Falle: Office 365 Business/Microsoft 365-App-Abonnement vom ‚Reseller‘ – Teil 11

Wer sich eine Business-Lizenz von Office 365 (Neuerdings Microsoft 365-apps) im Rahmen eines Abonnements von einem Wiederverkäufer von Gebraucht-Software beschafft, dem droht eine neue Falle. Es kann ganz schnell passieren, dass man plötzlich keinen Zugriff mehr auf seine Ondrive-Dateien hat. Oder die Office 365-Apps fallen in einen reduzierten Funktionsmodus und man kann kaum was machen. Hier ein paar Informationen zu diesem Thema. Ergänzung: Der Betroffene bekam von Microsoft die Möglichkeit, seine Dateien herunterzuladen. Und mir liegen Informationen über das zugrunde liegende „Geschäftsmodell“ vor.


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Ich hatte hier im Blog ja einige Artikel zu Problemen beim Erwerb von Gebrauchtlizenzen beschrieben (siehe Artikelliste am Beitragsende). Ein Leser ist auf meine Artikelreihe zu Fallen bei Gebrauchtlizenzen für Software gestoßen und hat mich auf ein neues Problem aufmerksam gemacht. Ich thematisiere das mal hier im Blog – wobei ich aktuell noch nicht gänzlich durch diese Konstruktion durchsteige.

Nutzer kauft vermeintlich eine ‚Lizenz‘ für Office 365

Es war eine Leser-Mail, die sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Denn die trug den Betreff ‚Handel mit Microsoft Office Lizenzen und Datenschutz‘, stammte von jemand, der sich  beruflich mit IT- und Cybersecurity und Datenschutz befasste, was den Betreff und den nachfolgenden Ansatz erklärt – offenbarte sich aber als extrem undurchsichtige Geschichte. Der Blog-Leser hat sein Einverständnis gegeben, dass ich das Ganze in anonymisierter Form hier einstelle. Blog-Leser Daniel H. schrieb mir dazu:

Warum ich Ihnen schreibe: ich habe mir 2018 auf Blitzhandel24 eine Lizenz für Office 365 Pro Plus „ohne Laufzeitbegrenzung“ für ~ 80 € gekauft. Vor einigen Wochen musste ich sodann feststellen dass ich keinen Zugriff mehr auf meine in OneDrive gespeicherten Daten hatte. Beim Abruf erschien „Zugriff verweigert. Wenden Sie sich an den Administrator“.

Microsoft fühlt sich nicht zuständig. Blitzhandel24 fühlt sich nicht zuständig, verweist auf Microsoft und behauptet: „Microsoft selbst hat an der Pro Plus Edition eine Änderung durchgeführt, sodass diese nur noch 365 Tage Gültigkeit besitzt, sowie der Produktname dies auch besagt. Ich kann Ihnen hierbei einen Austausch zur Vollversion 2019 anbieten oder die 365 Home Edition als kostenlosen Austausch.“

Da ist sie wieder, die Falle, die zugeschlagen hat. Der Anbieter Blitzhandel24, der angeblich eine ‚Lizenz‘ für Office 365 Pro Plus „ohne Laufzeitbegrenzung“ für kleines Geld verkauft. Und der Anwender, der bei Problemen im Regen steht.

Das Ganze ist jetzt Microsoft 365 Apps for Enterprise

Was hier als Office 365 Pro Plus angegeben wird, heißt neuerdings Microsoft 365 Apps for Enterprise und ist eine Abo-Version die hier für 13,62 Euro zzgl. MwSt angeboten wird – also nix mit ‚ohne Laufzeitbegrenzung‘. Die Änderung auf Microsoft 365 Apps for Enterprise ist in diesen Microsoft-Beitrag vom 13. August 2020 mit thematisiert. Und in diesem Dokument beschreibt Microsoft, was mit den Microsoft 365 Apps for Enterprise nach Ablauf eines Abonnements passiert.

Microsoft 365-apps werden als Abonnement angeboten. Wenn Sie Ihr Abonnement kündigen, wechselt Microsoft 365-apps in den Modus mit eingeschränkter Funktionalität. Im Modus mit eingeschränkter Funktionalität können Benutzer vorhandene Office-Dateien öffnen und anzeigen, Benutzer können aber nicht die meisten anderen Features von Microsoft 365-Apps verwenden.

