DLNA-Streaming unter Android

Unter Android sind Sie auf Apps angewiesen, um Medieninhalte per DLNA zu entsprechenden Geräten zu streamen. In diesem Beitrag habe ich ein paar Apps unter die Lupe genommen und zeige, wie das DLNA-Streaming auf den inakustik DLNA-Receiver oder andere Geräte funktioniert.


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Zum Testen hatte ich ein ganzes Arsenal an Android-Geräten, angefangen von einem Huawei Ascend Y 300, welches ich zum Testen hier habe, über ein simvalley SP-140 und ein Touchlet SX7 Tablet PC – beides von Pearl – bis hin zu einem Selbstbau Android-x86 auf dem WeTab Tablet PC – zur Verfügung.

BubbleUPnP als DLNA-Renderer und Server

Die kostenlose App BubbleUPnP lässt sich aus dem Google Play Store herunterladen und sah zuerst recht vielversprechend aus. Laut Beschreibung ist BubbleUPnP ein “voll featured” UPnP/DLNA Control Point, UPnP Media Renderer und UPnP Media Server. Startet man die App, fungiert diese automatisch als UPnP Media Server und stellt (ähnlich wie der DLNA-Server des File Expert) die freigegebenen Medien (Fotos, Musik, Videos) zum DLNA-Streamen bereit. Andere (Android-)Geräte sollten dann ein BubbleUPnP-Wiedergabegerät anzeigen.

Weiterhin ist die App auch als Media Server verwendbar, d.h. man kann Inhalt auf andere DLNA-Receiver (Renderer) senden. Hierzu lässt sich in der Fußzeile der App-Seite der Eintrag DEVICES anwählen.

In der Seite werden dann in der Spalte RENDERERS die DLNA-Empfänger auftauchen. In obigem Screenshot ist der in-akustik DLNA-Stick mit aufgeführt. Nach der Anwahl des gewünschten Empfängers, lässt sich in der Fußzeile über den Menüpunkt LIBRARY vorgeben, welcher Medienordner des Android-Geräts zur Wiedergabe verwendet werden soll. Die Auswahl findet zwischen den Ordnern Music, Videos und Images (der SD-Karte) statt.

Wählt man anschließend PLAYLIST, kann in einer Seite ein Titel (Musik, Foto, Video) ausgewählt und dann über die Wiedergeben-Schaltfläche gestartet werden. Ich hatte BubbleUPnP bereits im Rahmen von Kurztest mit dem MMB525.SAT Empfänger und mit dem Windows Media Player im Einsatz.

Beim Zusammenspiel mit dem inakustik DLNA-Stick kam es aber häufiger zu der obigen Fehlermeldung – Musik ließ sich erst gar nicht abspielen. Unter diesem Gesichtspunkt hat mich dann die App nicht so überzeugt (es gab zwar die Vermutung, dass es am inakustik DLNA-Stick liegen könnte, die sich aber nicht bestätigt hat).

Media House – und weitere Apps

Als weitere App habe ich dann Media House aus dem Google Play Store kurz angetestet. Sah auch erst gut aus, die App bringt diese Übersichtsseite zur Auswahl der Quelle und des Ziels.

Aber es störte mich, dass keine lokalen Dateien, sondern nur erkannte DLNA-Server als Quelle auswählbar waren. In der rechten Spalte konnte ich die gefunden DLNA-Empfänger auswählen. Irgendwie komme ich aber mit der App nicht klar – manchmal lieferte sie einen Streaming-Fehler, ein anderes Mal werden keine Quellen erkannt und so weiter. Ich habe die App daher wieder gelöscht. Die App Play On funktionierte zwar auf Anhieb und konnte lokale Fotos, Musik und Videos auf den inakustik DLNA-Stick streamen. Dort nervt aber ein ständig eingeblendetes Popup-Fenster, welches einen auf den Play Store umleitet.


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Genial: Skifta (Betaversion)

Nachdem ich noch ein wenig mit anderen Apps experimentiert habe, aber vieles verwerfen musste (manches funktionierte gar nicht, mit anderem kam ich von der Bedienung nicht klar), stieß ich auf die App Skifta. Update: Die App Skifta ist zwischenzeitlich zurückgezogen und nicht mehr verfügbar. Der Terminus “Betaversion” störte mich zwar etwas, aber als Entwickler fungiert Qualcomm Atheros. Die App lässt sich ebenfalls kostenlos im Google Play Store herunterladen und hier gibt es sogar einen kleinen Artikel.

