VMware OEM-Portal offline, Kunden können VMware-Lizenzen nicht aktivieren

Stop - Pixabay[English]Startet gerade das "Shakeout" der VMware-Kunden durch Broadcom? Nachdem Broadcom allen VMware-Partnern zum 4. Februar 2024 gekündigt hat, ist jetzt das OEM Portal ausgefallen. Das VMware OEM-Portal wird aber benötigt, um VMware-Lizenzen, die über OEMs gekauft wurden, aktivieren zu können. Ein Blog-Leser hat mich gerade über dieses Desaster informiert.


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VMware OEM-Portal offline

Blog-Leser Michael H. hat mich gerade auf Facebook über eine private Nachricht kontaktiert, weil er Probleme mit VMware-Lizenzen hat. In einer Nachricht schrieb er:

Hallo Herr Born, da ich online leider nicht sehr viel darüber finde wollte ich mal bei Ihnen Nachfragen ob Sie oder ein Leser Ihres Blogs die selben Probleme mit VMWare haben. Hintergrund ist, dass das OEM Portal Down ist. Somit können Kunden, welche VMWare Lizenzen über z.B. HP bezogen haben Ihre Lizenzen nicht aktivieren.

Der Leser hat mir einen Auszug aus einer Support-Mail von Fujitsu zur Info zukommen lassen, in der es sinngemäß heißt: "Wir als Fujitsu können dies im Moment nicht lösen. Unsere Rechtsabteilung ist bereits eingeschalten worden. Soweit können wir nur darauf drängen das dies schnellstmöglich behoben wird. Das Problem ist das Portal von VMware, aktuell sind alle Partner betroffen – auch HPE, DELL, Lenovo, IBM … usw." Die Frage ist, ob auch andere VMware-Nutzer aus der Leserschaft vor diesem Problem stehen?

Broadcom will VMware los werden

An dieser Stelle ein kurzer Rückblick. Anfang Dezember 2023 hatte ich im Blog-Beitrag Broadcom will VMware-Bereiche für Endbenutzer-Computing und Carbon Black verkaufen angesprochen, dass das Broadcom-Management sein VMware-Portfolio für Endbenutzer-Computing (dazu zähle ich auch die On-Premises Virtualisierungslösungen) verkaufen möchte. Das ließ bereits böses erahnen.

Ende Dezember 2023 hatte ich im Blog-Beitrag Überraschung: Allen VMware-Partnern von Broadcom für 2024 gekündigt den nächsten Hammer avisiert. Broadcom hat am Freitag, den 22. Dezember 2023, alle bestehenden Verträge mit VMware-Partnern (Wiederverkäufer und -Dienstleister) zum 4. Februar 2024 aufgekündigt. Damit endet nicht nur das Partnerprogramm sondern auch das Incentive-Programm, mit dem Verkaufsanreize gesetzt werden konnten. Und nun scheint irgend ein Problem mit dem VMware OEM-Servern zu sein, wodurch Lizenzen nicht aktiviert werden können. Oder läuft die Aktivierung bei euch?

Ergänzung: Auf Facebook sind mir zu diesem Artikel zwei Nutzerkommentare zugegangen, die ich hier anonymisiert wiedergeben.

  • Nutzer 1: Ich hatte am Dienstag schon einen Call mit unserem VM-Ware Partner. Dort wurde mir schon gesagt, dass es Probleme gibt und aktuell die OEM nicht mal in der Lage sind Lizenzen auszustellen. Anscheinend wurde die OEMs auch dazu angehalten nur noch subscriptions zu verkaufen, was sie aber aktuell nicht können.
    Die Partner werden von Broadcom gerade komplett hängen gelassen. Es gibt keine Infos und wohl nur spärliche einladungen zum neuen Partnerprogramm. Bin gespannt was da raus kommt. Oder ob Broadcom die Vmware jetzt komplett zerstört.
  • Nutzer 2: Wir haben Lizenzen für 5000€ und können nicht mal die Keys ziehen um die VMWare zu nutzen! Ich hoffe das ist ein technisches Problem ansonsten wird das noch ein rechtliches Nachspiel haben!

Hört sich alles nicht so sonderlich positiv an. Ergänzung: Das Thema wird im Blog-Beitrag Bestell-/Lizenz-Chaos bei VMware-Produkten nach Broadcom-Übernahme (Jan. 2024) fortgesetzt.

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20 Antworten zu VMware OEM-Portal offline, Kunden können VMware-Lizenzen nicht aktivieren

  1. Rico sagt:

    Wir können uns bei den Kundenaccounts einloggen und auch gekaufte Produkte (kein OEM) einsehen. Registrierung kann ich nicht prüfen, da aktuell nichts zu aktivieren.

  2. Anonymous sagt:

    Broadcom hat laut The Register auch allen CSPs gekündigt.

  3. Fritz sagt:

    Broadcom verkauft seit einem Monat (11.12.2023) keine perpetual Lizenzen mehr.
    Wer noch eine hat und die erst jetzt aktiviert ist spät dran.

