Neue Indizien zum Microsoft Cloud-PC

Neue Gerüchte befeuern die Vermutung, dass Microsoft so etwas wie einen Cloud-PC plant, bei dem das Unternehmen Dienste aus der Cloud auf ‚dummen Clients‘ bereitstellen will.


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Das Gerücht zum Microsoft Cloud-PC dümpelt bereits seit einiger Zeit durch die Medienlandschaft. Im Juli 2020 hatte ich im Beitrag Kommt 2021 ein ‘Windows 10 Cloud-PC’ von Microsoft? berichtet, dass Microsoft bereits im Frühjahr 2021 mit so etwas wie einem Windows 10 Cloud-PC starten könnte. Möglicherweise ein Pendant zu Googles ChromeOS-PCs. Es können auch so etwas wie eine Windows Virtual Desktop Infrastruktur-Lösung (VDI) werden. Ist aber alles Spekulation – nur das was im Busch ist, das scheint sich zu verdichten (siehe auch Links am Artikelende).

Microsofts neue Liebe zu Windows

Ich hatte es hier im Blog nicht thematisiert, aber Kollege Bodgan Bopa hatte Ende Oktober den Blog-Beitrag Microsoft Suddenly Loves Windows Again im Angebot. Die Botschaft: Hatte man den Eindruck, dass Microsoft Windows als ‚Stiefkind betrachtet‘, hat Herr Nadella jetzt während der Konferenz zum Quartalsabschluss betont, dass umfangreiche Investitionen in Windows Teil der langfristigen Strategie des Unternehmens sind. Dort wurde Microsoft 365 als künftiger Weg bezeichnet, um Dienste für Produktivität, Kommunikation, Zusammenarbeit und Geschäftsprozesse bereitzustellen. Und in Zeiten der Coronavirus-Pandemie kommt Arbeiten im Homeoffice für viele Unternehmen als neue Herausforderung hinzu. Kein Wunder, dass Herr Nadella da (berechtigt) neue Geschäftsfelder sieht.

Weitere Hinweise auf den Cloud-PC (My Workspaces)

Anfang November 2020 hatte ich bei Martin Geuß und anderen Medien gelesen, dass Microsoft wohl einen Cloud-Dienst startbereit macht. Man war auf den nachfolgenden Tweet von WalkingCat gestoßen, der die Seite *https://cloudpc.microsoft.com/ gefunden hat (ist aktuell nur mit Anmeldung abrufbar).

Microsofts Cloud-PC-Seite

Der Dienst ‚My Workspace‘ ist per Browser und per Microsoft Remote Desktop-App erreichbar. Es gibt folgende Varianten für den Cloud-PC:

  • Lite: 2 vCPU 4 GByte RAM und 96 GByte SSD
  • Standard: 2 vCPU 8 GByte RAM und 96 GByte SSD
  • Advanced: 3 vCPU, 8 GB RAM, 40 GB SSD, mit Grafikbeschleunigung

Die letztgenannte Option hat Martin Geuß in seinem Beitrag, mit Bezug auf diesen Tweet, erwähnt. Das Ganze läuft also als virtualisierte CPU mit vorgegebener Hardware-Ausstattung für RAM und SSD-Speicherplatz). Das Angebot dürfte auf Business-Kunden in Unternehmensumgebungen zielen.

Die nächste Fundstelle

Nun hat MSPU in diesem aktuellen Artikel das Thema erneut aufgegriffen. Hintergrund ist, dass Microsofts Seite deviceManagementTemplateType enum type einen konkreten Eintrag:

cloudPC 10 Cloud PC security baseline template

aufweist. Es gibt also eine Baseline Sicherheitsrichtlinie für diesen Cloud PC. MSPU fasst dann nochmals die obigen Sachverhalte im Artikel zusammen. Der Cloud-PC wird also kommen. Mal schauen, ob und wann wir in 2021 die Ankündigung für den cloudPC erleben.


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Für manche Leute eine spannende Geschichte – der ‚Zeitgeist‘ läuft momentan in diese Richtung. Dann wären wir quasi auf dem Stand vor 40 Jahren, als die Leute per Terminal am Großrechner gearbeitet und geflucht haben, wenn die Leitungen überlastet waren oder der Großrechner stand. Gut, einen Unterschied gibt es: Heute läuft das Zeugs weltweit verteilt auf Rechenzentren, die die Cloud-Dienste bereithalten. Aber am Konzept, dass man vom Rechenzentrum und der Verbindung dort hin abhängt, hat sich nichts geändert. Und die Flüche der Anwender vor 40 Jahren, die sich über die ‚Abzocke der Rechenzentrumskosten‘ beschwerten, habe ich noch heute im Ohr. Seinerzeit trat der PC seinen Siegeszug in den Büros an, denn man wollte sich unabhängiger von diesen ‚Zentralen IT-Geschichten‘ machen. Heute marschiert die IT wieder in Richtung Cloud.

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3 Antworten zu Neue Indizien zum Microsoft Cloud-PC

  1. Karsten Tönniges sagt:

    Ob das im Deutschland erfolgreich sein könnte, bezweifle ich, denn Breitband ist hier immer noch landläufig ein Fremdwort, und Datenraten über 30MBit/s und vernünftige Latenzen haben in vielen Teilen, selbst in Großstädten noch Seltenheitswert, trotz anderer Verlautbarungen.

  2. Onkel Hotte sagt:

    Erinnere mich noch an die Worte meines alten Herren, der bei einer Bank gearbeitet hatte: „Erst wird alles zentralisiert, dann wird es dezentralisiert, dann wieder zentralisiert, usw usf. Hauptsache man kann eine neue Sau verkaufen und durch’s Dorf treiben“
    Wie wahr.
    Ich kotze übrigens regelmässig über die Admin-Oberflächen von O365 . Dauert ständig bis mal Suchergebnisse angezeigt werden, alle footlang ändern sich die Menüs, leider nichts zum Besseren. Macht auf Dauer kein Spass. Aber damit wird man erstmal lange leben müssen.

  3. voko sagt:

    Damit geht der Datenschutz dann vollends den Bach runter. Dies empfinde ich als äüßerst bedenklich.

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