Weitere Informationen finden Sie unter Übersicht über die Lizenzierung und Aktivierung in Microsoft 365-apps. Dort gibt Microsoft an, dass Administratoren vor der Bereitstellung der Microsoft 365-Apps in einer Organisation diesen Benutzern zunächst Lizenzen zuweisen müssen. Ich habe mal die Kernpunkte von Microsoft herausgezogen:

  • Jede Lizenz ermöglicht es einem Benutzer, Microsoft 365-apps auf bis zu fünf Desktops, fünf Tablet-PCs und fünf mobilen Geräten zu installieren.
  • Jede Installation wird aktiviert und automatisch von Cloud-basierten Diensten aktiviert, die mit Office 365 (oder Microsoft 365) verknüpft sind.
  • Diese automatische Aktivierung bedeutet, dass Sie die Product Keys nicht nachverfolgen müssen, und Sie müssen nicht herausfinden, wie andere Aktivierungsmethoden wie Schlüsselverwaltungsdienst (Key Management Service, KMS) oder Multiple Activation Key (MAK) verwendet werden.
  • Sie müssen lediglich genügend Lizenzen erwerben, Ihr Office 365 (oder Microsoft 365)-Abonnement auf dem neuesten Stand halten und sicherstellen, dass Ihre Benutzer mindestens einmal alle 30 Tage über das Internet eine Verbindung mit dem Office-Lizenzierungsdienst herstellen können.
  • Wenn die einmalige Anmeldung aktiviert ist, erkennt Microsoft 365-Apps die Anmeldeinformationen des Benutzers und wird automatisch aktiviert.

Und ganz wichtig: Wenn Administratoren die Lizenz eines Benutzers entfernen (beispielsweise wenn der Benutzer die Organisation verlässt), sollten alle Installationen von Microsoft 365-apps, die dem Benutzer zugewiesen sind in den Modus „reduzierte Funktionalität“ zurückfallen. Denn der Office-Lizenzierungsdienst, ein Teil von Microsoft 365, verfolgt, welche Benutzer lizenziert sind und auf wie vielen Computern Office installiert wurde.

Extrem undurchsichtiges Konstrukt

Als ich die Mail so las, ging mir kurz durch den Kopf, dass da verschiedene Sachen passieren. Er hat ja plötzlich kein Zugriff mehr auf seine Online-Dateien – was mit der reduzierten Funktionalität nicht erklärt ist. Als erstes habe ich den Blog-Leser gefragt, ob vielleicht sein Benutzerkonto gesperrt wurde. Wenn die Office-Lizenz als ungültig erkannt wird, könnte das passieren – wären ja illegale Aktivitäten gemäß Service-Vertrag (mir ging der Beitrag Tretmine Microsoft Konto: Willkürliche Sperre bei Online-Funktionen im Kopf herum).

Allerdings bin ich bei der oben skizzierten Konstruktion davon ausgegangen, dass da möglicherweise etwas anderes passiert ist: Jemand hat die alten Benutzer gelöscht und dann die gleichen Nutzernamen erneut eingetragen – der Fall wird von Microsoft in diesem Dokument beschrieben – wobei die Verwaltung von Office 365-Benutzern aber nicht meine Baustelle ist. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an meinen Blog-Beitrag Info: Microsoft VLSC-Zugänge ab Oktober 2020 über Geschäfts- oder Schulkonto – wo sich ja einige Änderungen ergeben. Ist aber am Ende des Tages egal – solange die Lizenzierung besteht, müsste deren Verwalter das Problem des fehlenden Zugriffs beheben können …


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Als Benutzer zwischen allen Stühlen

Ich habe mir die Webseite des genannten Anbieters angesehen. Das ist das gleiche Konstrukt, was ich in zehn Blog-Beiträgen zu Gebrauchtlizenzen thematisiert habe – egal, ob der Anbieter mit zig Unternehmensreferenzen wirbt. Als ich dem Blog-Leser mitteilte, dass das Problem bereits beim Kauf einer Office 365 Volumenlizenz anfängt, die der Shop wohl so nicht sauber weiterlizenzieren kann, kam folgende Rückmeldung:

Danke für die Rückmeldung. Ein extrem undurchsichtiges Geflecht. Ich werde mal versuchen das zu entwirren.

