Neues rund um Windows 11 (Sept. 2021)

Windows[English]Es ist nicht mal einen Monat, bis Microsoft sein Windows 11 zum 5. Oktober 2021 für Anwender freigeben wird (Windows 11: Am 5. Oktober 2021 geht es los). Die Tage haben sich einige Neuigkeiten angesammelt, die ich in einem Blog-Beitrag kurz zusammenfassen möchte. So versucht Microsoft den Leuten Windows 11, trotz der heftigen Hardware-Anforderungen, mit "das Teil läuft schneller" schmackhaft zu machen. Und es ist klar geworden, warum ältere CPUs nicht unterstützt werden. Hier ein Überblick, was mir so untergekommen ist.


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Windows 11-Feature-Updates immer im Herbst

Microsoft hat ja verkündet, dass man bei Windows 11 auf jährliche Funktionsupdates umschwenken möchte (siehe Ja, Microsoft hat Windows 11 vorgestellt). Da die erste Version im Oktober 2021 kommt, wird die nächste Version im September oder Oktober 2022 freigegeben. Bleibt man bei der bisherigen Nomenklatur, wären dies 22H2, 23H2 und so weiter. Die Kollegen von deskmodder.de haben sich in diesem Artikel über diesen Zyklus ein paar Gedanken gemacht.

Keine Unterstützung für Apple M1

Tester von The Register hatten festgestellt, dass eine virtuelle Windows 11-Maschine mit einer Build aus dem Dev-Channel auf einem M1-Mac mit Parallels Desktop 17 einen Hardware-Kompatibilitätsfehler auslöste. Als The Register bei Microsoft nachfragte, bestätigte Redmond, dass Windows 11 auf Apples M1 kein "unterstütztes Szenario" für das Betriebssystem ist.  Parallels hat aber in der Zwischenzeit die Version 17.0.1 seiner Virtualisierungs-Software herausgebracht. Diese scheint das Problem (zumindest vorläufig) zu beheben und ermöglicht die Ausführung von Windows 11 auf Apples M1-Systemen. Die Details lassen sich hier nachlesen.

MBEC-Support in CPU Voraussetzung

In seinen Hardware-Anforderungen hat Microsoft ja klar gemacht, dass nur neuere CPUs durch Windows 11 offiziell unterstützt werden (siehe Windows 11: Die Hardware-Anforderungen und Windows 11: Microsoft präzisiert Hardwareanforderungen, keine Blockade auf inkompatiblen Geräten). Auf reddit.com gibt es diesen Thread, der darauf hinweist, dass ein von der CPU unterstütztes Mode Based Execution Control (MBEC) der Grund sei, warum Microsoft in Windows 11 nur neuere CPUs unterstützt. Eine der Aussagen:

Windows 11 erfordert Virtualisierungs-basierte Sicherheit (Virtualization-based security, VBS) und Hypervisor-geschützte Code-Integrität (hypervisor-protected code integrity, HVCI). Diese Funktionen erfordern das TPM (Trusted Platform Module) und Mode Based Execution Control (MBEC), siehe auch diese MS-Dokumentation.

MBEC kann durch den "Restricted User Mode" emuliert werden, ist aber langsamer als eine native Hardware-Implementierung. Die ersten CPUs mit einer nativen Implementierung waren die CPUs der 7. Generation (Kaby Lake) und AMD Zen 2. Daher hat sich Microsoft darauf konzentriert, nur diese CPUs und höher zu unterstützen.

Die Kollegen von deskmodder.de haben in diesem Artikel das Thema die Tage aufgegriffen und erläutert, dass das MBEC-Pendant bei AMD als GMET (AMD Guest-Mode Execute Trap for NPT) bezeichnet wird. Das erklärt, warum Windows 11 auch auf älteren CPUs läuft, aber erst auf neueren CPUs offiziell unterstützt wird.

Benchmarks zu Android und Microsofts "Leistungsteaser"

Noch ist Windows 11 nicht auf dem Markt und früher hat man immer darauf bestanden, keine Leistungsvergleiche mit Beta-Code von Microsoft-Produkten zu machen. Aber die Tage hat Microsoft in seiner Reihe Microsoft Mechanics ein Video veröffentlicht, welches auch auf Optimierung und Leistung eingeht.