Die App besitzt einen eigenen DLNA-Server, kann aber auch andere DLNA-Server (ich habe BubbleUPnP verwendet) als Quellen nutzen. Zudem ließ sich Skifta unter diversen Android-Geräten (inklusive der Android-x86-Systeme) verwenden.

Die Benutzeroberfläche ist genial einfach. Nach dem Starten und einmaligen Bestätigen der Nutzungsbedingungen gelangen Sie zu einer Konfigurationsseite (nachfolgend links zu sehen).

1. Tippen Sie auf die Rubrik 1. Medienquelle auswählen und wählen Sie in der Folgeseite (hier oben rechts zu sehen) die gewünschte Quelle. Es werden alle gefundenen DLNA-Server aufgelistet, wobei Skifta Alps SP-140 hier der lokale DLNA-Server der App ist.

2. Wählen Sie im zweiten Schritt in der Skifta-Konfigurationsseite (oben links) die Kategorie 2. Player auswählen und tippen Sie in der Folgeseite (nachfolgend links) auf den gewünschten Player.

3. Wählen Sie in der Skifta-Konfigurationsseite die Kategorie 3. Durchsuchen und Medien auswählen und legen Sie in den Folgeseiten (oben rechts) die wiederzugebenden Mediendateien fest.

Dann erscheint das Fenster des Players (obiger Screenshot), in dem das Motiv und die Kenndaten wie Quelle und Ziel sowie Dateititel aufgeführt sind. Zudem gibt es Schaltflächen zur Wiedergabesteuerung. Nachfolgend ist noch ein Foto von einer Videowiedergabe auf einem Smartphone und einem Flachbildschirm zu sehen.

Insgesamt habe ich Skifta auf dem hier gezeigten simvalley SP-140 und dem Touchlet SX7 Android Tablet PC getestet. Es ließen sich JPEG-Fotos, MP3-Musik und MPEG2-Videos problemlos auf den inakustik DLNA-Stick und den angeschlossenen Wiedergabegeräten abspielen. Es kommt zwar immer zu einer kurzen Verzögerung, bis die Daten vom Android-Gerät auf den DLNA-Stick gestreamt sind. Aber unter dem Strich hat die Wiedergabe unter Skifta mit dem DLNA-Stick geklappt. Wenn ein Videocodec zur Wiedergabe des Videomaterials fehlte, erschien halt kein Bild, sondern nur Ton.

Generell würde ich das Ganze nach meinen Tests unter Android als “macht Lust auf mehr” beschreiben. Im letzten Teil der Artikelreihe gehe ich noch auf die DLNA-Wiedergabe unter iOS auf einem iPad ein zu ziehe ein Fazit.


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Artikelreihe
i: DLNA im hands-on-Experiment
ii: Den Fernseher per inakustik-Stick mit DLNA nachrüsten
iii: Konfiguration und Einsatz des inakustik-DLNA-Sticks
iv: DLNA-Streaming in Windows
iv-a: DLNA-Streaming in Windows 8.1 für Apps freigeben
v: DLNA-Streaming unter Android
vi: DLNA unter iOS nutzen

Ähnliche Artikel:
o1: Slim Port, was ist das nun schon wieder?
o2: MHL: microUSB-zu-HDMI-Adapter für Smartphones
o3: Miracast bei Windows 8.1
o4: Dein Android Gerät als DLNA-Server
a5: Galaxy S4 als DLNA-Server für den Windows Media Player


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8 Kommentare zu DLNA-Streaming unter Android

  1. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Alle Artikel zu Streaming

    Hier im Blog gibt es zwischenzeitlich eine große Anzahl an Beiträgen rund um das Thema Streaming. Um den Durchblick zu behalten, habe ich den nachfolgenden Übersichtsartikel über so gut wie alle Streaming-Artikel, die hier im Blog erschienen sind, erstellt.

    Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co.

    Update zum Juli 2014: Skifta zurückgezogen

    In obigem Artikel sowie in weiteren Blog-Beiträgen habe ich die Android-App Skifta vorgestellt bzw. für Tests benutzt. Die App war zwar noch Beta, hat mir aber ausgesprochen gut gefallen. Leider ist die App aus dem Google Play Store zurückgezogen und die Skifta-Webseite von Atheros/Qualcomm geschlossen worden. Laut diesem Wikipedia-Artikel wurde das Ende Mai für den 1. Juli 2014 angekündigt.

    Persönlich setze ich mittlerweise BubbleUPnP als Ersatz-App ein. Gegenüber den Ausführungen im obigen Beitrag haben die Entwickler die App zwischenzeitlich mehrfach überarbeitet. Aktuell funktioniert BubbleUPnP sehr gut und ersetzt Skifta auf jeden Fall.