Zu dem Verkauf von Lizenzschlüsseln: Ich habe von Blitzhandel24 keinen Schlüssel erhalten.

Sehr kurz nach dem Kauf habe ich eine 365Office.com-Mailadresse und ein Inital-Passwort erhalten. Es scheint also so zu sein, dass ich irgendwo als Benutzer angelegt wurde, was für Ihre Theorie des Sperrens spricht.

Da ist wieder die Konstruktion: Der Benutzer hat quasi nichts in der Hand – dieses Mal noch nicht einmal einen Lizenzschlüssel. Er hat nur Zugangsdaten für ein Nutzerkonto, dem eine Office 365 Lizenz zugeordnet ist. Wer die Lizenz genau hält und wer der ursprüngliche Lizenznehmer ist, bleibt im Dunkeln.

An dieser Stelle erspare ich mir die Frage zu beleuchten, ob ein ‚wildfremder‘ Benutzer, der mit der Firma des Volumenlizenznehmers überhaupt nichts zu tun hat, überhaupt diese Microsoft 365-apps benutzen darf – da müsste man sich sehr tief in die Lizenzbedingungen einwühlen. Es geht im Blog-Beitrag um etwas ganz anderes: Sobald es Probleme mit den Office-Apps gibt, ist der Käufer des ‚Angebots‘ angeschmiert. Er wird wohl zwischen Händler, Microsoft und dem unbekannten Lizenznehmer zerrieben.

Idee: Auskunftsersuchen nach DSGVO

Da der Betroffene im Bereich Cybersicherheit und Datenschutz aktiv ist, kam er auf eine ganz eigenwillige Idee, um an seine Daten wieder heran zu kommen. Dazu schrieb er mir:

Weil ich eben aus dem Datenschutz komme scheint mir der einfachste Weg, um an meine Daten zu kommen, ein Auskunftsersuchen nach Art. 15 DSGVO zu sein, die eine Kopie meiner Daten beinhaltet. Es stellt sich mir aber die Frage wie in diesem Fall der „Verantwortliche“ ist. Ist es Microsoft, ist es Blitzhandel24 oder eine Dritte, die Eigentümerin der „Hauptlizenz“ ist?

Ich verstehe das Geschäftsmodell von Blitzhandel24 so: irgendwo auf der Welt gibt es einen Inhaber einer Office 365 Pro Plus Volumenlizenz. Dieser Inhaber hat eine gewisse Anzahl an Lizenzen „übrig“, die er an Blitzhandel24 verkauft. Fraglich ist nun, ob der Inhaber der Volumenlizenz (schließlich der Administrator meiner Lizenz) auf meine Konto und meine Daten zugreifen kann.

Ich bin in diesem Dschungel nicht wirklich zuhause, aber es ergeben sich einige interessante Fragen. Das OneDrive-Laufwerk wird von Microsoft bereitgestellt. Das Auskunftsersuchen nach DSGVO müsste in meinen Augen also an Microsoft gestellt werden können. Da aber die Verwaltung der Lizenzen samt Zuweisung der Benutzer durch den ursprünglichen Lizenznehmer (ich tippe auf irgend eine Firma) erfolgt, wäre diese der Adressat für das Auskunftsersuchen. Falls Blitzhandel24 (oder ein andere Händler) die Verwaltung der Lizenzen und Benutzer für Microsoft 365-apps vornimmt, wären diese der Ansprechpartner.

Die hier im Blog-Beitrag wiedergegebene Korrespondenz mit dem Leser macht aber deutlich: Der ist an dieser Stelle bereits auf den Bauch gefallen. Microsoft erklärt sich als nicht zuständig. Blitzhandel24 ist in der ganzen Sache nur Händler und hat keinerlei Befugnisse – die schieben nur Zugangsdaten von irgendwelchen Aufkäufen an Kunden. Der Händler (Blitzhandel24) sagt dann auch: ‚Ich habe nix damit am Hut – Du Kunde kannst von mir aber einen Ersatz haben.‘ Wobei mit dem Ersatz weitere Probleme auftauchen. Und der Nutzer ist keinen  Schritt weiter, denn mit der Ersatzlösung kommt er weiterhin nicht an seine Daten heran.