(Quelle: YouTube)

Die Botschaft ist, dass sich Windows 11 durch Optimierungen flotter als Windows 10 anfühle. Die Kollegen von Dr. Windows und heise haben das beispielsweise in Artikel aufgegriffen. Warum habe ich bloß dass Gefühl, dass mal wieder eine Nebelkerze geworfen wird? Ich glaube nicht wirklich daran, dass Windows 11 flotter wird – die Hardware-Anforderungen kommen nicht von ungefähr.


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Auch das zweite Thema sehe ich unter diesem Gesichtspunkt. Mittelfristig sollen Nutzer ja Android-Apps unter Windows 11 ausführen können – bei Verfügbarkeit am 5. Oktober 2021 fehlt diese Funktion noch. Microsoft entwickelt mit Intel einen Android-Emulator für Windows 11, der dann als Windows Subsystem für Android bereitgestellt werden soll. Nun gibt es erste Benchmarks (siehe diesen MSPU-Artikel), die darauf hindeuten, dass das Ganze halbwegs flott läuft. Mir ist das alles noch zu früh, und ich sehe das Ganze als Null-Nummer. Wenn die Funktion verfügbar ist, wird man sehen, was sie kann.

Ich ergänze es mal kurz – denn das Thema dümpelt hier bereits seit Monaten herum. Der Ansatz der Entwickler, die Benutzeroberfläche mit neuen Icons und Designs zu modernisieren, führt unweigerlich zu Kollateralschäden. Ich hatte es schon im Frühjahr bei Windows Insidern mitbekommen, dass der Windows Explorer mit dem neuen Design ziemlich verhunzt wurde. Martin Brinkmann hat es zufällig aktuell im Blog-Beitrag Windows 11's File Explorer has serious usability issues auf ghacks.net angesprochen.

Windows 11 und die Nachhaltigkeit

Die neuen Hardware-Anforderungen, die Microsoft für Windows 11 aufgestellt hat, sind ein Konjunkturprogramm für Hardware-Hersteller und sollen auch in Redmond die Kassen klingeln lassen. Das führt aber dazu, dass spätestens 2025, wenn Windows 10 aus dem Support fällt, weltweit Millionen Geräte auf den Elektroschrott wandern, weil diese kein Windows 11 mehr unterstützen.

Ich finde, das passt nicht zum Anspruch Microsofts, als Öko-Label bis 2030 CO2-Neutral aufgestellt zu sein. Die Kollegen von heise haben im Artikel Kommentar: Die Hardware-Anforderungen von Windows 11 sind das falsche Signal einige interessante Gedanken zu diesem Thema zusammen geschrieben, die ich nur unterstützen kann.

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17 Antworten zu Neues rund um Windows 11 (Sept. 2021)

  1. JG sagt:

    "Das führt aber dazu, dass spätestens 2025, wenn Windows 10 aus dem Support fällt, weltweit Millionen Geräte auf den Elektroschrott wandern, weil diese kein Windows 11 mehr unterstützen."

    Das sehe ich nicht so. Mit Linux werden die Teile noch weiterlaufen. Selbst Rechner aus dem Jahr 2008 mit einem Intel Core 2 Duo haben mit Linux keine Probleme. Auch für noch ältere Rechner die nur eine 32 bit Architektur haben gibt es das passende Linux. Ob man aber mit den 32 bit Kisten noch etwas gescheites machen kann weiß ich nicht. Leider habe ich keine zum Testen.

    • Luzifer sagt:

      mag ja sein das Linux da drauf läuft, nur nützt das nix, den die Software die ich nutze brauche läuft nicht unter Linux, läuft beschissen unter Linux, oder gibt es da erst gar nicht! Ich denke da werde ich nicht der Einzige sein!
      An den Durchbruch von Linux auf dem Desktop glaube ich nicht, das höre ich schon seit Jahrzehnten. Fakt ist ist nie passiert!