  2. andreas sagt:

    hallo,

    ich suche verzweifelt einen weg das android tablet zu einem musik empfaenger zu machen. das sollte mit dem upnp renderer eigentlich leicht sein. doch finde ich weder einen artikel der das szenario beschreibt noch finde ich funktionierende software fuer meinen linux rechner noch eine app die als renderer funktioniert.
    oder ueberlese ich da etwas….

    danke
    andreas

    • Günter Born sagt:

      Ob Linux DLNA kann, weiß ich nicht. Zumindest von Windows auf Android oder von Android auf Android klappt hier DLNA einwandfrei – z.B. Skipfta oder BubblePnP als Android-Apps.

  3. andreas sagt:

    Hallo,

    Skifta oder skipfta ? Beide kann ich im Store nicht finden.
    Ich nutze UPnPlay.
    Dieser spielt lokale Daten sowie aus dem Netz und Icecast-Radiosender.
    Unter anderem bietet er einen upnp renderer an. Ich habe aber keine Moeglichkeit diesen anzusteuern. Unte Windows kenne ich nur Foobar, der das Abspielen ueber einen Renderer anbietet. Gibt es keinen Linux Client ?

    Ich habe schon alle Fragemoeglichkeiten in google angegeben, es lauft aber immer darauf hinaus, dass man ueber den Android Client auf die Netztdateien zugreift und auf dem android abspielt. Das kann ich, will es aber so nicht. ich wollte das android Telefon zB. als Remote Lautsprecher nutzen.

    Danke
    Andreas

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  5. andreas sagt:

    Hallo,

    Danke fuer die Tipps, aber wie gesagt, es ist halt immer anders herum wie ich es will. ich wollte „alte“ Android-Handies oder Tablets zu remote Lautsprechern machen. Quasi vom PC die lokalen Musikfiles statt auf die Lautsprecher auf einen upnp renderer umleiten. Von PC zu Laptop (zB. Foobar) geht das, aber das ist energieverschwendung. desshalb dachte ich an android. Aber vielleicht gehts halt nicht…

    Hast Du Dir auch den UPnPlay angesehen ? Der kann doch alles im Netz und spielt lokale Dateien auch ab. Zudem bietet er einen renderer. Der funktioniert aber mir nicht. Ansonsten nutze ich diesen fuer unterwegs fuer die lokalen Daten und zuhause muisk vom Netzt zu hoeren, also eine App fuer alles.

    Gruss Andreas

    Grusse Andreas

    • Günter Born sagt:

      @Andreas: Ich habe mir UPnPlay vermutlich nicht angesehen. Aber ich weiß nicht was Du machst und wo die Probleme liegen. Gerade habe ich mein Nexus 4 und ein Simvalley SP 140 von Pearl geschnappt – beides sind Android-Smartphones. Auf denen ist die Android-App BubbleUPnP installiert.

      – Ich konnte auf dem SP-140 problemlos in BubbleUPnP das Nexus 4 (auf dem BubbleUPnP nur gestartet war) als Zielgerät (wäre dein altes Android-Smartphone) unter Devices auswählen. Dann habe ich wahlweise meine Musikbibliothek von der FRITZ!Box und von einem laufenden Windows 7-Rechner als Quelle genommen und war in der Lage, vom SP-140 Lieder von diesen Quellen auf dem Nexus 4 als Zielgerät auszugeben. Skifta konnte das früher auch (habe diese App favorisiert, da BubbleUPnP damals noch nicht so ausgereift war).

      – Dann habe ich den Windows Media Player unter Windows 7 aufgerufen, einen Song aus der Medienbibliothek ausgesucht und über PlayTo auf dem Nexus 4 ausgegeben. Also auch unter Windows geht’s.

      Suche einfach hier im Blog nach DLNA in Verbindung mit BubbleUPnP und Skifta sowie dem WMP. Da gibt es mehrere Beiträge, die die Ansätze beschreiben. Ein guter Einstiegspunkt, der die meisten Artikel zusammenfasst, ist:

      Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co.

      Im Prinzip müsste so was auch mit Linux als Steuerquelle gehen – aber wie gesagt, das habe ich nie probiert – und bin auch zu faul (bzw. habe keine Zeit), da mal mit Linux Mint einen Test zu fahren. Hole ich vielleicht bei Gelegenheit mal nach und mache einen Blog-Beitrag drüber.

  6. andreas sagt:

    gerade gefunden…:

    Skifta announced by email on May 30th 2014 to all their users that they would close the service on July 1st, 2014.

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