Ich tippe mal, dass der ursprüngliche Käufer des Volumenlizenzpakets der Administrator ist (genau weiß ich es nicht, da diese Verkäufe eine Black Box sind). Aber an diese Stelle kommt der Käufer nicht heran – und der Händler wird (nach meinen Bauchgefühl) diese Firma auch nicht kontaktieren – denn die müsste ja den Aufwand zur Verwaltung von ggf. zig Nutzerkonten stemmen, was nicht bezahlt würde – ergo droht dann Ärger.

Das Damokoles-Schwert droht jetzt häufiger

Microsoft hat ja damit begonnen, seine Produkte in Richtung Cloud und Abonnement zu schieben. On-Premises-Produkte laufen (spätestens 2025) aus – die Firmen lizenzieren als Abo-Lösungen als Volumenlizenzen mit X Benutzern. Unbenutzte Benutzerlizenzen könnte man dann weiter veräußern. Ich gehe davon aus, dass die Händler von Gebrauchtsoftware dieses Gelegenheit dankbar aufgreifen. Die kaufen einfach x Benutzerkonten, die vom ursprünglichen Lizenznehmer der Volumenlizenz für seinen Tenant angelegt wurden. Die Zugangsdaten werden für eine Summe X an den Käufer übermittelt und der Händler ist raus. Der Käufer bekommt i.d.R. über die Zugangsdaten Zugriff auf Microsoft Office 365, wird mit Updates versorgt und kann Daten online speichern.

  • Wehe aber, das Abonnement läuft aus, dann fällt er in den reduzierten Modus zurück, sollte aber weiterhin auf seine Online-Daten zugreifen können.
  • Löscht der Verwalter der Office 365-Konten diese und legt die Nutzer neu an, geht dem Benutzer der Zugriff auf seine Dateien verloren.

In beiden Fällen sieht der Käufer doof aus. Und eine Lizenz hat der Käufer in diesem Fall (nach meinem Verständnis) mitnichten gekauft. Da die gesamte Konstruktion recht wild ist, fällt der Käufer auf allen Ebenen durch das Rost. Ich hoffe, ich habe jetzt nichts übersehen – sonst ergänzt ihr die Erfahrungen mit der Verwaltung von Office 365-Benutzern über den betreffenden Tenant. Mit dem jetzigen Wissen gehe ich davon aus, dass wir solche Fälle bald häufiger sehen werden.

Daher ist meine Position: Finger weg von solchen Angeboten. Und ein LibreOffice oder ein FreeOffice hat diesen ganzen Rattenschwanz an Problemen nicht unbedingt an der Backe.

Microsoft lässt Betroffenen Dateien downloaden

Ergänzung: Knapp einen Monat nach der Sperre hatte der Betroffene Kontakt mit der Microsoft Digital Crime Unit aus München. Hier sein Nachtrag vom 7. September 2020:

[…] es gibt Neuigkeiten: Ich hatte mich mit Schreiben vom 25.08.2020 an Microsoft gewendet und um Aufklärung gebeten.

Ich hatte nicht wirklich mit einer Rückmeldung gerechnet. Am Freitag erhielt ich dann einen Rückruf von der Microsoft Digital Crime Unit aus München; ein sehr interessantes und freundliches Gespräch.

Microsoft hat mir das Account für 48 Stunden freigeschaltet um meine Daten zu sichern.

Vorweg: Microsoft war erstaunt und verwundert, da dort bisher kein Fall bekannt ist bei dem ein Onlineprodukt wie Office 365 verkauft wurde. Microsoft selbst hat keine Ahnung wie das Geschäft mit den Lizenzen in diesem Fall funktioniert. Wir sind so verblieben, dass wir gemeinsam Anzeige erstatten und in Kontakt bleiben.

Die gute Nachricht: Der Benutzer bekam von Microsoft die Möglichkeit, seine Dateien herunterzuladen. Die schlechte Nachricht: Das Geld für die ‚lebenslange Office-Lizenz‘ ist wohl weg.

Education-Accounts missbraucht?

