Basiswissen: Medienstreaming im Netzwerk

Medienstreaming, speziell die drahtlose Übertragung von Bild und Ton auf geeignete Empfänger, wird häufiger von Geräten (TV-Geräte) unterstützt. Begriffe wie AirPlay, Chromecast, DLNA oder Miracast stehen im Raum. Häufig stelle ich aber (z.B. beim Überfliegen von Foren) fest, dass Nutzer mit den Begrifflichkeiten wenig konkretes anfangen können.


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Hier im Blog habe ich zwar eine Reihe Beiträge zum Thema Medienstreaming mit AirPlay, Chromecast, DLNA oder Miracast veröffentlicht, die auch im Artikel Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co. verlinkt sind. Aber dort geht es um konkrete Tests – ein Überblicksbeitrag fehlt bisher. Daher beleuchte ich in einem Grundlagenbeitrag einmal die Techniken zum Medienstreaming.

Was ist Medienstreaming und worum geht es in diesem Beitrag?

Um was es beim Medienstreaming geht, wird in folgenden Folien deutlich, die ich mal für ein Training erstellt habe.

Medienstreaming

Eine drahtgebundene Übertragung an einem zweiten Bildschirm ist mittels HDMI-Kabel – oder falls ein Smartphone bzw. Tablet eingesetzt wird, per MHL oder Slimport möglich. Was es zu beachten gilt, ist in folgenden Blog-Beiträgen beschrieben.

Nachtrag zum Samsung MHL-Adapter-Desaster
SlimPort-HDMI-Adapter für das Nexus 4 im Test

Der spannendere Part ist aber das drahtlose Medienstreaming von Endgeräten wie Tablet PC, Notebook oder Smartphone auf entsprechende Empfänger.

drahtloses Medienstreaming

AirPlay, Chromecast, DLNA oder Miracast


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Für diese drahtlose Übertragung von Endgeräten auf geeignete Empfänger oder Geräte gibt es mehrere Standards.

Medienstreaming Standards

  • Bei AirPlay handelt es sich dagegen um einen drahtlosen Übertragungsstandard, der von Apple seinerzeit für Apple TV und iOS-Geräte festgelegt wurde. Der Standard kann den gesamten Bildschirm eines iOS-Geräts oder Medien (Bilder, Musik, Video) auf einen AirPlay-Empfänger übertragen.
  • Manche Geräte unterstützen DLNA (z.B. Fernsehgeräte), ist der Standard doch seit 2003 von der Digital Living Network Alliance definiert. Mit DLNA lassen sich Medien (Bilder, Musik, Video) auf einen DLNA-Empfänger übertragen. Das DLNA-Streaming lässt sich durch Apps oder Programme (z.B. Windows Media Player) an geeignete Empfänger durchführen. Problem ist, dass es immer wieder Kompatibilitätsprobleme mit den Medienformaten gibt, die die Empfänger nicht akzeptieren.
  • Bei Chromecast handelt es sich um einen Übertragungsstandard, der durch Google für den eigenen Chromecast-Empfänger festgelegt wurde. Primär geht es um die Übertragung von Onlinemedien (Bilder, Musik, Video) auf den Chromecast-Empfänger per App (Android). Auch der Google Chrome-Browser unterstützt das Medienstreaming auf einen Chromecast-Empfänger, wobei zwischenzeitlich auch der gesamte Bildschirm gestreamt werden kann. Aber die Lösung ist “Google only”.
  • Miracast ist ein herstellerübergreifend gestarteter Versuch, drahtloses Medienstreaming des gesamten Bildschirms mit Ton und Bild direkt aus dem Betriebssystem auf einen geeigneten Miracast-Empfänger zu unterstützen. Miracast ist ab Android 4.1 und ab Windows 8.1 von geeigneten Hardware-Geräten möglich. Problem bei Miracast: Es erfordert geeignete Geräte als Quelle und die Kompatibilität zu Miracast-Empfängern ist immer wieder eine Quelle für Ärger.

In der Praxis läuft es häufig darauf hinaus, dass man Anzeigegeräte wie Monitore, TV-Geräte, Beamer mit einem Streaming-Empfänger ausrüstet, der dann die empfangenen Daten per HDMI an das Anzeigegerät weiter reicht.