  4. michael sagt:

    Gebe nie Infantilen zu viel Geld in die Hand. die machen damit schlimme Dinge – siehe auch Gates & Co. Ich hoffe China/lenovo kauft das auf :-)

  5. Oliver sagt:

    Wir versuchen gerade die Strategie der Broadcom CEO zu erkennen, scheitern aber daran. Was war am Geld der Provider und 95% der On-Prem-Kunden schlecht? Der Supportaufwand war übersichtlich, das kann es nicht sein. Die Entwicklungskosten laufen weiter, der Channel ist auch billiger als eine eigene Sales Force.
    Die Frage ist, ob der Markt kurzfristig ein Umdenken einleiten wird oder die Share Holder nach dem ersten Quartal. Letztlich gehört denen Broadcom und vmWare.

    • Fritz sagt:

      Der Herr ist in der VMware-Szene sehr gut vernetzt, Spezialgebiet seiner Firma ist die Migration zu VMware on AWS:
      https://www.youtube.com/@comdivision/videos

    • rpr sagt:

      Die Strategie ist mit den wenigen richtig dicken Fischen möglichst lange maximalen Gewinn erzielen solange Kunde und Produkt noch nicht verbrannt sind.
      Symtantec und CA sind da gute Beispiele.
      Die Kartellbehörden haben nur auf das Thema Monopole im Hardware markt geschaut und nicht verstanden welche Relevanz die Software von Vmware im Markt hat. Die Nummer ist fast nur noch damit vergleichbar wenn sich jemand Cisco greifen würde und einen Großteil der Kunden vor die Tür stellen würden.

  6. Alitai sagt:

    Hier OEM Portal Help steht:

    The PAC redemption portals are being taken offline. Program updates will be posted soon.

    • Fritz sagt:

      Das Modell mit den OEM-Keys war sowieso Käse.
      M.E. hatte es nur zwei Gründe:
      * Der Hersteller konnte alles (Hard- und Software) auf eine Rechnung schreiben.
      Das ist manchmal beim Beantragen von Fördermitteln besser, insbesondere im öffentlichen Sektor.
      * Der Hersteller konnte großzügige Projektrabatte (bei HPE manchmal 40%) auf alles geben, ohne das VMware-Preismodell zu unterwandern.
      Spätestens beim Einlösen des Keys war man aber sowieso Kunde von VMware, hatte eine Kundennummer und einen Zugang zum Portal.
      Ist letztendlich bei Windows (auch die "großen" Datacenter gibt es als OEM über Fujitsu, Dell, HPE usw.) nicht anders.

  7. riedenthied sagt:

    "Anfang Dezember 2023 hatte ich im Blog-Beitrag Broadcom will VMware-Bereiche für Endbenutzer-Computing und Carbon Black verkaufen angesprochen, dass das Broadcom-Management sein VMware-Portfolio für Endbenutzer-Computing (dazu zähle ich auch die On-Premises Virtualisierungslösungen) verkaufen möchte."

    Davon war bisher nie die Rede. Es ging eigentlich nur um die Desktop-Sparte und ein paar Zusatzgeschichten. Dass alle On-Premise-Produkte (wie vSphere) veräußert werden sollen, wäre mir sehr neu.

    • Fritz sagt:

      Das große Geld wird in Cloud-Rechenzentren gemacht.
      Für on-premise-Kunden werden ein paar Brotkrumen von der Tischkante fallen – wie bei Hyper-V auch.
      Die Ankündigung, daß jeder unter 500k Umsatz (jährlich!) uninteressant ist, hätte zu denken geben sollen.
      Ja, bestehende Verträge werden eingehalten, aber spätestens mit der nächsten Hauptversion müssen sich die Kunden entscheiden.

  8. Anonymous sagt:

    Hallo Zusammen,

    wie verhält es sich mit Horizon und Workspace One?

    Viele Grüße

    • Sven sagt:

      Die EUC Produktdivision steht zum Verkauf. Ebenso Carbon Black, welches allerdings in die Broadcom eigene Sparte (ehemals Symantec) integriert wurde.

  9. Michael sagt:

    Heute hieß es, es können ab sofort keine HPE Oem Lizenzen mehr bestellt werden (außer im Projekt). Interessant ist dass es bis Februar noch eine Promo dazu gibt. Die OEMs wurden von dem Schritt vermutlich auch überrascht.
    Einige Kunden wollen die letzte Chance noch nutzen gleich 5 Jahre perpetual zu kaufen um Ruhe und Sicherheit vor Preiserhöhungen zu haben.
    Es bleibt jedenfalls spannend 🙈

    • Fritz sagt:

      Wie oben im Artikel schon zu Fujitsu geschrieben: hier werden im Zweifelsfall die Rechtsabteilungen klären müssen, wie die bestehenden Verträge auszulegen sind und ab wann die Änderungen greifen.

      Absehbar war das eigentlich schon letztes Jahr, man hatte genug Zeit seine Lizenzen und Supportverträge zu ordnen. Broadcom war ja noch durch das Veto der SEC und EU gebremst und konnte die finale Umsetzung erst im Dezember vornehmen.

  10. Wojtek sagt:

    Aktuell war es mir wieder möglich eine Fujitsu OEM Lizenz zu aktivieren, die im Dezember erworben worden ist und Anfang Januar in die Problematik gefallen ist.
    Hier mein Ausgangslink:

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