Ergänzung: An dieser Stelle noch ein Nachtrag, auf den mich eine Quelle Ende Dezember 2020 hingewiesen hat. Demzufolge wurde von dem oben genannten Anbieter blitzhandel24  keine Volumenlizenz verkauft, sondern mutmaßlich ein Education-Account missbraucht. Die Aussage der Quelle war „Die Accounts wurden im Internet für 0,20€ etc. gekauft und dann weiterverkauft.“

Auf YouTube gibt es unter dem Begriff „Microsoft 365 Life Time subscription for Free“ Videos, die zeigen, wie der Betrug funktioniert. Teilweise wurden/werden Bots eingesetzt, die die Keys generieren. Teilweise bezieht sich das Ganze auf Bildungs-Accounts chinesischer Schulen, so meine Quelle. Unter dem Begriff „office 365 lifetime nulled“ wirft Google viele Treffer aus, die das Ausmaß aufzeigen. Wer sich so etwas zulegt, kann sein Geld auch gleich aus dem Fenster werfen. Denn man erhält niemals eine Lizenz für Microsoft Office.

Ergänzung 2: Beachtet auch die Ausführungen im Blog-Beitrag Risiko Office-Lizenzen aus dem Software-Shop?

Artikelreihe:
Edeka, lizengo und die verkauften Microsoft-Lizenzen – Teil 1
Fallen beim Online-Softwarekauf – Teil 2
Fallen beim Online-Softwarekauf: Lizenzhürden – Teil 3
Fallen beim Online-Softwarekauf: Die Lizenzfrage  – Teil 4
Falle: Billige Software-Lizenzen – neue Erkenntnisse – Teil 5
Falle: Inkassoforderung nach Kauf von Gebrauchtsoftware im Amazon Marketplace  – Teil 6
Fallen beim Online-Softwarekauf: Neue Erkenntnisse – Teil 7
Neues zu Fallen bei (Office-)Lizenzen bei Edeka – Teil 8
Microsoft klagt gegen lizengo wegen ‘Billig-Lizenzen’ – Teil 9
Billig-Lizenzen: Neues zu lizengo, Edeka und Microsoft – Teil 10
Falle: Office 365 Business/Microsoft 365-app-Abonnement vom ‘Reseller’ – Teil 11

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17 Antworten zu Falle: Office 365 Business/Microsoft 365-App-Abonnement vom ‚Reseller‘ – Teil 11

  1. z sagt:

    Habe bei l—–o Office 2019 Software mit Lizenz gekauft. Der mitgelieferte Lizenzschlüssel wurde nach Eingabe abgelehnt. Nach Reklamation habe ich einen neuen Schlüssel erhalten, der dann ohne Beanstandung funktionierte. Habe auch ein Office Konto eingerichtet.
    Nach einen notwendigen clean install von W10 wurde bei der Office 2019-Neuinstallation der Lizenzschlüssel erneut als bereits verwendet ebenso abgelehnt, wie die Anmeldung an meinem Konto.
    Ich konnte durch Abbruch die Lizenzschlüsselablehnung ignorieren, das Konto benötige ich derzeit nicht, und, soweit ich das feststelle, funktioniert Office 2019 ohne Einschränkung.
    Freie Officepakete kann ich nicht verwenden, da ich wegen Inkompatibilität einige Hundert Dokumente und Vorlagen (VBA-Code) ändern müsste.

    • Günter Born sagt:

      Ich kann dich beruhigen: Du hast KEINE Lizenz gekauft – habe ich in den restlichen Blog-Beiträgen behandelt. Du hast Geld ausgegeben und bekommst bestensfalls Zugriff auf Office 2019 Pro Plus-Funktionen, solange der Lizenzschlüssel nicht gesperrt ist. Das ist lizenztechnisch nochmals etwas anderes.

  2. 1ST1 sagt:

    Ein Datenachutzprofi sollte eigentlich wissen, dass man solche Nutzungslizenzen am Besten direkt bei Microsoft kauft. Das ist direkt aus Windows 10 heraus möglich und wird automatisch mit der Live-ID des Benutzeraccounts verknüpft. Man hat hier dann die Wahl zwischen einer Personal-Edition, die kostet meines Wissens aktuell 69 Euro im Abo pro Jahr, oder die Home-Edition, de kostet im Jahr üblicherweise 99 Euro, manchmal findet man ganz offizielle Sonderangebote für das erste Jahr. Ich finde insbesondere die Home-Variante interessant, denn die dürfen 6 Personen gleichzeitig nutzen, auf 5 verschiedenen PCs und Smartphones, die man über einen Microsoft Family Account verwaltet. Ich finde das viel zu geschenkt, als dass man sich auf solche wie oben beschrieben dubiose Deals einlässt.