      Nicht falsch verstehen, ich mag Linux, hab es als Multiboot auch auf dem ein oder anderen Rechner, als Server sogar mehr als ne Alternative, aber auf dem Desktop so wertlos wie nen Kühlschrank in der Antarktis.
      (Das beste, geilste System nützt halt nix, wenn nicht das darauf läuft was ich brauche!)
      Und DAS ist nun mal das Problem von Linux!

      Ich vertraue da ja auf das Microsoft "Können" Top Flop , nach dem müsste W11 ja sowieso wieder nen Flop werden.

      • Singlethreaded sagt:

        Genau die Software ist auch unserer Problem in der Firma. CAD mit PDM und ERP-System haben leider keine Linux Clients. Auch schmeißt man seine Softwareverteilung per Microsoft Endpoint Manager (früher SCCM) nicht mal eben so in die Tonne. Da sind viele Skripte, Anpassungen und Optimierungen drin, welche man sich über Jahre mühsam erarbeitet hat.
        Was also tun mit alter, nicht mehr unterstützter Hardware. Wenn man im Windows Umfeld bleiben möchte, dann fallen mir nur zwei Optionen ein. Entweder Tonne oder Umlizensierung auf Windows 10 2019 LTSC. Die LTSC bekommt noch bis 2029 Support / Sicherheitsupdates und dann sollte ein Rechner von 2021 oder früher seinen Dienst erfüllt haben.

  2. Windows 11 ist ein Unfall. sagt:

    Windows 11 läuft langsamer und hat beim Runterfahren eine Ewigkeit. HP Elite Desk 800 G1 mit 8 GB Arbeitsspeicher.

    • Zocker sagt:

      Kann man diesen Troll, der einfach nur provozieren will, nicht einfach sperren? Der treibt leider auch in anderen Blogs sein Unwesen.

    • Herr IngoW sagt:

      HP Elite Desk 800 G1, ah die Gurke ist ja schon acht Jahre alt, na denn.

      • Steter Tropfen sagt:

        Acht Jahren, na und?! Acht Jahre ist heutzutage kein Alter mehr für einen Rechner. Echt nicht. Leistungsmäßig waren die „damals" schon völlig ausreichend, sofern nicht von überzüchteter Software ausgebremst. Ich habe ein EliteBook im täglichen Einsatz, Baujahr 2012, nur mit einer SSD aufgefrischt und sehe keinen Grund, warum das seinen Zweck nicht mehr erfüllen sollte. Sicher nicht jeden Zweck – aber so zu tun, als seien das Oldtimer, halte ich wirklich für überheblich!
        Die Qualität und Ergonomie neuer Hardware, besonders im mobilen Bereich, ist durchaus nicht besser geworden: Klapprige Verarbeitung, niedrigeres Display, weniger Anschlüsse, fehlende Reparierbarkeit… genug Gründe, das Zeug nach kurzer Prüfung im Laden stehen zu lassen.

  3. janil sagt:

    Denke mir mal, dass die Linux-Leute sich da was einfallen lassen werden. Es wäre zumindest eine Chance MS Marktanteile abzunehmen, die sie hoffentlich nutzen werden. Wenn auch schon oft erwähnt Zorin-OS (bekomme nix für Werbung) ist ein gutes Beispiel dafür.

    • Wil Ballerstedt sagt:

      Was sollen sich die "Linux-Leute" einfallen lassen? Es gibt Linux in den verschiedensten Geschmacksrichtungen (Xfce für Kleine, Gnome für irgendwie Cool oder Plasma für real hot). Dennoch liegt der Linuxanteil weit unter 10 %. Und selbst wenn es nicht das sein sollte, ist mit jeder Linux-Distri der Aufwand eine ähnliche Umgebung aufzurichten erheblich größer. Geht es um die Bedienbarkeit von Programmen ist vieles Geschmackssache. Anfangs hatte auch ich über diese Ribbonsache gelacht. Inzwischen arbeite ich über 1 Jahr damit. Gut gemacht. Auch Geschmackssache die GUI von z.B. Word: Dunkelgrau. Es passt in sich. Mit LO klappt es nicht wirklich.