Empfänger

Die obige Folie zeigt einen Übersicht über solche Empfängerlösungen. Es gibt spezielle Empfänger wie Apple TV für AirPlay oder Chromecast von Google. Es gibt auch Empfänger auf HDMI-Basis, die mehrere Streaming-Standards unterstützen.

(Quelle: YouTube)

Das obige YouTube-Video fasst die obigen Informationen nochmals zusammen. Ich plane zu einzelnen Streaming-Standards wie AirPlay oder Miracast noch separate Artikel und Videos in Form von Blog-Beiträgen zu veröffentlichen. Einen Überblick über Tests von Streaming-Empfängern sowie weitere Infos zu den Standards finden sich in nachfolgend verlinktem Artikel.

Artikelreihe:
Basiswissen: Medienstreaming im Netzwerk
Medienstreaming mit Apples Airplay-Protokoll im Überblick

Ähnliche Artikel:
Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co.
Streaming: Fire TV, Apple TV, Chromecast, wer ist der Beste?
Miracast mit Windows 10 im (Kurz-)Test
Desaster: iOS9 killt AirPlay…


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5 Antworten zu Basiswissen: Medienstreaming im Netzwerk


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  2. Thomas Bauer sagt:

    Von der tollen Übersicht inspiriert habe ich jetzt Miracast mit meinen Windows 10 und den LG TV versucht. Der LG unterstützt Miracast Out of the Box. Das klappt jetzt hervorragend. Im Nachhinein konnte ich auch den Fehler verifizieren warum Miracast unter Windows 8.1 nicht klappen wollte. Es muss tatsächlich die komplette Kette (Grafik, WLAN, LAN und CPU) lückenlos Miracast unterstützten. Sonst steht in DxDiag.log “Not supported”. Bei mir wars damals der Broadcom LAN Treiber der kein NDIS 6.3 konnte. Dummerweise hatte ich den selber installiert und anstatt des Windows internen verwendet.

    • Die Krux bei Miracast ist, a) dass einmal die Firmware-Kompatibilität zwischen Sender und Empfänger für Probleme sorgt und den Anwender im Regen stehen lässt und b) eine (in meinen Augen) unglückliche Implementierung durch Microsoft, die sowohl NDIS 6.3 oder höher sowie einen WDDM 1.3-Grafiktreiber mit expliziter Miracast-Unterstützung für das Betriebssystem vorsieht. Dann scheitert es häufig. Aber ich muss mal schauen, dass ich für Freitag meinen Artikel zusammen geschraubt bekomme, wie ich auf einem Alt-PC (Sony Vaio Notebook) Miracast-Empfang zum Laufen bekommen habe.

      • Thomas Bauer sagt:

        Oben schrieb ich ja CPU. Die Intel Prozessoren enthalten ja auch die GPU. Ich dachte Miracast benötigt auf jeden Fall eine Intel CPU der 3. Generation mit HD Grafik 2500 aufwärts. Was spricht denn eigentlich der dxdiag.log vom Sony Vaio? Hier ein interessanter Link direkt von Intel mit Antworten zum Thema:
        http://www.intel.de/content/www/de/de/support/graphics-drivers/000005492.html.
        Im Punkt “Which Intel® Produkte unterstützen Miracast?” werden die CPU aufgeführt. Hat man keine unterstütze CPU kann man Miracast gleich vergessen.

  3. Dieter Schmitz sagt:

    @ ALL

    Hallo,

    gehört eigentlich Intel Wireless Display (und Intel Quick Sync Video) auch in diese Kategorie?

    Von welchen Programmen werden diese Techniken überhaupt unterstützt?

    • Intel WiDi ist m.W. in Miracast aufgegangen, läuft zwar auch unter Windows 7 mit entsprechenden Intel-Programmen auf Intel Hardware – ich habe das aber nie genutzt. Mit Intel Quick Sync Video kann ich persönlich auch nichts anfangen – das ist laut Wikipedia nur eine Technologie zur Handhabung von Medien, hat aber mit Streaming-Standards wie Miracast nichts zu tun.

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