    • Günter Born sagt:

      Ist ja alles richtig – der Kommentar geht aber am Kern vorbei. Zumal man sich bei Home-Varianten sehr genau die Lizenzbedingungen ansehen und auch das von mir erwähnt Thema „Microsoft Konto wird plötzlich deaktiviert“ kennen sollte.

      Die Intention des Artikels: Es gibt dieses Angebot, und es werden genügend Leute darauf hereinfallen. Ergo heißt es im Vorfeld warnen und aufzeigen, was blühen kann. Oder konntest Du dieses Szenario vor dem Lesen des Blog-Beitrags ad-hoc vom Radar zitieren?

      @All: Es wäre super, wenn hier nur Kommentare der Art ‚ist mir bei Anbieter xyz passiert – das waren die Folgen‘ eintreffen. Das würde ein Bild ergeben, ob das Problem bereits in der Breite angekommen ist.

      • 1ST1 sagt:

        Mich wundert halt nur, dass auch IT-Kollegen auf den Beschiss reinfallen. Wenn Ottonormaluser sowas an der Edeka-Kasse kauft, ist es noch verständlich, dass diese Leute da ausgehen, eine legale Lizenz zu kaufen. Aber bei den IT-Profis müsste sich das doch schon rumgesprochen haben, so neu ist das Thema ja nun auch nicht mehr, die ersten solchen Angebote mit Win 7 oder Office Keys für um die 10 Euro sind ja auch schon rund 10 Jahre alt, hat halt lange irgendwie funktioniert, jetzt mit Vercloudung fällt einem das halt auf die Nase.

        Dass man sein Onlinekonto und damit sein Onedrive verlieren kann, weil man da Nackischbilder der eigenen Babies in der Babywanne hochgeladen hat, ist mir inzwischen bewusst, das ist natürlich auch eine Schweinerei, wo MS die verlogene US-Prüderie der ganzen Welt aufzwingt. Danke dafür, ich denke, das war bisher kaum einem bewusst und muss noch viel breiter in die Masse der (potentiellen) Cloud-Kunden aller amerikanischen Dienstleister gestreut werden und auch auf europäischer Ebene politisch angesprochen werden, um hier ein Einlenken dieser Anbieter zumindestens bei europäischen Kunden zu erzwingen.

        • 1ST1 sagt:

          Noch ein Tipp, baut euch das hier in die Aufgabenplanung ein, je nach Bedarf 1x täglich, wöchentlich usw.:

          rem OneDrive-Backup.cmd
          rem nächste Zeile Pfad anpassen:
          set target=d:\onedrivebackup
          rem privat
          set source=%OneDriveConsumer%
          rem arbeit
          rem set source=%OneDriveCommercial%
          set options=/e /s /w:1 /r:1
          robocopy %options% „%source%“ „%target%“

          Damit ist ein Backup des OneDrives angelegt. Der Pfad in der Variable %target% muss dem individuellen System angepasst werden, und dann gibts noch 2 Varianten, je nach dem ob das eine Home- oder Firmenlizenz ist. Wer mag, kann sich die Option „/e /s“ durch „/mir“ ersetzen, siehe Robocopy-Dokumentation. Wer mag, mag das Prinzip auch noch auf seine anderen Cloud-Drives (Google, iCloud, Dropbox, …) anwenden.

  3. Alexander sagt:

    Es ist eigentlich ganz klar was hier passiert ist. Es ist ganz klar vorsätzlicher Betrug gewesen hier hat jemand einer Domäne Registriert 3 6 5 Office .com.