      Wenn die Linux-Leute wirklich etwas bewegen wollen, müssen die sich mehr zusammenschließen. Ich sach nur systemd …

      • Schrägar der Heckliche sagt:

        "Ich sach nur systemd …"
        :D

        Yepp. Der Religionskrieg um Systemd versus SysVinit dauert ja inzwischen fast länger als der 30-Jährige Krieg… :D

  4. DK sagt:

    Ich werde keinerlei gut laufende Hardware verschrotten um Win 11 zum laufen zu bringen. Selbst Core Duo Hardware ist im Alltag unter 10 gut brauchbar ganz zu schweigen von Technik ab Sandy/Ivy welche noch immer performant mit einer SSD im Office Bereich läuft.
    Nein Microsoft, so funktioniert das nicht. Aber mit BS- Flops kennt ihr euch ja aus.

  5. Ralf Lindemann sagt:

    Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit müssen wir nicht lange diskutieren: Mit den gesetzten Hardwareanforderungen ganze Geräte-Generationen aufs Abstellgleis zu schieben, ist keine gute Nachricht.

    Relativierend muss man aber wohl ergänzen: Mit dem Supportende von Windows 10 wird vermutlich eine ähnliche Situation entstehen wie zum Supportende von Windows 7. Wenn von den angeblich über 1 Milliarde Windows 10-Installationen 2025 noch 400 oder 500 Millionen übrig sind, die alle mehr oder weniger am Internet hängen, wird Microsoft wenig anderes übrig bleiben, als weiter Sicherheitsupdates bereitzustellen. Zwei oder drei Jahre dürften realistisch sein. Alles andere wäre ein bisschen verrückt. Ich denke, der Druck aus der Wirtschaft und ggf. aus der Politik wird entsprechend groß sein. Microsoft hat als Monopolist eine Gesamtverantwortung.

    Für Leute, die eine Neuanschaffung planen, dürfte eine andere Frage interessanter sein: Sind eigentlich alle Neugeräte, die aktuell im Handel mit Windows 10 angeboten werden, Windows 11 kompatibel? Auffällig ist, dass der Handel in der Werbung Neugeräte wenig bis gar nicht mit Windows 11-Kompatiblität bewirbt. Das lässt Böses ahnen. Aber vielleicht täusche ich mich auch …

    • Zocker sagt:

      Um eine Supportverlängerung wird MS nicht herumkommen. Schon aus dem einfachen Grund, weil viele Unternehmen vor nicht allzu langer Zeit migriert sind oder noch dabei sind. Erklär denen mal, dass der ganz Spaß direkt wieder von vorne beginnen soll.

      Was Neugeräte angeht: sofern es sich nicht um uralte Modelle handelt, die auf der Resterampe verkauft werden, sind die definitiv kompatibel. Jedenfalls was CPU und TPM angeht. Bei anderen Komponenten wird es z.B. von den Treibern abhängen. Da wird man dann sehen müssen, ob wirklich jede Komponente offiziell kompatibel ist.
      Bei der Werbung wird man sich sicher zurück halten. Wenn nicht mal MS so richtig weiß, was kompatibel sein wird, dann begibt sich der OEM bzw. Händler schnell in Schwierigkeiten, wenn er falsche Versprechungen macht. Auch wenn die Gefahr eher gering ist.

  6. Tim B. sagt:

    Window 11 wird wohl zunächst als "Shopping-Accelerator" in die OS-Geschichte eingehen, später, nachdem sich die Kurve der Neukäufe abgeflacht hat (max. 1 Jahr), wird ein Funktionsupdate nachgereicht werden, mit dem man dem OS geringere Hardwareanforderungen spendiert ("Windows 11 – Proletariat Edition").

  7. Patrick sagt:

    Nach Windows 10 kommt Linux? Es kommt sicher auch darauf an, wie gut Windows 10 in der "verbleibenden" Zeit bis zum Supportende noch von Microsoft unterstützt wird. Auch viele neuere Notebooks dürften die aktuell bekannten Hardwareanforderungen für Windows 11 nicht erfüllen.

    • Gabi sagt:

      Möglicherweise kommen eines Tages "unsichere" Betriebssysteme wie Windows 10 oder Linux o.ä. dann einfach nicht mehr ins Internet – "oops, ungültiges Root-Zerifikat" o.ä. – interessante Zeiten.

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