alle Artikel zu Streaming

    Hier im Blog gibt es zwischenzeitlich eine große Anzahl an Beiträgen rund um das Thema Streaming. Um den Durchblick zu behalten, habe ich den nachfolgenden Übersichtsartikel über so gut wie alle Streaming-Artikel, die hier im Blog erschienen sind, erstellt.

    Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co.

  2. markus sagt:

    Da über DLNA vieles nicht richtig funktioniert, fänd ich Intel Wireless Desktop spannender. Obwohl mein Notebook es unter stützt ist es mir bisher nicht gelungen.
    Sony Fernseher aus der Bravia Reihe kann zwar auch irgendsowas, leider aber nicht kompatibel.
    Falls Du weiter experimentierst, schau doch auch da mal drauf.

    • Günter Born sagt:

      @Markus: Danke für den Kommentar. Ich plane in der Tat etwas – allerdings weniger zu Intel Wireless Desktop, sondern zum Nachfolger Miracast. Momentan laufe ich mir aber die Hacken ab, um von diversen Anbietern Teststellungen von Miracast-Dongles zu bekommen – ist ein mühsames Geschäft, da keine (schnelle) Response kommt – und das zu testende Zeugs auch noch selbst aus privater Tasche kaufen, so weit reicht mein Enthusiasmus denn doch nicht. Update: Habe gerade Kontakt aus einer gänzlich anderen Richtung bekommen – im Umfeld der IFA kann ich möglicherweise was zu schreiben und bekomme da auch irgendwann ein Sample eines vielversprechenden HDMI-Sticks in die Finger.

      Noch ein kleiner Nachtrag, weil es gerade passt. Einmal hat Google seinen Chromecast-HDMI-Stick vorgestellt – der aber etwas ganz anderes als DLNA ist. Ich habe zwei Blog-Beiträge zu verfasst.

      o1: Chromecast: HDMI-Streaming-Stick vorgestellt
      o2: Meine 2 Cents/Gedanken zu Google Chromecast …

      Zum zweiten wurde Android 4.3 vorgestellt – noch ist es technisch nicht ganz klar, aber Miracast wurde in der Präsentation von Google nicht erwähnt. Und beim neuen Nexus 7 ist auch nicht von Miracast die Rede – statt dessen soll der Anwender über den microUSB-Anschluss und einen Slim Port-Adapter ein HDMI-Kabel anschließen können.

  3. Thomas sagt:

    Echt ein nice teil habs mir auch schon zugelegt vor ca 1 woche

    Leider ist meiner meinung nach das upgraden/updaten nicht möglich oder ich bin nur zu doff herauszufinden wo man es downloaden kann.
    Ist mir nur aufgefallen als bei manchen filmen kein ton und bei meinchen Deutsch und Englisch Übereinander lagen.

    mfg thomas

  4. Günter Born sagt:

    @Tom: Upgrade ist ein Problem – da habe ich die Entwickler auf drauf hingewiesen. Es soll wohl eine neue Variante kommen – irgendwann, die auch ein Factory reset können soll. Details kenne ich aber nicht.

  5. Christopher Maaß sagt:

    Funktioniert diese Lösung auch mit dem Broadway PCTV HD-S2 ?

    • Günter Born sagt:

      Per DLNA auf den Broadway streamen geht nicht. Aber der Browdway ist laut Beschreibung DLNA-fähig – sollte also auf jeden DLAN-fähigen HDMI-Stick streamen können. Da ich den Broadway PCTV HD-S2 aber nie in den Fingern hatte, kann ich zu speziellen Gerätekombinationen nichts sagen.

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