    Und dieser Domäne hat der Inhaber mehrere Benutzer angelegt und jedem Kunden eine Lizenz zugewiesen diese Lizenz hat er dann als kaufversion verkauft.
    Betrug Nummer 1: nach einer gewissen zeit hat er diese lizenz anscheinend Einem anderen Konto zugewiesen und noch einmal als Vollversion verkauft, betrug Nummer 2.
    Mittlerweile existiert diese Domäne nicht mehr. Der Kunde ist tatsächlich der dumme denn der ist für Microsoft ein Mitarbeiter der Firma des betrügers gewesen genau so funktioniert das System. Das heißt der Kunde hat niemals auch nur irgendeine Lizenz erworben. Das ihm das nicht klar ist ist leider so das kann man nur vergleichen mit dem mehrfach vermieten oder verkaufen einer Immobilie. Ich miete mir eine Immobilie und verkaufe diese oder vermietet diese an verschiedene andere Personen das ist ähnlich.
    Dass der Kunde nicht mehr an seine Daten herankommt ist extrem ärgerlich aber auch recht schwierig denn Microsoft hat ausschließlich einen Vertrag mit dem Betrüger und dieser ist Administrator auch für die Daten aller Benutzer. Microsoft wäre allerdings gut beraten die 120 Tage-Aufbewahrungsfrist vor endgültigem löschen auszusetzen und die Daten erst zu löschen, nachdem ist die Geschichte geklärt ist.
    Das ganze kann technisch relativ einfach Erlöst werden. Allerdings rechtlich gibt es dort einige Hürden denn Microsoft müsste die eigentümerschaft an der Domäne des betrügers an einen anderen Händler übertragen oder selbst übernehmen und dann dort den Kunden die Lizenzen zuweisen damit sie wieder an Ihre Daten herankommen und diese Daten dann entsprechend auf ein neues Abonnement oder eine neue Lizenz Transferieren können.

  4. Mira Bellenbaum sagt:

    Habe auch von einem „Reseller“ Office 2019 Pro Plus für kleines Geld gekauft.
    Wer aber mit so einer Installation auf das ganze I-Net Gedöns zugreift und es nutzt,
    ist selber Schuld, wenn er gesperrt wird, dass er dann nicht mehr an seine Daten kommt.
    Ist doch in der Spieleszene nichts anderes!
    Gekrackte Spiele kann man zocken, alleine!
    Dieses aber mit einem Onlinekonto zu verknüpfen, ist einfach nur dämlich!
    So halt auch bei „Office 2019“ oder „Office 365 Business/Microsoft 365“.

    • 1ST1 sagt:

      Dazu muss einem aber auch bewusst sein, dass man keine legale Nutzerlizenz hat. Wenn Microsoft solche Accounts schon abwürgt, dann müssen die auch strikter gegen solche Anbieter vorgehen. Das vermisse ich bisher, auch im Interesse ihrer Kunden, bzw. diejenigen, die glauben, sie wären Kunden (die also so ein Angebot gekauft haben).

  5. Thorsten sagt:

    Bei den Gerichtsurteilen (siehe Links zur Artikelreihe) fällt auf, dass VL Lizenzen in Deutschland durchaus gesplittet und weiterverkauft werden können, wenn auf der Rechnung die Verkaufshistorie angegeben wird. Ein Mietprodukt (dazu gehört auch Office 365/Microsoft 365) darf NIE weiter verkauft werden. Zugangsdaten zu einen Mietprodukt könnte auch jederzeit der Administrator deaktivieren.

  6. gbornfan sagt:

    Thorsten hat recht, der entsprechende Passus zur Mietsoftware „Die Lizenz muss zeitlich unbefristet sein“ hat Microsoft in seinem Brief unter Punkt 4. (Verkauf gebrauchter Software….) angegeben.
    Link zum PDF:
    https://www.u-s-c.de/wp-content/uploads/Microsoft-Brief.pdf

  7. 1ST1 sagt:

    In den letzten Tagen ist mir zu diesem Betrugskonstrukt noch eine Frage eingefallen, deren Antwort mich mal interessieren würde. Vielleicht weiß das jemand. Hier wars ja wohl so, dass ein Betrüger eine größere Anzahl Benutzeraccounts für Microsoft 365 Apps for Enterprise (gebraucht) gekauft hat und diese einzeln weiter verkauft hat, und damit sozusagen auch der Administrator für diese Accounts ist. Die Frage ist, hat dieser Betrüger als Administrator nun auch Einblick in die einzelnen Onedrives? Und auch sonstiger Cloud-basierter Dienste, die mit dem Konstrukt zusammen hängen?

  8. Bochem sagt:

    Es handelt sich hierbei um einen Schüleraccount von Office 365, keine Lizenz, nichts…

    Im Jahr 2018 war eBay voll mit solchen Angeboten, gebt auf Google „Office 365 Lifetime“ ein und ihr werdet fündig.

    Anleitung, wie die Accounts „lifetime“ erstellt werden (funktioniert nicht mehr):
    https://www.youtube.com/watch?v=gvsALBW_cCE

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